Akku-Top-10: Smartphones mit der längsten Laufzeit

Kameras, Displays und Chips haben in Smartphones enorme Technologiesprünge hingelegt, doch die Akkus bleiben Spaßverderber. Wir zeigen die Handys mit dem längsten Durchhaltevermögen.

Bei den Messwerten greifen wir auf den Fundus unserer Kollegen von c't zurück. Dort werden Smartphones regelmäßig auf Herz und Nieren getestet, beispielsweise günstige Modelle zwischen 150 und 200 Euro inklusive Display, Kamera – und natürlich auch Akku. Für die Messung des Stromverbrauchs kommen verschiedene Tests zum Einsatz. Grundsätzlich werden die Smartphones aufgeladen, der Test gestartet und die Zeit gemessen, bis das Gerät sich mit leerem Akku abschaltet.

Gemessen wird die Zeit, in der das Smartphone ein Video im lokalen Player in Dauerschleife laufen lässt, bei einem festen Helligkeitswert von 200 cd/m². Bei gleicher Helligkeit wird außerdem gemessen, wie lange das Gerät über WLAN im Browser Webseiten abruft – also quasi „surft“.

Die verschiedenen Messungen sind natürlich synthetisch und die konkreten Ergebnisse nicht auf die Praxis übertragbar, sie sind aber untereinander vergleichbar.

In der Top-10 der Video-Wiedergabe sind ausschließlich Android-Smartphones vertreten, und spannenderweise nur wenige Modelle der klassischen, großen Markenhersteller wie Samsung, LG, Sony oder HTC.

Die folgende Tabelle zeigt die Daten im Detail.

Beim Surfen haben hingegen wieder die bekannteren Smartphone-Hersteller die Führung in der Hand: Ihre Akkus halten länger als die der Konkurrenz. Außerdem finden sich – wenn auch im hinteren Drittel – zumindest zwei iPhones in der Top-10. Zum Vergleich, das sündhaft teure iPhone X (Testbericht) kommt bei dieser Messung auf 625 Minuten – das sind 23 Prozent weniger als das iPhone 8 (Testbericht).

Werfen wir nun einen Blick auf die Preise der Produkte. Wenn es mehrere Ausführungen gibt, etwa verschiedene Farben oder Speichervarianten, haben wir immer das günstigste aktuell verfügbare Modell gewählt.

Der folgende Preisvergleich zeigt den tagesaktuellen Kurs:

Auffällig ist: Mit weitem Abstand die meiste Akkulaufzeit für's Geld gibt's bei Samsung mit dem Einsteiger-Smartphone Galaxy J3 2017 (Testbericht in c't 21/2017), das derzeit ab etwa 140 Euro über den Ladentisch wandert.

Im mittleren Preisbereich von etwa 300 bis 400 Euro gibt – wenig überraschend – vor allem Mittelklasse-Smartphones, deren Batterien in der Praxis überzeugen, etwa das Moto Z2 Play (Testbericht), das Sony Xperia XZ1 Compact (Testbericht) oder das Nokia 8.

Die günstigsten Angebote in der Oberklasse sind die Modelle Xiaomi MI6 (Testbericht in c't 22/2017) und OnePlus 5T (Testbericht). Wer Wert auf Marke legt, kommt aktuell am günstigsten mit dem LG V30 (Testbericht) und dem Huawei Mate 10 Pro (Testbericht) weg.

Ebenfalls auffällig ist, dass die Akku-Kapazität keine aussagekräftige Größe ist. Smartphones mit vergleichsweise kleinem Stromspeicher halten unter Umständen dennoch länger durch als Klopper mit Riesen-Akkus.

Der Grund dafür ist zum einen in der Software zu suchen. Das auf die Hardware perfekt optimierte iOS von Apple ermöglicht etwa dem iPhone 8 den letzten Platz in der Top-10 der Video-Wiedergabe. Die Kapazität ist mit 1821 mAh aber nicht einmal halb so groß wie die des Huawei Mate 10 Pro (4000 mAh), das bei diesem Test nicht unter den zehn stärksten Produkten landet.

