OnePlus One im Test: Preisbrecher oder Papiertiger?

oneplus-one-test-8114

Mit dem OnePlus One hat der erst im Dezember letzten Jahres gegründete chinesische Hersteller mächtig vorgelegt. Das Smartphone verfügt über Spezifikationen auf High End-Niveau und kostet mit einem Preis von rund 300 Euro für die 64 GB-Version nur die Hälfte aktueller Topmodelle, seit dem Verkaufsstart ist das One aber rar gesät. Wir haben uns das Gerät näher angesehen und verraten in unserem Testbericht, ob das One nur ein Papiertiger in Sachen Spezifikationen ist oder tatsächlich ein Preisbrecher, der den immensen Hype um das Gerät rechtfertigt.

OnePlus ist ein junges Unternehmen, das von Ex-OPPO-Chef Pete Lau und weiteren ehemaligen Mitarbeitern des Unternehmens gegründet wurde, in gewissem Grade ist OnePlus aber weiter mit Oppo verbandelt, was sich auch in der Tatsache zeigt, dass das OnePlus One dem Oppo Find 7a in vielerlei Hinsicht ähnelt.

► OnePlus One auf der offiziellen Website
► Bei Amazon kaufen | bei ebay kaufen

Als das OnePlus One im April offiziell vorgestellt wurde, war die Begeisterung groß. Die Spezifikationen des One sind auf gleichem Niveau wie die Oberklasse-Geräte der großen Hersteller wie Samsung, HTC oder Sony. Auch das Design ist ansprechend. Aber nicht nur mit Hard- wie Software ließ der Hersteller die Herzen der Tech-Gemeinde höher schlagen, auch die Preise der beiden Modelle, die sich nur in puncto Farbe und Flashspeicher unterscheiden, ist als Kampfansage an etablierte Hersteller zu verstehen.

oneplus-one-weiss oneplus-one-schwarz
Zwei Speichergrößen, zwei Farben: Das weiße Modell verfügt über 16 GB internen Speicher, das schwarze OnePlus One hingegen besitzt 64 GB.

Denn die 16 GB-Version in Weiß und die schwarze Variante mit ungewohnt üppigen 64 GB internem Speicher schlagen lediglich mit 269 respektive 299 Euro zu Buche. Android-Fans freuen sich zudem über die Software-Wahl, denn sie ist in Kooperation mit den Custom ROM-Bastlern von Cyanogen Inc. entstanden: Auf dem Gerät läuft eine spezielle Version der CyanogenMod 11, basierend auf Android 4.4 KitKat.

Ein Gerät mit einer solchen Ausstattung zum genannten Preis würde wie die sprichwörtlichen warmen Semmeln über die Ladentheke gehen, wäre da nicht eine große Einschränkung: die Art, wie das OnePlus One verkauft wird. Denn man konnte es bislang ausschließlich dann erwerben, wenn man einen Invite erhalten hat. Das Einladungssystem ist zwar seit wenigen Wochen beinahe Geschichte, dennoch scheint die Verfügbarkeit des One weiterhin begrenzt zu bleiben. Über Zwischenhändler sind die Geräte meist teurer.

► OnePlus One auf der offiziellen Website
► Bei Amazon kaufen | bei ebay kaufen

Optik, Haptik und Verarbeitung

oneplus-one-test-8132

Doch ehe wir noch länger über die Verkaufspolitik lamentieren, gehen wir lieber auf das Gerät selbst ein, denn das kann sich durchaus sehen lassen. Das One mag aus der Sicht des Testers vielleicht nicht unbedingt einen Schönheitswettbewerb gewinnen, hier spalten sich aber die Meinungen in der Redaktion. OnePlus hat gewiss eine Menge richtig gemacht: Das Phablet mit seinem 5,5 Zoll in der Diagonale messenden Display ist auf der Vorderseite mit einem silberfarbenen Rahmen aus Kunststoff versehen, der den Screen umfasst und auf Ober- und Unterseite einen kleinen Abstand – eine Nase – zwischen Display und Rahmen produziert.

Der Rahmen selbst ist oben und unten zudem leicht geschwungen, sodass der Eindruck erweckt wird, als würde der Screen an den Enden ein Stück aus dem Gehäuse herausstehen. Das ist natürlich nicht der Fall, die Konstruktionsweise produziert allerdings den Effekt, dass das Gerät filigraner wirkt als es ist. Einen funktionalen Mehrwert bietet dies nicht, dennoch handelt es sich um ein feines Design-Detail. Problem dieser Bauweise: Auf der Nase kann sich, vor allem wenn man es regelmäßig in der Hosentasche mit sich trägt, Staub ansammeln, den man aus den feinen Winkeln entweder mit einem Brillenputztuch oder einer Zahnbürste entfernen muss.

oneplus-one-test-8115

Uns liegt die 64 GB-Version des OnePlus One vor, die die so genannte „Sandstone Black“-Rückseite besitzt. Die weiße Version mit 16 GB Speicher ist bedeutend seltener zu haben – wir spekulieren, dass OnePlus diese Variante mittlerweile eingestellt hat (wie auch die StyleSwap-Cover), da die Preisdifferenz von nur 30 Euro zwischen den beiden Modellen die meisten Interessenten wohl ohnehin zur größeren Variante greifen lässt.

Das Besondere an der schwarzen Variante ist die Materialbeschaffenheit: Denn anstelle einfach auf einen matten oder glatt-glänzenden Kunststoff zu setzen, ist die sehr schwer abnehmbare Rückseite aufgeraut und fühlt sich an wie eine Mischung aus feinem Sandpapier und Samt. Dank dieser Beschichtung liegt das Gerät rutschfest in der Hand und besitzt eine Haptik wie derzeit kein anderes Gerät. Mit der Zeit greift sich die raue Rückseite zwar etwas ab, doch von Abnutzung kann auch nach Wochen der aktiven Verwendung nicht die Rede sein. Man sollte allerdings Vorsicht walten lassen, wenn man das Gerät mit fettigen Fingern anfasst oder versehentlich Flüssigkeit verschüttet, denn die Beschichtung ist diesbezüglich empfindlich. Im Unterschied zu einer regulären Kunststoffrückseite lässt sich das Cover nicht einfach mit Wasser abwaschen. Austauschcover schlagen mit 25 Euro zu Buche, wenn man denn eines bekommt.

