PowerToys 0.64: zwei neue Werkzeuge verbessern Windows

Microsoft PowerToys im Microsoft Store

Die PowerToys von Microsoft bekamen eine weitere Aktualisierung spendiert. In der Version 0.64 sind zwei Zugewinne an Werkzeugen enthalten, die nervige Situationen in Windows erträglicher gestalten.

Welche App blockiert diese Datei?

Beim Umbenennen, Verschieben oder Löschen einer Datei kann es zu Komplikationen kommen, wenn ein Programm aktiv auf diese zugreift. Leider ist nicht immer ersichtlich, um welches Programm es sich handelt. Windows selbst gibt nicht viel Aufschluss darüber, denn die Fehlermeldung nennt den Schuldigen nicht beim Namen.

Abhilfe für dieses Problem schafft das neue PowerToy namens File Locksmith, zu Deutsch Datei-Schlüsseldienst. Definitiv überdacht werden sollte die deutsche Übersetzung. Aber nicht die Umsetzung der Entwickler.

Denn die Aktivierung von File Locksmith macht nichts anderes als einen neuen Eintrag in das klassische Kontextmenü des Datei-Explorers hinzuzufügen. Zur richtigen Gelegenheit müsst ihr nur einen Rechtsklick auf die gesperrte Datei machen und „What’s using my File?“ anklicken. Daraufhin öffnet sich ein neues Fenster, in dem alle Prozesse aufgelistet werden, welche aktuell die jeweilige Datei einlesen. Innerhalb des Fensters ist neben jeder App eine Schaltfläche zum Beenden platziert.

Hosts-Datei einfacher bearbeiten

Die Hosts-Datei existiert seit Jahrzehnten in Windows und ist auch heute noch praktisch. Mit ihr lassen sich Hostnamen zu IP-Adressen zuordnen, um Netzwerkanfragen umzuleiten. Mögliche Einsatzszenarien sind, neben der Konfigurierung des eigenen lokalen Netzwerks, ebenfalls die Unterbindung der Kommunikation mit bestimmten Servern. In diesem Fall zweckentfremdet man die Hosts-Datei zur Firewall, doch rein theoretisch ist dies möglich.

Zur Bearbeitung der Hosts-Einträge muss üblicherweise zu einem Texteditor gegriffen werden, denn eine Schnittstelle in der Benutzeroberfläche gibt es dafür nicht. Außer man hat die neuste Version von PowerToys installiert, denn diese bietet jetzt einen Hosts-Datei-Editor. Diesen erreicht ihr ausschließlich über die Einstellungen von PowerToys und ist auf dem Screenshot zu sehen.

PowerToys 0.64 herunterladen

Klickt hier, um die neuste Version von PowerToys von GitHub herunterzuladen.

PowerToys aus dem Microsoft Store beziehen.

OneNote UWP fliegt aus dem Store ohne adäquaten Ersatz

Screenshot von dem geplanten Vollbildmodus für die OneNote-Desktop App

Zu meinem Studienbeginn bin ich bereits über das Problem gestolpert, meinen Kommilitonen zu erklären, weswegen ihr OneNote andere Funktionen hat als mein OneNote. Dies ist dem Umstand geschuldet, dass Microsoft die alte Desktop-Version mit einer modernen UWP-Fassung ersetzt hat. Nur um diese einzustellen und wieder die Desktop-Fassung zurückzuholen, die allerdings noch kein guter Ersatz ist, aber in Zukunft sein wird. Es ist ein typisches Microsoft-Problem, gekennzeichnet durch mangelndes Durchhaltevermögen.

OneNote Desktop wächst immer weiter

Gegen ein allumfassendes OneNote-Desktop habe ich nichts einzuwenden. Die Desktop-Version bietet einen bewährten Funktionsumfang und kann sehr einfach um die UWP-Vorzüge ergänzt werden. In den letzten Wochen erfuhr sie eine gute Weiterentwicklung, wodurch sie zum Ende des Jahres einen adäquaten Ersatz darstellen könnte. Besonders die Latenz bei der Stifteingabe wurde auf ein Minimum reduziert. Aber auch wichtige Zeichenfunktionen wie das Lineal sind nun enthalten und die Oberfläche erhielt ein kompaktes Ribbon-Menüband.

Es dürfte aber noch ein bis zwei Monate vergehen, bis die neue Stiftauswahl, diverse Mathe-Tools sowie ein ordentlicher Vollbildmodus ebenfalls zurückportiert sind. Das sind sehr wichtige, aber weiterhin fehlende Funktionen, die viele vom Umstieg zur neuen Desktop-Version zurückhalten.

Status Quo: keine gute Softwareerfahrung für Neukunden

Leider scheint Microsoft ungeduldig zu sein und hat die UWP-Version von OneNote trotzdem aus dem Store geworfen. Sucht man jetzt nach OneNote, ist der einzige Treffer die Desktop-Fassung. Die übrigens nicht als App-Paket bereitgestellt wird, sondern als klassischer Win32-Installer. Es gibt somit kein Unterschied zwischen dem Store-Eintrag und der im Office-Paket gebündelten Edition.

Was hat die frühzeitige Aussortierung im Microsoft Store nun für Auswirkungen? Für alle, die die OneNote-UWP installiert haben und verwenden, bildet sich daraus kein Nachteil. Doch wer sein Surface frisch ausgepackt hat, für den führt kein Weg um die Desktop-Fassung herum. Mit all ihren Defiziten bei der Stifteingabe. Somit hat Microsoft es geschafft, durch Fragmentierung ihr OneNote in einem mittelmäßigen Zustand anzubieten und neuen Surface-Nutzern vor den Kopf zu stoßen. Zumindest solange, bis das große November-Update eintrudelt.