Außerdem ist natürlich auch die Hardware mit dafür verantwortlich. Je nachdem, welche Inhalte dargestellt werden, brauchen OLED-Panels (z. B. iPhone X, Galaxy Note 8) mehr oder weniger Strom als gleich große LCDs. Displays mit höherer Auflösung und deren Grafikchips brauchen mehr Energie als Modelle mit niedrigerer Auflösung, was unter anderem das gute Abschneiden des Galaxy J3 erklärt. Und auch die ARM-Architektur und der Aufbau des SoC trägt einen entscheidenden Teil zur Energieeffizienz bei.

Bis neue Akkutechnologien marktreif sind und das Problem der kurzen Laufzeit nachhaltig lösen, werden wir wohl mit LiPo- und LiIo-Akkus (Lithium-Polymer und Lithium-Ionen) leben müssen; vermutlich noch einige Jahre. Dass mit diesen Technologien dennoch respektable Laufzeiten erreicht werden, ist vor allem der gesteigerten Effizienz und der höheren Akku-Kapazität geschuldet.

Wenn dieser Punkt ein entscheidendes Kauf-Kriterium ist, helfen die Messergebnisse bei der Entscheidung – auch, wenn die Werte natürlich im Labor entstanden sind und sich in der Praxis noch viele weitere Faktoren wie Umgebungstemperatur, Helligkeit und Qualität und Art der Funkverbindung mit einfließen.

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Kaufberatung: Die besten Hüllen für das Samsung Galaxy S9

Wer sein Samsung Galaxy S9 schützen will, hat die Qual der Wahl: Welche Hülle man für wie viel Geld kaufen sollte, zeigen wir in der Kaufberatung.

Grundsätzlich gibt es für die Auswahl der passenden Schutzhülle zwei Hauptkriterien: den Einsatzzweck und den persönlichen Geschmack. Wer sich den perfekten Schutz für sein Smartphone zulegen will, sollte sich im Vorfeld überlegen, was das Case eigentlich tun soll. Geht es eher um die Vermeidung von unschönen Kratzern? Dann sollte die Hülle in erster Linie nicht zu sehr auftragen. Oder soll die Hülle vor heftigen Einschlägen und Stürzen schützen? Dann sollte das Case nicht zu dünn sein und im Idealfall über verstärkte Ecken verfügen. Wichtig ist es auch darauf zu achten, wie weit sich die Hülle um das Smartphone schmiegt. Je nach Modell schützen die Hüllen dann nicht nur das Gehäuse, sondern gleichzeitig auch den Bildschirm des Smartphones.

Als zweites sollte man sich Gedanken über die eigenen Vorlieben machen. Soll das Case möglichst unauffällig oder so auffällig wie nur möglich sein? Material- und Farbauswahl sind in erster Linie Geschmackssache.

Wer das sexy Design seines Samsung Galaxy S9 (Testbericht) erhalten möchte, der braucht eine möglichst unauffällige Hülle. Das Case sollte transparent oder zumindest halbtransparent sein und nicht zu sehr auftragen. Sehr dünne Hüllen schützen allerdings eher vor Kratzern, als vor Sturzschäden. Wer den schlanken Cases nicht traut, sollte auf ein Modell mit verstärkten Ecken setzen.

Wer es gerne etwas auffälliger mag, kann mit seiner Hülle auch Aufmerksamkeit erregen. Hüllen in knalligen Farben oder mit bunten Aufdrucken ziehen Blicke auf sich und schützen gleichzeitig das Smartphone. Auch hier gilt: Dünne Hüllen sind zwar unauffälliger, schützen aber auch weniger vor harten Stößen als vor Kratzern.

Wer sein Samsung Galaxy schützen will und gleichzeitig Seriosität ausstrahlen möchte, entscheidet sich für eine Hülle mit konservativem Design. Wer neben seinem Gehäuse auch das Display schützen möchte, sollte sich für den Rundumschutz eines Flip-Cases entscheiden. Dass der Schutz trotz edler Optik nicht zu kurz kommen muss, zeigt beispielsweise das Case von Otterbox.

Neben dem Design und der Sicherheit sind auch Zusatzfunktionen ein wichtiger Entscheidungsfaktor bei der Auswahl der Smartphone-Hülle.

Wer auf seinem Smartphone auch Serien und Filme ansieht, der sollte ein Modell mit integriertem Aufsteller kaufen. Interessant finden wir auch das Konzept mit integrierter Magnethalterung für PKW. Wer gerne auf sein Bargeld verzichtet, der sollte sich eine Hülle mit integriertem Kreditkartenfach zulegen.

