Werbung im Datei-Explorer? Microsoft testet es

Die Entwicklung von Windows ist so aktiv wie zuletzt vor fünf Jahren. Es werden viele Funktionen implementiert, viele Dinge getestet und darunter auch Werbung im Datei-Explorer. An sich nichts neues, denn es existiert bereits ein Banner für den Schnellzugriff, der auf den kostenlosen OneDrive-Cloudspeicher aufmerksam macht.

Mit der neusten Insider-Version möchte Microsoft die Hinweise ausweiten. Nämlich mit kleinen Bannern auf der Oberseite des Explorers, die unter jedem Verzeichnis zu sehen sind. Inhalte des Banners sind jedoch keine Fremdwerbung, sondern nur Empfehlungen für Microsofts eigene Dienste. In diesem Beispiel für die Microsoft Editor-Browsererweiterung, die zur Korrektur von Grammatik- und Rechtschreibfehlern im Webbrowser dient.

Solche Empfehlungen werden auf entpersonalisierter Art und Weise jedem Windows-Nutzer angezeigt, wodurch sich keine Datenschutzbedenken ergeben. Lediglich die Nerven werden strapaziert, durch die zahlreichen Meldungen und Hinweise, die bei der System-Einrichtung wegzuklicken sind. Trotzdem kann man sich als Nutzer durchaus ärgern. Besonders in Anbetracht der Tatsache, dass Windows-Lizenzschlüssel die Gerätepreise in die Höhe treiben und Microsoft zeitgleich durch die hohen Systemanforderungen die Neukäufe ankurbelt. Andererseits darf nicht in Vergessenheit geraten, dass zahlreiche Entwickler bei Microsoft stetig Windows verbessern, durch regelmäßige und kostenlose Aktualisierungen. Solch eine Dienstleistung benötigt eine dauerhafte, nachhaltige Finanzierung. Besonders bei einem auf Umsatzmaximierung ausgerichteten Unternehmen.


Bild-Quelle: Twitter @flobo09

Folgende Verbesserungen bekommt das Android-Subsystem für Windows

Screenshot des Microsoft Stores, indem die Produktseite vom Amazon Appstore geöffnet ist. Dieser wird vorausgesetzt, um die Android-Apps unter Windows ausführen zu können. Leider wird auf unserem Gerät die Meldung angezeigt, dass die App nicht auf dem Gerät lauffähig ist.

Das Windows Subsystem für Android-Apps steht in einer aktualisierten Fassung zur Verfügung. Für alle Insider verteilt Microsoft seit wenigen Tagen Version 2203.40000.1.0, die folgende Verbesserungen enthält.

Hardwarebeschleunigte H.264-Videodekodierung

H.264 ist ein weitverbreitetes Format zur Kompression von Videos. In der neusten Version des Android-Subsystems wird es deutlich schneller verarbeitet, da die Grafikkarte einen größeren Einfluss in den Prozess nimmt. Dementsprechend groß kann die Geschwindigkeitssteigerung in Apps ausfallen, die zur Wiedergabe von hochauflösenden Videos bestimmt sind.

Netzwerk-/Internet-Verbindung

In dieser Aktualisierung bauten die Entwickler diverse Optimierungen ein, um einen zuverlässigen Netzwerkverkehr zu gewährleisten. Doch einen genauen Einblick über die tatsächlichen Änderungen bleibt verwehrt. Möglicherweise hatten Insider bei manchen Anwendungen mit Verbindungsabbrüchen zu kämpfen, die Microsoft zu beheben versucht.

E-Mail-Integration

Damit sich Android-Apps weniger wie Fremdkörper anfühlen, sollen Verlinkungen zu Standard-Apps zu Windows-Anwendungen führen. Mit gutem Beispiel gehen mailto-Links voran. Sobald ihr in einer Android-Anwendung eine E-Mail-Adresse antippt, dann übernimmt Windows die Anfrage und öffnet euer Standard-E-Mail-Programm. Dies könnte bspw. Outlook Desktop sein, oder auch die Mail-App basierend auf der universellen Windows-Plattform.

