Amazon AR View und Scout: Neue Shopping-Funktionen für App und Browser


Zwei neue Shopping-Funktionen kann Amazon heute präsentieren: Amazon Scout und Amazon AR View werden für die Nutzer bereitgestellt. Amazon Scout ist dabei eine Möglichkeit, sich durch bestimmte Design-Vorlieben Produktempfehlungen anzeigen zu lassen. Aktuell stehen auf der entsprechenden Seite Möbel, Wohnaccessoires und Beleuchtung zur Verfügung, jeweils mit Unterkategorien.

Man gibt bei den einzelnen Bildern einfach einen Daumen nach oben oder unten, die Auswahl passt sich dann in Echtzeit an, sodass man mehr von dem sehen sollte, was einen auch wirklich interessiert. Bei einem kurzen Ausprobieren hat das auch gut funktioniert, allerdings ist das nicht die Methode, wie ich mir persönlich Dinge aussuchen würde. Selbst ausprobieren könnt Ihr das auf dieser Seite.

Interessanter finde ich da die zweite Funktion, Amazon AR View. Das funktioniert via App unter Android oder iOS und setzt dementsprechend technisch auf AR Core (Google) und ARKit (Apple). Über die Funktion kann man bestimmte Produkte vor der Bestellung schon einmal in den eigenen vier Wänden bestaunen. Rein virtuell natürlich über Augmented Reality.

Die Funktion, die wir ja auch schon von IKEA kennen, kann sehr praktisch sein, gerade beim Kauf von Möbeln oder auch Dekogegenständen. Auch kann man von den platzierten Gegenständen Bilder oder Videos anfertigen. Super praktisch für ein „Schau mal, Schatz, so würde das aussehen.“ Ausprobieren könnt Ihr das Ganze in der App, sucht bei den Produkten einfach nach „in der eigenen Wohnung betrachten.“

Möglich ist Amazon AR View aktuell zum Beispiel mit einem Bürostuhl, einer Vase, einem Waschbeckenunterschrank oder auch mit dem Echo Show. Amazon wird hier aber immer mehr Produkte für die Funktion zur Verfügung stellen.

Lasst doch mal hören, was Ihr von solchen Funktionen haltet oder ob Ihr sie in anderen Apps vielleicht sogar schon nutzt.

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Razer Phone 2 im Test: Gaming-Smartphone mit 120-Hz-Display

Mit dem Razer Phone 2 will der Hersteller die Gamer mit einer starken CPU und einem 120-Hz-Display mit hoher Auflösung überzeugen. Wir testen das Smartphone.

Razer kennen viele als Hersteller von Gaming-Komponenten. Tastaturen, Headsets oder Mäuse, vieles davon leuchtet farbig. Mit dem Razer Phone versuchte der Hersteller bereits einmal, mobilen Gamern mit einem Smartphone zu locken. Mit dem Razer Phone 2 kommt nun die Neuauflage. Es kombiniert eine leistungsstarke CPU mit einer ordentlichen GPU, 8 GByte RAM und einer schnellen Oberfläche. Dazu kommt ein gutes Display mit 120 Hz mit HDR-Unterstützung.

Das Razer Phone 2 ist ein großes Smartphone. Es misst 15,8 × 7,9 × 0,8 cm. Damit ist es deutlich breiter als viele andere aktuelle Geräte. Es wiegt 220 g, ein schönes Gewicht. Die Bauweise ist sauber, es gibt keine Spaltmaße oder scharfe Kanten.

Das zentrale Element ist das große Display mit einer Bildschirmdiagonale von 14,48 cm (5,5 Zoll) Razer verbaut ein 120-Hz-LCD, das Inhalte in 1440 × 2560 Pixeln und HDR darstellt. Shooter wie PUBG Mobile können das direkt nutzen und sehen richtig gut aus.

Notch? Papperlapapp, nicht notwendig. Razer verzichtet auf die Einkerbung am Display und liefert dem Nutzer einen komplettes Display ohne Lücken. Die Frontkamera und die Lautsprecher sind in zwei mit Gittern geschützte Bereiche ober- und unterhalb des Displays gerutscht. Beim Spielen kann man das Razer Phone 2 so bequem halten, Inhalte werden anders als beim Honor Play (Testbericht) nicht abgeschnitten.

