#DHDL – bae: Es gibt auch Meilensteine für Investoren

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Gerade Gründerteams im Fundraising-Prozess sind sie hinlänglich bekannt: Meilensteine. Hierbei werden oft die weiteren Zahlungen der Investoren an die Erfolge geknüpft. Doch dass das auch andersherum geht, zeigten die Gründerinnen von bae bei “Die Höhle der Löwen”.

bae: Es gibt auch Meilensteine für Investoren

Freitag, 25. Oktober 2024VonRuth Cremer

Laura Schmidel und Lorena Unterrader, die Gründerinnen von bae treat, waren sich wohl bewusst, dass ihr Produkt die Löwen nicht sofort in helle Aufregung versetzen würde, denn sie starteten ihren Pitch direkt mit einem Alarmsignal beim Wort “Haferriegel”. Und natürlich gab es schon so einige Riegel nicht nur in der Sendung “Die Höhle der Löwen” zu sehen, auch die Regale sind schließlich voll mit einer breiten Auswahl verschiedenster Ausführungen dieser Snacks.

Doch die Gründerinnen argumentierten auch, dass ihre Riegel durchaus einen USP vorzuweisen haben, denn nicht nur enthalten sie viel weniger Zucker und gute vegane Zutaten. Vor allem arbeitet das junge Startup auch mit sogenannten Präbiotika, Stoffen, die den guten Bakterien im Darm als Nahrung dienen und so bei einer gesunden Darmflora helfen können.

Zumindest vom Geschmack waren die Löwen dann auch sehr angetan, denn sowohl die Riegel als auch das bereits auf dem Markt befindliche vorherige Produkt, die “Bites” – cremig gefüllte Snack-Kugeln – ernteten viel Lob.

Und Food-Löwe Tillmann Schulz bestätigte dann auch, dass Produkte mit Präbiotika in den USA schon zahlreich vertreten wären, in Deutschland aber noch nicht.

Doch nicht nur ihre Produkte überzeugten, auch die Gründerinnen selbst. Denn sie hatten in den ersten 3 Monaten bereits rund 60.000 Euro umgesetzt und traten überaus kompetent, aber vor allem auch ausstrahlungsstark und überaus motiviert auf.

Das beeindruckte vor allem Handelslöwe Ralf Dümmel, der aber schließlich doch absagte, da er bereits mehrere Startups mit Riegeln im Portfolio hat.

Auch die weiteren Löwen sagten nach und nach ab – weil sie den Wettbewerb als zu groß ansehen oder das Produkt sie nicht 100%ig ansprach.

Bis schließlich nur noch Tillman Schulz übrig blieb, der sich aber absolut begeistert zeigte. Er machte den Gründerinnen ein Angebot und betonte, dass er zu 120% hinter dem Startup stehen würde, sich als ideale Ergänzung sieht – aber für die 180.000 Euro 25% statt der nur angebotenen 20% des Unternehmens möchte.

Die Gründerinnen berieten sich und sorgten für einen recht lustigen Moment in der Sendung, denn zunächst sah es nach einer direkten Zusage aus, doch als Tillmann Schulz für die besiegelnde Umarmung aufspringen wollte, bremsten sie ihn und kündigten eine zusätzliche Bedingung an.

Für die letzten 5% seiner geforderten Anteile sollte der Löwen 5000 Listungen der bae-Produkte realisieren.

Hier wurde ein Klassiker der Startup-Welt einmal herumgedreht, denn normalerweise sind es die Startups, für die die Auszahlung der Investment-Summe in Tranchen geschieht. Tatsächlich ist es üblich, dass nur die allererste Tranche – oft zum Beispiel nur ein Drittel der vereinbarten Investment-Summe – direkt nach Unterzeichnung der Beteiligung überwiesen wird. Alle weiteren sind an sogenannte “Meilensteine” gebunden – das können zum Beispiel erreichte Kunden, Umsätze oder auch Schritte in der Entwicklung sein. Investoren schützen sich so vor allzu großen Verlusten, sollte es so gar nicht klappen mit den Wachstums- oder Entwicklungsplänen des Startups.