MSAA ist nicht mehr aufgezwungen

Durch Multisample Anti-Aliasung (kurz MSAA) wird  das Kantenflimmern in Videospielen verringert, indem jedes einzelne Bild in einer höheren Auflösungen gerendert wird. Abstriche macht man dadurch bei der Performance, da höherwertige Bilder auch eine höherwertige Grafikkarte erfordern. Bislang hatte Microsoft vierfaches MSAA aufgezwungen. Dies soll wohl nicht mehr der Fall sein, also könntet ihr die Anti-Aliasing-Technik auf schwächeren Geräten deaktivieren.

Eingabeverbesserungen

Ähnlich wie bei den Netzwerkverbesserungen ist uns nicht weiter bekannt, welche Verbesserungen bei der Eingabe eingepflegt wurden. Doch wer zuvor Probleme beim Scrollen in bestimmten Anwendungen gehabt hatte, dem könnte mit Version 2203.40000.1.0 geholfen sein.

Bestehende bekannte Probleme

  • Die Videowiedergabe kann auf bestimmten Systemen weiterhin ruckelig sein.
  • Nach dem Verlassen des Connected-Standbys von Windows selbst, kann es vorkommen, dass Apps neu starten.

Windows Subsystem für Android-Apps herunterladen

Die neuste Version des Android-Subsystems könnt ihr unter store.rg-adguard.net herunterladen.

Wählt dazu links in der Auswahlbox den Eintrag ProductID aus und gibt folgende ID in der Textbox ein: 9p3395vx91nr.

Ladet euch anschließend die Datei mit der Endung .msixbundle herunter , die meist ganz unten aufgelistet ist.

Installiert werden muss das Paket über die PowerShell mit dem Befehl Add-AppPackage.


Quelle: Microsoft

Windows 11 Insider Build 22572 bringt neue Druckwarteschlange

Screenshot der neuen Druckwarteschlange von Windows 11 Build 22572. Sie ist im dunklen Design zu sehen, während gerade ein Bild gedruckt wird. Aufällig ist, dass ein Vorschaubild von der zu druckenden Datei angezeigt wird.

Am gestrigen Abend erreichte Windows 11 Insider Build 22572 den Dev-Kanal des Insider-Programms. Zu den Neuerungen gehört eine moderne Druckwarteschlange sowie ein paar sinnvolle Detailverbesserungen. Außerdem erhöhte Microsoft die Anzahl der vorinstallierten Apps, um die eigenen Dienste hervorzuheben.

Neue Inbox-App: Microsoft Family

Screenshot der Microsoft Family App. Zu sehen ist das Dashboard, auf dem alle Mitglieder der Familie angezeigt werden. Bei dem Vater sieht man, dass er der Familieninhaber ist. Bei den Kindern ist die Bildschirmnutzungszeit zu sehen, sowie der aktuelle Standort, wo sie sich befinden.

Unter Windows 11 Home gehört die Microsoft Family-App zukünftig zum Standardrepertoire. Die Web-App vereinfacht es Eltern, ihre Kinder in der digitalen Welt einzuschränken und somit zu schützen. Ungeeignete Apps und Spiele lassen sich sperren, ebenso wie obszöne Webseiten im Edge-Browser. Zudem zeigt die App an, wie lange die Kinder am Computer saßen und an welchem Standort sie sich aktuell befinden. Dank der Family-App für Android und iOS lässt sich der Standort akkurat bestimmen und die Beschränkungen auch auf mobile Endgeräte anwenden.

Für Windows 11 Pro-Installationen steht Microsoft Family ebenfalls zur Verfügung, muss allerdings manuell aus dem Microsoft Store heruntergeladen werden. Eine Verlinkung zur Store-Seite befindet sich auch in den Einstellungen unter Familie innerhalb der Kategorie Konten.

Neue Inbox-App: Clipchamp

GIF zu Clipchamp. Dargestellt wird die Timeline, während das bearbeitete Video abgespielt wird.

