Kaum ist das Set zu Teenage Mutant Ninja Turtles ein paar Wochen auf dem Markt, da ballert Wizards of the Coast für das Trading-Card-Game (TCG) Magic: The Gathering auch schon die nächste Erweiterung raus. „Geheimnisse von Strixhaven“ ist dieses Mal ein In-Universe-Set, stellt also zur Abwechslung kein Crossover mit einer bekannten Marke dar. Dafür lässt man sich auf grandiose Weise von der Vergangenheit des Kartenspiels inspirieren. Denn im Rahmen des Mystischen Archivs erstehen legendäre Zaubersprüche wieder auf.
Denn was Hogwarts im Universum von Harry Potter darstellt, ist Strixhaven in der Welt von Magic: The Gathering – eine legendäre Zauberschule. Doch es kehren nicht nur extrem mächtige Zaubersprüche als Teile des Mystischen Archivs zurück, es gibt auch Kreaturen, welche Classic-Spells „vorbereiten“. Das heißt, ihr könnt sie dann über die Kreaturen als Umweg sprechen. Da sind schon einige Hausnummern wie z. B. „Blitzschlag“ oder der „Dämonische Lehrmeister“ mit von der Partie. Teilweise ist dies sogar mehrfach möglich, denn unter bestimmten Bedingungen lassen sich die Sprüche neu vorbereiten.
„Geheimnisse von Strixhaven“ knüpft dabei quasi an das vorherige Set „Strixhaven: Akademie der Magier“ aus dem Jahr 2021 an. Dabei gibt es nicht nur zahlreiche neue Mechaniken, sondern auch traditionelle Fähigkeiten wie Bemannen, Rückblende und mehr, die zurückkehren.
Die Mechaniken von „Geheimnisse von Strixhaven“
Dass es in „Die Geheimnisse von Strixhaven“ Kreaturen mit vorbereiteten Zaubersprüchen gibt, hatte ich ja direkt erwähnt. Doch es warten noch weitere, neue Mechaniken. Beispielsweise wären das die Paradigma – das sind mächtige Zauber, deren Effekte am Ende jeder Runde wirken. Die Karten mit Schlagfertig hingegen verfügen über Effekte, die immer dann ausgelöst werden, sobald Spontanzauber oder Hexereien auf Kreaturen zielen. Die Fähigkeit Infusion wiederum löst unterschiedliche Effekte aus, sobald ihr Lebenspunkte erhaltet. Inkrement wiederum spendiert Kreaturen 1/ 1-Marken, wenn mehr Mana ausgegeben wird als ihre Stärke oder Widerstandskraft.
Fehlt noch Opus. Diese Fähigkeit löst verschiedene Grundeffekte aus, wenn ihr einen Spontanzauber oder eine Hexerei wirkt. Dazu gibt es aber stets auch einen noch mächtigeren Effekt, falls ihr fünf oder mehr Mana ausgegeben habt, um den Zauberspruch zu wirken. Dabei haut Wizards of the Coast diese Mechaniken aber nicht beliebig ins Spiel, sondern ordnet sie jeweils unterschiedlichen Fraktionen von Strixhaven zu – Silberkiel, Prismari, Blütenwelk, Kundhort und Quandrix. Diese entsprechen bestimmten Farben bzw. Farbkombinationen. Prismari steht z. B. für Rot/Blau.
Hier habe ich mir dann auch das auf dem Artikelbild zu sehende Commanderdeck „Prismari-Kunstfertigkeit“ einmal angesehen. Dieses kombiniert sehr mächtige, aber auch kostspielige, Zaubersprüche der Farben Rot/Blau mit allerlei Mitteln und Wegen, um jene vergünstigt oder schneller rauszuhauen. Nennt man im Fachjargon auch gerne Spellslinger-Deck. Die Kreaturen dienen in diesem Deck also weniger dazu, den Gegner direkt anzugreifen, sondern beschleunigen oder verstärken eure mächtigen Zaubersprüche.
Das Deck ist als Startoption eine ganz gute Sache, allerdings sind auch einige Karten enthalten, die sich nicht so recht in die Gesamtstrategie einfügen und durch anderweitige Upgrades ersetzt werden könnten. Beispielsweise wäre „Feen-Genie“ so ein Kandidat. Das ist an sich eine tolle und recht wertvolle Karte, also ein schöner Reprint. Das Ziehen von Karten ist in diesem Deck allein aber nicht so entscheidend. Die vorgefertigten Commander-Decks sind aber im Grunde stets als eine Art solide Basis gedacht, die euch auf Ideen bringen kann und nachträgliche Updates ermöglicht.
Das Highlight von „Geheimnisse von Strixhaven“ ist aber eben das Mystische Archiv. Das legt auch klassische Zaubersprüche wie „Willenskraft“ neu auf. Die Karten gibt es zudem in Sonderauflagen in japanischer Sprache mit speziellem Artwork. Die Krönung sind dann die sogenannten „Silver Scroll Foils“. Diese nutzen sogar eine sehr ansehnliche Prägung. Klar, so treibt Wizards of the Coast natürlich auch wieder den Sammelwahn an. Immerhin sind aber nicht nur viele der Karten aus dem Mystischen Archiv entweder sehr spielstark oder wunderschön gestaltet, sondern auch in jedem Booster zu finden. Das macht die abstrusen Graffiti-Designs von z. B. Ätherdrift doch gleich vergessen.
Mein Fazit
Magic: The Gathering mag durch Crossover mit Final Fantasy, Avatar: Herr der Elemente oder Teenage Mutant Ninja Turtles neue Spieler anlocken, aber ein klassisches Set wie „Geheimnisse von Strixhaven“ ist es, das Veteranen bei Laune hält. Das Mystische Archiv ist eine großartige Idee und die neuen Mechaniken wie die Vorbereitung von Zaubersprüchen bringen zugleich neue Kniffe ins Spiel wie sie auch auf die Vergangenheit anspielen.
Zu haben ist „Geheimnisse von Strixhaven“ in Form von Play-Boostern, Sammler-Boostern, Commander-Decks, Prerelease-Packs, Draft Night, Bundles und Kodex-Bundles. Ich selbst spiele Magic: The Gathering seit Mitte der 1990er-Jahre so on and off und erkenne in diesem Set eben auch mit viel Nostalgie Karten aus meiner Jugend wieder. Insofern lohnt es sich auf jeden Fall, sich diese Erweiterung anzuschauen.
Wichtiger Tipp jedoch: Habt ihr es auf einzelne Karten abgesehen, dann ergibt es in aller Regel mehr Sinn diese gezielt als Singles auf bekannten Plattformen von anderen Spielern zu kaufen oder in einem lokalen Fantasy-Laden zu ertauschen. Der Kauf von Boostern und Co. ist fürs gemeinsame Zocken, z. B. bei Draft-Nights, Sealed-Deck-Turnieren und mehr, gedacht.
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