Doch dies geht eben auch andersherum: besonders dann, wenn ein Investor hohe Mehrwerte abseits des Geldes verspricht, sind Gründerteams sogar gut beraten, zu überlegen, wie man diese Mehrwerte vielleicht als Meilensteine formulieren kann.

Laura und Lorena von bae haben genau das getan. Und sie stiegen in diese Verhandlung auch noch sehr schlau ein: sie erinnerten Tillmann Schulz an sein Statement, dass er zu 120% hinter ihnen stehen würde. Das impliziert, dass er natürlich ohnehin vor hat, sein Möglichstes für das Startup zu tun und alle seine Mehrwerte einzubringen. Die tatsächliche Erfüllung seiner Versprechen an die letzten 5% seiner angestrebten Anteile zu binden sollte ihn also nicht schocken.

Und die Taktik ging auf, der Food-Löwe fand die Aktion sogar gut, denn so kann er sicher sein, dass die Gründerinnen auch in zukünftigen Verhandlungen nicht so einfach überrollt werden können, schließlich haben sie ihr Verhandlungsgeschick bereits bewiesen.

Es kam also doch noch zur Deal-Umarmung, und nach Abgang der Gründerinnen sparten die Löwen nicht mit Respekt für die Aktion – auch wenn die sehr patriarchalisch geprägte Formulierung “die haben Balls” der eigentlich als feministischen Vorreiterin bekannten Tijen Onaran ein wenig seltsam anmutet.

Denn natürlich kann man ein solches Vorgehen schlicht als Mut und gute Verhandlungstaktik bezeichnen. Vielleicht ist das aber zu kurz gedacht, denn man kann auch viel mehr darin sehen: die Fürsorge und die Leidenschaft, das eigene Startup nach vorne zu bringen und dafür die richtigen Mitstreiter zu finden.

#DHDL – fredis Kinderdusche, bae treat, CityCaddy, Bulgurcups, Season treten vor die Löwen

#DHDL

Es geht wieder in die Löwen-Höhle! An diesem Montag flimmert bei Vox erneut die erfolgreiche Gründer-Show “Die Höhle der Löwen” über den Bildschirm. In der aktuellen Folge pitchen fredis Kinderdusche, bae treat, CityCaddy, Bulgurcups und Season.

fredis Kinderdusche, bae treat, CityCaddy, Bulgurcups, Season treten vor die Löwen

Montag, 21. Oktober 2024VonTeam

Seit zehn Jahren gibt es nun die erfolgreiche Vox-Gründershow “Die Höhle der Löwen (DHDL). Auch im Jubiläumsjahr wittert das mehrköpfige Löwenrudel in der mittlerweile 16. Staffel wieder fette Beute. Die Jury besteht in dieser Staffel aus der Familien-Löwin Dagmar Wöhrl, dem Sales-Löwen Carsten Maschmeyer, dem Regal-Löwen Ralf Dümmel, dem Pharma-Löwen Nils Glagau, der Venture-Capital-Löwin Janna Ensthaler, dem Produkt-Löwen Tillman Schulz und der Diversity-Löwin Tijen Onaran.