Razer setzt bei der Farbwahl auf Schwarz. Das passt zum Stil des Handys. Wir hatten die Mirror-Variante im Test, die mit einer spiegelnden, an Glas erinnernden Rückseite kommt. Die sieht super aus – zieht aber Fingerabdrücke magisch an. Auf der Rückseite sitzt oben mittig das große, beleuchtete Razer-Logo. Der Hersteller setzt auf das Chroma-Lichtsystem, das etwa auch bei der mechanischen Tastatur wie der Blackwidow Chroma (Testbericht) zum Einsatz kommt. Natürlich ist es eine Spielerei, wirkt aber stimmig für ein Gaming-Gerät.

Seitlich gibt sich das Smartphone minimal. Links sind mittig die Tasten für Lauter und Leiser verbaut. Direkt gegenüber sitzt der Power-Knopf samt integriertem Fingerabdruckleser. Der lässt sich mit großen Händen leicht erreichen, der Daumen liegt beim normalen Halten des Smartphones natürlich auf dem Leser. Der funktioniert gut, im Test konnten wir das Gerät zuverlässig entsperren. Am Rand unten gibt es nur einen USB-C-Anschluss, eine Buchse für Klinkenstecker fehlt. Razer gibt für das Razer Phone 2 eine IP67-Zertfizierung. Damit ist es gegen Staub geschützt und kann in bis zu einem Meter tief in Süßwasser getaucht werden.

Der Bildschirm ist zwar LCD und kein OLED, uns gefällt aber die Helligkeit sehr gut. Bei unseren Messungen schafft das Razer Phone 2 bei voller Helligkeit bis zu 540 cd/m2, der Durchschnitt liegt bei 483 cd/m2. Dazu kommen knackige, gute Farben. Beim Schwarzwert kommt es auf einen durchschnittlichen Wert von 0,28 cd/m2, was gut ist, aber nicht an OLED herankommt.

Nicht nur der Bildschirm ist in der Oberklasse, auch die restliche Hardware ist richtig gut. Im Inneren arbeitet ein Snapdragon 845. Vier Kerne laufen mit bis zu 2,8 GHz, vier weitere mit maximal 1,8 GHz Taktfrequenz. Dazu kommt ein Adreno 630 GPU sowie stolze 8 GByte Arbeitsspeicher. Der Prozessor ist modern und schnell, er kommt auch in anderen Top-Smartphones aus dem Jahr 2018 zum Einsatz.

In unseren Benchmarks schlägt sich das Smartphone gut. Im Slingshot-Extreme-Test des 3D Marks erreicht das Smartphone 4597 Punkte (OpenGL ES 3.1) und 3606 Punkte (Vulkan). Damit ist es in den Top 20 der 3D-Mark-Geräte, wenn auch knapp. Bei Antutu Benchmark schafft das Smartphone 286.426 Punkte, hier schafft es das Razer Phone 2 auf Platz 12 aller getesteten Smartphones. Noch besser schlägt sich das Gaming Phone beim PC Mark für Android. Der Work-2.0-Test erreicht 8993 Punkte, Platz 4 weltweit.

Unser Testgerät kommt mit 64 GByte integriertem Speicher, dieser lässt sich zudem per Micro-SD-Karte erweitern. Razer verzichtet fast komplett auf Bloatware oder vorinstallierte Spieledemos. Direkt nach dem Start sind rund 25 Prozent belegt, 47,88 GByte sind für den Nutzer verfügbar. Das ist nicht so gut wie beim Honor Play, auch wenn lediglich Netflix vorinstalliert ist.

Die guten Benchmark-Werte schlagen sich direkt beim Spielen wieder. Wir haben mehrere Titel gezockt, darunter PUBG Mobile, Xcom – Enemy Within und C&C Rivals. Nicht nur die Auflösung und das tolle Display überzeugen, auch die Ladezeiten sind erfreulich gering. Die Farben sehen knackig aus, selbst im Nachtmodus von PUBG Mobile konnten wir Gegner gut sehen (und ausschalten).

