Ich nutze seit einiger Zeit smarte Leuchtmittel der Marke Philips Hue. Angefangen hat alles bei mir mit dem Test der Hue Play HDMI-Sync Box 8K. Einmal angefixt, habe ich so gut wie alle Leuchtmittel hier im Haushalt auf Hue umgestellt. Auch den Umstieg auf die Bridge Pro habe ich mitgemacht. Im letzten Jahr hat Signify, das Unternehmen hinter der Marke, dabei das Sub-Label Essential eingeführt. Produkte der Essential-Reihe sind günstiger, integrieren sich aber voll ins Ökosystem. Doch wie groß sind die Abstriche? Das wollte ich mir im Alltag einmal genauer anschauen.
Für diesen Bericht habe ich mir daher beispielsweise einmal die GU10-Leuchtmittel mit Stiftsockel angesehen, denn da hatte ich mir noch vor dem Start die deutlich teurere, reguläre Version gekauft. Entsprechend habe ich den direkten Vergleich. Ebenfalls unter die Lupe genommen habe ich die E27-Modelle sowie schließlich den biegsamen Flex-Lightstrip. Letzterer ist weniger als klassische Beleuchtung und mehr als Stimmungslicht gedacht.
Als kleine Erinnerung: Philips Hue Essential ist eine Untermarke, die sowohl günstiger als auch technisch etwas eingeschränkter ist. Beispielsweise lassen sich die regulären Hue-Leuchtmittel auf 0,2 % ihrer Helligkeit dimmen. Bei den Essential-Varianten ist bei minimal 2 % Schluss. Zudem beträgt die Weißabdeckung bei Hue Essential nur 2.000 bis 6.500 Kelvin. Die Standard-Leuchtmittel aus dem Ökosystem bewältigen 1.000 bis 20.000 Kelvin. Zudem soll die Farbgenauigkeit bei Essential nicht auf dem Niveau der vollwertigen Hue-Produkte sein.
Das spiegelt sich eben auch im Preis wider. Beispiel: Ein Dreierpaket Hue GU10 kostet im Angebot rund 105 Euro. Die Essential-Version mit vier GU10-Stiftsockel-Leuchtmitteln liegt in ähnlichen Deals bei gerade einmal 50 Euro. Das ist natürlich ein massiver Preisunterschied, der manchen Leser sicherlich dazu bringen wird, nachzugrübeln, ob vielleicht die Essential-Varianten ausreichen.
Philips Hue GU10 und Hue Essential GU10 im Vergleich
Wie schon angedeutet, nutze ich in meinem Arbeits- und Gaming-Zimmer seit geraumer Zeit die Philips Hue G10 für meine Deckenlampe. Ich habe sie sogar in meinen Entertainment-Bereich eingebunden, sodass ihre Beleuchtung farblich mit den Bildschirminhalten synchronisiert wird. Entsprechend ist hier aber natürlich auch eine passende Farbgebung wichtig. Wie schlagen sich da die neuen Essential G10?
Angemerkt sei, dass die oben erwähnten technischen Unterschiede in diesem Fall kleiner sind. So schaffen die regulären GU10 etwa 2.000 bis 6.500 Kelvin und können auf 1 % gedimmt werden. Bei der Essential-Version sind es 2.200 bis 6.500 Kelvin und Dimmung auf 2 % der Leuchtstärke. Das liest sich auf dem Papier dann doch ähnlich. Aber: Vor allem die Farbübergänge (Color Blending), also der Wechsel von einer Farbe zur anderen, sind bei den Standard-Hue viel sanfter und fließender. Das fällt vor allem bei geringeren Helligkeitseinstellungen deutlich auf. Und wie es das Schicksal so will, so regle ich persönlich die Deckenbeleuchtung beim Gaming stark herunter.
Ich bewege mich da also speziell in dem Szenario – Synchronisation mit den Bildschirmfarben, häufige, schnelle Farbwechsel und geringe Helligkeit – in dem die Essential-Leuchtmittel tatsächlich die größten Nachteile haben.
