Der Mobilitäts- und Lieferriese Uber greift nach Delivery Hero. Die beiden Unternehmen haben eine entsprechende Vereinbarung unterzeichnet. Uber bietet den Aktionären von Delivery Hero 41,50 Euro je Aktie in bar. Damit wird der Konzern inklusive Ubers bisheriger Anteile mit insgesamt 14,8 Milliarden US-Dollar bewertet.
Der Deal ist allerdings aufgeteilt, um Überschneidungen zu vermeiden und Kartellbehörden milde zu stimmen. Während Uber das Geschäft in insgesamt 50 Ländern übernimmt (darunter Marken wie Glovo, foodpanda, talabat, PedidosYa und Baedal Minjok), reicht Delivery Hero das Geschäft in 14 anderen Ländern direkt an die New Yorker Investmentfirma SSW Partners weiter. Für rund 1,6 Milliarden US-Dollar (ca. 1,46 Milliarden Euro) gehen unter anderem die Geschäfte in Spanien, Polen, Portugal, Rumänien, der Türkei und Chile an SSW, die wiederum nach langfristigen strategischen Partnern für diese Regionen suchen sollen.
Sowohl der Vorstand als auch der Aufsichtsrat von Delivery Hero stehen geschlossen hinter dem Angebot und empfehlen den Aktionären die Annahme. Großaktionär Prosus hat sich bereits verpflichtet, seine Anteile von rund 17 Prozent einzubringen. Zusammen mit Ubers bisherigen Anteilen und Derivaten hält der US-Konzern damit künftig die wirtschaftliche Kontrolle über rund 53 Prozent der Anteile.
Spannend für den Standort Deutschland: Obwohl Delivery Hero quasi geschluckt wird, bleibt die Zentrale in Berlin. Uber hat sich verpflichtet, den Hauptsitz und die Belegschaft in Berlin bis mindestens 2029 unangetastet zu lassen. Zudem will Uber in den nächsten fünf Jahren satte zwei Milliarden Euro in Deutschland investieren. Das Geld soll in den Ausbau der hiesigen Belegschaft, das bundesweite Geschäft und Partnerschaften mit der deutschen Automobilindustrie im Bereich autonomes Fahren fließen.
Bis das Ganze komplett über die Bühne ist, wird es allerdings noch eine Weile dauern: Der Abschluss der Transaktion wird für die zweite Jahreshälfte 2027 erwartet.
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