
Die Web-Version von WhatsApp hatte lange Zeit einen spürbaren Rückstand gegenüber den mobilen Apps. Zu Beginn des Jahres wurden wenigstens Einzelgespräche über den Browser möglich, jetzt legt Meta aber nach: Der Rollout für Sprach- und Video-Gruppenanrufe in WhatsApp Web hat begonnen.
Die Funktion fügt sich ohne große Überraschungen in die bestehende Oberfläche ein. Sobald das Feature für ein Konto freigeschaltet ist, taucht im Kopfbereich eines Gruppenchats das bekannte Anruf-Symbol auf. Von dort lässt sich zwischen einem reinen Sprachanruf und einem Videoanruf wählen. Nützlich ist dabei, dass nicht automatisch alle Gruppenmitglieder gleichzeitig angerufen werden – man kann gezielt auswählen, wer teilnehmen soll.

Das technische Limit liegt bei 32 Teilnehmern, egal ob Audio oder Video. Diese Grenze gibt’s auch bei den mobilen Apps und Desktop-Clients, insofern gibt es hier keine Überraschungen. Mit dem Update kommen noch zwei weitere Funktionen hinzu, die bisher im Browser gefehlt haben. Screensharing ist jetzt möglich, womit sich Dokumente direkt während eines Videoanrufs teilen lassen. Außerdem lassen sich Einladungs-Links für Gruppenanrufe generieren und weiterschicken. Wer den Zutritt kontrollieren möchte, kann einen Warteraum aktivieren. Die Links verfallen nach 30 Tagen ohne Nutzung automatisch.
Was die Verschlüsselung betrifft: Wie bei den mobilen Apps läuft auch hier alles standardmäßig über Ende-zu-Ende-Verschlüsselung nach dem Signal-Protokoll. Meta hat keinen Zugriff auf die Gesprächsinhalte. Für Linux-Nutzer ist das Update wohl die größte Erleichterung. Einen nativen WhatsApp-Desktop-Client gibt es für Linux nicht, weshalb Gruppenanrufe bislang nur über das Smartphone möglich waren.
Aktuell läuft noch eine schrittweise Verteilung an Beta-Tester. Wer die Funktion noch nicht sieht, muss sich noch etwas gedulden – ein breiter Rollout für alle Nutzer wird in den kommenden Wochen erwartet.
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