Was den Essential-Leuchtmitteln im Übrigen auch fehlt: Chromasync. Das ist ein Marketing-Begriff dafür, dass die Hue-Leuchtmittel so ausgelegt sind, dass sie auch nach mehreren Jahren Farben immer noch so akkurat zeigen, wie bei der anfänglichen Verwendung. Da ich keinen Langzeitvergleich über mehrere Jahre anbieten kann, ist es mir aber derzeit nicht möglich, das zu beurteilen.
Auch die Hue-Essential-Leuchtmittel könnt ihr im Übrigen via Matter over Thread einbinden. Meine klare Ansage nach dem Testen: In meinem Szenario, in dem die Hue G10 Teil eines Entertainment-Bereichs sind und sich daher in ihrer Farbe mit den dargestellten Bildschirminhalten synchronisieren, sieht man deutliche Unterschiede zwischen den regulären und den Essential-Versionen – vor allem bei den Übergängen.
Ehrlicherweise muss ich aber auch einräumen: Laufen die Hue Essential G10 am Arbeitstag als „einfache“ Beleuchtung, bei mir auf sehr warmes Weiß eingestellt, dann ist kein echter Unterschied feststellbar. Ob sich der Aufpreis lohnt, hängt also stark davon ab, was ihr mit den Leuchtmitteln anstellt.
Philips Hue Essential Flex Lightstrip
Angecheckt habe ich auch den Lightstrip Hue Essential Flex. Der kommt in der 10-m-Version in zwei zusammengerollten Teilen zu euch nach Hause, die ihr dann miteinander verbinden könnt bzw. über eine kleine Box zusammenschaltet. Wie der Name es schon sagt, so handelt es sich hier um einen biegsamen Lightstrip. Die Variante mit 5 m Länge kostet im Handel ca. 99 Euro. Wenn ihr es auf 10 m anlegt, zahlt ihr ca. 160 Euro. Es handelt sich hier um ein Stimmungslicht, das dafür gedacht ist, z. B. an oder in einem Regal befestigt zu werden – oder zu einem Symbol geformt an der Wand zu landen.
Im Lieferumfang liegen auch 50 kleine Halterungen, verpackt in zwei Beuteln, bei, die bei der Befestigung aushelfen. Wie schon erwähnt, teilt sich der Lightstrip Hue Essential Flex eigentlich in zwei Strips von je 5 m Länge auf, die ihr verbinden müsst. Die Hue-App erkennt das Ganze aber als Gesamtkunstwerk. Das heißt auch, dass sich die beiden Teile nicht einzeln ansteuern und nicht mit verschiedenen Mustern versehen lassen. Da könnt ihr in der App natürlich verschiedene Farbverläufe ausprobieren oder mehrere Farben in einzelnen Segmenten parallel anzeigen.
Was bei der Essential-Version aber ausgespart worden ist, sind „echte“, weiße LEDs. Wollt ihr also kalt- bzw. warmweiß anzeigen, muss das aus den RGB-Farben „zusammengemischt“ werden. Das führt zu einem weniger reinen Weiß, das zudem nicht so hell wird wie bei den teureren Hue-Produkten.
Wie ihr schon auf meinen Bildern seht, kann man beim Hue Essential Flex Lightstrip recht gut ausmachen, wo die LEDs sitzen, und es sind immer dunklere und hellere Segmente klar erkennbar. Je nachdem, was für eine Konstruktion ihr also an die Wand bringen wollt, kann das ein Argument sein, das vielleicht gegen den Kauf spricht. Konkurrenzprodukte gibt es da im gleichen Preissegment z. B. von Govee, die dann aber eben nicht im Hue-Ökosystem beheimatet sind.
