Der US-Hersteller Glorious Gaming ist in Deutschland noch vergleichsweise bescheiden unterwegs, wenn man ihn mit Platzhirschen wie Razer vergleicht. Doch oftmals kann der Blick abseits der „Großen“ lohnen und deswegen habe ich mir für euch einmal die Kombination aus der Gaming-Maus D3 Wireless mit dem Gaming-Keyboard GMMK3 in der Praxis angeschaut.
Beide Modelle bringen eigene Vorzüge mit. Beispielsweise finde ich an der Glorious D3 Wireless recht spannend, dass diese Maus über einen Hot-Swap-Akku verfügt. Im Lieferumfang liegen also direkt zwei Exemplare bei, die ihr im laufenden Betrieb wechseln könnt. Die Gaming-Tastatur GMMK 3 wiederum bringt ein modulares Dichtungssystem mit und ist Hot-Swap-fähig, falls ihr die Schalter tauschen wollt.
Technische Daten Glorious D3 Wireless
Technische Daten Glorious D3 Wireless
| Kategorie | |
|---|---|
| Gewicht | 69 g |
| Sensor | BAMF 3.0 Optical Sensor, 30.000 DPI, 750 IPS, 50G Acceleration |
| Polling-Rate | 8.000 Hz (Wireless) |
| Buttons | 6 programmierbare Tasten |
| Akkusystem | InfinitePlay: 2 Hot-Swap-Akkus Guardian System (10 Std. ohne Akku) |
| Wireless | 2,4 GHz über Base Station Dongle; Bluetooth je nach Variante |
| Software | Glorious CORE (Windows) |
| RGB | Ja |
| Lieferumfang | Maus, 2 Akkus, Charging Station, 8K-Dongle, USB-C-Kabel |
| Preis | 169,99 € |
Technische Daten Glorious GMMK 3 Wireless
Technische Daten Glorious GMMK 3 Wireless
| Kategorie | Details |
|---|---|
| Modell | GMMK 3 Prebuilt Keyboard |
| Größen | 100 % |
| Switches | Glorious Fox Linear Mechanical |
| Hot-Swap | Ja, 5-Pin-MX-kompatibel |
| Beleuchtung | Per Key RGB, Side-Lights, Badge-RGB |
| Material | Polymer Case, Doubleshot PBT Keycaps |
| Montage | Gasket Mount (modular) |
| Polling-Rate | 1.000 Hz |
| Software | Glorious CORE |
| Kompatibilität | Windows, macOS, Linux |
| On-Board-Profile | 3 |
| Farben | Schwarz, Weiß |
| Preis | 159,99 Euro |
Die wichtigsten, technischen Eckdaten der beiden Eingabegeräte findet ihr oben in den Spoilern als Tabellen. In beiden Fällen dient im Übrigen die Software Glorious Core als Begleitung. Aber das kennen geneigte PC-Gamer ja, da hat jeder Anbieter eben seine eigene App auf Lager. Preislich landet ihr bei 159,99 Euro für die Tastatur GMMK 3 und 169,99 Euro für die Maus D3 Wireless. Zumindest sind das die offiziellen Preisempfehlungen. Die Straßenpreise sind bereits niedriger, etwa gibt es die Gaming-Maus für ca. 120 Euro bei Amazon.de.
Ausstattung und Verarbeitung
Schauen wir uns zunächst die Gaming-Maus Glorious D3 Wireless an. Der Nager kommt mit einem USB-A-auf-USB-C-Ladekabel, einem Dongle, einer Ladestation für den Zusatzakku, dem zweiten Akku, ein paar Stickern sowie einer Kurzanleitung zu euch. Das Gewicht liegt bei rund 70 g, was für eine Gaming-Maus eher schwer ist. Zum erhöhten Gewicht trägt natürlich auch die verbaute RGB-Beleuchtung bei, auf die Razer deswegen z. B. bei seiner E-Sport-Maus Viper V4 Pro verzichtet. Unter dem Gehäuse sitzen die PTFE-Gleitfüße, welche schnelle, nahtlose Bewegungen ermöglichen.