Das rechteckige Display zeigt alle relevanten Informationen sauber an, ohne dass Inhalte abgeschnitten werden. Dennoch haben wir ein paar Anmerkungen: Das Razer Phone 2 wird unter Belastung recht warm. Bis zu 38 Grad haben wir mit einem Infrarotthermometer gemessen, beim Spielen merkt man das deutlich. Kritikpunkt Nummer 2 sind die Anschlüsse. Es gibt keine Buchse für einen Kopfhörerklinkenstecker. Das nervt und ist unverständlich, gerade weil Razer auch ordentliche Kopfhörer herstellt.

Der Sound über den USB-C-Anschluss, Razer legt einen Adapter auf Klinke bei, Kopfhörer gibt es leider nicht. Der integrierte 24-bit USB-C DAC liefert einen guten Sound, gerade in PUBG Mobile haben wir die Gegner gut gehört. Der Anschluss ist aber blöd platziert, will man das Smartphone beim Spielen laden oder den Kopfhöreradapter nutzen, muss man das Gerät seltsam halten. Schade, hier hätte es uns gut gefallen, wenn Razer den USB-C-Port seitlich gesetzt hätte. Auch die integrierten Lautsprecher liefern einen satten Klang. Für PUBG Mobile bevorzugten wir aber Kopfhörer, damit ortet man den Gegner einfach besser.

Die hohe Auflösung, das helle Display und die dank der guten Hardware kurzen Ladezeiten machen das Smartphone zu einer tollen Gaming-Plattform. Neben Shootern eignet sich das Razer Phone 2 dank des großen Bildschirms auch für Strategiespiele wie Xcom sehr gut.

Auf der Rückseite sind im oberen Drittel die zwei Linsen der Kamera samt einem mittigen LED-Blitz eingelassen. Verbaut sind ein Weitwinkelobjektiv mit maximal 12 Megapixeln und einer Blende von f/1,75, sowie ein Teleobjektiv mit ebenfalls 12 Megapixeln und einer Blende von 2,6. In der Realität macht das Smartphone gute Bilder, die Software kann aber lange nicht mit den Features von anderen Geräten, etwa dem Huawei P20 Pro (Testbericht) mithalten. Die Frontkamera löst mit maximal 8 Megapixel auf, die Blende liegt bei f/2. Auch sie macht ordentliche Bilder, für Video-Calls oder die Integration in Spiele-Streams (etwa über Google Play Spiele) reicht sie aber locker.

Videoaufnahmen sind ebenfalls möglich, neben 720p und 1080p nimmt das Smartphone auch in UHD auf. Die 120 FPS erreicht das Smartphone bei 720p und 1080p.

Razer liefert sein Gaming-Smartphone mit Android 8.1 Oreo aus, das aktuelle Sicherheits-Update ist vom Oktober 2018. Das ist nicht komplett veraltet, aber auch nicht top aktuell. Es gibt keine Kommunikation von Razer, wann Android 9 Pie für das Phone 2 ausgerollt wird. Gerade bei einem solchen High-End-Gerät sollte das besser laufen.

Dafür kann das Smartphone beim installierten Launcher punkten. Razer setzt hier auf den Nova Launcher in der Prime-Version. Das ist eine gute Wahl. Der Launcher gilt nicht nur als schnell, sondern lässt sich einfach anpassen und wird aktiv gepflegt.

Razer liefert mehrere Apps, die meisten davon sind Varianten zu Apps wie die Kamera, die Kontakte oder die Uhr. Zwei Apps fallen aus der Liste heraus: Die Chroma-App, die für die Beleuchtung der Rückseite und kompatibler Geräte sorgt. Und Razer Cortex, eine spezielle Start-App für Spiele. Sie bringt nicht nur ein Software-Verzeichnis mit passenden Spielen mit, sondern auch den Game Booster. Der sorgt dafür, dass Applikationen, die aus dem Cortex heraus gestartet werden, die volle Leistung erhalten. In der Praxis hat das minimale Auswirkung – es schadet aber auch nicht. Denn Razer hat sein hauseigenes Belohnungssystem „Razer Silver” integriert. Spielt man kompatible Spiele, kann man dieses Silber verdienen und wieder im Razer Store ausgeben. Neben Spielen gibt es dort auch Hardware oder Rabattcodes für andere Läden.

