Umstrittenes Werbevideo: Türkei kämpft mit allen Mitteln um Urlauber

Die Strände in Antalya sind aktuell leer: die Türkei hofft auf Touristen für diesen Sommer
Die Strände in Antalya sind aktuell leer: die Türkei hofft auf Touristen für diesen Sommer

Mustafa Ciftci / Anadolu Agency

Ein Werbefilm des türkischen Tourismusministeriums hat für negative Schlagzeilen und viel Kritik aus der Opposition gesorgt.

Tourismus ist einer der wichtigsten Wirtschaftszweige und war im vergangenen Jahr um rund 70 Prozent eingebrochen.

Die Menschen in der Türkei dürfen bis zum 17. Mai nur aus dringenden Gründen raus, aber Touristen haben freien Passierschein.

Das Werbevideo des türkischen Ministeriums für Kultur und Tourismus sollte eigentlich ausländische Touristen locken. Doch innerhalb kürzester Zeit wurde der Werbespot aus dem Verkehr gezogen. Grund dafür war die heftige Kritik der Opposition.

Im Video sieht man das glasklare Meer und zufriedene Hotelgäste: „Saubere Badeorte und geimpftes Personal! Wir nennen es doppelte Sicherheit für den Tourismus! Kommen Sie und genießen Sie in Ruhe.“ Dann sieht man Hotelmitarbeiter, die Touristen mit Masken begrüßen: „Genießen Sie es – ich bin geimpft worden“.

“>

Externer Inhalt nicht verfügbar

Ihre Privatsphäre-Einstellungen verhindern das Laden und Anzeigen aller externen Inhalte (z.B. Grafiken oder Tabellen) und Sozialen Netzwerke (z.B. Youtube, Twitter, Facebook, Instagram etc.)

Zur Anzeige aktivieren Sie bitte die Einstellungen für Soziale Netzwerke und externe Inhalte in den Privatsphäre-Einstellungen.

Der türkische Oppositionsführer Kemal Kilicdaroglu kritisierte das Ministerium in Ankara: „Jetzt haben wir endlich auch ein Ministerium, das sein eigenes Volk demütigt.“

Auch der Ex-Wirtschaftsminister kritisierte die Regierung aufs schärfste: „Wir verdienen keine Regierung, die ihre eigenen Bürger für so wertlos hält. Sie haben das Volk ohne Impfstoff gelassen. Sie versenkten das ganze Land, einschließlich der Tourismusindustrie. Das Land kann nicht durch Demütigung oder Täuschung seiner Bürger regiert werden.“

Vergangene Woche hatte der türkische Außenminister bei einem Besuch in Berlin eindringlich bei den Deutschen für Sommerurlaub in der Türkei geworben. Jeden, den Touristen zu Gesicht bekommen könnten, werde man bis Ende Mai impfen, versprach Mevlüt Cavusoglu – und löste damit gleich noch mehr Frustration aus. Die Impfkampagne in der Türkei startete mit schnellem Tempo, verläuft aber inzwischen schleppend. Bis Freitag wurde 17,4 Prozent der türkischen Bevölkerung mindestens einmal geimpft.

Tourismus ist die wichtigste Branche für die Türkei

Der Tourismus ist einer der wichtigsten Wirtschaftszweige in der Türkei und war im vergangenen Jahr um rund 70 Prozent eingebrochen. Im Jahr vor der Pandemie erwirtschaftete die Türkei 20 Milliarden Euro mit Touristen. 2020 brachen die Einnahmen um zwei Drittel ein. Für die Regierung in Ankara ist klar, dass die ohnehin wirtschaftlich angeschlagene Türkei nicht noch mal so eine Saison verkraften kann.

Die Bevölkerung bekommt die Wirtschaftskrise am schwersten zu spüren. Die Inflation liegt aktuell bei rund 17 Prozent. Vor allem Lebensmittel werden immer teurer. Nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts „Metropoll“ gaben rund 27 Prozent der Befragten an, mit ihrem Einkommen ihre Grundbedürfnisse nicht decken zu können.

Die türkische Währung steht auch nur knapp über dem Rekordtief. Am Freitagmorgen wurden für einen Euro 10,22 Lira gezahlt, was einem Kurseinbruch von über acht Prozent entsprach.

Türken dürfen nicht raus

Die Menschen in der Türkei dürfen bis zum 17. Mai nur aus dringenden Gründen wie zum Einkaufen oder zum Arztbesuch auf die Straße. Einige Berufsgruppen und Touristen sind ausgenommen – Urlauber dürfen sich frei bewegen.

