TechNewsTicker | Facebook will per Drohne Internet in entlegene Regionen bringen

Der kalifornische Facebook will mit einem solarbetriebenen Ultraleichtflugzeug Internetzugang in entlegene Ecken der Welt bringen. Nun ist der erst Prototyp von „Aqulia“ fertig. Das Fluggerät wiegt weniger als 500 kg und kann bis zu 90 Tage in bis zu 27 km Höhe verbringen.
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Kaufberatung: Aktuelle Kopfhörer mit ANC bis 400 Euro

Kopfhörer mit Active Noise Cancelling minimieren Umweltgeräusche und maximieren den Klang. Wir stellen aktuelle ANC-Varianten vor und verraten, worauf beim Kauf zu achten ist.

Vor noch wenigen Jahren gab es nur vereinzelt Kopfhörer, die eine aktive Geräuschunterdrückung (engl. kurz ANC für Active Noise Cancelling) an Bord hatten. Doch inzwischen gehört dieses Feature bei den meisten Herstellern zum guten Ton. Die Auswahl an entsprechenden Modellen ist sehr groß. Kunden freut diese Entwicklung, denn ob beim Sport, im Job oder auf Reisen: Kopfhörer zählen zu den wichtigsten Gadgets im Gepäck. Gerade Menschen, die viel unterwegs sind, wissen es zu schätzen, die Umwelt zumindest akustisch ausblenden zu können. Aber ein guter Kopfhörer muss längst nicht mehr nur perfekt klingen, er soll optisch zum Lebensstil passen, bequem sitzen und idealerweise in möglichst vielen Anwendungsszenarien ein optimaler Begleiter sein. Da Hörvorlieben sehr unterschiedlich sind, helfen Apps fürs Smartphone dabei, die persönlichen Präferenzen festzulegen.

Die meisten aktuellen Geräte werden kabellos betrieben. Das liegt zum großen Teil daran, dass immer mehr Smartphone-Hersteller bei ihren Mobiltelefonen auf einen Klinkenanschluss verzichten, gleichzeitig aber vor allem über diese Geräte die Musik abgespielt wird. Die Qualität der Funktechnologie ist inzwischen so ausgereift, dass Hörer unterwegs klangtechnisch durch den Verzicht eines Kabels keinerlei Einbußen zu befürchten haben.

Ob nun mit oder ohne ANC, ob kabellos oder kabelgebunden: Generell lässt sich die Bauweise von Kopfhörern in drei Gruppen unterteilen. In-Ear-Headsets werden ins Ohr gesteckt, wobei den meisten Geräten unterschiedliche Silikon-Aufsätze beiliegen, um selbst bei unterschiedlichsten Ohr-Formen zu passen. Bei On-Ear-Headsets liegen die Kopfhörermuscheln auf den Ohren, bei einem Over-Ear-Headset werden die Ohren vollständig umschlossen. Sowohl aufliegende als auch umschließende Kopfhörer gibt es wiederum in zwei Varianten. Ein offener Kopfhörer ist mit durchlässigen Hörmuscheln ausgestattet, wodurch man beim Hören eine akustische Verbindung zur Außenwelt behält. Die geschlossenen Kopfhörer schirmen durch die Polsterung und Undurchlässigkeit der Hörmuscheln die Umwelt bereits physikalisch stark ab. Ein gutes Beispiel hierfür ist der Amiron Wireless von Beyerdynamics: Die geschlossene Bauweise des Kopfhörers lässt auch ganz ohne aktive Geräuschunterdrückung die Umwelt akustisch verstummen. Für einen optimalen Klang sorgt hier eine App, die den Kopfhörer auf individuelle Hörfähigkeiten abstimmt. Ist der Sound korrekt eingestellt, hört man nur noch die Musik.

