Internet Archive wird von Musikfirmen verklagt

Die Universal Music Group, Sony Music Entertainment und andere Plattenfirmen haben das gemeinnützige Internet Archive wegen Urheberrechtsverletzungen im Zusammenhang mit seiner Streaming-Sammlung digitalisierter Musik von alten Schallplatten verklagt, so die Nachrichtenagentur Reuters.

In der Klage heißt es, das »Great 78 Project“ des Archivs fungiere als »illegaler Plattenladen« für Songs von Musikern wie Frank Sinatra, Ella Fitzgerald, Miles Davis und Billie Holiday.

Sie nannten 2.749 Tonträger-Urheberrechte, die das Archiv angeblich verletzte. Die Plattenfirmen gaben an, dass sich ihr Schadenersatz in diesem Fall auf bis zu 412 Millionen Dollar belaufen könnte.

Vertreter des Internet Archive reagierten bislang nicht auf eine Bitte um Stellungnahme zu der Klage.

Das in San Francisco ansässige Internet Archive archiviert digital Webseiten, Bücher, Audioaufnahmen und andere Materialien. Es vergleicht sich selbst mit einer Bibliothek und sagt, seine Aufgabe sei es, »universellen Zugang zu allem Wissen zu ermöglichen«. Meines Erachtens eines der wichtigsten Projekte, die das Internet beheimatet.

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ChatGPT: OpenAI ermöglicht Seitenbetreibern Deaktivierung des Web-Crawlers

Nicht jeder Webseitenbetreiber möchte, dass die Informationen auf der eigenen Präsenz vom Crawler der KI von ChatGPT aus dem Hause OpenAI abgegriffen werden. Das Unternehmen hat hierfür nun eine Änderung implementiert, mit der sich genau dagegen widersprechen lässt. OpenAI bietet an, den Web-Crawler daran zu hindern, Informationen von der Webseite zu extrahieren, um damit die GPT-Modelle zu trainieren.

In einem Blogeintrag hat man erklärt, dass Betreiber von Webseiten entweder explizit den GPTBot-Crawler in der Robots.txt-Datei ihrer Webseite ausschließen oder dessen IP-Adresse blockieren können. Webseiten, die durch den GPTBot-Crawler indexiert wurden, könnten potenziell zur Verbesserung zukünftiger Modelle verwendet werden. Dabei werden Quellen, die Paywall-Zugang erfordern, persönlich identifizierbare Informationen (PII) sammeln oder gegen Richtlinien verstoßen, herausgefiltert. Bei Quellen, die diese Ausschlusskriterien nicht erfüllen, könnte der Zugriff des GPTBot auf die Webseite dazu beitragen, die Genauigkeit der KI-Modelle zu erhöhen und deren allgemeine Fähigkeiten sowie Sicherheit zu verbessern, heißt es hier weiter. Mal sehen, wie es damit nun zukünftig weitergehen wird. Immerhin wird es zahlreiche Autoren, Verlage und dergleichen geben, welche von der neuen Option umgehend Gebrauch machen werden.

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Bonify-App: Datenleck, Kredit-Score von anderen Personen war auslesbar

Lilith Wittmann, Netzaktivistin und Mitglied der Forschungsgruppe zerforschung, konnte den Boniversum-Score von Jens Spahn aus der umstrittenen App bonify auslesen. Voraussetzung war technisches Wissen über die Manipulation von Requests/API-Übertragungen und die genauen Adress- und Geburtsdaten der abgefragten Person. Der Boniversum-Score ist ein Score, der aus öffentlichen Daten erstellt wird, dazu werden z. B. auch Wohnort, Alter und Gerichtsdaten aus öffentlichen Verzeichnissen verwendet. Der Schufa-Score, welcher viel mehr private Daten verarbeitet und enthält, war nicht betroffen.

Bonify, mittlerweile von der Schufa übernommen, hat die App daraufhin am 23. Juli abgeschaltet, auch am 24. Juli um 19 Uhr ist sie noch nicht wieder online. Aufgrund des Vorfalls hat die Creditreform Boniversum GmbH, von ihr wurde der Boniversum-Score abgefragt, den Datenaustausch mit Bonify eingestellt. Auch die Schufa bietet keinen Datenaustausch mit der App mehr an. Sobald die App wieder online ist, soll der Basisscore der Schufa wieder in der App abrufbar sein, der Score von Boniversum wird jedoch nicht zurückkehren.

Das Ganze könnte noch ein Nachspiel für Bonify haben, die Berliner Datenschutzbeauftragte wurde bereits durch das Unternehmen am Sonntag informiert. „Nach aktuellem Sachstand könnte es sich um einen Verstoß gegen Artikel 32 Datenschutz-Grundverordnung handeln, der die Sicherheit der Datenverarbeitung zum Gegenstand hat. »Bezüglich des gesamten Verfahrens befinden wir uns derzeit in einer Prüfung«, sagte eine Sprecherin der Behörde. Auch die Bafin ist offenbar bereits informiert, laut NDR und SZ, »wir stehen dazu mit dem beaufsichtigten Unternehmen in engem Kontakt“. Die Schufa selbst will zusammen mit Bonify bis zum Herbst dieses Jahres Sicherheitsanalysen über Kooperationspartner durchführen und Anpassungen durchführen«.

