HP bestätigt: Windows 10 wird zum Problem für Microsoft

Das „plötzliche“ Support-Ende von Windows 10 in Kombination mit den hohen Systemanforderungen von Windows 11 könnte mittelfristig zu einem ernsthaften Problem werden. Warum? Weil unzählige Nutzer, die mit dem Release von Windows 10 im Glauben, es sei das „letzte Windows“ einen PC gekauft hatten, keine Upgrade-Möglichkeit auf eine neuere Systemversion haben. Für Privatkunden läuft der verlängerte ESU-Support nur noch bis zum 13. Oktober 2026. Danach können Millionen von Kunden ohne wichtige Sicherheitsupdates dastehen. Was dann?

Vor gut zwei Jahren hatten wir in unserem Video „Windows 10 Support-Ende: Wird es zum Problem für Microsoft?“ genau diese Frage gestellt. Dass die Situation aufgrund der aktuellen Speicherknappheit und der deshalb rasant steigenden Preise für neue Laptops und PCs noch prekärer ausfallen würde, konnten wir uns damals nicht ausmalen. Wer Windows 11 (offiziell) haben möchte, braucht allerdings einen neuen PC. Wer seine „zu alte“ Maschine nicht loswerden will, sollte zu einer Linux-Distribution wechseln.

HP bestätigt das Windows 10-Problem

Dass dieses Problem durch die ESU-Verlängerung nur verschoben und nicht behoben wurde, bezeugt momentan die neueste Aussage von HP. In einem Investor-Call im Anschluss an die jüngsten Quartalsergebnisse ließ HP-CFO Karen Parkhill eine bemerkenswerte Zahl verlauten: Rund 30 Prozent der HP-PC-Kunden nutzen noch immer Windows 10 und das Monate nachdem der offizielle Support am 14. Oktober 2025 ausgelaufen ist. Wörtlich sagte Parkhill, die verbleibenden Nutzer stellten zwar einerseits einen „Gegenwind“ dar, andererseits aber auch eine „Chance im kurzfristigen Bereich“. Mit anderen Worten: HP hofft, dass diese 30 Prozent irgendwann neue Hardware kaufen werden.

30 Prozent klingt nach einem Restbestand, aber in Anbetracht der Größe des weltweiten PC-Markt sind dies potenziell Hunderte Millionen Geräte, die entweder schon Ende dieses Jahres oder bei Unternehmenskunden bis Ende 2028 ihre Hardware ersetzen müssen, wenn sie das neueste Windows verwenden wollen. Wechseln diese Kunden nicht auf neue Hardware oder Linux, könnten diese ein bedeutendes Sicherheitsrisiko darstellen.

Genau dieses Szenario haben wir in unserem Video thematisiert: Microsoft steckt in einem strukturellen Dilemma. Einerseits will man Nutzer auf Windows 11 und neue Hardware treiben, idealerweise natürlich die neuesten Copilot PCs. Andererseits sind die Hardwareanforderungen von Windows 11 (Stichwort TPM 2.0) für Millionen älterer, aber funktionsfähiger Geräte eine unerreichbare Hürde. Wer nicht upgraden kann oder will, bleibt zurück und Microsoft muss entscheiden, wie es mit dieser Nutzermasse umgeht. Denn sie wird anscheinend nicht derart schnell kleiner, wie sich das der Konzern gewünscht hatte.

Unser Video erschien zu einer Zeit, als das Support-Ende noch weit entfernt schien. Damals war nicht klar, ob der Markt eventuell sogar schnell genug reagieren würde. Erfahrungsgemäß aus Windows XP- und Windows 7-Zeiten tritt dies jedoch selbst in günstigen Rahmenbedingungen nicht ein, selbst, wenn Hardwarepreise nicht derart ausufern wie aktuell. Seit Oktober 2025 sind Hardwarepreise allerdings hochgeschossen, was sowohl Privatkunden, als auch Unternehmen zum Warten anregen wird. Nun wissen wir von HP ganz offiziell: Der Markt hat nicht reagiert.

