Wer im Kinderzimmer auf ferngesteuerte Autos oder Walkie-Talkies setzt, greift oft tiefer in die Tasche, bekommt aber nicht immer saubere Technik geliefert. Die Europäische Kommission hat im Rahmen der JACOP-Kampagne 2025 mal genauer hingeschaut und 88 Funkspielzeuge für Kinder zwischen 3 und 14 Jahren untersucht. Das Ergebnis ist ernüchternd, denn 60 Prozent der Geräte fielen durch, weil sie die EU-Normen für Signalstörungen nicht einhalten. Betroffen waren vor allem RC-Fahrzeuge, Boote und Roboter mit einem Durchschnittspreis von 40 Euro.
Das Problem liegt laut den Behörden oft im Detail der Technik. Viele Spielzeuge senden auf Frequenzen, die sie eigentlich nicht nutzen dürfen, oder strahlen Signale zu stark aus. Solche unerwünschten Aussendungen können im schlimmsten Fall Funkdienste stören, die für die Sicherheit oder Navigation wichtig sind. Besonders schlecht schnitten Boote und Züge ab, bei denen kein einziges Modell die Prüfung bestand. Auch bei den Walkie-Talkies sieht es düster aus, da fast alle getesteten Geräte durchfielen. Wer meint, dass teurere Hardware automatisch besser ist, täuscht sich hier oft.
Neben der Technik hapert es massiv an der Bürokratie und Kennzeichnung. Über 60 Prozent der Proben hatten lückenhafte Warnhinweise oder Anleitungen. Rechnet man technische Mängel und fehlende Kennzeichnungen zusammen, fallen satte 81 Prozent der Produkte durch das Raster. Die Marktwächter haben die Proben in 13 Ländern gesammelt, wobei zwei Drittel der Waren online bestellt wurden. Die Herkunft spielt dabei eine untergeordnete Rolle, auch wenn ein Drittel der Produkte direkt aus China stammte.
Die Konsequenzen folgen prompt, da bereits für 22 Produkte Verkaufsverbote verhängt wurden. Über 50 weitere Artikel landeten im EU-Informationssystem für Marktüberwachung, damit die Behörden den Schrott EU-weit aus dem Verkehr ziehen können. Käufer sollten beim nächsten Shopping-Trip genau hinsehen und auf das CE-Zeichen sowie deutsche Anleitungen achten, rät man. Fehlen diese Basics, lässt man den Karton besser im Regal stehen, um Ärger mit störenden Funkwellen zu vermeiden.
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