Eine weitere neue, vorinstallierte App ist der Video-Editor namens Clipchamp. Auch bei ihr handelt es sich um eine Web-App, die sich in einem Microsoft Edge PWA-Fenster öffnet. Wer mehr darüber erfahren möchte, der dürfte Interesse an unserem Artikel zur App haben: Microsoft belebt Movie Maker wieder – als Web-App namens Clipchamp.

Druckwarteschlange

Erneut der Screenshot der Druckwarteschlange. Der gleiche wie im Titelbild.

Die Druckwarteschlange wurde einer kompletten Überarbeitung unterzogen. Sie besitzt jetzt ein modernes und ansprechendes Äußeres und passt sich dem System-Design an.

Weitere Verbesserungen in Windows 11 Build 22572


Quelle: Microsoft

Datei-Explorer bekommt Tabs: jetzt aktivierbar für Insider

Screenshot vom Windows 11 Datei-Explorer mit drei geöffneten Tabs. Die Tabs werden ganz oben in der Titelleiste angezeigt und gleichen optisch derer von Webbrowsern.

Microsoft arbeitet aktuell an Tabs für den Datei-Explorer. Die Funktion wurde weder offiziell vorgestellt noch angekündigt, weswegen es noch unklar ist, ob sie es zu Windows 11 schafft. Die Wahrscheinlichkeit ist jedoch sehr hoch, da es ein häufig gewünschtes Feature ist. Außerdem kann man in der neusten Windows 11 Insider-Build 22572 die Tabs jetzt schon aktivieren. Eine Anleitung dazu findet ihr im weiteren Verlauf dieses Artikels.

Dank Tabs im Windows 11 Datei-Explorer lassen sich mehrere Ordner in einem einzigen Fenster öffnen. Dies steigert die Übersichtlichkeit, da man nicht immer zwischen mehreren Instanzen hin und her wechseln muss. Es ergibt sich der gleiche Vorteil, wie bei Registerkarten in einem herkömmlichen Webbrowser, welche heutzutage nicht mehr wegzudenken sind.

Unter anderen Betriebssystemen sind Tabs im Datei-Explorer bereits gang und gäbe. Nur bei Windows hat sich Microsoft bislang viel Zeit gelassen. Ein Faktor dafür ist die Tatsache, dass ursprünglich der Plan verfolgt wurde, solche Tabs in die Windows-Shell zu integrieren. Windows Sets nannte sich die Funktion, die jeder beliebigen Anwendung Tabs verliehen hatte. Aufgrund von Kompatibilitätsproblemen und Schwierigkeiten bei der Umsetzung verwarf Microsoft die Idee jedoch.

Anleitung: Tabs im Windows 11 Datei-Explorer aktivieren

Screenshot vom Kontextmenü im Datei-Explorer von Windows 11. Es wurde ein Rechtsklick auf einen Ordner gemacht. Deswegen besitzt das Kontextmenü jetzt den Eintrag:

Aktivieren könnt ihr die Tabs im Datei-Explorer nur, wenn ihr die neuste Insider-Build 22572 aus dem Dev-Kanal installiert habt. Sollte dies auf euch zutreffen, dann ladet das ViveTool herunter und entpackt die ZIP-Datei. Öffnet anschließend die Eingabeaufforderung als Administrator und navigiert mittels cd-Befehl zu dem Verzeichnis, worin vivetool.exe liegt. Gibt anschließend folgenden Befehl ein:

vivetool.exe addconfig 34370472 2

Als Ausgabe sollte erscheinen: Successfully set feature configuration. Ein Neustart wird benötigt, um die Änderungen sichtbar zu machen. Es könnte vorkommen, dass nach dem Neustart noch keine Spur der Tabs vorzufinden ist. Führt den Befehl dann nochmals aus und startet euren Computer ein zweites Mal neu.

