
Nothing hat mit dem Nothing Phone (4a) und Phone (4a) Pro Nachfolge-Modelle für seine Mittelklasse-Smartphones vorgestellt. Im letzten Jahr hatte ich die beiden Vorgängermodelle unter die Lupe genommen und konnte in den vergangenen Wochen nun auch erste Erfahrungen mit der diesjährigen Modellreihe sammeln. Nothing bietet in seiner a-Reihe durchaus potente Geräte an und in diesem Jahr gilt wieder einmal mehr: Die Phone-(4a)-Reihe kommt mit (kleineren, verschmerzbaren) Abstrichen gegenüber derzeitigen Flaggschiff-Geräten. Weiterhin gibt es viel Smartphone für einen schmalen Taler. So viel sei ebenfalls vorab verraten: Hatte ich derzeit noch zum Pro-Modell tendiert, so dürfte den meisten Nutzern in diesem Jahr das reguläre (4a) ausreichen, wenngleich das Pro-Modell in einigen Punkten etwas näher ans Flaggschiff heranragt.
Wer einen genauen Einblick in die technischen Spezifikationen der beiden Modelle bekommen will, dem sei mein Artikel zum Launch ans Herz gelegt. Um die Unterschiede zwischen dem (4a) und dem (4a) Pro auf dem Papier kurz zu resümieren: Beide Smartphones setzen auf ein ähnliches AMOLED-Panel. Das Pro-Modell fällt mit 6,83 Zoll (ca. 17 cm) minimal größer aus, legt auch bei der Peak-Helligkeit eine kleine Schippe mehr drauf und hat eine erhöhte, adaptive Bildwiederholrate von 144 Hz. Während im Phone (4a) der Snapdragon 7s Gen 4 zum Einsatz kommt, ist es beim Pro-Modell mit dem Snapdragon 7 Gen 4 jetzt der große Bruder und mit LPDDR5X auch der schnellere Arbeitsspeicher. Auch unterstützt nur das Pro-Modell eine eSIM.
Ansonsten: Das Nothing Phone (4a) Pro setzt auf ein Aluminium-Unibody-Design, im (4a) hingegen kommen Glas und Aluminium-Akzentezum Einsatz. Beim Triple-Kamera-Setup sind Tele (mit Periskop-Linse) und Ultraweitwinkel-Linse jetzt identisch. Sprich: Auch das normale (4a) kommt jetzt mit dedizierter Tele-Linse. Wohlgemerkt mit demselben Sensor wie im Nothing Phone (3). Einziger Unterschied neben schnellerer Bildverarbeitung im Pro-Modell sei nur der 50-Megapixel-Hauptsensor: Hier setzt das Pro-Modell auf den Sony LYT-700C als Sensor, das (4a) hingegen der Samsung GN9 (ebenfalls 50 Megapixel).
Ausgepackt und angefasst: Premium-Gefühle mit dem Aluminium-Design des Nothing (4a) Pro
Auch die beiden diesjährigen Modelle können beim Auspacken direkt durch ihre hochwertige Materialwahl sowie die Verarbeitung punkten. Das ist – Nothing-typisch – alles sehr stimmig, fasst sich super an und da gibt es auch absolut nichts zu meckern. Mit dem (4a) Pro legt man da durch das Aluminium-Unibody-Design nochmals eine Schippe drauf: Das wirkt echt Premium und durch das Metallgehäuse in einem Guss sticht man da auch diverse Flaggschiff-Modelle (mitunter das eigene Phone (3)) aus. Da möchte man echt kein Case drumherum packen.
Passt portfolioseitig übrigens auch super zu den Nothing Ear (3) sowie den Headphones (1), die ebenfalls auf eine massive Aluminium-Basis setzen.
Für Modelle mit solchen Abmaßen liegen beide Phone-(4a)-Modelle gut in der Hand. Die Buttons haben die guten Druckpunkte der letzten Generation, man hat aber die Button-Platzierung überarbeitet: Die hängen jetzt nicht mehr so tief und sind somit besser erreichbar.


Weitere Gedanken: Der Kamera-Buckel vom Phone (4a) fällt, trotz Periskop-Kamera, wesentlich kleiner aus. Der vom letztjährigen Pro-Modell war wirklich riesig. Man vereint somit die dedizierte Zoom-Kamera im kleineren Kamera-Buckel. Das dezentere Design des (4a) Pro wiederum dürfte vielen gefallen, die ansonsten nicht ganz mit dem Nothing-Look warm werden. Die transparenten Akzente hat man hier dezenter untergebracht. Holt mich (meine subjektive Meinung) tatsächlich sehr ab. Beim (4a) ist das eher Geschmackssache. Ich finde zudem angenehm, dass man einzelne Linsen nicht wie Türme erhebt, sondern man diese geschützt zusammenfasst. Das vereinfacht die Reinigung.

