
Seit dem Launch von Windows 11 zählt das Startmenü zu den meistdiskutierten Kritikpunkten. Langjährige Windows-Nutzer vermissen dabei vor allem eines: Anpassungsfähigkeit. Das 2021 mit Windows 11 eingeführte Launchpad-Startmenü wurde erst Anfang 2026 erstmals einer größeren Änderung unterzogen, welche allerdings auch nicht alle Nutzerwünsche restlos zufriedenstellte. Mit der am 29. Mai 2026 veröffentlichten Experimental-Build 26300.8553 wurde nun ein umfangreiches Paket an Anpassungsmöglichkeiten ausgerollt.
Modulares Design

Zum wichtigsten Mittel dieser neuen Freiheit gehört das modulare Design, welches Nutzer schon seit längerer Zeit durch Tools wie den Start Menu Styler in Windhawk verwenden: Ab Build 26300.8553 lässt Microsoft seine Nutzer erstmals einzelne Bereiche im Startmenü komplett deaktivieren. Das gilt nun für sämtliche Bereiche des Startmenüs, sprich für die „Angepinnten“-Apps, den Empfohlen-Bereich sowie auch die „Alle Apps“-Liste,
Microsoft geht dabei erstmals so weit, dass alle Abschnitte gleichzeitig deaktiviert werden können. Wer das tut, sieht beim Öffnen des Startmenüs lediglich einen Link zu den Einstellungen, um die fehlenden Bereiche wieder zu aktivieren. Wer es komplett leer haben möchte, lässt die angepinnten Apps aktiviert, ohne eine einzige App darin anzupinnen.
Größenauswahl
Der wohl heftigste Kritikpunkt am 2025 angekündigten und 2026 ausgerollten neuen Startmenü war zweifelsohne seine Größe: Insbesondere auf kleineren Geräten mit hoher Skalierung und dem aktivierten Smartphone Link-Widget konnte das neue Layout fast den gesamten Bildschirm einnehmen.
Das lässt sich nun ändern, wenngleich Microsoft noch keine dynamische Anpassung, sondern lediglich den Wechsel zwischen zwei vordefinierten Größen erlaubt: groß und klein. Im großen Modus werden 8 Spalten angezeigt, während im kleinen Modus noch sechs Spalten zu sehen sind. Die bisherige automatische Einstellung bleibt erhalten und erledigt die Auswahl wie bisher für den Nutzer. Eine freie Skalierung mit dem Mauszeiger wie bei Windows 10 gibt es allerdings weiterhin nicht.
Benutzernamen ausblenden

Der Profilname sowie das Profilbild im Startmenü lassen sich nun ausblenden. Eine schlichte, aber praktische Funktion für alle, die ihre persönlichen Daten nicht ungewollt in Aufnahmen preisgeben möchten.
Überarbeitete Einstellungsseite
Parallel zu den neuen Funktionen hat Microsoft auch die Einstellungsseite für das Startmenü neu gestaltet. Die Optionen sind nun übersichtlicher strukturiert, was die Konfiguration der neuen Möglichkeiten erleichtert.
Was bleibt noch zu tun?
Trotz der positiven Entwicklungen gibt es weiterhin Verbesserungsbedarf. Ein bekanntes Ärgernis bleibt bestehen: Ein Klick auf die Suchleiste im Startmenü führt nach wie vor zu einem abrupten Wechsel zur Windows-Suche, ein Interface-Sprung, der sich unrund anfühlt. Hinzu kommt, dass die Windows-Suche selbst noch viel Potenzial nach oben hat.
Auch die Kategorie-Ansicht des Startmenüs steht in der Kritik. Apps sind dort in fest vordefinierten Kategorien eingeordnet, und viele Programme von Drittanbietern landen mangels passender Zuordnung pauschal in der Kategorie „Other“. Für Nutzer mit einer großen Softwaresammlung macht das die Kategorieansicht de facto unbrauchbar. Hier könnte eine KI-gestützte automatische Einordnung mittelfristig Abhilfe schaffen.