Mehr als acht verschiedene Schutzhüllen für das Galaxy S9 hat der US-amerikanisch-koreanische Hersteller Spigen im Portfolio. Zwischen 7,49 und 14,95 Euro kostet ein Gewand. Die einfachste und günstigste Hülle nennt sich Thin Fit. Wie der Name suggeriert, handelt es sich um einen dünnen Überzug. Gut gefallen hat uns auf Anhieb die Festigkeit der mattschwarzen Kunststoffhülle. Sie ist schnell aufgezogen und verleiht dem Gerät nicht nur Schutz, sondern auch einen besseren Grip. Darüber hinaus besitzt die Hülle eine kleine Metallplatte, die sich magnetisch mit einer Autohalterung verbindet.

Das Wallet S von Spigen ist eine Rundum-Hülle in Lederoptik und bietet zwei Kartenfächer. Mithilfe einer Seitenstütze lässt sich das Smartphone aufstellen und erleichtert so das Betrachten von Videos. Die Aufstellfunktion im Portmonnaie-Look wirken edel und sind den Preis von 12,99 Euro wert.

Besonders beeindruckt hat uns die Widerstandsfähigkeit der Hülle Neo Hybrid. Sie besitzt eine geriffelt harte und weiche Oberflächenstruktur und dämpft Stürze außergewöhnlich gut. Außerdem sitzt das Galaxy S9 sehr fest in das Case, sodass es bei einem Aufprall nicht herausspringt.

Die Hüllen von Spigen mit einer Metallplatte haben im Test keinerlei Auswirkung auf die drahtlose Ladefunktion des Smartphones gezeigt.

Auch Rhinoshield bietet Hüllen für das Samsung Galaxy S9 an: Insgesamt drei Cases. Die Produkte liegen in der mittleren Preisklasse. Der Crashguard schützt das Telefon seitlich und lässt die Front und den Rücken frei. Nachteil dieser Rundum-Stoßstange oder Bumper: Das schlanke Galaxy S9 macht sich voluminöser. Käufer sollten zudem wissen, dass das Auf- und Abziehen des Crashguard nicht einfach ist, wenn man die Technik dahinter nicht kennt. Ohne Witz: Auf YouTube zeigen Blogger, wie sich die Handyhülle am besten vom Telefon lösen lässt.

Die Solidsuit liefert Rhinoshield in zwei verschiedenen Looks: Carbon-Optik und Mattschwarz. Die Hüllen zeichnet eine besonders hohe Qualität aus. Sie schützen den Seitenbereich sowie den Rücken des Smartphones. Auch die seitlichen Tasten sind bedeckt und besitzen einen angenehmen Druckpunkt.

Alle Rhinoshield-Hüllen sind nach dem Militärstandard MIL-STD-810 zertifiziert und sollen Stürze von einer Höhe von bis zu 3,5 Metern überleben. Im Test hat das Galaxy S9 den Fall von 2 Metern Höhe auf Parkettboden überstanden.

Die Hüllen von EasyAcc zeigen, dass günstig oft auch schlecht ist. Preislich liegen sie wie die Spigen-Hüllen zwischen 6 und 10 Euro. Allerdings sind sie nicht sonderlich hochwertig. Ein Beispiel zeigt sich bei der Klarsichthülle für das Galaxy S9: Das Slimcase für 6,5 Euro ist zu weich und bremst damit keinen Sturz ab. Darüber hinaus zeigen sich an der Oberfläche schnell Fett und Schmutz.

Auch andere Hüllen von EasyAcc konnten uns in der Vergangenheit nicht ganz überzeugen.

Wer auf der Suche nach einer richtig guten Klarsichthülle für das Samsung Galaxy S9 ist und etwas mehr bezahlen möchte, sollte zur Presidio Clear von Speck Products greifen. Die Hülle ist dick, widerstandsfähig und zertifiziert. Im Test haben Hülle und Smartphone einen Sturz von über 2 Metern Höhe überstanden. Rund 20 Euro kostet das Markenprodukt des kalifornischen Schutzhüllen-Spezialisten.