Für Microsoft ist das gleich aus mehreren Perspektiven unangenehm: Die ESU-Einnahmen sind endlich, aber der Imageschaden durch Windows-10-Sicherheitslücken könnte auf das gesamte Windows-Ökosystem zurückfallen. Microsoft wird sich der genauen Zahl bewusst sein, wenn man am 13. Oktober 2026 für Millionen von Kunden den Stecker zieht bei Sicherheitsupdates. NotPetya zeigte schon einst auf, dass ein nur 3 Monate ohne Sicherheitsupdates ganze Infrastrukturen anfällig machen kann und Crowdstrike bewies, dass ein solcher Fehler eines Dritten einen erheblichen Image-Schaden für Microsofts System verursachen kann. Ich persönlich sehe den Konzern unter Zugzwang.

Der erhoffte Upgradeschwung auf Windows 11 bleibt deutlich hinter den Erwartungen zurück, auch aufgrund Microsofts gescheiterter KI-Strategie mit den Copilot PCs.

Was jetzt?

Bis Oktober 2026 läuft der Consumer-ESU-Zeitraum aus. Danach sitzen diese Nutzer auf einem System ohne jegliche Sicherheitsupdates. HP, Microsoft und die gesamte Branche werden in den nächsten Monaten noch aggressiver auf einen Wechsel drängen.

Microsoft und das nächste große Ding™

Build 2026: Project Solara soll „Agent-First Hardware“ einläuten. Wo haben wir das nur schon gehört?

Es war, ich glaube, 2017 oder 2018, als ich an dieser Stelle erstmals über Satya Nadellas Suche nach dem nächsten großen Ding geschrieben habe. Das „Next Big Thing“, das Microsoft endlich wieder relevant machen sollte, ausgenommen von Windows und Office, und das wahre Potenzial einer Technologie im produktiven Microsoft-Ökosystem bezeugen sollte. Damals, kurz nach der schmerzhaften Einstellung von Windows Phone, war die Frage noch sehr offen: Was wird es sein? Werden es Foldables, von Project Andromeda bis zum Surface Duo, das definitiv kein Smartphone war? Offenbar nein. KI auf Wearables war das „Next Big Thing“ vor 2 Jahren. Aber Meta und Rayban machen schon Sonnenbrillen, Apple Uhren… Letztes Jahr war es dann KI auf dem PC… bis man Nutzerfeedback nicht länger ignorieren konnte. Und dieses Jahr?

Die nächste große Produktkategorie hat Microsoft nun als neue minimale Betriebssystemplattform namens Project Solara vorgestellt. Der Konzern sieht es als eine Chip-zu-Cloud-Plattform, welche „Agent-First-Devices“ ermöglichen soll. Ein Betriebssystem also für Geräte, die vollständig um KI-Agenten herum aufgebaut sind. Man denke dabei an Geräte wie Motorolas „Project Maxwell“, den Rabbit R1 oder den gescheiterten Humane AI Pin. Microsoft beschreibt Project Solara als Antwort auf eine fundamentale Verschiebung in der Computerwelt. KI soll künftig nicht innerhalb von Anwendungen zum Einsatz kommen, sondern als Agent agieren, den man aufruft. Sprache und Dialog werden zur neuen primären Interaktionstechnologie, anstelle grafischen Benutzerumgebung, die man bedient. Man kommuniziert mit dem Computer so, wie man mit einem Menschen spricht.

Was ist Project Solara?

Project Solara ist keine neue Windows-Version und kein einzelnes Gerät. Es ist eine plattformübergreifende Infrastruktur, bei der das Betriebssystem bewusst „liminal“ gestaltet ist: Es ist auf den Edge-Geräten so schlank wie möglich und verlagert Rechenleistung, Zustand und Intelligenz in die Cloud, natürlich über Azure. Die Geräte fungieren als Fenster in eine verteilte, agentengesteuerte Umgebung.

Die Plattform basiert auf drei Säulen

System

Project Solara setzt auf das Microsoft Device Ecosystem Platform (MDEP), ein auf Android Open Source Project (AOSP) basierendes Betriebssystem für Unternehmen. Hinzu kommen Microsoft Intune für Geräteverwaltung, Entra ID für Identitäten, Windows Hello for Business mit biometrischer Authentifizierung sowie physische Datenschutzsteuerungen wie ein Hardware-Mikrofon-Stummschalter.

Agent

Statt fester Apps passen sich Benutzeroberflächen dynamisch an das jeweilige Gerät, die Bildschirmgröße und die Interaktionsmodalität an – ohne dass Entwickler jede Oberfläche neu bauen müssen. Microsoft nennt dies „Just-in-Time UI“, ein Spektrum das von responsivem Design bis hin zu generativer, KI-erstellter Benutzeroberfläche reicht.

