Wer sein eigenes NAS betreibt, stolpert beim Thema Dokumenten-Archivierung unweigerlich über Paperless-ngx. Doch die Open-Source-Alternative Papra, die ich euch bereits im Februar dieses Jahres vorstellte, holt mit großen Schritten auf und hat mit der Version 26.6.0 ein Update spendiert bekommen, das vor allem beim Thema KI und automatischer Texterkennung (OCR) an Stellschrauben dreht.
Papra versteht sich selbst als schlanke, moderne und besonders einsteigerfreundliche Archivierungs-Plattform nach dem Motto: So einfach, dass es auch die eigene Mutter problemlos bedienen kann. Das Ganze läuft gewohnt unkompliziert als einzelner Docker-Container.
Mit dem neuen Update zieht nun eine KI-gestützte automatische Verschlagwortung (AI auto-tagging) ein. Sobald ein Dokument eingelesen und der Text extrahiert wurde, analysiert das System die Inhalte und gleicht sie mit euren vorhandenen Tag-Namen und Beschreibungen ab, um die passenden Tags automatisch zuzuweisen. Falls nötig, kann die KI sogar selbstständig neue Tags anlegen. Um hier flexibel zu bleiben, unterstützt Papra ab sofort diverse gängige LLM-Provider für diese intelligenten Funktionen.
Ebenfalls neu ist die frei konfigurierbare Engine für die Dokumenten-Extraktion. Ihr seid nicht mehr auf ein einziges OCR-System festgenagelt, sondern könnt verschiedene Provider kombinieren, Filter für bestimmte Dokumententypen vorschalten oder Fallbacks einrichten. Zum Start werden unter anderem Mistral OCR, Azure Document Intelligence, Docling, die Standard-Engine von Papra sowie eigene Custom-HTTP-Anbindungen unterstützt.
Dass das Projekt den Nerv der Self-Hosting-Community trifft, zeigen auch die Zahlen: Papra steht kurz vor der Marke von 5.000 Sternen auf GitHub und hat bereits über 3 Millionen Pulls auf Docker Hub verzeichnet.
Grundsätzlich gibt es erst einmal eine Demo im Netz, die man sich anschauen sollte. Vielleicht reicht das ja schon, um abzuwinken oder das Ganze mal auszuprobieren. Eine Roadmap findet ihr hier. Das Papra-Repo auf GitHub hier. Die Installation könnt ihr auf eurem NAS innerhalb von Docker realisieren. Eine Installationsanweisung findet ihr hier. Nach dem Start ist das Web-Interface unter http://:1221 erreichbar. Es gibt keinen Default-Login, beim ersten Aufruf werdet ihr durch das Setup zur Erstellung des Admin-Accounts geführt.
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