
Roborock hat mit dem Saros 20 auf der diesjährigen CES ein Nachfolge-Modell für die Saros-Reihe und damit ein neues Flaggschiff-Modell aus dem Hause Roborock präsentiert. Mit seinen Ausstattungsdetails ist der Saros 20 (hier unser Testbericht) eher ein Nachfolgemodell des Saros 10R. Ich konnte im vergangenen Jahr den Saros 10 ausprobieren. In dessen Fußstapfen soll nun der Roborock Saros 20 Sonic treten, der als Nachzügler kürzlich vorgestellt wurde und seitdem hier seinen Dienst verrichtet. Beim Wischen setzt der Saros 20 Sonic auf ein vibrierendes Wischtuch. Zudem unterscheidet man sich weiterhin durch den einziehbaren Laserturm vom Geschwistermodell.
Der Saros 20 Sonic bietet eine Saugleistung von 36.000 Pa. Zum Wischen setzt man auf ein vibrierendes Wischtuch. Mit VibraRise 5.0 läutet man hier die neue Generation ein, die mit 4.000 Vibrationen pro Minute und einem erhöhten Abwärtsdruck von 14 N arbeitet und laut Roborock auch hartnäckige Verschmutzungen beseitigen soll. Mopp und Seitenbürste sind einziehbar. Auch wurde der Mopp-Vibrationsbereich für Ecken vergrößert.
Bei der Navigation setzt Roborock auf ein Lasersystem. Wie beim Vorgängermodell mit einziehbarem LDS-Turm. Dies schlägt sich in einer Bauhöhe von 7,95 Zentimetern nieder, womit er auch unter niedrige Möbel passen soll. Die Erkennung von Hindernissen an der Front erfolgt durch strukturiertes Licht und eine RGB-Kamera, auch seitlich setzt man strukturiertes Licht zum Ausweichen ein. Neu mit von der Partie ist, wie beim Saros 20, AdaptiLift Chassis 3.0. Hierdurch soll es möglich sein, auch Hindernisse mit bis zu 8,8 Zentimetern – bei Doppelschwellen mit jeweils etwa 4 Zentimetern – zu überwinden.
Im Gepäck kommt der Saug- und Wischroboter mit einer Docking-Station. Das RoboDock setzt auf automatische Selbstreinigung und Heißwasser-Moppwäsche (mit 100 Grad Celsius heißem Wasser) und bietet eine automatische Dosierung für eine Reinigungslösung. Nach dem Reinigungsvorgang wird der Staubbeutel selbst entleert und Mopps werden bei 55 Grad Celsius getrocknet.
Das wären die Daten auf dem Papier. Die Veränderungen zum Vorgängermodell fallen eher kleiner aus, entsprechend fokussiere ich mich bei meinen Erfahrungen hier auch vorrangig auf Verbesserungen. Durch die verbesserte Hinderniserkennung erhoffe ich mir einen besseren Umgang mit meinen Schwingstühlen im Esszimmer. Die waren auf lange Sicht dann doch teilweise der Endgegner vom Saros 10. Weitere Challenges, wie Haustiere oder Teppiche haben wir im Hause Frank keine. Die Räumlichkeiten sind entweder mit Fliesen oder Parkett versehen. Lediglich die langen Haare der besseren Hälfte stellen so manches Saugroboter-Modell auf die Probe. Zudem hoffte ich hier, auch in Sachen Umwicklungen, auf einfacheres Saubermachen durch den Wegfall der kleinen, rotierenden Seitenbürste.

Die Oberseite des Roboters sieht schick aus, zieht aber etwas viel Staub an. Von den Touch-Bedienflächen ist manwieder weggekommen, das ist schon eine gute Entscheidung. Der Saros 20 Sonic kommt mit einer eleganten Docking-Station. Die Frisch- und Schmutzwasserbehälter sind ordentlich verkleidet und machen einen aufgeräumten Eindruck. Zu schätzen weiß ich nach dem einen oder anderen Saug- und Wischrobotertest die geringe Höhe dieser – denn die passen direkt unter den Wasserhahn im Bad.


Das Türchen für den Staubbeutel ist beim diesjährigen Modell etwas anders gelöst und hält magnetisch. Da störte mich etwa beim Saros Z70 eine Blende, die man komplett abnehmen musste. Die Oberfläche hält man jetzt matt und damit weniger spiegelnd sowie anfällig für Staub oder Fingerabdrücke. (Der Klavierlack beim Vorgänger war da nicht ganz so mein Fall). Alles in allem eine – Wortspiel beabsichtigt – saubere Lösung. Weiterhin nicht zur Optik passt das graue Kabel beim schwarzen, mir vorliegenden, Modell.