Die DHDL-Startups der Woche

fredis Kinderdusche aus Stralsund


Mit fredis Kinderdusche möchten Astrid Förster (35) und Rico Priewe (35) das Leben der Kinder und der Eltern erleichtern. “Duschen ist für viele Kinder ein Graus. Besonders, wenn es um das Thema Haarewaschen geht”, weiß die zweifache Mutter. Oft liege es daran, dass die Badezimmer auf die Größe der Erwachsenen ausgerichtet seien. Alles wirkt steril, Waschbecken und Toilette sind zu hoch angebracht und aus der Duschbrause kommt massig Wasser. Damit es künftig keinen Frust und Tränen mehr bei den Kindern gibt, und keinen Stress bei den Eltern, hat das Gründerpaar fredis Kinderdusche entwickelt, die speziell auf die Bedürfnisse von Kindern ausgerichtet ist und so für maximalen Duschspaß sorgen soll. Sie besteht aus einem Panel, die es mit vielen unterschiedlichen Motiven, wie z. B. einem Wal, einem Feuerwehrauto oder einer Weltkarte gibt. Auf der Rückseite befinden sich vier Saugnäpfe und spezielle Klebepads für raue Wände, die eine leichte Installation garantieren. “Damit muss weder gebohrt werden und es wird kein Werkzeug benötigt”, verspricht Rico Priewe. Im Lieferumhang enthalten ist ein Duschschlauch sowie der dazugehörige Adapter, so soll sich alles leicht an die gängige Armatur anschließen – sowohl für Dusche als auch Badewanne. fredis Kinderdusche ist flexibel an die Größe des Kindes anpassbar und die Kinder können selbst zwischen zwei Duschmodi wählen – ein punktueller oder breiter Wasserstrahl. Ihr Ziel: Den Kindern endlich zu ermöglichen, selbstbestimmt zu duschen. Um fredis Kinderdusche auf dem breiten Markt zu etablieren und so das Leben von Millionen von Familien zu erleichtern, sind Astrid Förster und Rico Priewe auf der Suche nach einem strategischen Investor. Ihr Angebot an die Löwen: 200.000 Euro für 15 Prozent der Firmenanteile an dem Familienunternehmen.

bae treat aus A- St. Johann in Tirol


Laura Schmidel (26) und Lorena Unterrader (25) bringen ihre Soft-Haferriegel und gefüllten Bites mit Präbiotika in die Höhle. Warum noch ein neuer Riegel? “Scheinbar gesunde Haferriegel enthalten in Übermaßen Zucker und bieten kaum einen Nährwert”, so Laura Schmidel. Lorena Unterrader ergänzt: “Wir wollten den echten Haferriegel mit Mehrwert mit viel Geschmack, wenig Zucker und extra Präbiotika.” Herausgekommen ist bae – die Marke für Produkte, die den Darm glücklich machen sollen. Sie enthalten neben 35 Prozent Hafermehl auch Nussmus, Buchweizen und eine spezielle Präbiotika-Mischung. “Präbiotika sind die kleinen Helden in unseren Soft Hafer-Riegeln und gefüllten Bites! Sie kommen in Form von resistenten Tapiokafaserdextrin und Agaven-Inulin vor. Präbiotika sind nicht verdauliche Nahrungskomponenten, die das Wachstum und die Aktivität nützlicher Darmbakterien fördern, was zur Erhaltung einer gesunden Darmflora beiträgt. Zudem enthalten sie 40 Prozent weniger Zucker als vergleichbare Produkte bei vollem Geschmack”, erklärt Lorena Unterrader. In ihrem Sortiment bieten die Gründerinnen drei verschieden Sorten “Brownie Haselnuss”, “Banana Schoko Crunch” und “Apfel Crunch Zimt” an, sowie Bites mit cremiger Extra-Füllung in verschiedenen Geschmacksrichtungen. Alle Produkte sind vegan und in Bio-Qualität. Um mit ihrem Startup wachsen zu können, suchen Laura Schmidel und Lorena Unterrader einen strategischen Investor und benötigen ein Investment von 180.000 Euro. Im Gegenzug bieten sie 20 Prozent ihrer Firmenanteile an.