oneplus-one-test-8109 oneplus-one-test-8108

Wo wir schon bei der Rückseite sind: Auf dieser befindet sich abgesehen von der hübschen Sandstone-Schale die 13 MP-Kamera mitsamt LED-Blitz, ein OnePlus-Logo und ein CyanogenMod-Schriftzug mitsamt eines FCC-Logos sowie weiteren technischen Informationen.

oneplus-one-test-8103

Auf der Oberseite des Geräts sitzen rechtsbündig eine Audiobuchse und ein Mikrofon. Linksseitig sitzen die Lautstärkewippe sowie ein Schacht für den Micro-SIM-Tray, ein zusätzlicher Schlitten für nano-SIMs wird seit neuestem ebenfalls mitgeliefert. Dieser lässt sich entweder mittels des mitgelieferten Dorns oder einer Büroklammer herausholen. Auf der rechten Gehäuseseite befindet sich der Power-Button und auf der Unterseite die obligatorische microUSB-Buchse sowie Stereo-Lautsprecher.

oneplus-one-test-8123

oneplus-one-test-8125

Die Front wird beinahe vollständig vom Display eingenommen, lediglich oberhalb des Screens befindet sich eine 5 MP-Frontkamera und die Hörermuschel, die in mattem Schwarz gehalten ist. Unter dem Screen sind kapazitive Tasten zu finden, die bei deaktiviertem Screen nicht zu erkennen sind. Auch bei beleuchtetem Display sind sie nur leicht illuminiert – deutlich genug aber, um ihre Funktionen zu erkennen: Links: Menü, Mitte: Home, Rechts: Zurück. Eine Besonderheit am OnePlus One ist, dass sich die kapazitiven Bedienfelder komplett abschalten und durch On-Screen-Tasten ersetzen lassen können. Selbst als eingefleischter On-Screen-Button-Anhänger hält der Autor die kapazitiven Buttons beim OnePlus für die bessere Option, da sich das Gerät mit diesen besser einhändig bedienen lässt. Überdies wird der Raum unterhalb des Displays nicht vollends verschwendet.

oneplus-one-test-8138

Was Verarbeitung und Haptik des One anbelangt, so kann man OnePlus gratulieren, denn der Hersteller hat ganze Arbeit geleistet. Das Gerät liegt trotz seines großen Displays dank der leicht gebogenen Rückseite gut in der Hand. Natürlich muss man mit dem Formfaktor etwas anfangen können – das ist zu 40 % Geschmacks- und zu 60 % Gewöhnungssache. Das Gewicht des OnePlus One ist ausgewogen auf das Gerät verteilt, was dem Handling zuträglich ist. In Sachen Verarbeitung ist kaum etwas zu beanstanden, denn es sind nur geringe Spaltmaße auszumachen – nichts wackelt oder knirscht. Etwas schade ist die Wahl von Material und Größe bei Lautstärkewippe und Power-Buttons, denn sie bestehen aus Kunststoff und wirken filigran, lassen sich dabei aber mit ein wenig Gewöhnung gut ertasten. Positiv hervorzuheben sind zudem die deutlich definierten Druckpunkte der Knöpfe.

► OnePlus One auf der offiziellen Website
► Bei Amazon kaufen | bei ebay kaufen

Display

Der Dreh- und Angelpunkt eines jeden Mobilgerätes, sei es Smartphone, Tablet oder Phablet, ist das Display. OnePlus hat seinem Erstling ein 5,5 Zoll in der Diagonale messendes IPS-Display mit Full HD-Auflösung verpasst, das aus dem Hause Japan Display stammt. Bildqualität und Farbbrillanz des LC-Display überzeugen, auch die Schwarzwerte können sich sehen lassen. Bei der Darstellung von Weiß ist ein leichter Blaustich zu erkennen, der aber nur wahrgenommen wird, wenn ein Vergleichsgerät vorliegt – in unserem Fall unter anderem ein Nexus 5. Generell ist die Farbdarstellung etwas kühler als bei anderen Geräten, dies ist aber Absicht von OnePlus. Wem das nicht gefällt, hat die Möglichkeit, sie in den Einstellungen anzupassen.

oneplus-one-test-8116

Lichthöfe sind nicht wahrzunehmen, dafür liegt bei unserem Testexemplar der bekannte „Yellow Tint“ an der Unterseite vor, von dem aber offenbar nicht alle Geräte betroffen sind. Dieser Gelbstich wird von Betrachter zu Betrachter unterschiedlich stark wahrgenommen. Dem Tester fiel die Gelbfärbung wenig auf, Kollege Frank empfindet sie als störend – er kann sie lediglich ertragen, wenn der die On-Screen-Buttons aktiviert. Abgesehen davon bietet das Display eine solide Blickwinkelstabilität, bei der weder Schatten noch Grauschleier erkannt werden können.

Die Grundhelligkeit im Automatik-Modus könnte eine Nuance heller sein, allerdings sind auch bei Sonneneinstrahlung alle Inhalte erkennbar – bei voller Helligkeitsstufe selbstredend um einiges besser. Was negativ auffällt, ist die fehlende oleophobe Beschichtung: Auf dem Display sind Fingerabdrücke deutlich zu erkennen. Wer dies als grundsätzliche störend empfindet, sollte stets ein Microfasertuch bei sich führen.

Hardware und Performance

OnePlus hat beim One nicht an der Ausstattung gespart. Im Inneren des 299 Euro-Smartphones schlummert ein Snapdragon 801-Quad Core-Prozessor mit einer Maximaltaktung von 2,5 GHz, der von der obligatorischen Adreno 330-Grafikeinheit und 3 GB RAM unterstützt wird. Diese Hardwarekombination ist beispielsweise auch im LG-Topmodell G3 und dem Samsung Galaxy S5 zu finden, wobei die 16 GB-Variante des G3 und das Samsung-Flaggschiff jeweils mit 2 GB Arbeitsspeicher auskommen müssen. In Kombination mit der im Unterschied zu TouchWiz und LGs Optimus UI ressourcenfreundlichen CyanogenMod 11s spielt das OnePlus One in Sachen Performance ganz vorne mit. Sowohl in der Alltagsnutzung als auch bei Ressourcen-intensiven Spielen zeigt das Gerät keine Schwächen.

oneplus-one-antutu-5.1

Die Nutzeroberfläche ist stets flüssig, Ruckler sind nicht auszumachen. Genauso verhält sich das Smartphone bei grafisch aufwändigen Games wie beispielsweise Riptide GP2 und Assassin’s Creed: Pirates – sie lassen sich in hoher Darstellungsqualität spielen, ohne dass es zu Aussetzern oder Denkpausen kommt. Die hohe Performance des Smartphones lässt selbst anspruchsvollen Nutzern keine Wünsche offen.