Im Gesamtbild finde ich den Essential Flex Lightstrip zu Dekozwecken ganz in Ordnung, zumal die Befestigung recht flexibel läuft. Je nach Lage kann da bei euch aber auch eine günstigere Lösung voll und ganz ausreichend sein.
Philips Hue Essential E27
Last but not least hätten wir da noch die Philips Hue Essential E27. Im Grunde sind das recht „langweilige“ Standard-Leuchtmittel für den verbreiteten Sockel. Dass man sie in den meisten Fällen als schnörkellose Beleuchtung im Einsatz haben dürfte, muss aber ja nichts Schlechtes sein. Im Gegenteil, gerade dann kommt es doch auf Verlässlichkeit an. Hier greifen dann aber eben die eingangs beschriebenen Einschränkungen bezüglich der Farb- und Weißdarstellung sowie der Dimmung gegenüber den vollwertigen Hue-Leuchtmitteln.
Da lohnt es sich natürlich, die Preise im Kopf zu behalten. Ein Viererpack von E27-Leuchtmitteln der Essential-Reihe kostet ca. 60 Euro. Kauft ihr die Standard-Modelle von Philips Hue im Bundle mit vier Exemplaren, seid ihr ca. 200 Euro los. Das ist schon ein heftiger Preisunterschied. Kühne Behauptung von mir: Wenn ihr nicht gerade die allerniedrigsten Dimmstufen regelmäßig benötigt, dann sind die Essential-Modelle vollkommen ausreichend.
Okay, auch die Helligkeit ist niedriger. Die Essential-Versionen erreichen bis zu 806 Lumen – bei den Standardmodellen sind es je nach Variante 810 oder sogar 1.100 Lumen. Ob ihr da in der Leuchtstärke im Alltag wirklich Unterschiede bemerkt, hängt aber von euren Szenarien ab. Auffällig fand ich im Direktvergleich nur die Unterschiede bei pulsierenden Farbmustern. Im „normalen“ Betrieb zur Ausleuchtung bemerkt man die abweichenden Leuchtstärken vor allem dann, wenn ihr mit mehreren Leichtmitteln große Bereiche ausleuchten wollt.
Selbst dann müsst ihr euch aber fragen, ob ihr nicht eher ein oder zwei Essential-Exemplare mehr verbauen könnt, statt den Aufpreis für die Standard-Ausführungen zu blechen. Klar, wer höchste Qualität und beste Farbdarstellung haben will, ist immer noch beim regulären Hue besser aufgehoben. Zumal Chromasync da eben auch auf Dauer die Farben konstant halten soll. Aber für den Alltag sind die Essential E27 eine echte Alternative.
Erstes Fazit
Kennt ihr sicherlich auch: Wenn man weiß, es gibt ein objektiv überlegenes Modell vom selben Hersteller, zaudert man manchmal beim Kauf der günstigsten Version. Schließlich ist man emotional lieber der Max-, Pro- oder Ultra-Kunde als der „Einsteiger“. Bei Philips Hue Essential dürfte das aber in vielen Fällen im Alltag fehl am Platze sein. Ja, wenn ihr die beste Dimmung und genaueste Farbgebung und das vielfältigste und reinste Weiß wollt, dann müsst ihr zu den Standard- / Premium-Produkten von Hue greifen. Aber gerade für die Alltagsbeleuchtung dürften die Essential-Varianten oft schon ausreichen.
Ausnahmen gibt es auch, wie ich feststellen musste: In eine Entertainment-Zone, die sich mit dem Smart-TV synchronisiert, würde ich immer die vollwertigen Hue-Leuchtmittel verbauen. Denn in diesem Szenario mit vielen schnellen Farbwechseln und auch Überblendungen zwischen hell und dunkel schlagen sich die Essential-Versionen doch merklich schlechter. Abseits dessen sprechen die Preisunterschiede aber oft für sich und ich muss da selbst in Zukunft sicherlich des Öfteren mal abwägen, ob die vermeintliche „Billig-Version“ nicht doch für mich voll ausreicht.
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