
Wer heutzutage die Kiste anmacht, landet meist nicht mehr direkt im Vorabendprogramm, sondern auf dem Homescreen. Samsung Ads hat mit seinem aktuellen Report Behind the Screens 2026 mal wieder tief in die Daten von über 70 Millionen Smart-TVs in Europa geschaut und zeigt auf, dass sich das klassische Fernsehen weiter verabschiedet. In Deutschland ist der Wandel zum Streaming besonders deutlich, da hierzulande bereits 61 Prozent der Nutzung auf Streaming-Dienste entfallen. Das ist der Spitzenwert im Vergleich zu Großbritannien mit 60 Prozent, Frankreich mit 59 Prozent, Spanien mit 57 Prozent und Italien mit 43 Prozent.
Der Fernseher wird zum App-Schleuderer. Haushalte nutzten im letzten Jahr im Schnitt sechs verschiedene Apps auf ihrem Gerät. Insgesamt wurden 4,83 Milliarden App-Starts in Deutschland gezählt, was ein Plus von 5 Prozent zum Vorjahr bedeutet. Jüngere Nutzer treiben das Ganze voran, da sie etwa 23 Prozent mehr Apps verwenden als der Durchschnitt und dabei wenig loyal gegenüber einzelnen Plattformen sind. Denen ist egal, wo etwas läuft, solange der Inhalt stimmt. 85 Prozent der Leute nutzen den Homescreen als Startrampe, um überhaupt erst einmal zu schauen, was sie gucken wollen. Im Schnitt wird dieser Startbildschirm sechsmal am Tag angesteuert.
Die Fragmentierung ist massiv, denn das Angebot ist riesig. Allein im ersten Quartal 2026 kämpften über 650 Fußballspiele, 100.000 Titel auf Streaming-Plattformen und mehr als 90 neue Videospiele um die Zeit vor dem Schirm. Interessant ist die Verteilung beim linearen TV: Ein harter Kern von 24 Prozent der Nutzer verursacht 81 Prozent des klassischen Fernsehkonsums, während 27 Prozent der Geräte europaweit gar kein lineares Signal mehr empfangen oder nutzen, sondern nur noch streamen.
Beim Bezahlen sind die Deutschen recht beständig, denn 61 Prozent behalten ihre Abos das ganze Jahr über. Der Rest ist wechselhaft: 19 Prozent springen je nach Angebot hin und her, 14 Prozent setzen auf kostenlose, werbefinanzierte Dienste und 5 Prozent buchen nur für bestimmte Events oder Serien. Das Wohnzimmer bleibt dabei ein Ort für mehrere Personen, besonders zur Primetime um 19 Uhr wird gemeinsam geschaut. Auch Gamer sind eine spannende Gruppe, da sie überdurchschnittlich oft auf Empfehlungen am Homescreen reagieren und selten alleine vor der Konsole oder dem Stream sitzen. Am Ende entscheidet für über 80 Prozent der Befragten schlicht der Inhalt und nicht der Name des Senders oder der App.
Und ich? Nicht eine einzige App des TVs nutze ich, Anmachen, Konsole zum Zocken oder Apple TV für die Apps, das war es dann auch.
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