Jabra Evolve3 85 im Test: Business-Headset ohne Mikrofonarm

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Jabra dürfte den meisten von euch ein Begriff sein. In meinem Berufsalltag, der zu großen Teilen aus Calls, Meetings und gefühlt endlosen Abstimmungen besteht, ist mir die dänische Marke ohnehin schon seit Jahren ein treuer Begleiter. Hier im Blog habe ich über die Jahre auch die meisten Vorgängermodelle vorgestellt, beispielsweise das Evolve 75, das Evolve2 55 oder auch das Evolve2 85. Mit dem Evolve3 85 startet jetzt eine komplett neue Generation, mit einer größeren Änderung. Der klassische Mikrofonarm ist Geschichte. Ob das in der Praxis aufgeht oder ob das gute Stück damit einen seiner größten Vorteile verspielt, habe ich für euch in den letzten Wochen herausgefunden.

Lieferumfang und erster Eindruck

Im recycelten Karton finden sich neben dem Headset selbst ein erstaunlich flaches Hardcase, ein USB-C-Bluetooth-Adapter, ein 3,5-mm-Klinkenkabel sowie ein USB-C-Kabel. Das Case ist mit gerade einmal rund 22 mm Bauhöhe so dünn geraten, dass es im Rucksack neben dem Notebook kaum auffällt. Wer schon einmal das Case eines anderen Over-Ear-Headsets in der Tasche hatte, weiß, wie viel Platz so etwas sonst beanspruchen kann. Optional gibt es das Headset auch im Bundle mit Wireless-Charging-Pad.

Beim Auspacken fällt sofort auf, wie zurückhaltend Jabra inzwischen designt. Der typische, gefällig-funktionale Look der Evolve-Reihe ist geblieben, jedoch deutlich aufgeräumter und ohne den optisch dominanten Mikrofonarm. Auf dem Kopf wirkt das Evolve3 85 dadurch weniger nach „Call-Center-Agent“ und mehr nach modernem Over-Ear-Kopfhörer. Mit gerade einmal 220 g ist es zudem ein gutes Stück leichter als der Vorgänger. Jabra spricht von rund 23 % weniger Gewicht und 35 % flacherer Bauform. Das merkt man.

Verarbeitung, Tragekomfort und Bedienung

Materialseitig setzt Jabra weiterhin auf eine Mischung aus hochwertigem Kunststoff, etwas Aluminium sowie einem deutlich angenehmeren Stoffbezug für Polster und Bügel. Das ist eine der größten Veränderungen zum Evolve2 85. Statt Kunstleder, das gerne mal heiß wird, kommen nun atmungsaktive Stoffpolster zum Einsatz. Für mich als jemand, der gerne mal sechs bis acht Stunden am Stück telefoniert, ist das ein echter Pluspunkt. Auch nach langen Sessions blieben meine Ohren angenehm „warm“, ohne zu schwitzen. Polster und Akku sind austauschbar, das ist heute leider keine Selbstverständlichkeit mehr.

Ich bin Brillenträger und reagiere bei Over-Ear-Modellen ziemlich empfindlich auf zu viel Anpressdruck. Beim Evolve3 85 ist das absolut im grünen Bereich. Die Hörmuscheln sind innen leicht angewinkelt, sodass die Ohrläppchen nicht plattgedrückt werden. Aber wie üblich heißt das für euch nix. Das ist subjektiv, denn jeder Kopf ist anders.

Auf der rechten Hörmuschel sitzen die üblichen Bedientasten: Lautstärke, Wiedergabe/Stummschaltung, ein Button für Abnehmen / Auflegen sowie der Microsoft-Teams-Button für direkten Zugriff auf Meetings. Schade, dass dieser sich nicht frei belegen lässt. Eine Shortcut-Taste für andere Funktionen wäre gut gewesen. Links sitzt der Klinkenanschluss, der USB-C-Port, der Power/Bluetooth-Schieber und der Button für ANC / Hearthrough. Die LED-Busylight signalisiert Kollegen außerdem zuverlässig, dass man gerade nicht ansprechbar ist.