Benchmarks zum OnePlus One

Benchmark OnePlus One LG G3 (2 GB RAM) Samsung Galaxy S5
Antutu 5.1 Total 46752 37047 38764
Antutu UX (Multitask/Runtime) 7692/2570 6978/1946 6455/1711
Antutu CPU Multi (integer/float) 3463/4273 3037/3295 2958/3683
Antutu CPU Single (integer/float) 2083/2520 2069/2353 1940/2462
Antutu RAM (Operation/Speed) 2195/1935 1946/1563 1919/1414
Antutu IO (Storage/Database) 2217/670 1077/665 764/665
CF-Bench 1.3 Overall 36130 36199 35542
CF-Bench Java 33546 33834 33239
CF-Bench Native 40008 39747 39409
GFXBench v3.0.16 T-Rex Offscreen 1080p 1599 Frames
28,6 fps
1521 Frames
27,2 fps
1540 Frames
27,5 fps
GFXBench Manhattan Offscreen 1080p 764 Frames
12,3 fps
712 Frames
11,5 fps
728 Frames
11,7 fps
GFXBench T-Rex Onscreen 1622 Frames
29 fps
1142 Frames
20,4 fps
1562 Frames
27,9 fps
GFXBench Manhattan Onscreen 764 Frames
12,3 fps
441 Frames
7,1 fps
731 Frames
11,8 fps

► OnePlus One auf der offiziellen Website
► Bei Amazon kaufen | bei ebay kaufen

Die Kamera des OnePlus One

Performance und Display des OnePlus One können überzeugen, doch wie sieht es mit der verbauten Hauptkamera aus, hat der Hersteller an dieser Stelle gespart? Auf dem Papier klingt die Kamera durchaus gut. Schließlich ist eine Optik mit 6 Linsen verbaut, OnePlus setzt außerdem auf den noch recht neuen Sony IMX214, der auch im Huawei Ascend Mate 7 und im Nexus 6 zu finden sind. Hier muss indes noch angemerkt werden, dass die Kamera im Google-Phablet um einen optischen Bildstabilisator (OIS) ergänzt wurde. Dieser fehlt im OnePlus One leider – und das macht sich auch bemerkbar.

Bei normalem Tageslicht lassen sich mit der Hauptkamera gute Resultate produzieren. Die Farben sind ausgeglichen und wirken natürlich. Wie bei nicht wenigen Smartphone-Kameras benötigt man aber, vor allem bei nicht optimalen Lichtverhältnissen, zumeist mehr als einen Anlauf, bis das Foto sitzt. Mitunter fokussiert die Kamera aufs falsche Objekt, bei Fotos unter schwierigen Lichtbedingungen kommt es rasch zu Verwacklern.

oneplus-one-test-8105

Letzteres ist hauptsächlich dem Fehlen des OIS zu verdanken – im One steckt nur eine Software-Lösung, die kein Vergleich zu einem echten Bildstabilisator ist. Auch wenn viel gemeckert wird, die Kamera ist dennoch solide, hebt sich im Alltagsgebrauch nur nicht aus der Masse hervor. Die Frontkamera besitzt einen 5 MP-Sensor und ist für Selfies bei Tageslicht und zur Videotelefonie zu gebrauchen.

oneplus-one-cm11s-screenshot-47-53

oneplus-one-cm11s-screenshot-48-05 oneplus-one-cm11s-screenshot-48-11

Fotos in voller Auflösung

oneplus-one-testfoto-original-084449 oneplus-one-testfoto-original-151941 oneplus-one-testfoto-original-20140903_124130 oneplus-one-testfoto-original-201130 oneplus-one-testfoto-original-195644 oneplus-one-testfoto-original-163523 oneplus-one-testfoto-original-173601 oneplus-one-testfoto-original-161507 oneplus-one-testfoto-original-173922

Ein paar Funktionen der Kamera-App sind, insbesondere für Hobbyfotografen, eine nützliche Angelegenheit. Einerseits unterstützt die CyanogenMod 11s-Kamera-App die Aufnahme von Bildern im RAW-Bildformat, sodass Profis das Bildmaterial später am Computer weiterverarbeiten kann, um mehr aus seinen Fotos herauszuholen. Zum anderen ist es möglich, Fotos mit Langzeitbelichtung aufzunehmen. Für die Funktion ist es unabdingbar, das Smartphone mittels eines Stativs zu fixieren. Was man aus dem OnePlus mittels der Low Light-Features herausholen kann, zeigt unter anderem Robin Wong in seinem Blogeintrag.

Videoaufnahmen sind in Auflösungen von bis zu 4K möglich, ferner lassen sich Slow Motion-Clips mit 120 fps schießen. Die Bildqualität der Videos ist brauchbar, aber auch in dieser Disziplin macht sich der fehlende optische Bildstabilisator bemerkbar.

Hier ein Video-Sample in 4K-Auflösung:


(YouTube-Direktlink)

Bei der Kamerasoftware setzt OnePlus auf eine Lösung von Cyanogen Inc., die auch die zugrunde liegende Firmware CyanogenMod 11s entwickelt haben. Die Kamera-App ist intuitiv bedienbar, die Bedienelemente übersichtlich angeordnet. Ferner lassen sich weitere Einstellungen zur Anpassung der Kamera-Auflösung, Video und weiterer Optionen mit einem Tap erreichen. Durch eine Wischgeste über das Display von oben nach unten oder umgekehrt, kann der Nutzer verschiedene Modi wie Automatisch, HDR und diversen Filtern wählen, die in Echtzeit angezeigt werden. Auch der Wechsel zwischen Kamera, Videoaufnahme und Panorama-Funktion ist direkt vom Hauptmenü möglich.

Die App weiß gerade ob ihrer Einfachheit zu gefallen, allerdings kann es durchaus vorkommen, dass man versehentlich per Tap-to-Focus ein Objekt scharf stellen möchte und im gleichen „Wisch“ versehentlich den Modus verstellt. Gerade am Anfang ist dem Tester dieser Bedienfehler nicht selten unterlaufen, man hat den Dreh aber recht flott raus.

