Tank- und Heizkosten steigen in Deutschland besonders stark — Inflation auf höchstem Stand seit mehr als dreißig Jahren

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Tank- und Heizkosten steigen in Deutschland besonders stark — Inflation auf höchstem Stand seit mehr als dreißig Jahren

picture alliance / Klaus Ohlenschläger | Klaus Ohlenschläger

Angeheizt von hohen Energiepreisen ist die Inflation in Deutschland im März auf dem höchsten Wert seit der Wiedervereinigung.

Nach vorläufigen Daten des Statistischen Bundesamts lagen die Verbraucherpreise um 7,3 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats.

Besonders stark sind die Preise beim Tanken und Heizen gestiegen. So ist Heizöl 144 Prozent teurer als noch vor einem Jahr. Die Spritpreise sind um 47,4 Prozent gestiegen.

Angeheizt von massiven Energiepreissprüngen ist die Inflation in Deutschland im März auf den höchsten Stand seit der Wiedervereinigung gestiegen. Die Verbraucherpreise lagen um 7,3 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte. Die Wiesbadener Behörde bestätigte damit eine erste Schätzung.

Im Februar hatte die Jahresinflationsrate noch bei 5,1 Prozent gelegen. Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine Ende Februar schossen die Öl- und Gaspreise in die Höhe.

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Ähnlich hoch wie im März 2022 war die Jahresinflationsrate vor der Wiedervereinigung in den alten Bundesländern zuletzt im Herbst 1981, als infolge der Auswirkungen des Ersten Golfkrieges die Mineralölpreise ebenfalls deutlich stiegen.

Preise für Heizöl steigen um 144 Prozent

Verbraucher spüren die gestiegene Inflation derzeit vor allem beim Tanken und Heizen, aber auch an der Supermarktkasse. Mit 144,0 Prozent haben sich die Preise für leichtes Heizöl mehr als verdoppelt. Der Besuch an der Tankstelle kostete 47,4 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, Erdgas verteuerte sich um 41,8 Prozent. Ohne Berücksichtigung der Energie hätte die Inflationsrate im März bei 3,6 Prozent gelegen.

Für Nahrungsmittel mussten Verbraucher 6,2 Prozent mehr zahlen als ein Jahr zuvor, der Preisauftrieb verstärkte sich damit. Teurer wurden vor allem Speisefette und Speiseöle (plus 17,2 Prozent). Gegenüber dem Vormonat Februar kletterten die Verbraucherpreise insgesamt um 2,5 Prozent.

Ökonomen rechnen für das Gesamtjahr derzeit mit einer durchschnittlichen Teuerungsrate von mehr als sechs Prozent in Europas größter Volkswirtschaft.

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Mit Material der dpa // tlf

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Umstrittenes Werbevideo: Türkei kämpft mit allen Mitteln um Urlauber

Die Strände in Antalya sind aktuell leer: die Türkei hofft auf Touristen für diesen Sommer
Die Strände in Antalya sind aktuell leer: die Türkei hofft auf Touristen für diesen Sommer

Mustafa Ciftci / Anadolu Agency

Ein Werbefilm des türkischen Tourismusministeriums hat für negative Schlagzeilen und viel Kritik aus der Opposition gesorgt.

Tourismus ist einer der wichtigsten Wirtschaftszweige und war im vergangenen Jahr um rund 70 Prozent eingebrochen.

Die Menschen in der Türkei dürfen bis zum 17. Mai nur aus dringenden Gründen raus, aber Touristen haben freien Passierschein.

Das Werbevideo des türkischen Ministeriums für Kultur und Tourismus sollte eigentlich ausländische Touristen locken. Doch innerhalb kürzester Zeit wurde der Werbespot aus dem Verkehr gezogen. Grund dafür war die heftige Kritik der Opposition.