ANC-Kopfhörer verstärken den Abschirmungs-Effekt: Eingebaute Mikrofone erfassen Umgebungsgeräusche, eine Software filtert diese in Echtzeit weitestgehend heraus. Wer schon einmal einen entsprechenden Kopfhörer aufgesetzt hat, ohne dass gerade Musik läuft, kennt den Effekt: Es klingt, als würde die Lautstärke auf ein Minimum reduziert. Aus diesem Grund haben besonders Geschäftsreisende, die viel mit Flugzeug oder Bahn unterwegs sind, schon früh auf ANC-Kopfhörer gesetzt. Ursprünglich wurde die Technik vor allem im professionellen Bereich genutzt, zum Beispiel von Piloten. Der erste Hersteller, der Ende der 1980er entsprechende Kopfhörer serienreif produzierte, war Bose. Und noch immer gelten dessen Quietcomfort-Modelle gerade bei vielen Geschäftsreisenden als die Sound-Begleiter der Wahl. Doch inzwischen sind diese nicht mehr konkurrenzlos, viele Hersteller, darunter Sony oder Sennheiser, setzen ebenfalls immer mehr auf die aktive Geräuschunterdrückung.

Das ist gut für Käufer, denn so kann das passende Gerät für den ganz persönlichen Einsatzzweck erworben werden. Vor dem Kauf eines ANC-Kopfhörers stellt sich die Frage, wofür dieser überhaupt genutzt werden soll. Wird er im Büro eingesetzt, um eine ruhige Arbeitsatmosphäre zu schaffen? Soll er auf Reisen Triebwerks-Lärm und andere Fahrtgeräusche abmildern? Oder soll der Kopfhörer vor allem zum ungestörten und unverfälschten Musikhören eingesetzt werden? Jeder Kopfhörer hat seine Stärken, aber auch seine Schwächen: Der Sennheiser PXC 550 ist beispielsweise bestens geeignet, den Sound ganz akkurat wiederzugeben und schwächelt dafür ein wenig beim Noise Cancelling. Der Studio Wireless 3 von der Apple-Tochter Beats schirmt dagegen Außenlärm prächtig ab und gibt dem Sound ordentlich Bass mit auf dem Weg – perfekt nutzen lässt sich der Kopfhörer allerdings vor allem mit einem iPhone. In-Ear-Headsets mit ANC wie der Libratone Track+ oder der AKG 20NC sind zwar klein und lassen sich gut verstauen – dafür halten deren Akkus gerade einmal halb so lange, wie die der großen Cousins.

Dass Kopfhörer auch zuhören ist nicht neu: Die meisten aktuellen Headsets lassen sich auch zum Telefonieren nutzen. Doch inzwischen reagieren sie auch auf die Stimme des Trägers: Bei der Neuauflage des Quietcomfort 35 ist beispielsweise das Spracherkennungssystem Alexa bereits integriert, der Sony WX-1000XM3 nutzt wiederum den Google-Assistenten.

Eine Gemeinsamkeit der meisten ANC-Kopfhörer ist die Möglichkeit, Features per App zu aktivieren oder die Stärke der akustischen Abschirmung zu justieren. Der Vorteil ist, dass damit der Sound nach Wunsch direkt am Smartphone optimiert wird. Wer allerdings einen anderen Zuspieler nutzt, bei denen sich keine Apps installieren lassen, muss mit der Standard-Einstellung vorliebnehmen. Hier hilft ein Headset, bei dem sich die Geräuschunterdrückung per manuellen Schalter aktivieren lässt.

Neben persönlichen Designvorlieben, der Bauform, Klangqualität und den Funktionen zählt vor allem ein Punkt bei der Kaufentscheidung: die Passform. Sitzt ein Headset nicht richtig, macht das Tragen keinen Spaß. Was vielleicht wie eine Binsenweisheit klingt, wird häufig unterschätzt. Auch wenn sich die meisten Kopfhörer durch verstellbare Bügel für unterschiedliche Kopfgrößen nutzen lassen, sind viele der aktuellen ANC-Headsets eher für große Köpfe optimiert. Daher ist eine Anprobe bei einem Händler des Vertrauens eine weise Entscheidung.