Die Software im OnePlus One: CyanogenMod 11s

oneplus-one-cm11s-screenshot-29-49 oneplus-one-cm11s-screenshot-onscreen-homescreen-47-38 oneplus-one-cm11s-screenshot-29-42

OnePlus hat in Sachen Firmware mit CyanogenMod die wohl bekannteste Entwicklerschmiede für Custom-ROMs verpflichten können – dieser Umstand ist neben Ausstattung und Preis ein weiterer Grund, weshalb manch ein Nutzer zum One greift. Das CyanogenMod-ROM ist im Kern ein Stock-Android, das aber in vielen Belangen sinnvoll angepasst und erweitert wurde. Überdies sind die Entwickler stets darum bemüht, die Firmware auf dem aktuellen Stand zu halten und regelmäßig Updates nachzuliefern, um Bugs und andere Wehwehchen schnell zu beheben. So basiert der aktuelle Build auf Android 4.4.4 KitKat. Darüber hinaus werden auch regelmäßig neue Funktionen hinzugefügt. Im Zeitrahmen von zwei Monaten wurden mehrere Updates ausgerollt, mit denen diverse Fehler behoben wurden – unter anderem wurde die Akkulaufzeit merklich verbessert und ein garstiger Touchscreen-Fehler entfernt. Wer die CyanogenMod kennt, weiß um ihre vielseitige Anpassbarkeit, auch die CM11s besitzt diese Eigenschaft, wurde aber in einigen Punkten speziell für das One angepasst und erweitert. An dieser Stelle gehen wir nicht auf alle einzelnen Punkte der Software ein, sondern reißen die wichtigsten und interessantesten Aspekte an.

Theme-Manager

oneplus-one-cm11s-screenshot-31-15 oneplus-one-cm11s-screenshot-32-05 oneplus-one-cm11s-screenshot-32-18

CyanogenMod 11s – und mittlerweile auch die reguläre CM 11 – besitzt einen Theme-Manager, mit dem sich nicht nur das Design der Nutzeroberfläche individualisieren lässt. Standardmäßig sind auf dem Smartphone zwei Designpakete vorinstalliert, diese können jeweils komplett aktiviert werden, um das Erscheinungsbild des One zu ändern. Es besteht aber auch die Möglichkeit, nur einzelne Facetten wie Stile, Symbole, Schriftarten oder Boot-Animationen sowie Tonpakete auszutauschen. Möchte man noch mehr Abwechslung, so lassen sich in einer eigens eingerichteten Design-Galerie – einer Art Shop für Themes und Co. – weitere Design-Pakete mitsamt Icon-Packs finden. Die Galerie verweist dabei stets auf den Play Store, im Play Store selbst gibt es gar ein noch größeres Angebot, wenn man nach „CM11 Theme“ sucht. Die meisten Themes kosten 1 bis 2 Euro, es gibt jedoch auch viele kostenlose Themes.

Doppeltap und Gestensteuerung

Spätestens seit dem LG G2 (Test) ist das Aktivieren und Deaktivieren des Smartphone-Displays per Doppeltap in Mode gekommen. Auch das OnePlus One beherrscht diesen Trick – zwar etwas anders als das LG-Phone, aber dennoch zuverlässig. Zum Aktivieren des Displays tappt man ganz bequem auf irgendeine Stelle des Displays und der Screen springt an. Zur Deaktivierung ist jedoch nur der kleine Bereich der Benachrichtigungsleiste nutzbar. Dies mag anfangs vielleicht umständlich erscheinen, man hat aber rasch den Dreh raus.

oneplus-one-cm11s-screenshot-30-05 oneplus-one-cm11s-screenshot-48-1121

Darüber hinaus lassen sich per Wischgeste auf dem deaktivierten Display diverse Aktionen respektive Anwendungen starten, um so rasch die Taschenlampe (ein „V“ zeichnen) oder die Kamera-App (einen Kreis zeichnen) anzuwerfen. Wie beispielsweise beim Nexus 5 kann man die Kamera aber rasch mit einer Wischgeste vom Lockscreen aus starten. Im Laufe des Tests hat der Autor diese Art des Kamera-Starts bevorzugt verwendet, die Gesten bei abgeschaltetem Bildschirm sind nett, mehr aber auch nicht.

Wechsel zwischen On-Screen- und kapazitiven Navigations-Tasten

oneplus-one-cm11s-screenshot-30-16 oneplus-one-cm11s-screenshot-onscreen-navi-2 oneplus-one-cm11s-screenshot-onscreen-navi-3

Wie eingangs erwähnt, ist es möglich zwischen On-Screen- und kapazitiven Tasten umzuschalten, sodass sich das OnePlus One für Anhänger beider Bedienelemente eignet. Der Wechsel lässt sich in den Einstellungen unter „Tasten“ durchführen und geht binnen Sekunden vonstatten. Eigentlich ein Freund der On-Screen-Buttons nutzt der Tester das One mit aktivierten kapazitiven Tasten, da sich das Phablet aufgrund seiner Größe so besser mit einer Hand bedienen lassen kann. Dies ist darauf zurückzuführen, dass die Zurück-Taste bei den On-Screen-Buttons links sitzt, bei aktivierten kapazitiven indes rechts. Die Tastenanordnung lässt sich zwar in den Einstellungen anpassen, allerdings entpuppt sich die On-Screen-Tastatur insbesondere bei Spielen, in denen die Tasten ausgeblendet wird, als teils fehlerbehaftet – gelegentlich werden die Buttons beim Verlassen des Immersive-Modus nicht korrekt angezeigt, was bisweilen frustrierend ist. Hier wäre ein Softwareupdate angebracht.

oneplus-one-test-8120

Screencast-Funktion

Für Blogger/Tech-Journalisten und Let’s Play-Fans interessant ist zudem die vorinstallierte Screencast-Funktion, im App-Drawer als App „Bildschirmaufnahme“ gelistet. Mit dieser Funktion ist es möglich, den kompletten Bildschirminhalt aufzunehmen und mit Dritten zu teilen. Per Bedienelement in der Benachrichtigungsleiste ist die Anwendung steuerbar. Die Auflösung des Videos entspricht der Bildschirmauflösung von 1.920 x 1.080 Pixeln.

oneplus-one-cm11s-screenshot-29-35 oneplus-one-cm11s-screenshot-screencast-steuerung

CyanogenMod hat noch viele kleine Details und Tweaks integriert, die insbesondere für Einsteiger unüberschaubar sind. Wer sich aber ein wenig Zeit nimmt und sich mit ihnen vertraut macht, wird sich wundern, wie umfangreich die CM sich anpassen und individualisieren lässt.