Die Einrichtung des Saugroboters geht wie üblich flott vonstatten. Account einloggen, QR-Code scannen, WLAN verbinden, los kann es gehen. Nach einer schnellen Runde der Kartierung – welche dank Laser wirklich schnell und zielführend abläuft, kann es dann mit den ersten Reinigungen losgehen. Im Zuge der Kartierung werden inzwischen auch einige Möbelstücke erkannt, wenngleich die Raumnamen da, trotz hiesig typischer Bestückung mit Möbeln, nicht passen. Da muss man dann nochmals händisch ran – also alles unverändert.

Der Saros 20 Sonic navigiert präzise und systematisch durch meine Räumlichkeiten. Ich habe auch weiterhin das Gefühl, dass die Laser-Lösung zielführender navigiert (als etwa beim Saros Z70). Hindernisse werden sinnvoll und vorsichtig umfahren. Auf Wunsch macht er auch mit der verbauten Kamera Fotos der Hindernisse, die dann an der entsprechenden Stelle der Karte angezeigt werden. Ansonsten gibt es nur Symbole anhand der (sehr guten) KI-Erkennung. Auch Kabel, Stühle oder gar meine Waage werden dort vermerkt. Probleme mit rumfliegenden Kabeln hatte ich bis dato keine, da war der Saros 10 aber ja dank VertiBeam auch schon recht gut. Der Saros 20 Sonic fährt den Laserturm auch wirklich nur dann ein, wenn es sein muss. Wie sensibel er dabei sein soll, kann man in der App festlegen. Damit passt er haargenau dank einer geringeren Bauhöhe von unter 8 Zentimetern unter mehr Möbelstücke. Damit ist er der perfekte Kandidat, für alle die eine flache Bauweise mit einer gewohnt guten Laser-Navigation kombiniert haben wollen.

Ansonsten: Schwellen werden ebenfalls in der Karte verzeichnet. Da kann man dann (aus Sicherheitsgründen) auch festlegen, ob diese Stelle überwunden werden soll. Hier hatte er bei mir fälschlicherweise einen Bereich im Bad markiert, kann man aber auch jederzeit löschen. An den Schwellen-Stellen greift der Roboter auf seine neuen Kletterarme zurück. Das Chassis bei der Saros-20-Serie ist anhebbar und der Reinigungshelfer kann sich bei Bedarf aufbocken, um Schwellen mehrerer Zentimeter zu überwinden. Hier war er aber bei von mir künstlich erstellten Hindernissen doch oftmals zaghaft, diese zu überwinden und so versuchte er oftmals eher tänzelnd vor der Engstelle, ob sich eine Alternativroute auftut. Wenn er sich dann aber mal aufbockt, dann kann er Schwellen mit drei bis vier Zentimeter tatsächlich überwinden. Bisher hat er sich – anders als der Saros 10 – nicht auf den Füßen meiner Schwingstühle festgefahren, die erhoffte Verbesserung ist hier also eingetreten. Allerdings eher aufgrund von einer geänderten Hindernisumfahrung. Absichtlich zwischen die Stuhlbeine hineinmanövriert konnte er sich nicht eigenständig befreien – zugegebenermaßen teils auch aufgrund der Enge der Stuhlbeine ein Ding der Unmöglichkeit. In der App können übrigens verschiedenste Einstellungen zur Reinigung vorgenommen werden:

Im Praxistest muss sich ein solcher Reinigungshelfer vor allem bei der Putzleistung unter Beweis stellen. Der Saros 20 Sonic kann wahlweise Saugen, Wischen oder beides gleichzeitig. Beim reinen Saugen legt er seinen Wischmopp im Dock ab, das ist auch möglich, etwa um Teppiche zu reinigen. Ich könnte im alltäglichen Gebrauch nicht die (Mehr-) Saugleistung unterschiedlicher Modelle der letzten Jahre unterscheiden. Ob das nun 22.000 Pa (Saros 10) oder 36.000 Pa (Saros 20 Sonic) sind – geschenkt. Die Saugleistung der Roborock-Flaggschiff-Modelle kann überzeugen und mit der ausfahrbaren Seitenbürste sind auch Randbereiche von Staub und Haaren befreit. Mit den Duo-Divide-Bürsten habe ich auch mit langen Haaren nur noch wenige Probleme mit Verwicklungen. Das macht das manuelle Säubern des Roboters erheblich einfacher. Netter Nebeneffekt des regelmäßigen Saugens und Wischens, den ich hier mal allgemein und nicht modellspezifisch anbringen möchte: Ich muss kaum noch irgendwelche Möbel abstauben.
Am meisten getan hat sich für meinen Geschmack bei der Wischfunktion. Im vergangenen Jahr war ich da etwas unglücklich über das Wischtuch und den kleinen Seitenmopp zur Kantenreinigung, der spazieren getragen wurde. Letzterer war auch nicht unbedingt so toll in der (manuellen) Reinigung. Was beim Vorgänger nicht ging: Den Wasserfluss stufenlos über die App einstellen. Da hat man hier nun nicht nur vier Stufen, sondern man kann hier viel feiner steuern. Auch lässt sich die Schrubbintensität unabhängig vom Wasserfluss einstellen. Der erhöhte Wischdruck lässt zumindest bei alltäglichen Verschmutzungen keine Wünsche offen. Streifen werden beim Wischen keine sichtbaren hinterlassen. Weder auf Parkett, noch auf den Fliesen. Aber besonders gelungen ist das neue Kantenwischsystem. Hierbei wird die Wischeinheit einfach zur Seite ausgefahren. Und zwar wirklich bis zur Sockelleiste. Da gibt es absolut keinen ungereinigten Bereich.

Das neue Kantenwischsystem

Trotz Reinigungssystem muss man hin und wieder selbst Hand anlegen und den Roboter sowie dessen Dock reinigen: Die Bodenplatte vom Dock muss hin und wieder von Staub und (je nach Wasser) auch Kalk befreit werden. Während sich die Wassertanks aufgrund ihrer Bauweise leichter reinigen lassen, fällt die Reinigung der Bodenplatte aufgrund diverser Selbstreinigungsfunktionen nicht ganz so einfach aus – sie ist auch nicht herausnehmbar, wie bei vielen anderen Modellen mit den rotierenden Wischmopps.
Unterm Strich? Der Roborock Saros 20 Sonic ist aufgrund seines einziehbaren Laser-Turms ein Modell, welches eine flache Bauweise mit einer hervorragenden Navigation vereint. Auch ansonsten lässt solch ein Modell aus der Flaggschiff-Klasse wohl kaum Wünsche offen. Eine Revolution darf man hier aber keineswegs erwarten. Man merkt aber, dass die Entwicklungen im Bereich Saug- und Wischroboter langsamer vorangehen und man nun eher auf konsequente Weiterentwicklungen mit kleineren Verbesserungen als neuen Top-Features setzt. Roborock hat für mich in diesem Segment weiterhin die Nase vorne, was die App und die Einstellungsmöglichkeiten angeht. Dank Matter-Unterstützung lässt sich der Saugroboter auch von anderen Smart-Home-Ökosystemen aus ansteuern oder automatisieren.

Während ich im Vorjahr vor allem das Wischen sowie das Kantenwischsystem monierte, bin ich in diesem Jahr hiervon wesentlich überzeugter. Das ausfahrbare Mopp-Pad kommt bei der Kantenreinigung besser an die Ränder, als den kleinen rotierenden Mopp des Vorgängermodells, oder auch die ausfahrbaren großen rotierenden Mopps. Das hat man sehr elegant gelöst. Bei seinen neuen Kletterfähigkeiten zeigte sich der Saros 20 Sonic eher zaghaft. Während die Esszimmer-Schwingstühle für den Saros 10 teils Endgegner waren und das Ende einer Reinigung bedeuteten, konnte ich nach zahlreichen Reinigungszyklen mit dem Saros 20 Sonic bis dato keine Probleme in diese Richtung feststellen, wenn auch nicht aufgrund der neuen Kletter-Skills. Ob die Verbesserungen die entsprechenden Aufpreise zu den älteren Modellen aufwiegen? Wohl kaum. Aber wer es nicht eilig zuzugreifen, der kann spätestens bei sinkenden Preisen hier für ein rundes Gesamtpaket beim Saros 20 Sonic zuschlagen. Ansonsten stellt sich natürlich immer die Frage, ob man denn alle (Flaggschiff-) Funktionen braucht, oder ob sich am, mit zahlreichen Modell-Diversifizierungen, überfüllten Markt nicht ein günstigeres Modell findet.
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