Allerdings vermissen wir eine Funktion, mit der sich Spiele aufnehmen oder streamen lassen. Ja, man kann auf die Gaming-App von Google zurückgreifen, die nimmt aber leider maximal mit 720p auf. Ein Gaming-Smartphone sollte hier besser ausgestattet sein.

Der schnelle Prozessor, der Grafik-Chip und das große Display fressen an der Akkulaufzeit. Dennoch liefert das Smartphone in unserem Testlauf mit dem Work 2.0 Battery Benchmark 6:52 Stunden. Dieser Test misst die Laufzeit von 100 Prozent Akkuleistung bis 20 Prozent bei einer Helligkeit von 200 cd/m2. Das entspricht weniger als der Hälfte der maximalen Bildschirmhelligkeit.

Im Alltag hält das Smartphone dank seines 4000 mAh großen Akkus ordentlich lange durch. Sind die Stromsparmaßnahmen aktiviert, so kommt man locker über zwei Tage. Dank des schnellen USB-C-Anschlusses ist das Smartphone in knapp 2 Stunden neu geladen, das Smartphone und das mitgelieferte Netzteil unterstützen Qualcomm Quickcharge. Das Razer Phone 2 lässt sich über ein optional erhältliches Dock kabellos aufladen, Razer hält sich an den Qi-Standard für kabelloses Laden. Wer auf das recht teure Original-Dock mit der RGB-Beleuchtung verzichten kann, der findet in unserem Artikel zu den Qi-Ladestationen für das LG G7 Thinq günstige und kompatible Alternativen.

Mit einem UVP von 889,99 Euro für die 64-GByte-Version spielt das Razer Phone 2 preislich in der oberen Liga. Glücklicherweise ist der Straßenpreis deutlich günstiger, wie unser Preisvergleich zeigt. Derzeit gibt es nur die spiegelnde Version im Handel, wer die schwarze Oberfläche möchte, muss direkt bei Razer kaufen. Wann die 128-GByte-Variante in den Handel kommt, ist aktuell noch nicht abzusehen – unser Preisvergleich aktualisiert sich, wenn die Angebote hereinrollen. Zusätzlich würden wir eine Display-Folie empfehlen, wie beim Vorgänger ist es offenbar schwer (und damit teuer) ein Ersatzdisplay zu finden. Razer bietet eine eigene Folie an, alternativ gibt es bereits zahlreiche Drittanbieter, die deutlich günstiger sind.

Razer liefert mit dem Razer Phone 2 ein rundes Gesamtpaket ab. Das Smartphone ist ein sehr gutes Gaming-Smartphone und ein gutes Allround-Gerät. Nur Leute, die einen hohen Wert auf die Fotofunktionen legen, wird es nicht überzeugen. Das Razer Phone 2 kann die theoretischen Werte der CPU und GPU gut in die Praxis bringen, sowohl die Benchmarks wie auch die subjektiven Spieletests machen mit dem Gerät Spaß.

Der Verzicht auf die Notch wie auch die großen seitlichen Lautsprecher-Elemente brechen mit dem gängigen „kleiner, schmaler, runder”-Ansatz und fürs Gaming ist das auch gut so. Beim Spielen hat man so genügend Platz, um das Smartphone stabil zu halten. Es wäre aber schön gewesen, wenn Razer neben einem Klinkenstecker auch einen besseren Platz für den USB-C-Anschluss gefunden hätte.

Bei der Software gibt es wenig zu meckern. Ja, ein transparenter Update-Plan für Android 9 Pie wäre schön, aber mit dem sehr guten Nova-Launcher macht Razer viel Boden wett. Dazu kommt kaum Bloatware und ein paar nette Gimmicks in den Razer-Apps.