Software-Updates

Cyanogen liefert regelmäßig Software-Updates, um das System von Bugs zu befreien und laufend zu optimieren. Trotz vergleichsweise häufiger Updates sind im System immer noch ein paar gelegentlich auftretende Kinderkrankheiten zu finden. Auch wenn diese mit Sicherheit noch in kommenden OTA-Updates behoben werden, bleibt festzustellen, dass das OnePlus One „beim Kunden reift“. Über größere Software-Updates muss man sich bei der CyanogenMod wenig Sorgen machen, denn das One wird bestätigterweise auch Android 5.0 Lollipop erhalten – laut Entwickler höchstens 90 Tage nach Freigabe des Quellcodes durch Google, was rechnerisch Anfang Februar 2015 der Fall wäre.

CyanogenMod kann als eine der besten Custom-ROMs für alle angesehen werden, die Googles Stock-UI zu schätzen wissen, aber gerne ein wenig mehr Anpassungsmöglichkeiten bevorzugen. Entsprechend macht CM auch auf dem OnePlus One eine hervorragende Figur, ein paar kleinere Bugs trüben den Spaß an der Software, allerdings nur in einem geringen Ausmaß.

► OnePlus One auf der offiziellen Website
► Bei Amazon kaufen | bei ebay kaufen

Konnektivität und Speicher

OnePlus hatte sein One ursprünglich in zwei Varianten vorgestellt: das Weiße mit 16 GB und das Schwarze mit 64 GB. Erstere Version wurde zugunsten des speichergrößeren Modells offenbar eingestellt – kein Wunder, schließlich liegen die beiden Varianten preislich lediglich 30 Euro auseinander – es wäre geradezu töricht, bei dieser geringen Preisdifferenz zum kleineren Modell zu greifen.

oneplus-one-cm11s-screenshot-speicher

Mit 64 GB internem Speicher auf der Habenseite gibt es vermutlich nur wenige Nutzer, die noch nach einem microSD-Kartenslot zur Erweiterung der Kapazität dürsten, ein solcher fehlt dann auch. Die Zuschaltung von externem Speicher, etwa USB-Sticks, via USB On-The-Go beziehungsweise USB-Host-Adapter wird unterstützt und klappte im Test problemlos.

An Bord des OnePlus One befinden sich zudem Dual-Band WiFi (2,5 und 5 GHz) nach ac-Standard, Bluetooth 4.0, GLONASS und NFC. Das verbaute GPS-Modul findet rasch einen Positionsfix zur Lokalisierung des Geräts. Ferner besitzt das Phablet auch ein LTE-Modul. Dieses ist in Deutschland jedoch nur eingeschränkt nutzbar. Grund: Das OPO unterstützt hardwareseitig das verbreitete LTE-Band 20 (800 MHz) nicht, sodass man in ländlichen Regionen und, je nach Netzbetreiber, auch in Städten überwiegend nur mit HSPA surfen kann. Selbst im Berliner O2-Netz wird LTE nicht unterstützt, sodass der Tester unterwegs nur mit HSPA-Geschwindigkeit surfen konnte. Dies ist schade, da der Unterschied von HSPA zu LTE in negativer Hinsicht deutlich spürbar ist. Abgesehen von der mittelmäßigen Kamera ist das einer der wenigen Abstriche, die man beim OnePlus One eingehen muss. In Relation zum Preis ist diese Einschränkung aber verschmerzbar.

Telefonie und Audio

oneplus-one-test-8099

Auch wenn das OnePlus dank seines großen Displays zum Zocken und Konsumieren von Videos einlädt, so kann man mit dem Smartphone selbstredend auch telefonieren. Die Sprachqualität ist klar und sauber, auf Seite des Gesprächspartners verhält es sich ebenso, wobei gelegentlich ein gewisses Rauschen vernehmbar ist, falls niemand spricht. Hier muss erwähnt werden, dass die Gesprächsqualität unter anderem auch vom jeweiligen Mobilnetz der beiden Gesprächsteilnehmer abhängig ist.

oneplus-one-test-8140

Was die verbauten Stereolautsprecher auf der Unterseite des One anbelangt, so kommen die kleinen Brüllwürfel zwar bei weitem nicht an die Klangqualität von HTCs BoomSound heran, die wohl als Referenz für Smartphone-Lautsprecher gesehen werden können, dennoch ist der Sound in Ordnung. Videos und Musik werden in einer ausgewogenen Klangqualität und sogar relativ laut wiedergegeben, wobei die Höhen gelegentlich etwas unausgewogen klingen. Die Positionierung des Lautsprecher ist eine andere Sache: es ist schade, dass OnePlus sie nicht auf die Front gesetzt ha, durch die Anbringung der Lautsprecher auf der Unterseite findet Wiedergabe unilateral – entweder nach unten oder zu Seite – statt. Beim Spielen im Querformat passiert es häufig, dass man die Lautsprecheröffnungen mit der Hand abdeckt und sie nur noch ein Brummen abgeben.

Akku

Mit einem fest verbauten 3.100 mAh-Akku auf der Habenseite ist das OnePlus One gut versorgt. Der im Gerät verbaute Akku genügt allemal, um locker über den Tag zu kommen, wie wir im Test feststellen konnten. Dies war anfangs leider nicht der Fall – der Energiespeicher wurde aufgrund eines Softwarefehlers rasch leer gesaugt. Ein Software-Update, veröffentlicht im August, sorgte aber für Verbesserung.

oneplus-one-cm11s-akku

Mittlerweile kann das OnePlus One als eines der Smartphones mit der besten Akkulaufzeit betrachtet werden. Bei ausgewogener Nutzung  muss man das Gerät trotz im Hintergrund laufenden Diensten wie Google+ und Dropbox inklusive automatischem Foto-Upload, Hangouts, Pushbullet, WhatsApp und weiteren Diensten erst nach zwei Tagen wieder an die Steckdose stecken. Die Laufzeit verkürzt sich allerdings selbstredend rapide, wenn man sich viel im Mobilfunknetz, insbesondere mit schlechter Abdeckung aufhält. Ferner saugen ressourcenintensive Spiele oder Videos am Akku. Nach einer längeren Assassin’s Creed: Pirates-Session ist es durchaus möglich, dass man nach vier oder fünf Stunden wieder eine Steckdose aufsuchen muss. Im „normalen“ Alltagsgebrauch macht das One allerdings nicht so schnell schlapp.