Im Vergleich mit Konkurrenzmodellen habe ich die Glorious D3 Wireless als verhältnismäßig schwer und auch groß empfunden, sodass sie etwa für den Claw-Grip gut geeignet ist, nicht aber für E-Sport. Die Verarbeitung wirkt dabei dem Preis angemessen, auch wenn ich gerne auf die RGB-Beleuchtung verzichtet hätte und sie eher als ablenkend empfinde. Das ist jedoch Geschmackssache. Die Tasten haben einen angenehmen, kurzen Anschlagsweg und lassen sich mit wenig Druck betätigen. Auch die seitlichen Buttons lassen sich gut erreichen, man läuft aber nicht Gefahr, sie versehentlich zu betätigen.
An der Oberseite der Glorious D3 Wireless sitzt unterhalb des klickbaren Mausrads eine Taste, um die DPI-Stufen zu verstellen, was ich sehr begrüße. Das Scrollrad ist dabei recht leise, allerdings sind die einzelnen Stufen etwas „matschig“. An der Unterseite findet sich schließlich noch ein Button, um zwischen Bluetooth- und 2,4-GHz-Verbindung zu wechseln.
Und die Gaming-Tastatur GMMK 3? Wie die meisten Gaming-Tastaturen, so ist auch dieses Exemplar auf eine kabelgebundene Verbindung angewiesen. Mein Testmuster hat dabei vorgeschmierte, lineare Switches der Sorte Glorious Fox verwendet. Ich habe mir die Fullsize-Version angesehen. Im Lieferumfang liegen dabei auch alternative Tastenkappen für macOS (CMD, Option) bei. Glorious bewirbt die GMMK 3 auch exzessiv mit ihrer Anpassbarkeit, denn wenn ihr die entsprechenden Aufschläge zahlen mögt, könnt ihr vor dem Kauf allerlei Optionen wählen. Dazu kann ich aber wenig sagen, da ich die Pre-Built-Version getestet habe.
Im Lieferumfang liegen auch die entsprechenden Werkzeuge bei, um die Keycaps und Schalter zu entfernen. Es gibt die GMMK 3 auch mit magnetischen Switches als HE-Version. Rechts oben sitzt bei der Tastatur ein Multifunktionsknopf. Diesen könnt ihr über die Begleit-Software belegen. Als Standard kontrolliert er die Systemlautstärke. Auch dieses Gaming-Keyboard bringt eine RGB-Beleuchtung mit, die sich glücklicherweise auch abschalten lässt. Die Polling-Rate beträgt 1.000 Hz, kann also nicht mit den 8.000 Hz der D3 Wireless mithalten.
Die Glorious GMMK 3 ist solide verarbeitet, wirkt auf mich aber irgendwie dezent altbacken in Look and Feel, wenn ich an Konkurrenzprodukte denke. Aber die eigentliche Frage ist ja: Wie schlagen sich Tastatur und Maus im Alltag bzw. beim Spielen?
Praxistest der Glorious D3 Wireless und GMMK 3
Ich habe in der letzten Zeit viele Gaming-Mäuse auf dem Schreibtisch gehabt – zuletzt etwa die be quiet! Dark Perk Ergo|Sym. Was mir an der Glorious D3 Wireless gut gefällt, ist, dass sie sich auch für große Hände eignet. Das etwas höhere Gewicht empfinde ich persönlich nicht als allzu großen Nachteil. Denn wer sich nicht dem E-Sport hingibt, wird im Alltag keine Schmerzen damit haben.
Der 8K-Verbindungsmodus hilft dabei im Übrigen wieder mal primär dem Marketing, denn im allgemeinen Spielbetrieb zieht man daraus meiner Ansicht nach keine Vorteile. Zutreffen wird das nur auf Multiplayer-Enthusiasten, die Monitore mit sehr hohen Bildwiederholraten (240 Hz oder mehr) verwenden und überhaupt eine effektive Umsetzung der hohen Pollingraten am Screen bemerken.