ANC-Kopfhörer machen Spaß, sorgen für Ruhe und verbessern deutlich den Klang der Musik. Durch den Verzicht auf Kabel lassen sie sich ohne zusätzlichen Adapter an aktuellen Smartphones betreiben. Falls dennoch ein Kabel benötigt wird – zum Beispiel, wenn der Akku zur Neige geht –, liegen bei Over- und On-Ear-Headsets Klinkenkabel dabei. Problematisch wird es, wenn für die Justierung der Geräuschabstimmung eine App benötigt wird – oder diese nur mit einem bestimmten Smartphone-Typ mit allen Funktionen genutzt werden kann. Verstellbare Bügel sorgen bei unterschiedlichen Kopfgrößen für Tragekomfort, dennoch sind viele aktuelle Geräte eher für große Köpfe optimiert. Auch wenn die ANC-Kopfhörer klanglich meistens auf einem sehr hohen Niveau sind, liegen sie preislich durch die ANC-Funktonalität höher, als qualitativ ebenbürtige Headsets. Geschlossene Kopfhörer ohne dezidierte ANC-Funktion können Außengeräusche gut abschirmen. Doch wer viel auf geschäftlich fliegt oder in einem lauten Büro arbeitet, ist mit einem ANC-Modell besser bedient, da damit Lärm besser gefiltert wird – auch ohne, dass Musik abgespielt wird.

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Ausprobiert: Das drahtlose Sennheiser Memory Mic

Ab und an, eher ganz selten, trete ich mal vor die Kamera. Ich gehöre dabei zu den hoffnungslosen Menschen, die der Meinung sind, ein YouTube-Video auch ohne hektische Bewegungen, drei Schnitten pro Satz und hektischem Thumbnail realisieren zu können. Es gibt viele, schön ausgestaltete Videos – auf meine trifft das meistens nicht zu, wenig Schnitte, in meinem Arbeitsumfeld und einfach los. It ain’t much. But it’s honest work.

Ich setze dabei lediglich auf mein Smartphone als Kamera, da dieses alles kann, was ich so brauche. Lediglich in Sachen Ton habe ich schon ein paar Lösungen ausprobiert und seit 2015 habe ich da ein Sennheiser ClipMic und mittlerweile auch ein Shure MV88, welches auf der CES 2019 schon mit dem MV88+ einen Nachfolger spendiert bekommen hat. Als Reinholer: Das Sennheiser ClipMic ist ein kabelgebundenes Ansteckmikrofon mit 1,6 Meter langem Kabel, während das Shure MV88 direkt am iPhone verbleibt, dafür aber zahlreiche Einstellungsmöglichkeiten bezüglich der Aufnahme erlaubt.

Was aber, wenn das Kabel zu kurz ist oder stört? Man vielleicht selber nicht die Soundquelle ist oder man sich weiter weg von der Kamera entfernt? Da gibt es dann drahtlose Lösungen und da kommt auch das Sennheiser Memory Mic ins Spiel, welches wir bereits im April 2018 zur Vorstellung zeigten. Das Konzept ist relativ flott erklärt. Das Mikrofon selbst sendet gar nicht an das Smartphone, sondern nimmt den Sound unabhängig auf. Zum Start einer Aufnahme sind beide Geräte noch via Bluetooth gekoppelt, danach könnten sich die Wege theoretisch unendlich trennen.

Das Sennheiser Memory Mic zeichnet Audio auf, über die App selber wird gefilmt. Am Ende eines Drehs lassen sich beide Geräte koppeln und das Memory Mic tauscht seine Daten mit dem Smartphone aus und synchronisiert Bild und Ton. Dabei kann der Aufnehmende auch entscheiden, wie er zwischen Tonaufnahme des Smartphone-Mikrofons und der des Sennheiser Memory Mic verfahren will. Mache ich beispielsweise ein Interview auf einer Messe und habe das iPhone filmend in der Hand, so kann ich am Ende des Videos im Mixer auswählen, dass Ton des Mikrofons im iPhone und der des Sennheiser Memory Mic ins Video wandern – der jeweilige Pegel ist dabei einstellbar, aber leider nur durchgängig auf das ganze Video.

Hier wäre es vielleicht noch toll gewesen, wenn Sennheiser das Ganze getrennt anbieten würde, für Menschen, die es ein bisschen professioneller mögen. Quasi alternativ anbieten, den aufgenommen Audiotrack noch einmal extra zu exportieren. So könnte man im Zusammenschnitt eben auswählen, welche Audioquelle man vielleicht zu 100% einpegelt, während man die andere stummschaltet. Geht aber nicht, man kann nur den Pegel komplett wählen und dann das Video mit synchronisiertem Sound aufnehmen und exportieren.