Fazit

oneplus-one-test-8127

Beim OnePlus One hat der Hersteller vieles richtig gemacht. Es gibt kein Smartphone in der Preisklasse mit einer solchen Ausstattung – normalerweise muss man mindestens 400 bis 500 Euro locker machen, um ein Gerät mit Snapdragon 801 und 3 GB RAM zu bekommen. Auch in Sachen Verarbeitung gibt es nichts zu meckern – die Materialien sind hochwertig und die Haptik – vor allem der Gehäuserückseite – ist gelungen. Was die Kamera anbelangt, so lassen sich mit ihr, etwas Geduld und Tageslicht vorausgesetzt, gute Fotos schießen.

oneplus-one-test-8111

Zusammenfassend gehört das OnePlus One ohne Zweifel zu den derzeit besten Smartphones auf dem Markt, wäre da nicht ein Faktor, der nicht wenige verärgert: die Verfügbarkeit. Das Gerät ist vom Hersteller selbst weiterhin nur via Invite oder bei den gelegentlichen Vorbestell-Aktionen erhältlich, die jeweils nur eine Stunde dauern. Eine Garantie, wann man das One in Händen halten kann, gibt es kaum – außer, man bestellt bei einem der zahllosen Zwischenhändler, wodurch das Gerät aber wiederum teurer wird. Besitzt man Zeit und Geduld, so sollte man das One durchaus in Erwägung ziehen, zumindest sofern einem die Größe des Gerätes zusagt und man auf LTE verzichten kann.

Wertung

  • Display: 4/5
  • Verarbeitung, Haptik und Design: 4/5
  • Software: 5/5
  • Performance: 5/5
  • Telefonie und Audio: 4/5
  • Kamera: 3/5
  • Konnektivität und Speicher: 4/5
  • Akku und Alltag: 5/5
  • Bonuspunkt für Preis/Leistung: +1

Insgesamt: 4,4/5

OnePlus-One-Test-Badge-androidnext

Pro

  • Gute Verarbeitung
  • Beinahe Stock-Android mit sinnvollen Erweiterungen
  • Top Preis-/Leistungsverhältnis

Kontra

  • Verbesserungswürdige Kamera
  • Limitierte Verfügbarkeit
  • Für Deutschland wichtiges LTE-Band 20 nicht unterstützt

► OnePlus One auf der offiziellen Website
► Bei Amazon kaufen | bei ebay kaufen

Weiterführende Artikel:

  • LG G Watch mit Android Wear: Test zum Smartwatch-Reboot
  • Moto E im Test: Wühltisch-Smartphone oder Weltrevolution?
  • Samsung Galaxy NotePRO 12.2 im Test: Tablet-Gigant für Kreative

Continue reading “OnePlus One im Test: Preisbrecher oder Papiertiger?”

HTC Desire Eye: Selfie-Phone ab sofort bei Amazon erhältlich; Re Camera vorbestellbar

HTC-Desire-Eye-Press-Image-Matt-White-3

Fans der mobilen Fotografie aufgepasst: Sowohl das Selfie-Smartphone HTC Desire Eye als auch die Action-Cam HTC RE Camera sind ab sofort bei Amazon erhältlich beziehungsweise vorbestellbar. Während das Smartphone mit der 13 MP-Kamera und Frontblitz sogar schon auf Lager ist und zu einem Preis von 529 Euro den Käufer mit scharfen Selfies erfreuen kann, gibt es bei der RE Camera, die 199 Euro kostet, bislang noch keinen konkreten Liefertermin.

► HTC RE Camera bei Amazon vorbestellen
► HTC Desire Eye bei Amazon kaufen

HTC Desire Eye ab sofort verfügbar

Das HTC Desire Eye ist ab sofort bei Amazon zum Preis von 529 Euro erhältlich und dürfte die Qualität von Selfies in sozialen Netzwerken erheblich steigern – nun, zumindest in Sachen Bildschärfe, denn was genau die Nutzer damit aufnehmen und teilen, kann HTC auch mit der besten Linse nicht positiv beeinflussen. Jedenfalls ist das Desire Eye zum einen auf der Rückseite anders als das HTC One (M8, Test) nicht mehr mit 4 MP, sondern ganzen 13 MP ausgestattet. Zum anderen gibt es zusätzlich an der Front eine 13 MP-Kamera mit f/2.2-Blende und Dual-LED.

HTC-Desire-Eye-Press-Image-Matt-Blue-2

Auch die übrigen Spezifikationen können überzeugen: Das 5,2-Zoll-SLC3-Display löst mit Full HD auf, als Prozessor befindet sich im Inneren ein Snapdragon 801-SoC mit vier Rechenkernen und einer Taktung von bis zu 2,3 GHz, dem 2 GB RAM zur Seite stehen. Beim internen Speicher stehen dem Kunden 16 GB zur Verfügung, die sich problemlos via microSD-Karte erweitern lassen. Obendrein ist das Gehäuse, verfügbar in den Farben Blue Lagoon (Blau) und Coral Reef (Weiß mit roten Akzenten), gegen Wasser nach IPX7-Zertifizierung geschützt und sollte somit plötzliche Regenschauer oder kurzweiliges Eintauchen in Wasser problemlos überstehen. Kollege Frank hat in einem Hands-On seine Eindrücke vom ungekrönten Selfie-König festgehalten:


(YouTube-Direktlink)

HTC RE Camera vorbestellbar

Wem die Smartphone-Kamera alleine nicht reicht, der kann aktuell die RE Camera von HTC bei Amazon für 199 Euro in den Farben Blau, Weiß und Rot vorbestellen – also im gleichen Farbschema, wie das Desire Eye. Die RE Camera ist im Prinzip eine Action-Kamera für den Alltag, die aber für den Fall der Fälle dank IP57-Zertifizierung gegen Wasser und Staub geschützt ist. Videos werden durch die 16 MP-Linse mit 1/2,3 CMOS-Sensor in Full HD mit 30 fps aufgenommen, auch 4K-Aufnahmen sowie 146-Grad-Ultraweitwinkel-Videos sind mit der RE Camera möglich. Der Hersteller selbst sieht seine Action-Cam trotz offensichtlicher Parallelen zur GoPro eher als Ergänzung zum Smartphone, mit der die RE Camera via Bluetooth, NFC und WLAN verbunden werden kann, wenngleich man mit ihr dank eingebautem Auslöser auch eigenständig Videos aufnehmen kann.