Die Begleit-App Glorious Core liefert dabei konkurrenzfähige Funktionen, hinkt aber in der Benutzerfreundlichkeit hinterher. So sind die Konfigurationsmöglichkeiten sehr versprengt. Obendrein muss man manchmal lange herumscrollen, bis man endlich den Punkt findet, den man gesucht hat. Gut ist, dass ihr die Software nicht permanent im Hintergrund laufen lassen müsst, da ihr vorgenommene Einstellungen im Onboard-Speicher der Maus hinterlegt. Die von Glorious angegebenen Akkulaufzeiten kommen im Übrigen gut hin und da ihr den Akku jederzeit wechseln könnt, werdet ihr hier wohl nie auf dem Trockenen sitzen. Schließlich könnt ihr das jeweils nicht im Gebrauch befindliche Pack über die beiliegende Ladestation aufladen.
Das ist also schon eine starke Funktion der Glorious D3 Wireless, die aber auch ihre Schwächen hat. Gewicht und Größe gefallen mir z. B., Menschen mit kleineren Händen könnte der Nager aber zu klobig sein. Zudem gibt es manchmal Probleme mit der Genauigkeit. Bewegt ihr die Maus zu einem Punkt und dann zurück zur Ausgangsposition, landet der Zeiger trotz präziser Bewegungen manchmal an einem anderen Punkt. Das passiert aber nicht immer, ließ sich jedoch in meinem Test reproduzieren. Wie sehr euch das stört, wird davon abhängen, was ihr so zockt – sollte aber in dieser Form nicht sein.
Und das Gaming-Keyboard GMMK 3? Meine Pre-built-Version ohne magnetische Schalter für den reinen Kabelbetrieb würde ich als Gaming-Tastatur ohne viele Schnörkel bezeichnen. Die Tastatur ist grundsolide gebaut, fühlt sich hochwertig an und sieht mit abgeschalteter RGB-Beleuchtung sogar angenehm dezent aus. Die einzelnen Keys haben sehr weiche, allerdings recht lange Anschlagswege. Die Lautstärke ist dabei nach meinem Eindruck geringer als bei vielen Konkurrenzmodellen, wobei die meisten PC-Gamer wohl ohnehin ein Headset tragen werden.
Ihr könnt die Glorious GMMK 3 auch dank ihrer Füße leicht anwinkeln. Sie steht dabei dennoch felsenfest. Der Anschluss erfolgt ausschließlich via USB, ein kabelloser Betrieb ist nicht möglich. Zu erwähnen ist, dass es eben auch höherwertige Ausführungen dieses Gaming-Keyboards mit Aluminiumgehäusen, magnetischen Hall-Effect-Switches und auch kabellosem Betrieb gibt. Ich habe quasi die Basis-Ausführung getestet.
Auch wenn ich RGB-Beleuchtungen nicht sonderlich schätze, so funktioniert jene der GMMK 3 sehr gut und leuchtet nicht, wie etwa bei der „offenen“ Turtle Beach Vulcan II TKL, dorthin, wo man Licht vermeiden möchte. Das Zocken mit der Tastatur lief absolut problemfrei, allerdings empfinde ich den Preis für das Gebotene als etwas hoch, wenn ich da so mit der Konkurrenz vergleiche.
Mein Fazit
Die Glorious D3 Wireless ist eine solide Gaming-Maus, die sich primär für Rechtshänder mit großen Pranken eignet. Als Alleinstellungsmerkmal kann man das Akkusystem betrachten. Dieses erlaubt es euch, im laufenden Betrieb den Akku auszutauschen. Eine Ladestation sowie ein Zweitakku liegen direkt bei, was wirklich stark ist. Allerdings hatte ich während meines Tests mit der Genauigkeit ein paar Probleme. Die Polling-Rate von 8K passt zudem nicht so recht zum Produkt, denn diese ist vor allem für E-Sportler eine Hilfe, für welche diese Maus aber zu schwer sein wird.
Das Gaming-Keyboard GMMK 3 habe ich in der Prebuilt-Basisversion ausprobiert. Diese arbeitet nur kabelgebunden und verzichtet auf magnetische Hall-Effect-Switches. Als schnörkellose Gaming-Tastatur funktioniert die GMMK 3 sehr gut, zumal sie für ein mechanisches Keyboard verhältnismäßig leise operiert. Allerdings ist sie im direkten Vergleich mit Konkurrenzangeboten etwas zu teuer, auch wenn sie absolut solide daherkommt.
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