EU: VPN-Dienste als Jugendschutz-Schlupfloch im Visier

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Foto von Privecstasy auf Unsplash

Wer von euch nutzt ein VPN? Wahrscheinlich die meisten, sei es für das Homeoffice, um Geoblocking zu umgehen oder einfach für ein bisschen mehr Privatsphäre. Doch genau diese Tools rücken gerade massiv in den Fokus der EU-Regulierungsbehörden. EinBriefing des Europäischen Parlaments (EPRS) zeigt: Das „Katz-und-Maus-Spiel“ zwischen Jugendschutz und VPN-Anbietern könnte bald in eine neue, deutlich strengere Runde gehen.

Der Hintergrund ist eigentlich ein guter: Der Schutz von Kindern im Netz. Immer mehr Länder führen strenge Alterskontrollen für bestimmte Inhalte ein, insbesondere für Pornografie, aber auch für Social-Media-Plattformen. Die Folge? Sobald ein solches Gesetz in Kraft tritt, schießen die Downloadzahlen von VPN-Apps durch die Decke. In UK stiegen die Downloads bei einigen Anbietern innerhalb eines Monats um satte 1.800 %. Für die Politik ist das ein Dorn im Auge: VPNs werden hier als „Loophole“ (Schlupfloch) gesehen, das die mühsam errichteten Jugendschutzschranken einfach aushebelt.

Aus dem Papier des Parlaments kann man herauslesen, dass man VPN-Dienste nicht mehr einfach gewähren lassen will. Hier ein paar Punkte, die auf uns zukommen könnten:

  • Altersverifikation für VPN-Anbieter: Es gibt Bestrebungen, VPN-Dienste dazu zu verpflichten, selbst das Alter ihrer Nutzer zu prüfen. Wer einen VPN nutzen will, müsste dann erst nachweisen, dass er volljährig ist.
  • Verschärfung des Cybersecurity Acts: Die EU überlegt, im Rahmen der Überarbeitung von Cybersicherheits-Gesetzen spezifische Kriterien für den Kinderschutz einzuführen. Das könnte bedeuten, dass VPN-Dienste „regulatorisch strenger unter die Lupe genommen werden“.
  • Digitale Volljährigkeit: Es wird über eine EU-weit einheitliche digitale Volljährigkeit (diskutiert werden 16 Jahre) für Social Media nachgedacht. VPNs stünden dann in der Pflicht, sicherzustellen, dass Minderjährige diese Grenze nicht mittels Verschlüsselung umgehen.

Natürlich regt sich Widerstand. Datenschützer schlagen bereits seit langem Alarm. Das Kernargument: Wenn ich mich bei einem VPN-Anbieter ausweisen muss, ist der größte Vorteil, die Anonymität, dahin. Ein VPN, das genau weiß, wer ich bin, widerspricht dem Grundgedanken der Privatsphäre.

Auf der anderen Seite stehen Kinderschützer, die argumentieren, dass der ungehinderte Zugang zu schädlichen Inhalten durch VPNs die nationalen Gesetze zur Makulatur macht.

Das Thema ist extrem zweischneidig. Kinderschutz ist wichtig, keine Frage. Aber VPN-Dienste zu regulieren oder gar eine Ausweispflicht einzuführen, rüttelt an den Grundfesten der Internetfreiheit. Wenn VPN-Provider anfangen müssen, Nutzerdaten zu sammeln, um das Alter zu verifizieren, schaffen wir neue Datentöpfe, die garantiert Begehrlichkeiten wecken, da wette ich meinen….ihr wisst schon.

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