HTC-RE-Camera-06

Im Lieferumfang gibt es eine 8 GB große microSD-Karte, theoretisch lässt sich der Speicher auf 128 GB aufstocken. Im Vergleich zum Platzhirsch in Sachen Action-Kameras ist die RE Camera weniger kompakt, sondern eher länglich, lässt sich aber durch den Griff besser ohne zusätzliches Zubehör verwenden. Dieses ist zwar von HTC angekündigt worden, doch an das umfangreiche Ökosystem der GoPro, für die es mittlerweile für jeden Einsatzweck Halterungen gibt, kann und soll die RE Camera nicht heranreichen. Dafür wirkt sie aufgrund des schlichten Designs wesentlich subtiler und fällt beim alltäglichen Videobloggen zum Beispiel nicht so stark auf. Auch von HTCs RE Camera haben wir für euch ein Hands-On:


(YouTube-Direktlink)

Werdet ihr euch das HTC Desire Eye oder die RE Camera zulegen? Eure Meinung zu den Geräten unten in die Kommentare.

► HTC RE Camera bei Amazon vorbestellen
► HTC Desire Eye in Weiß bei Amazon kaufen
► HTC Desire Eye in Blau Amazon bei kaufen

Weiterführende Artikel:

  • Nexus 9: Amazon soll vorbestellte Geräte ab dem 4. November ausliefern
  • Nexus 9: Vorbestellung ab sofort bei Amazon Deutschland möglich
  • Sony Smartwatch 3: Ab sofort bei Amazon vorbestellbar

Continue reading “HTC Desire Eye: Selfie-Phone ab sofort bei Amazon erhältlich; Re Camera vorbestellbar”

Moto X (2014): Android 5.0 Lollipop-Update in Video demonstriert, Testversion wird bereits verteilt

moto-x-2014-android-5-0-lolllipop-cover

Der Update-Zug macht bald wohl auch beim Moto X (2014) Halt: Eine Testversion von Android 5.0 wird bereits verteilt, zudem wird in einem 9-minütigen Video demonstriert, wie Lollipop auf dem aktuellen Motorola-Flaggschiff aussehen wird. 

Es ist schon paradox: Da ist Android 5.0 das vielleicht größte und allumfassendste Update in der Android-Geschichte, doch im Vergleich zu bisherigen vergleichsweise kleineren Updates scheinen sich die Hersteller dieses mal richtig ins Zeug zu legen und veranstalten ein regelrechtes Wettrennen darum, wer als erstes seinen Geräten ein Lollipop-Update beschert. Zumindest aktuell scheint LG als Sieger hervorzugehen – der südkoreanische Hersteller wird polnischen Besitzern eines LG G3 bereits kommende Woche ein Update auf Android 5.0 spendieren. Doch wer sichert sich nach LG den zweiten Platz? Derzeit kämpfen NVIDIA und Motorola um die Silbermedaille. Der Chiphersteller hat zwar noch für den November Lollipop für das Shield-Tablet angekündigt, der mittlerweile auch offiziell zu Lenovo gehörende Traditionshersteller Motorola hat aber bereits eine Testversion von Android 5.0 an erste Besitzer des Moto X (2014) (Test) ausgerollt – ein Video demonstriert die neue Firmware in voller Pracht.


(YouTube-Direktlink)

Im Video zu sehen sind natürlich die vielen optischen Neuerungen, die dank Material Design in Android 5.0 Einzug halten: Das System wirkt ein wenig „sauberer“ und in sich konsistenter. Da sich Motorola bei seiner Firmware relativ nah an Stock-Android hält, sind die aus Lollipop bekannten neuen On-Screen-Navi-Buttons ebenso an Bord wie der veränderte App-Drawer, der nun eine Kartenoptik auf weißem Hintergrund besitzt, wie auch der neue App-Switcher. Zwar hatte der Kollege von Droid Life die Lollipop-Firmware erst seit gut acht Stunden auf seinem Moto X (2014) installiert, konnte aber keine nennenswerten Bugs ausfindig machen – ein gutes Zeichen also, dass Motorola schon weit in der Entwicklung ist und sich auf der Zielgeraden befindet. Neben den optischen Änderungen wurden auch die Neuerungen unter der Haube demonstriert – etwa die neuen Quick-Toggles in der Benachrichtigungsleiste, Multi-User-Support für Smartphones oder die Benachrichtigungen auf dem Lockscreen. Darüber hinaus wurde im Video auch eine neue Kamera-App demonstriert.

Derzeit verteilt Motorola Testversionen von Android 5.0 Lollipop im Rahmen eines sogenannten „Soak Tests“, um das Verhalten der neuen Android-Version unter realitätsnahen Umständen während eines längeren Zeitraums zu testen, an ausgewählte Besitzer des Moto X (2014). Sollten hier keine größeren Probleme auftreten, dürfte Lollipop bald schon offiziell auf dem neuen Motorola-Flaggschiff landen und sich Motorola möglicherweise tatsächlich Platz 2 im Update-Rennen sichern. Bei den XDA-Developern befindet sich bereits eine ROM im Umlauf, die auf Basis der Android 5.0-Firmware des Soak Tests erstellt wurde. Diese ist aber nicht für hiesige Geräte geeignet, sondern ist lediglich mit der sogenannten „Pure Edition“ des Moto X (2014) (US-only) kompatibel. Wer so ein Gerät also nicht sein Eigen nennt, sollte unbedingt die Finger von der ROM lassen.