Plattform

Die Plattform ist nicht auf Microsoft-eigene Agenten beschränkt. Unternehmen können eigene Agenten einbinden oder auf Drittanbieter-Agenten zurückgreifen, welche dann direkt mit Diensten interagieren. Ein Agent-Dispatcher und ein Agent-Task-Manager sollen die Koordination mehrerer spezialisierter Agenten automatisieren.

Zwei Konzeptgeräte: Badge und Desk Device

Im Zuge der Build-Konferenz präsentierte Microsoft zwei konkrete Konzeptgeräte, also ein „Smartphone“ und einen „PC“. Den Formfaktor kann man dabei eher als einen Zune MP3-Player und als Google Home Hub beschreiben.

Das portable Badge-Konzept ist eine Neuinterpretation des klassischen Mitarbeiterausweises. Es verfügt über ein Touchdisplay, einen Fingerabdrucksensor, eine seitliche Kamera, ein Mikrofon-Array mit Lautsprecher sowie 5G-, WiFi- und Bluetooth-Konnektivität. Könnte ein Android-Smartphone sein, ist es aber ganz bestimmt nicht. Entwickelt in Zusammenarbeit mit Qualcomm, soll es Außendienstmitarbeiter, Pflegepersonal und andere mobile Berufstätige unterstützen.

Das stationäre Desk-Konzept ist ein kompakter Tischassistent mit Touchscreen, Gesichtserkennung (Hello for Business), UWB-Anwesenheitssensor, Mikrofon-Array und USB-C-Anschlüssen. Der PC neben dem Desktop-PC. Es arbeitet mit MediaTek-CPUs und kann als eigenständiges Gerät, als PC-Begleiter oder über Windows 365 als vollständiger Cloud-PC eingesetzt werden. Bereits Hunderte von Microsoft-Mitarbeitern sollen das Gerät intern bereits testen.

In den kommenden Monaten soll ein externes Pilotprogramm starten, an dem unter anderem AccuWeather, Best Buy, CVS Health, Levi’s und Target beteiligt sein werden.

Einbindung in das Microsoft-365-Ökosystem

Project Solara ist eng mit bestehenden Microsoft-Diensten verknüpft: Microsoft 365 Copilot, Researcher, Facilitator und ein neuer experimenteller „Priority Agent“ sind für die Plattform optimiert. Auch GitHub Copilot und Dragon Copilot (für das Gesundheitswesen) werden als Einsatzgebiete genannt. Entwickler können bereits heute mit Copilot Studio, dem Microsoft 365 Agents SDK und Azure beginnen, Agenten für Project-Solara-Geräte zu bauen.

Das neue Windows Phone?

Project Solara ist Microsofts Vision einer Post-PC-Ära, in der Intelligenz nicht mehr in einer App oder auf einem bestimmten Bildschirm eingeschlossen ist, sondern überall hinkommt, wo Menschen arbeiten. Die Plattform senkt die Hürden für spezialisierte neue Gerätekategorien erheblich, da KI-Agenten einen Großteil der aufwendigen Entwicklungsarbeit übernehmen, die früher für jede neue Geräteklasse nötig war. Microsoft betont, man stehe noch ganz am Anfang.

Die wohl spannendste Frage wird allerdings sein: Was kann Project Solara, was nicht eine (andere) KI-Plattform als App auf meinem Smartphone schon jetzt kann?

Würdet ihr einen KI-Agenten in der Hosentasche von Microsoft verwenden? 

Dell XPS 13 (2026) offiziell vorgestellt: Antwort auf das MacBook Neo startet ab 599 Dollar

Dell hat auf der Computex 2026 das neue XPS 13 (DX13260) präsentiert. Das schlanke Ultrabook kommt mit den neuesten Intel-Prozessoren der Core Ultra Series 3, einem hellen 2,5K-Touchdisplay und einem Einstiegspreis von 799 Euro für Schüler und Studenten daher und tritt damit direkt gegen Apples MacBook Neo an.

Das MacBook Neo als Katalysator

Das MacBook Neo hat für ordentlich Wirbel gesorgt, insbesondere in der Windows-Welt. In unserem Video hatten wir bereits vor dem Launch des Geräts darauf hingewiesen, welchen Druck Apples günstiges A18-MacBook auf Microsofts schleppende ARM-Bemühungen und die gesamte Windows-Laptop-Branche ausübt. Apples Einstiegspreis von 699 Euro (bzw. 599 Euro im Bildungsbereich) hat die Messlatte für bezahlbare Premium-Ultrabooks neu definiert und die PC-Hersteller reagieren nun. Dell macht den Anfang mit dem neuen XPS 13.