Nothing setzt bei beiden Geräten auf hochwertige AMOLED-Panels. Obwohl beide Geräte identisch groß sind, ist das Panel im Pro-Modell, dank minimal dünnerer Ränder, etwas größer. Die Panels spielen auf einem durchaus hohen Niveau und auch im Direktvergleich kann man da mit diversen Flaggschiffen sogar mithalten. Das Display ist scharf, Farben realitätsgetreu und Blickwinkel sind stabil. Auch bei Sonneneinstrahlung kann man die Geräte problemlos nutzen. Unterstützt wird eine Bildwiederholrate von 120 Hz bzw. 144 Hz, wobei weder die erhöhte Bildwiederholrate, noch die unterschiedlich bezifferte Peak-Helligkeit (4500 Nits vs. 5000 Nits) im Praxiseinsatz und somit Alltag eine Rolle spielen. Das ist auch kein Wunder, denn beim normalen Scrollen und Co. läuft auch das Pro-Modell im Regelfall auf 120 Hz. Nur bei einigen, ausgewählten Games (z. B.: Subway Surfers) werden die 144 Hz erreicht. Der Helligkeitsunterschied zu den Vorgängern fällt eher auf.

Wer meine Testberichte kennt, der weiß, ich bin absolut kein Fan von nichtssagenden Benchmarks. Im Zusammenspiel aus Prozessor, Nothing OS und der Bildwiederholrate ergibt sich ein butterweiches Nutzungserlebnis. Ich habe zu keiner Zeit mit der Nutzung sehnlichst ein aktuelles Flaggschiff-Modell gewünscht. Klar, kleinere Unterschiede gibt es da, etwa beim Öffnen von Apps. Der Unterschied zwischen (4a) und (4a) Pro macht sich auch eher bei Kleinigkeiten, wie der Verarbeitung von Bildern nach dem Auslösen bzw. den Ladezeiten der Galerie direkt nach dem Schießen eines Fotos bemerkbar. Starke Behauptung: Das Gros der Nutzer bekommt hier ein performantes und alltagstaugliches Gerät, dem nichts fehlt.

Auch wenn mir bisher die Langzeiterfahrungen zu den beiden Geräten fehlen, empfand ich den Standby-Verbrauch (Nothing-untypisch) als vergleichsweise hoch. Ich kam mit beiden Geräten in der Alltagsnutzung problemlos über den Tag, aber sowas hängt bekanntlich sehr stark von diversen Nutzungsszenarien ab. Tendenziell fällt die Laufzeit beim normalen (4a) eher etwas höher aus, was am etwas schwächeren Chipsatz liegen dürfte und dass die Glyph hier eben auch nicht dauerhaft leuchtet, beziehungsweise leuchten kann. Aufgeladen wird dank 50-Watt-Betankung sehr flott. Drahtloses Aufladen gibt es nicht, das dürfte so einer der größeren Abstriche zu Flaggschiff-Modellen sein.

Triple-Kamera: Zweimal Periskop-Linse zum Mitnehmen bitte
Für den aufgerufenen Preis besitzen beide Smartphones eine überdurchschnittlich gute Kamera. Bei Tageslicht kann man detailreiche Resultate einfangen. Nothing-typisch kann man mit einer sehr natürlichen Farbgebung und natürlichen Hauttönen punkten. Mit Presets können Nutzer hier nach eigenem Gusto nachsteuern. Wer gerne mit der Ultraweitwinkel-Kamera fotografiert, der wird an beiden Modellen keinen Gefallen finden. Im Vergleich zu aktuellen Flaggschiff-Modellen wird man vor allem bei der Low-Light-Performance in die Tasche gesteckt. Unbearbeitete Bilder in voller Auflösung könnt ihr an dieser Stelle einsehen.

Nothing Phone (4a)
Beim Hauptsensor setzt man bei (4a) und (4a) Pro in diesem Jahr nicht auf identische Sensoren. Während das Pro-Modell auf einen Sony-Sensor setzt, kommt beim normalen (4a) ein Samsung-Sensor zum Einsatz. Gemeinsam haben beide Sensoren ein schönes, natürliches Bokeh durch den großen Sensor. Im Direktvergleich sind Bilder mit dem (4a) Pro einen Tick schärfer. Ohne diesen zu haben würde ich in den meisten Szenarien aber recht ähnliche Resultate bescheinigen – auch im Vergleich zum (3a) Pro.

Nothing Phone (4a) Pro

Nothing Phone (4a) Pro
Das Nothing Phone (4a) erbt die Periskop-Kamera, die im vergangenen Jahr noch dem Pro-Modell vorbehalten war. Für Aufnahmen mit einem Zoomfaktor von bis zu 10 liefert das nicht nur brauchbare Resultate, sondern echt schöne Ergebnisse. Alles darüber hinaus, taugt teils nicht mal für die Schnappschussqualität, da pokert man wie andere Hersteller mit übertriebenen Zoom-Raten und verschlimmbessert per Post-Processing. Problematisch wird es auch bei schnell bewegenden Objekten, etwa Tieren.