Video: Windows Sets vorgestellt

Microsoft belebt Movie Maker wieder – als Web-App namens Clipchamp

Eine Gif von der Timeline in Clipchamp

Microsoft verkündete soeben, dass sich Clipchamp zu den vorinstallierten Apps unter Windows 11 einreiht. Bei dem Neuzugang handelt es sich um eine Software zur Video-Editierung, wodurch ein Vergleich mit Movie Maker vorbestimmt ist. Allerdings nur bis zu dem Zeitpunkt, ab dem man feststellt, dass es sich bei Clipchamp um eine reine Web-App handelt. Neu ist die Webseite ebenfalls nicht, denn das Projekt geht zurück bis ins Jahre 2013 und wurde erst vor wenigen Monaten von Microsoft akquiriert.

Im Vergleich zu anderer Einstiegssoftware zeigt sich Clipchamp überraschend umfangreich. Besonders hervorzuheben ist die vollwertige Timeline, mit der man Videoclips genauso schneiden und zusammenstellen kann, wie mit professioneller Software. Dank stark verringerter Komplexität bleibt die Einsteigerfreundlichkeit trotzdem gegeben. Auch möglich ist die Überlagerung von Videosequenzen, um Einblendungen zu schalten, ohne die Hauptsequenz zu unterbrechen, wie es mit Movie Maker nie möglich gewesen war.

Zum Funktionsumfang gesellen sich diverse Übergänge, Text-Vorlagen, Grafiken und sogar ganze Projekt-Vorlagen. Besonders praktisch für die Erstellung von Präsentationen ist der integrierte Bildschirmrekorder. Alternativ kann man auch alte YouTube-Zeiten wiederbeleben, mit Video-Tutorials, vertont von einer Computer-Stimme, die dank Text-To-Speech-Integration von Azure besonders authentisch spricht. Insgesamt vermittelt Clipchamp also den Eindruck, als wäre es der bislang mächtigste Video-Editor der jemals in Windows mitgeliefert wurde.

Die Schattenseite von Clipchamp: das Abomodell

Microsoft betont in ihrem Blog-Eintrag die weiteren Vorzüge von Clipchamp. Dazu zählt der unlimitierte Zugriff auf ein großes Archiv an kostenlosen Videos, Audios und Bildern. Das ist sehr beeindruckend, da es in der Regel Videoproduzenten haufenweise Geld kostet.

Wie ich erst bei der Nutzung des Dienstes festgestellt habe, stellt Clipchamp in diesem Bereich keine Ausnahme dar. Auch hier muss man monatlich Geld bezahlen, um Stock-Footage nutzen zu dürfen. Der Preis variiert je nach Paket und dessen Umfang. Den günstigsten Einstieg stellt das Creator-Paket dar, welches für nur 9 USD im Monat einen unbegrenzten Cloud-Speicher für die Sicherung von Videos bietet.

Es wäre ein faires Bezahlmodell, wäre da nicht die Beschränkung beim Videoexport. Die kostenlose Version erlaubt nämlich nur die Erstellung von Videos mit einer Auflösung von maximal 480P. Dies entspricht nicht mal dem HD-Standard und ist im Jahre 2022 sehr unterdimensioniert. Betrachtet man die Preise nun aus der Perspektive, dass man das Audio-Archiv nicht benötigt, sondern nur den 1080P-Export, dann sind 19 USD pro Monat für einen einfachen Editor recht teuer. Legt man nur wenige Euro oben drauf, dann kann man sich schon Adobe Premiere Pro kaufen. Ein Werkzeug für Profis.

Fazit und eigene Meinung

Microsoft möchte Windows lukrativer machen, denn ausschließlich mit Lizenzschlüsseln finanziert man keinen langjährigen Update-Service. Erst recht nicht in der kapitalistischen Wirtschaftsordnung, bei der Microsofts Aktionäre nur zufrieden sind, wenn ein Wachstum zu verzeichnen ist. Dementsprechend dürfen wir solche Integrationen in Windows häufiger sehen, doch immerhin sind sie einfach zu deinstallieren und klauen dem Windows-Team keine wertvollen Ressourcen. Zum Schluss äußere ich noch den Wunsch, dass der Video-Editor in der Fotos-App beibehalten werden sollte. Es bleibt ein gutes Tool für absolute Beginner und erlaubt kostenlose HD-Exporte.

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