Zum Mikrofon selber: Der Kasten ist nicht groß, aber nicht schick. Erinnert mich an meinen Big Tower in den 90ern. Andere Farben wären toll gewesen oder eben ein kleiner Kasten mit externem Kabelmikrofon zum Anstecken, damit man den Kasten mit Aufnahmewerkzeug und dem Akku dezent verschwinden lassen kann. Zweckmäßig vielleicht, optisch schick sicherlich nicht. Angeklippt wird das Mikrofon übrigens magnetisch, auf der Rückseite verbirgt sich ein dementsprechender Gummi-Clip. Ob der allerdings bei dickerer Kleidung auch im Trubel hält? Ich habe testweise mal ein bisschen hektisch rumgewackelt und das Mikrofon blieb an Ort und Stelle.

Die App: Logisch aufgebaut, einfach bedienbar. Doch es fehlt auch einiges. Die Auflösung ist einstellbar, man kann Audio und Video aufnehmen. Fester Fokus oder Framerate? Nö, leider nicht. Zur Vorstellung las ich etwas von einer Partnerschaft mit den Machern der App Filmic Pro, allerdings konnte ich das Memory Mic von Sennheiser zu keiner Zusammenarbeit mit der App bewegen. Da darf gerne noch etwas kommen.

In Sachen der Tonaufnahme gibt es drei wählbare Presets, geringe, mittlere und hohe Empfindlichkeit. Das muss man vorher testen, funktioniert aber eigentlich recht gut. Ich selber habe im Video die mittlere Empfindlichkeit aktiviert, die habe ich dann aber später noch einmal hochgeregelt, da ich in einem sehr leisen Umfeld sprach. Ich selber finde den Ton gut, mehr aber dazu logischerweise im Video:

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=XhAcHRs8BbA
  • Bluetooth 4.1 & WLAN
  • Übertragungsfrequenzen: 2,4 bis 2,4835 GHz
  • HF-Ausgangsleistung: kleiner 10 mW
  • Max. Schalldruckpegel: 119 dB SPL
  • Kapsel: dauerpolarisiertes Kondensatormikrofon
  • Mono-Aufnahme
  • Frequenzgang: 100 – 20.000 Hz
  • Auflösung Datenstrom: 48 kHz/16 bit
  • Betriebszeit: um 4 Stunden
  • Stromversorgung: Lithium-Polymer-Akku; 3,7 VDC, 360 mAh
  • Ladezeit: 70% Ladung: um 1 Stunde; 100% Ladung: um 2 Stunden

Eine Art Fazit in Kurzform? Das Mikrofon nimmt Audio bis 4 Stunden Länge auf. Das reicht. Es ist relativ schnell wieder geladen. Sennheiser setzt dankenswerterweise schon auf USB-C. Die Nutzung und die Einrichtung ist simpel, für Fortgeschrittene wäre ein Mehr wünschenswert. Eine andere Farbvariante wäre klasse. Der Export eines Videos geschieht über einen vom Mikrofon aufgespannten WLAN-Hotspot, das ist ausreichend schnell. Lediglich der Export in die Galerie (aus der Sennheiser-App) dauerte bei 4K-Videos schon überraschend lange. Das Mikrofon ist ansonsten flexibel nutzbar und eine tolle Idee, wenn auch mit knapp 200 Euro nicht gerade günstig.

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Magic: The Gathering buhlt mit „Ravnicas Treue“ um eure Loyalität

Magic: The Gathering eröffnet das neue Jahr mit einer neuen Edition: „Ravnicas Treue“ alias „Ravnica Allegiance“ führt euch erneut zurück nach Ravnica. Die Stadt ist ein alter Bekannter, denn das erste Set, das sich um dieses Szenario drehte, erschien bereits 2005 („Ravnica: Stadt der Gilden“). Schon 2018 wagte man einen erneuten Blick in jene Welt, als „Gilden von Ravnica“ (hier mein Bericht) Ende des Jahres auf den Markt gekommen ist. Auch in „Ravnicas Treue“ geht das Trading Card Game nun wieder in die Vollen und kredenzt neue Karten und neue Regeln.

Fünf neue Gilden stoßen hinzu, um die sich entsprechende neue Karten und natürlich auch atmosphärische Flavor-Texte drehen, welche eine neue Geschichte über deren Konflikte erzählen. Konkret sind das die Gilden Azorius (Weiß / Blau), Gruul (Rot / Grün), Simic (Grün / Blau), Orzhov (Weiß / Schwarz) und Rakdos (Schwarz / Rot). Für alle Gilden gibt es entsprechende Karten, wie z. B. die Gildeneingänge, die das entsprechende, farbliche Mana der jeweiligen Gilden produzieren können. Doppelländer sind ja immer beliebt und da sind diese Karten eine sinnvolle Erweiterung.