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Android Pie Beta: Samsung Themes durch Umwege nutzbar

Einen kleinen Beigeschmack, wenn man es denn so nennen will, gab es im Zusammenhang mit dem veröffentlichten Beta-Testprogramm zu Android 9.0. Und damit ist nicht die leichte Verzögerung, sondern das nicht Berücksichtigen der Samsung Themes gemeint.

Beziehungsweise kann man unter der Betaversion keinerlei Themes auswählen geschweige denn sehen. Doch es gibt einen kleinen Trick, mit dem man Themes doch unter der Android Pie Beta nutzen kann.

Öffnet man den Theme Store kann man nicht mehr zu seinem Profil wechseln und sich bereits gekaufte Themes erneut herunterladen und diese nutzen. Schaut man in der Themes oder Icons Kategorie unter meine Themes, dann wird euch dort ein Theme angezeigt, welches man sich schon mal heruntergeladen hat. Klickt man auf das Theme, sieht man von wem das Theme erstellt wurde. Anschließend klickt man auf den Namen des Designers und geht wieder zur Startseite des Samsung Themes.



Dort angelangt sieht man an der oberen rechten Ecke ein Symbol das einen Mensch anzeigen soll. Über dieses Symbol gelangt man zu dem eigenen Profil, in welchem man gekauften Artikel erneut herunterladen und anwenden kann. Oder man klickt einfach auf den Namen des Designers und sieht alle Themes des Designers und kann diese dann herunterladen.


Allerdings sollte man sich im Klaren darüber sein, dass die Themes noch nicht an Android 9.0 Pie angepasst sein dürften und dementsprechend an einigen Stellen komisch aussehen könnten. Außerdem werden Themes unter Pie nur noch 14 Tage nutzbar sein. Bei wem diese Lösung nicht funktioniert, sollte sich bei sammobile umschauen. Deren Lösungsweg ist ein wenig anders.

via: sammobile.com

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Atari Flashback 8 Gold Deluxe: Retrokonsole im Test

Der Atari 2600 ist einer der Vorreiter moderner Spielekonsolen. Wir haben das offizielle Remake getestet und uns auf eine Zeitreise begeben.

Mit dem Atari 2600 buhlt die nächste Retro-Konsole um Käufer. Der Klassiker aus den 80ern will es dabei mit dem SNES Classic Mini(Testbericht) oder einer eigenen Retro-Konsole auf Basis des Rasbperry Pi (Anleitung) aufnehmen. Schafft es das Lizenzprodukt, mit Aussehen, Spielen und Verarbeitung zu überzeugen?

Das Design der Retrokonsole ist klar an den Atari 2600 angelehnt. Die Form des Kunststoff-Gehäuses erinnert sofort an das Original – allerdings ist es deutlich kleiner. Die Abmessungen betragen 11,4 cm [×] 5 cm [×] 7,6 cm, etwa so groß wie mehrere übereinandergestapelte 10-Zoll-Tablets.

Bei genauer Betrachtung der Konsole fallen einige Punkte auf. Zum einen ist da das sehr niedrige Gewicht von gerade einmal 267 g, welches die Konsole billig erscheinen lässt, zum andern die lieblos gestalteten Details. Während der originale Atari mit Aluminium-Reglern und Holzimitat ausgestattet war, kommt das Remake mit billig anmutenden, bunten Plastikknöpfen und einer braunen Kunststoffblende daher. Die auf den braunen Flächen aufgedruckten Muster erinnern mehr an Risse oder Kratzer, als an eine natürliche Holzmaserung.

Die Haptik und Verarbeitung der Joysticks ist deutlich besser als die der Konsole. Das Design der Hauptcontroller entspricht annähernd dem Original. Allerdings sind die Joysticks nun kabellos und einer der beiden Sticks hat zusätzliche Bedientaster verbaut. Obwohl dies nicht authentisch wirkt, ist das kabellose Zocken in der Praxis komfortabel. Die für den Betrieb notwendigen AAA-Batterien fehlen im Lieferumfang.

Die getestete Deluxe-Variante des Atari hat zudem noch zwei Paddle-Controller beigelegt. Diese sind allerdings nicht kabellos, sondern per Y-Kabel mit der Konsole verbunden. Echte Fans wissen diesen sehr einfachen Controller bei einigen Spielen zu schätzen – für jüngere Retro-Gamer wirkt das Eingabegerät wie aus einer anderen Zeit.