CityCaddy aus Hamburg


Elke Jensen (74, Design-Professorin a.D.) möchte in der Höhle eine ganz besondere Botschaft vermitteln: “Wir sollten alle einen anderen Blick auf das Alter bekommen. Das Alter ist nicht nur etwas Hartes, sondern hat auch sehr schöne Seiten. Freut Euch aufs Alter!” Gemeinsam mit Ulrike Mann (50) möchte die 74-Jährige ältere Menschen stilvoll in Bewegung bekommen. Elke Jensen selbst ist eine begeisterte Geherin und kommt im Schnitt auf ihre 10.000 Schritte täglich: “Gehen fördert die mentale Gesundheit, sie fördert die körperliche Fitness und hält uns frisch. Doch manche Menschen haben gewisse Schwächen und es bedarf an Unterstützung, um diese Bewegungen machen zu können.” Mit ihrem CityCaddy hat sie einen exklusiven Alltagsbegleiter für alle Menschen entwickelt, die sich mehr Stabilität beim Gehen wünschen und sich an einem schönen Design erfreuen. Dabei definiert er eine neue Produktkategorie und füllt die Lücke zwischen dem klassischen Einkaufstrolley und Rollator, ohne dass es langweilig oder wie ein medizinisches Produkt aussieht. Mit einem einfachen Wechsel der Position vom Schieben zum Ziehen lassen sich Stufen leicht überwinden und Rolltreppen problemlos nutzen. Der CityCaddy hat eine abnehmbare Tasche, ist stufenlos höhenverstellbar, einfach zusammenklappbar und der Wegrollstopper sorgt dafür, dass er nicht wegdriftet. Mit einem Investment von 300.000 Euro sollen u. a. die Marketingaktivitäten ausgebaut werden. Im Gegenzug bietet Elke Jensen 15 Prozent der Firmenanteile an.

Bulgurcups aus Köln


Gründer Muhammet Bulat (30) nimmt die Löwinnen und Löwen mit in die Welt der Aromen und Traditionen des Orients. Mit seinem Startup Bulgurcups möchte er nun endlich ankommen und die Investor:innen von seinen gesunden Instant-Fertiggerichten begeistern. Bulgur ist fester Bestandteil der orientalischen Küche und ein echtes Superfood. Die Getreidekörner werden zuerst dampfgegart, dann getrocknet und anschließend je nach Bedarf zerkleinert. “Durch diesen schonenden Prozess sind so gut wie alle Nährstoffe, Vitamine und Mineralien erhalten”, erklärt der Gründer. Trotzdem ist Bulgur hier in Deutschland noch nicht sehr verbreitet und das möchte er nun ändern. Seine Bulgurcups sind innerhalb von fünf Minuten fertig, zu 100 Prozent aus natürlichen Zutaten mit einem hohen Gemüseanteil sowie vegan und proteinreich. Im Gegensatz zu herkömmlichen Instantgerichten enthalten die Bulgurcups kein Palmöl, keine Geschmacksverstärker und künstliche Aromen. Ein Deal ist für Muhammet Bulat überlebenswichtig: “Ich bin gerade an der Liquiditätsgrenze. Wenn ich jetzt kein Investment bekomme, dann muss ich aufhören.” Sein Angebot: 80.000 Euro für 15 Prozent der Firmenanteile. Obwohl es Food-Liebhaber Ralf Dümmel und seinen Löwen-Kolleg:innen schmeckt, steigt einer nach dem anderen aus. Ein erneuter Fehlschlag für den sichtlich emotionalen Gründer. Oder doch nicht?

Season aus Viersen


Gründerin Shanel Chien (30) hat in ihrem Leben bereits schwere Zeiten durchmachen müssen, denn sie litt unter Depressionen. Auf der Suche nach sich selbst lernte sie sich und ihren Körper immer besser kennen. Die Auseinandersetzung mit ihrem Zyklus brachte sie am Ende auch auf ihre Geschäftsidee: Season. Eine Zyklus-App, die menstruierenden Personen helfen soll, ihr Leben entsprechend der jeweiligen Zyklusphase sinnvoll zu planen. “In den vier verschiedenen Phasen des Zyklus fühlen wir uns anders. Wir können manche Dinge besonders gut und manchmal weniger gut. Leider wissen die Wenigsten davon und können ihren Zyklus nicht zu ihrem Vorteil nutzen”, so die Gründerin. Die Zyklus-Kalender App Season beinhaltet den klassischen Terminkalender und die Vorausschau zeigt an, in welcher hormonellen Phase man sich befindet wird. Entsprechend der jeweiligen Phase gibt es eine Sport- und Ernährungsempfehlung. Löwin Tijen Onaran ist von der Gründerin und ihrer Geschichte zu Tränen gerührt. Aber wird sie auch 100.000 Euro für zehn Prozent der Firmenanteile investieren?

Tipp: Alles über die Vox-Gründershow gibt es in unserer großen DHDL-Rubrik.

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Foto (oben): RTL / Bernd-Michael Maurer

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