In die gleiche Kerbe schlagen auch die jeweiligen Medaillons der einzelnen Gilden, die für jeweils drei farblose Mana ins Spiel kommen und ebenfalls das passende Mana der Gilden erzeugen. Außerdem lassen sich die Medaillons auch für vier Mana, ebenfalls in den Gildenfarben, opfern, um zwei Karten zu ziehen. Keine besonders spielstarken Karten, aber für das Flavor eine nette Ergänzung.

Für Player, die sich neue Power-Decks aufbauen wollen oder ihre bestehenden erweitern, sind vielleicht die neuen Planewalker wie „Dovin, Architekt der Gesetzte“ oder „Domri der Städtschleifer“ spannender. Um beide Planeswalker drehen sich auch neue Einstiegs-Decks. Jene waren ja in der Vergangenheit von unterschiedlicher Qualität: Manchmal bekam man sehr viel fürs Geld, andere Male lohnte der Kauf im Grunde nur für Neueinsteiger, die bequem mal Magic: The Gathering antesten wollten.

Mittlerweile lohnen sich die Planeswalker-Decks schon doppelt, da ihnen auch ein Code beiliegt, der das entsprechende Deck dann im digitalen Game „MTG: Arena“ freischaltet. Zuletzt erhielt der Titel ja ein Update, welches im Free-to-Play-Spiel „Ravnicas Treue“ eingeführt hat. Speziell das Deck um „Domri der Städteschleifer“ ist sozusagen schon ab Werk gut abgestimmt und für Einsteiger super geeignet, da hier die eher gradlinigen Mechaniken rund um Kreaturen im Vordergrund stehen. Klar, kann man durch eigene Optimierungen wieder viel rausreißen – doch bei welchem vorgefertigten Deck ist das nicht so?

In „Ravnicas Treue“ setzt man aber nicht nur bei der Story auf die Gilden, sondern auch bei den Spielmechaniken. So hat Wizards of the Coast jeder Gilde eine kennzeichnende Fähigkeit zugewiesen. Rakdos etwa darf mit „Spektakel“ (Spectacle) loslegen. Da ist eine alternative Möglichkeit bei entsprechenden Karten die Spruchkosten zu bezahlen. Manchmal sind die Spektakel-Kosten niedriger und sparen einfach nur Mana, andere Male sind sie höher, kommen aber mit einem zusätzlichen Bonus daher. Der einzige Haken: Spektakel lässt sich als Fähigkeit nur aktivieren, wenn der Gegner in der gleichen Runde Lebenspunkte verloren hat.

Das Orzhov-Syndikat darf stattdessen mit der „Seelenwandlung“ (Afterlife) ran. Hier hängt jeweils eine Zahl dran. Stirbt eine Kreatur mir Seelenwandlung, bringt sie der Zahl entsprechende Tokens ins Spiel. Simple Angelegenheit, die den Gegner aber unter Zugzwang setzen kann.

Hingegen erhält die Simic-Gilde die Fähigkeit des Adaptierens (Adapt). Adaptieren verleiht Kreaturen in Höhe des Adaptieren-Wertes +1/+1-Marken. Um diese Fähigkeit zu aktivieren, müsst ihr allerdings Mana springen lassen. Außerdem könnt ihr keine neuen Marken hinzufügen, solange bereits +1/+1-Counter auf der jeweiligen Kreatur liegen. Zumeist verbinden die Karten dann mit dem Adaptieren bzw. dem Vorhandensein von +1/+1-Marken weitere Kniffe.

So verfügt etwa „Trollgeborener Wächter“, dass jede Kreatur mit einer +1/+1-Marke Trampelschaden verursacht – gilt natürlich auch für ihn selbst, wenn er über Adaptieren eben Marken erhalten hat. Hier kann man auch wieder weitreichendere Wirkungsketten auslösen, da es wiederum in „Ravnicas Treue“ andere Karten gibt, die +1/+1-Marken entfernen. Dadurch lässt sich ein geschicktes Spielchen spielen.