Im Video sieht man das glasklare Meer und zufriedene Hotelgäste: „Saubere Badeorte und geimpftes Personal! Wir nennen es doppelte Sicherheit für den Tourismus! Kommen Sie und genießen Sie in Ruhe.“ Dann sieht man Hotelmitarbeiter, die Touristen mit Masken begrüßen: „Genießen Sie es – ich bin geimpft worden“.

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Der türkische Oppositionsführer Kemal Kilicdaroglu kritisierte das Ministerium in Ankara: „Jetzt haben wir endlich auch ein Ministerium, das sein eigenes Volk demütigt.“

Auch der Ex-Wirtschaftsminister kritisierte die Regierung aufs schärfste: „Wir verdienen keine Regierung, die ihre eigenen Bürger für so wertlos hält. Sie haben das Volk ohne Impfstoff gelassen. Sie versenkten das ganze Land, einschließlich der Tourismusindustrie. Das Land kann nicht durch Demütigung oder Täuschung seiner Bürger regiert werden.“

Vergangene Woche hatte der türkische Außenminister bei einem Besuch in Berlin eindringlich bei den Deutschen für Sommerurlaub in der Türkei geworben. Jeden, den Touristen zu Gesicht bekommen könnten, werde man bis Ende Mai impfen, versprach Mevlüt Cavusoglu – und löste damit gleich noch mehr Frustration aus. Die Impfkampagne in der Türkei startete mit schnellem Tempo, verläuft aber inzwischen schleppend. Bis Freitag wurde 17,4 Prozent der türkischen Bevölkerung mindestens einmal geimpft.

Tourismus ist die wichtigste Branche für die Türkei

Der Tourismus ist einer der wichtigsten Wirtschaftszweige in der Türkei und war im vergangenen Jahr um rund 70 Prozent eingebrochen. Im Jahr vor der Pandemie erwirtschaftete die Türkei 20 Milliarden Euro mit Touristen. 2020 brachen die Einnahmen um zwei Drittel ein. Für die Regierung in Ankara ist klar, dass die ohnehin wirtschaftlich angeschlagene Türkei nicht noch mal so eine Saison verkraften kann.

Die Bevölkerung bekommt die Wirtschaftskrise am schwersten zu spüren. Die Inflation liegt aktuell bei rund 17 Prozent. Vor allem Lebensmittel werden immer teurer. Nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts „Metropoll“ gaben rund 27 Prozent der Befragten an, mit ihrem Einkommen ihre Grundbedürfnisse nicht decken zu können.

Die türkische Währung steht auch nur knapp über dem Rekordtief. Am Freitagmorgen wurden für einen Euro 10,22 Lira gezahlt, was einem Kurseinbruch von über acht Prozent entsprach.

Türken dürfen nicht raus

Die Menschen in der Türkei dürfen bis zum 17. Mai nur aus dringenden Gründen wie zum Einkaufen oder zum Arztbesuch auf die Straße. Einige Berufsgruppen und Touristen sind ausgenommen – Urlauber dürfen sich frei bewegen.

Die Türken reagierten in den sozialen Medien mit Humor auf diese Regelung der türkischen Regierung. „Türkei unbegrenzt, jetzt ohne Türken erhältlich“, heißt es auf einem Satire-Werbeplakat für Urlaub an den mediterranen Küsten des Landes.

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Hinter der umstrittenen Regelung steht der Versuch der Regierung unter dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan, die hohen Fallzahlen in den Griff zu bekommen. Die tägliche Zahl der Neuinfektionen lag noch Mitte April bei mehr als 60 000 Fällen in dem Land, in dem etwa gleich viele Menschen leben wie in Deutschland.

Kritiker warfen Erdogan vor, die Situation selbst verschuldet zu haben, unter anderem, weil er Parteikongresse in vollgepackten Hallen abhielt. Inzwischen sinken die Fallzahlen wieder und lagen nach offiziellen Angaben zuletzt bei unter 20 000 täglich.

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