Und wann kommt Android 5.0 auf meinem Smartphone oder Tablet an? Unser Update-Überblick hat alle bisherigen Informationen hinsichtlich kommender Updates zusammengetragen und gibt darauf Antwort. Continue reading “Moto X (2014): Android 5.0 Lollipop-Update in Video demonstriert, Testversion wird bereits verteilt”

iMessage: Apple veröffentlicht Tool zur Deaktivierung des Dienstes für Umsteiger

imessage-deregister-cover

iPhone-Nutzern dürfte der Umstieg auf Android in Zukunft noch ein gutes Stück leichter fallen. Denn Apple hat ein Web-Tool veröffentlicht, mit dem die Deaktivierung der eigenen Handynummer für iMessage durchgeführt werden kann. Wer fortan sein iPhone gegen ein Nicht-iOS-Gerät austauscht, kann sich mit wenigen Schritten auch von iMessage trennen und so verhindern, dass iOS-Nutzer weiterhin vergeblich Nachrichten über den Apple-Messenger anstatt via SMS oder MMS versenden.

Die im Frühjahr eingereichte Klage hat offenbar – neben vielen Anfragen und Beschwerden beim Support bezüglich dieser Problematik – dafür gesorgt, dass Apple ein Einsehen hatte und nun die Trennung von iMessage endlich erleichtert. Auf einer eigens dafür eingerichteten Website wird kurz und knapp erklärt, wie sich der iMessage-Dienst zum einen für spezifische Geräte deaktivieren lässt – etwa, wenn man von einem iPhone zum nächsten wechselt. Zum anderen gibt es aber nun auch endlich eine benötigte Anleitung, um die persönliche Rufnummer aus dem iMessage-Gefängnis zu befreien. Hierzu lässt man sich an die entsprechende Telefonnummer einen sechsstelligen Code senden, welcher auf der Webseite dann zur Bestätigung eingegeben werden muss – eine ziemlich simple Lösung für ein Problem, welches in der Vergangenheit vielen Umsteigern die Trennung von iOS massiv erschwerte.

imessage-deregister-2

An und für sich ist die Idee von iMessage sicherlich sehr löblich, erlaubt der Dienst schließlich die einfache Kommunikation über die Datenverbindung anstelle der mitunter kostspieligen SMS und MMS, sofern die Gesprächsteilnehmer über ein iOS-Gerät mit aktiviertem iMessage-Dienst verfügen. Problematisch wurde es allerdings, sobald ein iPhone-Nutzer den Umstieg auf ein anderes Smartphone anstrebte: Bisher war es nicht möglich, die eigene Rufnummer umgehend für den Dienst zu sperren, stattdessen blieb die Nummer oft über Wochen oder gar Monate hinweg aktiv.

Daher kam es nicht selten vor, dass Freunde und Kollegen weiterhin Nachrichten via iMessage versendeten, die aber aufgrund der exklusiven Verfügbarkeit des Messengers für Apple-Geräte auf dem Nicht-Apple-Smartphone des Empfängers natürlich nie ankamen. Mit dem neuen Tool dürften derartige Probleme hoffentlich endlich der Vergangenheit angehören – zusammen mit der von Google veröffentlichten Anleitung können iPhone-Nutzer also unbeschwert den Schritt wagen, auch einmal ein anderes Smartphone-OS auszuprobieren.

Habt ihr bereits Erfahrungen mit iOS und dem Umstieg auf andere Plattformen gemacht? Schildert uns eure Eindrücke gerne unten in den Kommentaren.

Quelle: Apple via Gizmodo

Continue reading “iMessage: Apple veröffentlicht Tool zur Deaktivierung des Dienstes für Umsteiger”

Google Kalender: Neue Version vorgestellt, aktuell nur für Android 5.0 Lollipop verfügbar

calendar-gmail-header

Google hat die eigene Kalender-Applikation für Android komplett überarbeitet und stellt sie offiziell im Gmail-Entwickler-Blog vor. Ausgestattet mit einer Oberfläche, die ganz und gar im Sinne des Material Designs gestaltet worden ist, stellt das Update einen erheblichen Sprung nach vorne dar. Zwar werden in einem Video die vielen neuen Funktionen angeteasert, doch verfügbar ist die App aktuell nur für Geräte unter Android 5.0 Lollipop.

Der Google Kalender dürfte sich in Zukunft wieder verstärkter Beliebtheit erfreuen: Sah die App bislang eher trist aus und konnte auch in Sachen Funktionsumfang im Vergleich zu Alternativen wie Sunrise, Today oder SolCalendar nicht allzu viele Nutzer überzeugen, markiert nun die offizielle Vorstellung der schon zuvor gesichteten neuen Kalender-Applikation von Google einen Neuanfang. Nicht nur, dass die Benutzeroberfläche nun dank Material Design in neuem Glanz erstrahlt, auch an neuen Features hat Google nicht gegeizt.


(YouTube-Direktlink)

Dazu zählt etwa die automatische Erstellung von Terminen auf Grundlage von eingehenden E-Mails. Erhält man etwa eine E-Mail bezüglich einer Flugreservierung, so soll der Google Kalender dazu in der Lage sein, automatisch den korrekten Zeitpunkt als Termin einzutragen – ob dies auch bei wenig formalen E-Mails funktioniert, bleibt abzuwarten. Wir vermuten, dass dieses Feature ähnlich funktioniert wie die entsprechenden Karten in Google Now.

gmail-termin-kalender

Neu ist auch die Assist-Funktion, die eine bessere Wortvervollständigung ermöglichen soll und zum Beispiel automatisch erkennt, ob man gerade einen Kontakt oder eine Adresse eingibt und daraufhin passende Vorschläge anzeigt. Auch die neue Schedule-Ansicht dürfte vielen Nutzern das Leben erleichtern, bei der übersichtlich sämtliche Termine an einer Stelle angezeigt werden. Leider ist das Update bislang noch den wenigen Nutzern von Android 5.0 Lollipop vorbehalten, Google verspricht jedoch, dass in den kommenden Wochen auch eine Verfügbarkeit im Google Play Store für alle Geräte ab Android 4.1 gegeben sein wird.

Was sagt ihr zur neuen Kalender-Applikation? Welche App nutzt ihr persönlich am liebsten? Wir freuen uns auf eure Meinungen im Kommentarbereich.

Quelle: Official Gmail Blog

 

Continue reading “Google Kalender: Neue Version vorgestellt, aktuell nur für Android 5.0 Lollipop verfügbar”

Este sitio web utiliza cookies para que usted tenga la mejor experiencia de usuario. Si continúa navegando está dando su consentimiento para la aceptación de las mencionadas cookies y la aceptación de nuestra política de cookies, pinche el enlace para mayor información.

ACEPTAR
Aviso de cookies