Dünn, leicht und aus CNC-Aluminium

Das XPS 13 (DX13260) ist laut Dell das dünnste und leichteste XPS-Gerät, das das Unternehmen je gebaut hat. Es misst gerade einmal 12,7 mm in der Höhe und bringt nur 0,9 kg auf die Waage. Das Gehäuse besteht aus CNC-gefrästem Aluminium und soll die für XPS typische Hochwertigkeit und Robustheit ausstrahlen, etwas, das dem Windows-Bereich oftmals im oberen Mitteklasse-Bereich fehlt. Erhältlich sein wird das Gerät in den Farben Sky und Storm. Trotz der extremen Schlankheit verbaut Dell ein Dual-Fan-Kühlsystem.

Display, Audio und Kamera

Das 13,4-Zoll-Panel löst mit 2560 × 1600 Pixeln (2,5K) auf und unterstützt Touch-Eingabe. Mit 500 nits Helligkeit, 100 % DCI-P3-Farbraumabdeckung, DisplayHDR 400 und Dolby Vision klingt das Panel auf dem Papier extrem gut. Dazu kommt eine variable Bildwiederholrate von 30 bis 120 Hz sowie eine Anti-Reflex-Beschichtung.

Beim Audio setzt Dell auf vier Lautsprecher mit 8 Watt Gesamtleistung und Dolby Atmos, was für ein Gerät dieser Größe und Preisklasse durchaus üppig ist. Die Webcam löst mit 1080p auf und besitzt einen IR-Sensor für Windows Hello.

Technik im Inneren: Intel Core Ultra Series 3 „Panther Lake“

Dell setzt im XPS 13 auf Intels neue Core Ultra Series 3-Prozessoren der „Panther Lake“-Generation. Zum Launch kommt zunächst der Intel Core 5 320, später soll auch ein Modell mit dem Intel Core Ultra 7 355 folgen.

Die Konfigurationen im Überblick:

  • Core 5 320: 8 GB oder 16 GB LPDDR5x-7467-RAM, bis zu 512 GB PCIe-4.0-NVMe-SSD, zwei USB-C-Ports
  • Core Ultra 7 355: bis zu 32 GB RAM, bis zu 1 TB SSD, zwei Thunderbolt-4-Ports

Funkseitig sind Wi-Fi 7 und Bluetooth 6.0 an Bord, was ebenfalls aktuell das Beste ist, was der Markt zu bieten hat.

Macht es Dell besser als Apple?

Das neue XPS 13 ist nicht nur ein Preiskonkurrent zum MacBook Neo, sondern es bietet auch durchaus das Premium-Erlebnis, das selbst Apples günstigster Laptop stets gewährt hatte. Eine gute, hochwertige Haptik, Optik und Akustik sind für Apple eine Selbstverständlichkeit, allerdings gibt es durchaus Dinge, auf die man beim MacBook Neo verzichten muss. Dies macht sich Dell zunutze und bietet eine ganze Reihe von kleinen Premium-Funktionen, die das Gerät etwas aufwerten:

  • Beleuchtete Tastatur
  • Touch-Display
  • Multi-Monitor-Unterstützung
  • Bis zu 32 GB RAM
  • Thunderbolt 4 (in der Ultra-Variante)

Dell liefert damit auf dem Papier ein rundes Paket, das in wichtigen Punkten über das MacBook Neo hinausgeht. Gewisse Funktionen könnten

Akku und Verfügbarkeit

Dell verspricht eine Akkulaufzeit von bis zu 17 Stunden beim Video-Streaming. Der verbaute 52-Wh-Akku mit 800-Entlade-Zyklen-Zellen dürfte in der Praxis deutlich weniger liefern, aber das ist bei jedem Hersteller so.

Der Marktstart ist für den Sommer 2026 geplant. Der Einstiegspreis von 799 Euro gilt für Schüler (bis 31. Oktober 2026) und Studierende (ganzjährig, ab 16 Jahren). Der reguläre Preis zum Marktstart wurde für Deutschland noch nicht bekannt gegeben. In den USA liegt er bei 799 Dollar. Für das Core-Ultra-7-Modell folgen Preise und Verfügbarkeit „später im Sommer“.