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eBay Trade-In Programm: Mehr Gerätekategorien

eBay erweitert sein Trade-In Programm. Beim Trade-In Programm können neben Smartphones, Tablets und Laptops nun auch weitere Artikel wie iMacs, Apple TV, Apple-Audio-Produkte und vieles mehr zu Geld gemacht werden. Alle Nutzer, die bis zum 7. August 2023 das Trade-In Programm mit einem Altgerät mit einem ermittelten Wert von über 200 Euro nutzen, bekommen von eBay zusätzlich einen Einkaufsgutschein über 50 Euro, so das Unternehmen in seiner Kundenkommunikation. Die geltenden Bedingungen sind hier zu finden.

Der Wert des Altgeräts sei laut eBay schnell ermittelt: Nachdem eBay-Nutzer Angaben zu Marke, Modell und Zustand des Gerätes gemacht haben, ermittelt das Re-Commerce-Unternehmen Foxway dessen Wert. Bei der Option Auszahlung auf ein Bankkonto wird Nutzern, nachdem das Altgerät an Foxway versendet wurde, innerhalb von zwei bis drei Wochen der ermittelte Betrag auf ein Bankkonto der Wahl überwiesen. Entscheiden die Nutzer sich für die Sofort-Gutschrift, so erhalten sie in weniger als drei Minuten eine Gutschrift in Form eines eBay-Gutscheins, einlösbar innerhalb von 48 Stunden bei eBay.de.

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Cisco Broadband Survey 2023: Deutsche wünschen sich nachhaltiges Internet

Laut den Ergebnissen des Cisco Broadband Survey 2023 mit 2.051 Befragten in Deutschland wünscht sich das Gros der Deutschen Arbeitnehmer nachhaltigeres Internet. Demnach sorgen sich 64 % der Befragten um die CO2-Emissionen ihres Breitbandanschlusses. 81 % der Befragten würden angeblich gar für bessere Nachhaltigkeit ihres Breitbandinternets mehr bezahlen.

Meine Meinung? Die Ergebnisse überraschen mich doch sehr, da ich eher wahrnehme, wie jeder Euro, auch in den Kommentaren zu Breitbandanschlüssen hier im Blog, eher zweimal umgedreht wird. Auch kann ich mir nur schwerlich vorstellen, dass gerade bei ihrer Internetanbindung so ein hoher Prozentsatz über die CO2-Emissionen ins Grübeln kommen soll.

Im europäischen Vergleich liege Deutschland dabei laut Cisco damit im Mittelfeld. Während sich in Frankreich 78 Prozent und in Spanien 76 Prozent sorgen, sind es in den Niederlanden nur 56 Prozent und in Polen 53 Prozent. Kommt mir immer noch alles sehr hoch vor. Bei der Zahlungsbereitschaft liege Deutschland wiederum gar über dem Durchschnitt (77 %) der Zahlen für die Region Europa, Naher Osten und Afrika. Es folgen die Schweiz mit 76 Prozent, während in Frankreich nur 64 Prozent bereit wären, mehr für einen nachhaltigeren Breitbandanschluss zu zahlen.

Klingt dann für mich eher realistisch: Fast vier von fünf ArbeitnehmerInnen in Deutschland (79 %) sagen laut Cisco, dass Breitbandinternet eine kritische nationale Infrastruktur sei. Für eine umweltfreundliche Breitbandverbindung würden laut Cisco 29 Prozent der in Deutschland Befragten einen Aufpreis von über 20 Prozent im Vergleich zu den aktuellen Kosten zahlen (EMEA: 27 Prozent).

Mehr als drei Viertel der Deutschen (76 %) sagen aber gleichzeitig, dass sie aufgrund der gestiegenen Lebenshaltungskosten ihre Ausgaben für Online-Dienste reduziert hätten (EMEA: 63 %). Etwa jeder Fünfte (20 %) wechselte bereits zu einem günstigeren Internet-Paket oder kündigte Streaming-Dienste (19 %).

Der Cisco Broadband Survey 2023 basiert auf einer Befragung von 21.629 ArbeitnehmerInnen in 12 Ländern der Region EMEA: Deutschland, Schweiz, Frankreich, Großbritannien, Italien, die Niederlande, Polen, Schweden, Spanien, Saudi-Arabien, Südafrika und Vereinigte Arabische Emirate. Sie wurde im Januar und Februar 2023 durchgeführt. In Deutschland wurden 2.051 Personen befragt. Die Stichprobe umfasste Befragte aus allen Regionen der einzelnen Länder, die entweder vollständig per Fernzugriff, komplett im Büro, hybrid zu Hause und im Büro oder als Frontline-Worker arbeiten. Die Umfrage wurde vom Marktforschungsunternehmen Censuswide durchgeführt.

Ich selbst vermute, dass die konkreten Fragestellungen, die nicht genannt werden, hier einen Einfluss auf die Antworten gehabt haben – sonst fände ich die Ergebnisse nur schwer erklärbar. Auch nehme ich an, dass viele Personen aus sozialer Erwünschtheit auf bestimmte Weise geantwortet haben. Vielleicht bin ich aber auch sehr pessimistisch: Ich kann mir ehrlich gesagt kaum vorstellen, dass viele Menschen die Nachhaltigkeit ihrer Internetanbindung ernsthaft hinterfragen. Noch weniger dürften bereit sein, dafür einen Aufpreis zu zahlen – aber das ist meine persönliche Spekulation.

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