Anrufqualität

Der spannendste Punkt war für mich natürlich die Mikrofon-Performance. Jabra verbaut beim Evolve3 85 sechs digitale MEMS-Mikrofone und kombiniert diese mit der neuen ClearVoice-Technologie. Dahinter steckt ein Deep-Neural-Network-Modell, das laut Hersteller mit über 60 Millionen echten Sprachbeispielen trainiert wurde. Das Ziel ist, Sprache präzise von Hintergrundgeräuschen zu trennen, ohne dass ein sichtbarer Mikrofonarm benötigt wird.

In der Praxis ist das wirklich gut funktional. Beim Evolve2 85 hatte ich seinerzeit bemängelt, dass meine Stimme von Gesprächspartnern oft als „dünn“ und wenig voluminös beschrieben wurde. Beim Evolve3 85 ist das jetzt anders. In Calls über Microsoft Teams und Zoom bekam ich durchgehend gutes Feedback. Meine Stimme klinge klar, präsent und natürlich. Selbst, als ich versuchsweise mit laufender Spülmaschine im Hintergrund oder bei tobenden Kindern im Nebenraum ein Meeting hatte, kam beim Gegenüber kaum etwas davon an. Ein guter Fortschritt.

ANC, Klang und Akku

Die adaptive aktive Geräuschunterdrückung passt sich in Echtzeit an Umgebung und Passform an. Tieffrequente Geräusche (Lüfter, Klimaanlage, Bahn-Brummen) werden zuverlässig weggebügelt. Bei höheren Frequenzen sind Sony, Apple oder Bose immer noch eine Idee besser, aber für ein Business-Headset ist das auf gutem Niveau. ANC bleibt auch während Anrufen aktiv.

Klanglich ist das Evolve3 85 für ein Conferencing-Headset überraschend gut. Die 32-mm-Treiber spielen warm und detailreich, der Bass ist präsent ohne zu aufdringlich zu sein, Mitten und Höhen klingen sauber. Wer dedizierte Kopfhörer in der Preisklasse gewohnt ist, wird hier und da etwas vermissen. Das Volumen des Headsets ist nicht ganz so weit, und der Bass kommt nicht ganz so sauber in die Tiefen. Für den Allroundeinsatz im Büro und auf Reisen reicht das aber locker.

Der Akku ist ebenfalls gut. Bis zu 120 Stunden Musikwiedergabe ohne ANC, bis zu 55 Stunden mit, bis zu 25 Stunden Sprechzeit. Dazu kommt eine Schnellladefunktion, die in 10 Minuten bis zu 10 Stunden Nutzungszeit liefert. In meinem Test musste ich das Headset auch bei knapp drei Tagen hintereinander nicht laden. Und da hatte ich das Teil ständig auf dem Kopf.

Fazit

Das Jabra Evolve3 85 ist für mich ein gelungener Generationssprung. Der Wegfall des Mikrofonarms war für Jabra sicherlich ein Risiko. Doch das geht laut meiner Meinung auf, denn die Sprachqualität ist besser geworden. Dazu kommen ein deutlich schlankeres Design, ein sehr guter Tragekomfort, ordentlicher Klang, eine lange Akkulaufzeit und mit austauschbarem Akku sowie tauschbaren Polstern auch ein Plus an Langlebigkeit. Schade ist der Teams-Button, der nicht frei belegbar ist.

Mit einer UVP von 569 Euro ist das Headset definitiv kein Schnäppchen und richtet sich klar an Profis und Vielnutzer. Wer aber täglich in Calls hängt und ein Headset sucht, das nicht nach Headset aussieht, bekommt hier aktuell wohl eines der besten Gesamtpakete am Markt.

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