Zum Vergleich: Das MacBook Neo kostete in Deutschland 699 Euro regulär bzw. 599 Euro im Bildungsbereich. Mittlerweile ist das Gerät allerdings bei zahlreichen Anbietern bei rund 600 Euro für das Einstiegsmodell gelandet.

Fazit

Dell zeigt mit dem neuen XPS 13, dass die Windows-Welt vom MacBook-Neo-Schock aufgewacht ist. Das Gerät ist dünn, leicht, gut ausgestattet und preislich in Sichtweite von Apple. Ob es sich in der Praxis gegen den effizienten Apple-A18-Chip behaupten kann, werden nur Tests zeigen. Doch auf dem Papier bietet das XPS 13 Dinge, die Apple sich noch nicht getraut hat: Touch, Thunderbolt 4, mehr RAM und echte Multi-Monitor-Unterstützung.

Windows 11: Microsoft bringt umfangreiche Anpassungsmöglichkeiten fürs Startmenü

Seit dem Launch von Windows 11 zählt das Startmenü zu den meistdiskutierten Kritikpunkten. Langjährige Windows-Nutzer vermissen dabei vor allem eines: Anpassungsfähigkeit. Das 2021 mit Windows 11 eingeführte Launchpad-Startmenü wurde erst Anfang 2026 erstmals einer größeren Änderung unterzogen, welche allerdings auch nicht alle Nutzerwünsche restlos zufriedenstellte. Mit der am 29. Mai 2026 veröffentlichten Experimental-Build 26300.8553 wurde nun ein umfangreiches Paket an Anpassungsmöglichkeiten ausgerollt.

Modulares Design

Zum wichtigsten Mittel dieser neuen Freiheit gehört das modulare Design, welches Nutzer schon seit längerer Zeit durch Tools wie den Start Menu Styler in Windhawk verwenden: Ab Build 26300.8553 lässt Microsoft seine Nutzer erstmals einzelne Bereiche im Startmenü komplett deaktivieren. Das gilt nun für sämtliche Bereiche des Startmenüs, sprich für die „Angepinnten“-Apps, den Empfohlen-Bereich sowie auch die „Alle Apps“-Liste,

Microsoft geht dabei erstmals so weit, dass alle Abschnitte gleichzeitig deaktiviert werden können. Wer das tut, sieht beim Öffnen des Startmenüs lediglich einen Link zu den Einstellungen, um die fehlenden Bereiche wieder zu aktivieren. Wer es komplett leer haben möchte, lässt die angepinnten Apps aktiviert, ohne eine einzige App darin anzupinnen.

Größenauswahl

Der wohl heftigste Kritikpunkt am 2025 angekündigten und 2026 ausgerollten neuen Startmenü war zweifelsohne seine Größe: Insbesondere auf kleineren Geräten mit hoher Skalierung und dem aktivierten Smartphone Link-Widget konnte das neue Layout fast den gesamten Bildschirm einnehmen.

Das lässt sich nun ändern, wenngleich Microsoft noch keine dynamische Anpassung, sondern lediglich den Wechsel zwischen zwei vordefinierten Größen erlaubt: groß und klein. Im großen Modus werden 8 Spalten angezeigt, während im kleinen Modus noch sechs Spalten zu sehen sind. Die bisherige automatische Einstellung bleibt erhalten und erledigt die Auswahl wie bisher für den Nutzer. Eine freie Skalierung mit dem Mauszeiger wie bei Windows 10 gibt es allerdings weiterhin nicht.

Benutzernamen ausblenden

Der Profilname sowie das Profilbild im Startmenü lassen sich nun ausblenden. Eine schlichte, aber praktische Funktion für alle, die ihre persönlichen Daten nicht ungewollt in Aufnahmen preisgeben möchten.

Überarbeitete Einstellungsseite

Parallel zu den neuen Funktionen hat Microsoft auch die Einstellungsseite für das Startmenü neu gestaltet. Die Optionen sind nun übersichtlicher strukturiert, was die Konfiguration der neuen Möglichkeiten erleichtert.

Was bleibt noch zu tun?