Die Anschlüsse der Retrokonsole entsprechen nicht dem originalen Atari. Das Remake setzt auf neunpolige Stecker für die Paddels, eine Funkverbindung für die Joysticks und eine HDMI-Schnittstelle für den Anschluss am Monitor oder Fernseher. Den notwendigen Strom liefert ein 5V-Netzteil mit Hohlstecker. Das Netzteil kommt mit einem billigen Adapter für deutsche Steckdose beim Kunden an. Richtig nervt uns die Position der HDMI-Buchse. Die seitliche Platzierung am Gehäuse verhindert jeden Versuch, das Kabel ordentlich und versteckt zu verlegen. Hier hat jemand beim Design nicht mitgedacht.

Auf dem Retro-Atari sind 120 Spiele installiert. Darunter echte Klassiker wie Frogger, Pitfall, Super Breakout und Hangman. Obwohl die Auswahl sehr groß und durchaus gelungen ist, fehlen einige beliebte Titel wie Asteroids, Donkey-Kong oder Defender. Leider gibt es keinen offiziellen Weg, um fehlende Spiele zu installieren.

Nach dem Start der Konsole landet der Nutzer zunächst im Hauptmenü. Dieses ist übersichtlich und ordentlich strukturiert. Die Darstellung in 720p ist sowohl im Menü, als auch in den Spielen, erfreulich gut. Sound und Grafik der Spiele aus den Jahren um 1982 wirken auf großen Monitoren dennoch fehlplatziert. Verglichen mit den Atari-Spielen, wirken die Titel auf jüngeren Retrokonsolen wie dem SNES Classic Mini (Testbericht) oder der Arcade-Konsole Pandora’s Box (Testbericht), geradezu modern.

Bei einigen Spielen ist es möglich, das Spielgeschehen per Knopfdruck um zehn Sekunden zurück zu spulen, um einen Fehler zu korrigieren. Praktisch, aber genau genommen eine fiese Cheat-Funktion – die übrigens bei Frogger nicht funktioniert.

Vor dem Start jedes Spiels, erklärt eine kurze Anleitung die Bedienung des jeweiligen Titels. Trotz dieser Hilfestellung waren wir beim Test bei einigen Games wie zum Beispiel Basketball oder Tennis nicht in der Lage, das Spiel vernünftig zu steuern. Bei den meisten Titeln funktioniert die Bedienung allerdings unproblematisch und zuverlässig. Während die Paddels erfreulich präzise funktionieren, sind die Hauptcontroller einen Tick zu schwammig und ungenau. Schade, beim Zocken ist das extrem nervig.

Der Retro-Atari ist in verschiedenen Versionen erhältlich. Diese unterscheiden sich durch die Anzahl der installierten Spiele und durch die Anzahl der beigelegten Controller.

Der Test des Atari Flashback 8 Gold Deluxe hat uns auf eine echte Zeitreise geschickt. Wer vor über 30 Jahren mit dem Atari gezockt hat, wird Spaß an der Klötzchengrafik und den optisch einfachen Spielen haben. Wer zur Generation Nintendo und Playstation gehört, tut sich schwer – die Langzeitmotivation der meisten Spiele ist einfach zu gering. Ein Erlebnis ist das Abtauchen in längst vergangene Zeiten auf jeden Fall.

Die Retrokonsole bringt knallhart reduzierte Grafik, authentischen Sound und realistisches Retro-Feeling zurück ins Wohnzimmer. Leider spart der Hersteller beim Äußeren, statt eines schmucken Kultobjekts wirkt das Gerät wie ein billiger Abklatsch.

Wer es deutlich moderner möchte, sollte sich den SNES Classic Mini (Testbericht), die Arcade-Konsole Pandora’s Box (Testbericht) oder die Playstation Classic (Testbericht) ansehen. Wer sich mit der Entscheidung für eine Videospiel-Epoche schwer tut, sollte sich die Anleitung zur Selbstbaukonsole auf Basis des Raspberry Pi ansehen.

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