Die Türken reagierten in den sozialen Medien mit Humor auf diese Regelung der türkischen Regierung. „Türkei unbegrenzt, jetzt ohne Türken erhältlich“, heißt es auf einem Satire-Werbeplakat für Urlaub an den mediterranen Küsten des Landes.

“>

Externer Inhalt nicht verfügbar

Ihre Privatsphäre-Einstellungen verhindern das Laden und Anzeigen aller externen Inhalte (z.B. Grafiken oder Tabellen) und Sozialen Netzwerke (z.B. Youtube, Twitter, Facebook, Instagram etc.)

Zur Anzeige aktivieren Sie bitte die Einstellungen für Soziale Netzwerke und externe Inhalte in den Privatsphäre-Einstellungen.

Hinter der umstrittenen Regelung steht der Versuch der Regierung unter dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan, die hohen Fallzahlen in den Griff zu bekommen. Die tägliche Zahl der Neuinfektionen lag noch Mitte April bei mehr als 60 000 Fällen in dem Land, in dem etwa gleich viele Menschen leben wie in Deutschland.

Kritiker warfen Erdogan vor, die Situation selbst verschuldet zu haben, unter anderem, weil er Parteikongresse in vollgepackten Hallen abhielt. Inzwischen sinken die Fallzahlen wieder und lagen nach offiziellen Angaben zuletzt bei unter 20 000 täglich.

Corona-Pass: EU einigt sich auf gemeinsamen Nachweis für Geimpfte, Getestete und Genesene

Home » Politik » Welt »

Corona-Pass: EU einigt sich auf gemeinsamen Nachweis für Geimpfte, Getestete und Genesene

  • Profielfoto Business Insider Deutschland

Touristen in Florenz, Italien
Touristen in Florenz, Italien

Paolo Lo Debole/Getty Images

Die EU-Staaten und das EU-Parlament haben sich auf einen europaweiten Nachweis für Corona-Impfungen, negatives Tests und überstandene Erkrankungen geeinigt.

Für EU-Bürger bedeutet Corona-Pass, dass sie leichter innerhalb Europas verreisen können.

Die EU-Staaten behalten aber einige Rechte für Sonderregeln.

Rechtzeitig vor der Sommersaison haben sich die EU-Länder und das EU-Parlament auf ein europaweites Zertifikats zum Nachweis von Corona-Impfungen, -Tests und überstandenen Covid-19-Erkrankungen geeinigt. Das teilte die portugiesische Ratspräsidentschaft am Donnerstagabend in Brüssel mit. Damit wächst die Chance auf weitere Reiseerleichterungen in der EU. Portugal hat derzeit turnusgemäß den Vorsitz der EU-Länder inne.

Bis zuletzt war darüber gestritten worden, in welchem Maß EU-Länder Reiseerleichterungen und Restriktionen selbst bestimmen können. Der Kompromiss sieht nun vor, dass nicht in die Hoheit der Mitgliedsstaaten eingegriffen wird, aber zusätzliche Beschränkungen wie etwa Quarantäne für negativ Getestete, Geimpfte oder Geheilte nur eingeführt werden sollen, wenn es etwa die Infektionslage erfordere.

Einführung der Covid-Zertifikate unklar

Noch ist unklar, wann genau das europäische Zertifikat in den einzelnen Ländern eingeführt werden soll. Aus dem Bundesgesundheitsministerium hieß es noch am Anfang der Woche, man gehe aktuell davon aus, ein elektronischer Impfnachweis könne „in der zweiten Hälfte des zweiten Quartals“, also bis spätestens zum 30. Juni, bereitgestellt werden.

In vielen Ländern ist es bereits jetzt schon möglich einzureisen, ohne in Quarantäne zu müssen. In Griechenland etwa muss lediglich eine abgeschlossene Impfung oder ein höchstens 72 Stunden alter PCR-Test vorgewiesen werden. Für die Einreise nach Österreich entfällt für die Deutschen seit Mittwoch die Quarantänepflicht, allerdings muss zumindest ein Test mit negativem Ergebnis gemacht worden sein. Auch in Italien besteht keine Pflicht zur Isolation mehr – die Behörden verlangen aber weiterhin ein negatives Corona-Testergebnis bei Ankunft.

Lest auch

jg/dpa

Aktuelle News

Este sitio web utiliza cookies para que usted tenga la mejor experiencia de usuario. Si continúa navegando está dando su consentimiento para la aceptación de las mencionadas cookies y la aceptación de nuestra política de cookies, pinche el enlace para mayor información.

ACEPTAR
Aviso de cookies