Google baut das Android-System für Fahrzeuge weiter aus und möchte den Wildwuchs zwischen Android Auto und Android Automotive verringern. Auf der I/O wurden Neuerungen gezeigt, die Entwicklern die Arbeit erleichtern sollen und Nutzern mehr Funktionen ins Cockpit bringen. Wie immer gilt da: Abwarten. Android im Auto ist gefühlt seit Jahren eine Baustelle.
Im Zentrum stehen jedenfalls die Car App Library in den Versionen 1.8.0-beta01 und 1.9.0-alpha01. Damit lassen sich Medien-Apps nun nach dem Prinzip Build Once für beide Plattformen gleichzeitig entwickeln. Wer also Musik oder Podcasts anbietet, muss nicht mehr zweigleisig fahren, um die unterschiedlichen Infotainment-Systeme zu bedienen.

Die neue Version 1.9.0 bringt mehr optische Freiheiten mit. Es gibt modulare Header für eine bessere Übersicht auf Detailseiten und Spotlight-Sektionen, um bestimmte Inhalte in Listen hervorzuheben. Neue Elemente wie Chips oder kompakte Listenansichten sorgen für mehr Varianz bei der Darstellung.
Spotify, YouTube Music und Amazon Music basteln bereits an Umsetzungen, die diese neuen Vorlagen nutzen. Ein Detail für Musikfreunde ist der adaptive Mini-Player. Dieser erlaubt das Stöbern in der Mediathek, während die Wiedergabesteuerung weiterhin im Zugriff bleibt.

Richtig Bewegung kommt in das Thema Video. Bisher war das Schauen von Filmen oder Clips eher eine Sache von fest verbauten Systemen. Google öffnet Android Auto nun für Video-Apps im geparkten Zustand. YouTube soll beispielsweise flüssige Wiedergaben mit 60 Bildern pro Sekunde ermöglichen. Das Ganze setzt allerdings ein Smartphone mit Android 17 voraus und wird im Laufe des Jahres für kompatible Fahrzeuge verteilt. Entwickler, die bereits adaptive Video-Apps für Handys haben, können diese angeblich mit wenig Aufwand für den Einsatz im Auto anpassen.
Interessant wird es auch bei den Widgets. Das Design von Android Auto rückt näher an die Material 3 Optik vom Smartphone heran und nutzt den Platz auf großen Bildschirmen besser aus. Bestehende Handy-Widgets sollen noch in diesem Jahr ihren Weg auf die Displays in der Mittelkonsole finden. Später folgen Fahrzeuge, die Google direkt als Betriebssystem nutzen. Das könnte den schnellen Blick auf Wetter, Termine oder Smart-Home-Status deutlich vereinfachen, ohne die eigentliche App öffnen zu müssen.
Für die Zukunft plant Google einen nahtlosen Wechsel zwischen verschiedenen App-Ansichten. Während der Fahrt sieht man die sichere, reduzierte Vorlage, und sobald geparkt wurde, springt das System zur vollwertigen App-Oberfläche um. Wer sich für die technischen Details interessiert, findet die Dokumentation und die neuen Emulatoren-Images bereits in den Entwickler-Portalen.
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