Die Gruul-Clans arbeiten hingegen mit der Fähigkeit „Aufruhr“ (Riot). Diese Fähigkeit ist aus meiner Sicht besonders für Anfänger interessant, da sie sowohl leicht zu verstehen und im Spiel zu nutzen ist als auch Flexibilität birgt. Kreaturen mit „Aufruhr“ kommen nämlich wahlweise entweder mit „Eile“ oder aber einer +1/+1-Marke ins Spiel. Zur Erinnerung: Kreaturen mit „Eile“ leiden nicht nur Summon Sickness, sondern können direkt bei ihrem Auftauchen Angreifen oder aktivierte Fähigkeiten einsetzen. Durch „Aufruhr“ kann man also je nach Spielsituation wählen, ob diese Kreaturen entweder ein wenig stärker werden oder aber direkt zum Angriff übergehen sollen.

Der Azorius-Senat ist die letzte neue Gilde im Bunde und punktet mit dem „Addendum“. Das ist keine direkte, immer ähnliche Fähigkeit, sondern vielmehr ein Fähigkeitswort, eine Kategorie für unterschiedliche Effekte, kann man sagen. Das „Addendum“ ist eben ein Zusatz, der sich nun teilweise auf Spontanzaubern findet und zusätzliche Effekte aktiviert, wenn ihr den Spruch während eurer eigenen Hauptphase sprecht.

Beispiel: „Urteil im Schnellverfahren“ fügt einer getappten Kreatur 3 Schadenspunkte zu. Falls ihr diesen Spontanzauber aber in der eigenen Hauptphase sprecht, sind es 5 statt 3 Schadenspunkte. Die „Hemmende Formel“ hingegen kann einer Kreatur -4/-0 bis zum Ende des Zuges verleihen und ihr dürft eine Karte ziehen. Spielt ihr diesen Spontanzauber wiederum in der eigenen Hauptphase, wird die entsprechende Kreatur als Bonus auch noch getappt und enttappt im nächsten Enttappsegment des Beherrschers nicht. Manchmal ersetzt der Addendum-Effekt den regulären Effekt aber auch komplett. Hier ist also Obacht gegeben.

„Ravnicas Treue“ steht offiziell übrigens nicht in einem Block mit „Gilden von Ravnica“. Denn das Block-Modell hat Wizards of the Coast mittlerweile abgeschafft. Trotzdem ergänzt sich die neue Edition, gerade auch aufgrund der fünf neuen Gilden, gut mit der vorherigen. Schließlich brachte auch „Gilden von Ravnica“, getreu dem Namen, ebenfalls fünf Gilden mit: Dimir, Izzet, Golgari, Boros, and Selesnya. Es gibt folgerichtig auch im Flavor und anderen Spielmechaniken ein paar Gemeinsamkeiten. Beispielsweise spielen auch hier Karten mit Hybrid-Mana eine Rolle. Und auch einige Sprüche mit zwei auswählbaren Effekten sind wieder mit von der Partie.

Am meisten Spaß macht es dann bei diesem Mal dann auch die neuen Karten aus „Ravnicas Treue“ mit dem Set „Gilden von Ravnica“ zu kombinieren. Dann darf man mit 10 Gilden und unterschiedlichen Fähigkeiten hantieren, die gute Kombinationen abgeben und viel Spielraum für sehr unterschiedlich ausgelegte Decks bieten. Mir hat auch das Flavor von „Ravnicas Treue“ sehr gefallen, denn da fließt teilweise ein unerwartetes Augenzwinkern mit ein. Karten wie „Bühne frei“, „Hackrobatin“, „Spitzensport“ oder der wundersame „Galoppierender Echsenfrosch“ triefen schon vor absurdem bzw. schwarzem Humor.

Durch die Verteilung der neuen Fähigkeiten auf Gilden bzw. damit auch bestimmte Farbkombinationen, herrscht auch eine klare Struktur, was Neueinsteigern sicher entgegen kommt. Meiner Ansicht nach ist „Ravnicas Treue“ mit seinen insgesamt 273 neuen Karten deswegen eine sehr runde neue Edition, welche sowohl im Flavor als auch den Spielmechaniken nahtlos an „Gilden von Ravnica“ anknüpft“.

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