Neue Funktion im Snipping Tool: automatisches Speichern von Screenshots

Unser Test zur neuen Windows Fotos-App (Insider Preview)

Es gibt spannende Nachrichten zur Fotoanzeige von Windows 11. Während die vergangene Überarbeitung eher einem Neuanstrich glich, rollt Microsoft nun alles neu auf. Dazu veröffentlichten sie eine große Aktualisierung der Fotos-App für ausgewählte Insider. Wir haben sie näher angeschaut, zumindest was die Verwaltung der Bibliothek betrifft. Denn die Oberfläche zum Betrachten von Fotos ist gleichgeblieben.

Fotoverwaltung in Ordnern statt Alben

Der größte Unterschied zur bisherigen Fotoverwaltung liegt im Konzept der Anordnung von Bildern. Statt auf Smartphone-ähnliche Alben zu setzen, übernimmt Windows Fotos jetzt eure Ordnerstruktur aus dem Datei-Explorer. Möchtet ihr besondere Momente zusammenbringen, beispielsweise die Aufnahmen aus dem letzten Urlaub, so erstellt ihr einen neuen Ordner innerhalb der App und schiebt die jeweiligen Fotos dort hinein. Alle Änderungen sind ebenfalls im Datei-Explorer vorzufinden. Somit ähnelt die neue Version der Fotos-App viel mehr den Grundsätzen eines klassischen Computerprogramms.

Eine Favoriten-Funktion gibt es weiterhin. Doch auf automatisch erstellte Alben müsst ihr verzichten. Eine kleine Ausnahme gibt es allerdings. Ladet ihr eure Fotos auf OneDrive hoch, was mit nur zwei Klicks möglich ist, so generiert der Cloud-Dienst weiterhin Fotoalben. Aktuell sind diese zwar in der App als Vorschau aufgelistet, wie auf dem Screenshot abgebildet, doch beim Klick auf diese gelangt ihr zur OneDrive-Webseite in eurem Webbrowser.

Sollte das nicht in eurem Interesse sein, weil ihr Microsoft eure persönlichen Daten ungern anvertraut, dann könnt ihr die OneDrive-Integration in den Einstellungen vollständig deaktivieren. Eine weitere Neuerung und ein weiterer Schritt weg von einer Smartphone-App hin zu einer PC-Anwendung.

Die Fotos-App ist nicht mehr intelligent

Eine automatische Erkennung und Gruppierung von Gesichtern war einer der wichtigsten Vorzüge der Windows Fotos-App. Gepaart mit der Suchfunktion ließ sich im dichtbesiedelten Bilder-Dschungel doch noch das richtige Bild finden. Leider verliert die App beides. Eine Suchbox ist zwar noch vorhanden, doch diese durchsucht Fotos ausschließlich anhand ihrer Dateinamen sowie Metadaten. Für unwahrscheinlich halten wir eine Rückkehr der smarten Funktionen. Fotos lassen sich nämlich umbenennen, was zur Eigenregie ermutigt, statt sich auf intelligente Methoden zu verlassen.

> Microsoft Fotos-Legacy im Microsoft Store

Fotobibliothek und -Verwaltung im Fokus

Im Fokus stehen selbstverständlich eure Fotos, weswegen sie den meisten Raum spendiert bekommen. Neu hinzugekommen sind diverse Sortiermöglichkeiten, Filter sowie Ansichten. Ein praktischer Filter ermöglicht die ausschließliche Auflistung von Videos. Des Weiteren lassen sich Elemente nun in aufsteigender Reihenfolge sortieren. Somit müsst ihr nicht zum Boden scrollen, um das älteste Foto anzusehen. Apropos scrollen, die Bildlaufleiste in der Fotos-App war sehr markant durch ihren Zeitstrahl. Dieser ist leider nicht mehr vorhanden. Ehrlich gesagt konnte ich gar keine alternative Möglichkeit finden, um zu einem Jahr zu springen. In diesem Fall hilft die Suchbox aus.

Mit einem Doppelklick öffnet ihr ein Bild in der großen Ansicht, die wie bereits erwähnt unverändert bleibt. Allerdings öffnet sie sich immer in einem neuen Fenster, weswegen ihr mehrere Bilder gleichzeitig betrachten könnt.

Adieu Video-Editor

Der Video-Editor war ein Teil der Fotos-App und wurde mit diesem Update vollständig entfernt. Stattdessen verweist Microsoft auf Clipchamp.

Wer lieber den einfach strukturierten Video-Editor aus der alten Version präferiert, der kann diese nachinstallieren. Dazu veröffentlichte Microsoft den Status Quo von Windows Fotos als extra Store-Eintrag, den sie bis auf weiteres unangetastet lassen.

Fazit: überraschender Wurf

Die neue Windows Fotoanzeige macht einen sehr guten Eindruck. Sie fokussiert sich auf die wichtigsten Funktionen, sieht sehr aufgeräumt und minimalistisch aus. Besonders überrascht hat uns der große Fokus auf die Verwaltung einer Offline-Fotobibliothek, mit optionaler Deaktivierung jeglicher Online-Dienste. Somit gelingt Microsoft einen weiteren, gelungenen Wurf, nachdem der neue Media Player bereits überraschte, durch die Möglichkeit Audio-CDs abspielen und kopieren zu können.

Abschließend möchten wir von einer frühzeitigen Installation abraten, sollte es dazu Anleitungen im Internet geben. Die App ist noch fehlerbehaftet, weil es eine frühe Vorschauversion ist. Dementsprechend stürzte sie bei unserem Test mehrfach ab.

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