Weiterhin ist die Ultraweitwinkel-Kamera das schwächste Glied im Triple-Kamera-Gespann: maximal für Schnappschüsse ausreichend. Es mangelt an Lichtstärke und zu den Rändern hin werden die Aufnahmen deutlich unschärfer. Das ist schade, zumal nach der Kritik im vergangenen Jahr sich in diesem Bereich nichts getan hat.

Nothing OS, Glyph & Co
Auf beiden Geräten werkelt Nothing OS 4.1 auf Basis von Android 16. Das Betriebssystem ist mittlerweile sehr erwachsen und setzt auf eine durchgängige, abgestimmte Benutzererfahrung. Die eigenen Apps wirken weitgehend wie aus einem Guss und greifen nahtlos ineinander. Wer den Look nicht ganz so fühlt, der kann ein sehr Android-natives Erlebnis auswählen. Missfallen dürfte einigen, dass man diverse Social-Media-Apps vorinstalliert. Das wäre neben Facebook und Instagram auch TikTok.
Nothing garantiert nach eigenen Angaben zwar sechs Jahre Sicherheitspatches, die OS-Updates hätten aber gerne länger sein dürfen als die beworbenen drei Jahre. Damit gewinnt man gegenüber der Google-Pixel-a-Reihe und Samsungs A-Serie keinen Preis.

Beim Glyph-Interface gibt es inzwischen einige (nützliche) Anwendungsfälle (Timer, Benachrichtigungen, etc.) und es ist ein Hingucker. Beide haben zudem eine rotleuchtende Aufnahme-LED. Während das (4a) die Glyph-Bar mitbringt, die neben einer Status-Anzeige lediglich eher eine allgemeine Benachrichtigungs-LED darstellt, kann man beim Pro-Modell mehr personalisieren, etwa spezielle Benachrichtigungssymbole hinterlegen. Das pixelige Glyph Interface passt super zum sonstigen Nothing-Look. An Drittanbieter-Unterstützungen großer Apps hat sich hier aber weiter nicht viel verändert. Von daher bleibt es, außerhalb einiger Usecases (Benachrichtigungen, Uhrzeit, Countdown beim Selbstauslöser, Visualisierung der Lautstärke), eher eine Spielerei. Für das Pro-Modell gibt es aber findige Entwickler in der Community.
Der Fingerabdruckscanner arbeitet weiter optisch und identisch zuverlässig. Hier kann man Flaggschiffen mit Ultraschallsensor (das Phone (3) hat übrigens keinen) nicht das Wasser reichen. Nothing baut auch sukzessive den Essential Hub aus, weiterhin aber mit Ausbaupotenzial.

Unterm Strich: Für den Großteil der Nutzer dürfte das (4a) sogar ausreichen
Nothing hat seine A-Reihe solide weiterentwickelt. Diese fällt sehr hochwertig aus und mutet in vielen Punkten (Display, etc.) an, wie ein Flaggschiff-Gerät. Damit hat man abermals ein durchaus attraktives Gesamtpaket geschnürt. Die (durchaus solide) Periskop-Kamera wandert vom Pro-Modell ins normale (4a) und das zu einem Kostenpunkt ab 349 Euro und bei einem signifikant kleineren Kamera-Buckel. Da bekommt man wirklich sehr viel fürs Geld und die Aufpreise für mehr Speicher sind fair bemessen. Ich würde wohl in den wenigsten Fällen mein Flaggschiff-Gerät vermissen – vor allem, wenn man nicht den Direktvergleich hat.
Hatte ich im vergangenen Jahr noch zum Pro-Modell geraten, würde ich in diesem Jahr sagen, dass man das Standard-Modell quasi ebenbürtig aufgewertet hat, nicht zuletzt aufgrund der Periskop-Linse. Das Unibody-Gehäuse im Pro ist schon ein Premium-Feeling der Extraklasse und auch die Glyph Matrix ist ein Hingucker, für die meisten aber eher eine Spielerei. Ansonsten? Die Unterschiede bei Hauptkamera, Display sowie Chipsatz-Performance sind marginal. Und der eSIM-Support trennt noch das (4a) vom (4a) Pro.
Klar, Abstriche gibt es bei beiden Modellen. Die dürften für viele Nutzer aber absolut verschmerzbar sein: So gibt es kein Wireless Charging und auch die Kamera kann (logischerweise) nicht an die Performance aktueller Flaggschiff-Smartphones heranragen, wenngleich die Qualität von Hauptkamera und Zoomkamera durchaus ausreicht. Und sind wir mal ehrlich, die meisten konsumieren ihre Fotos ohnehin nur auf dem Smartphone oder versenden diese (im Optimalfall) komprimiert über WhatsApp und Co weiter.
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