Trotz der positiven Entwicklungen gibt es weiterhin Verbesserungsbedarf. Ein bekanntes Ärgernis bleibt bestehen: Ein Klick auf die Suchleiste im Startmenü führt nach wie vor zu einem abrupten Wechsel zur Windows-Suche, ein Interface-Sprung, der sich unrund anfühlt. Hinzu kommt, dass die Windows-Suche selbst noch viel Potenzial nach oben hat.

Auch die Kategorie-Ansicht des Startmenüs steht in der Kritik. Apps sind dort in fest vordefinierten Kategorien eingeordnet, und viele Programme von Drittanbietern landen mangels passender Zuordnung pauschal in der Kategorie „Other“. Für Nutzer mit einer großen Softwaresammlung macht das die Kategorieansicht de facto unbrauchbar. Hier könnte eine KI-gestützte automatische Einordnung mittelfristig Abhilfe schaffen.

Modern Standby-Probleme: Windows-Treiber durften ungestraft Akku und Leistung ruinieren

So gut wie jeder Nutzer eines Windows-Laptops dürfte dies erlebt haben: Man steckt sein Gerät morgens ab, steckt es in die Tasche und kramt man ihn an Arbeit, Uni oder Schule raus, ist dieser heiß und oftmals der Akku leer. Das Problem plagt Nutzer seit Jahren und erst jetzt hat Microsoft die mit dem Modern Standby vermuteten Probleme erstmals eingestanden. Schuld sei allerdings natürlich nicht Microsoft, sondern schlecht optimierte Treiber von Drittanbietern. Ermöglicht hat dies allerdings sehr wohl Microsoft.

Jahrzehntelang galt in der Windows-Welt eine erschreckend niedrige Messlatte für Treiberqualität: Microsoft bewertete Hardware-Treiber von Drittanbietern fast ausschließlich anhand von Absturzdaten: Wenn ein Treiber Windows nicht zum Einfrieren oder zum Bluescreen (BSOD) brachte, galt er als „stabil“ und wurde für die weltweite Verteilung über Windows Update freigegeben.

Ein Treiber konnte somit auf dem Papier einwandfrei funktionieren und dennoch die Nutzererfahrung massiv beeinträchtigen, etwa durch hohe CPU-Latenzen, Audio-Aussetzer, ruckelhafte Performance oder, besonders schmerzhaft, durch übermäßigen Akkuverbrauch im Ruhezustand.

Besonders gravierend wirkte sich dieses Problem im Modern Standby aus, wo WLAN und SSD oft auch nach dem Zuklappen aktiv bleiben, um Updates oder Benachrichtigungen im Hintergrund verarbeiten zu können. Ist ein Wi-Fi- oder Speichertreiber schlecht optimiert, kann er verhindern, dass der Prozessor in seine tiefsten Energiesparzustände wechselt.

Microsofts Driver Quality Initiative

Auf der Windows Hardware Engineering Conference (WinHEC) 2026 präsentierte Microsoft nun einen grundlegenden Kurswechsel. Mit der neuen Driver Quality Initiative (DQI) weitet das Unternehmen seine Qualitätsmessung erheblich aus. Künftig werden Treiber nicht mehr nur daran gemessen, ob sie Abstürze verursachen, sondern explizit auch nach den Kriterien Stabilität, Funktionalität, Leistung sowie Energie- und Wärmeentwicklung bewertet.

Ein Treiber kann nun offiziell als „schlecht“ eingestuft werden, wenn er den Akku zu schnell entleert oder die Lüfter unnötig hochdreht, auch ohne einen einzigen Systemabsturz verursacht zu haben. Hardware-Partner werden so direkt für die Energieeffizienz und Wärmeentwicklung ihrer Software verantwortlich gemacht, was die Qualität der Treiber verbessern sollte.

Zudem will Microsoft ältere Treiber, die diese neuen Anforderungen nicht erfüllen, aktiv aus dem Windows-Update-Katalog entfernen, damit sie nicht länger automatisch auf Millionen von Geräten installiert werden.

Der Zeitpunkt ist kein Zufall. Mit der Verbreitung hocheffizienter ARM-Prozessoren wie Qualcomms Snapdragon X Elite und Intels kommendem Panther Lake ist die Akkulaufzeit zum zentralen Wettbewerbsmerkmal gegenüber Apples MacBooks avanciert. Lange Laufzeiten lassen sich jedoch nur dann garantieren, wenn jede Komponente des Systems konsequent auf Energieeffizienz ausgerichtet ist.

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