Für den Preis von 30 Euro verkauft Speck auch sein bewährtes Presidio Folio. Diese Rundum-Hülle ist in drei verschiedenen Farbkombinationen erhältlich. Trotz der hohen Material- und Fertigungsqualität ist uns aufgefallen, dass sich die Klappe der Hülle nicht mühelos schließen lässt. Stattdessen müssen Nutzer den Deckel recht mühsam schließen. Ein kleiner Magnet an den Seiten wäre sinnvoll gewesen.

Zugegeben: Pitaka liefert nicht die günstigsten Hüllen, dennoch zeigten sie sich im Test als die widerstandsfähigsten. Das Pitaka Magcase für Galaxy S9 ist superdünn und hält dennoch viel aus. Der Grund für die Robustheit ist das Material: Kohlenstofffaser. Während das Case stabil ist, bietet es kaum Dämpfung, weshalb das Smartphone schon bei Stürzen aus einer Fallhöhe von 30 Zentimetern kaputtgehen können.

Die Magcase-Hülle passt sich dem Galaxy S9 perfekt an: Sowohl das geschwungene Display als auch die seitlichen Tasten liegen frei. Die Verarbeitungsqualität ist hoch: Das Case ist sauber und präzise geschnitten. Auch die Pitaka-Schutzhüllen integrieren eine kleine Metallplatte, die sich mit einer Hersteller-eigenen Halterung im Auto verbinden lässt. Drahtloses Laden oder Störungen beim Telefonieren haben sich dabei nicht bemerkbar gemacht.

Mit einem Preis von 89 Euro ist die Juice-Pack-Hülle von Mophie nicht gerade die günstigste, die man eben mal so unbedacht kauft. Das Schutzhülle integriert einen Akku mit zusätzlichen 2070 mAh, welche die Akkulaufzeit um 23 Stunden Video-Wiedergabe erweitern. Das ist ein echter Mehrwert. Allerdings sollte man vor dem Kauf eine Sache wissen: Durch die Juice-Pack-Hülle nimmt das schlanke Galaxy S9 eine wuchtige Dimension an. Neben einem eigenen Akku besitzt das Case auch integriertes Wireless Charging für Qi-Ladestationen.

Das Anbringen der Mophie-Juice-Pack-Hülle ist kinderleicht: Das Case lässt sich in zwei Teilen zerlegen und wieder zusammenschließen. Im geöffneten Zustand schiebt der Nutzer das Galaxy S9 hinein und verschließt die Hülle wieder. So sitzt das Telefon bombenfest und kann nicht herausfallen.

Sechs Hersteller und mehr als 32 Hüllen für das Samsung Galaxy S9 haben wir getestet. Doch welche soll’s nun sein? Wer etwas Gutes und Günstiges wünscht, für den sind die Hüllen von Spigen eine gute Wahl. Wer mehr ausgeben möchte und etwas Extra-Akku will, dem seien die Hüllen von Mophie zu empfehlen. Wer auf Nummer sicher gehen und das Galaxy S9 gegen alles in dieser Welt schützen möchte, sollte auf eine Hülle von Rhinoshield oder Speck zurückgreifen. Elegant und dennoch schützend ist Pitaka mit seinem Magcase.

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iPhone als Filmkamera: “Unsane” feiert Premiere auf der Berlinale

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Montblanc Summit im Test: Luxus-Smartwatch mit Android

Die Summit aus dem Hamburger Traditionshaus Montblanc ist eine Luxus-Smartwatch mit Googles Android Wear OS. Los geht's ab 930 Euro – damit ist die Summit fast dreimal so teuer, wie eine Smartwatch von Technologieherstellern wie Motorola oder Samsung. Ist sie es auch wert?

Bei einer Uhr, die auf Prestige und Luxus setzt, sollte das Premium-Gefühl schon bei der Verpackung beginnen. Positiv ist uns beispielsweise die Star-Wars-Drohne mit aufwändiger, beleuchteter Box samt Sound-Effekten in Erinnerung geblieben. Das wird die Summit zumindest in diesem Punkt nicht schaffen: Sie kommt in einem unauffälligen Hartkarton in Montblanc-Optik daher. Natürlich erwarten wir hier weder pures Gold noch die Star-Wars-Melodie beim Auspacken, doch ein feines und hochwertiges Etui passt eher zu der Marke, die weltweit für ihre Lederwaren berühmt ist. Ein gutes Beispiel, wie ein Technologie-Accessoire edel, aber nicht verspielt verpackt sein kann, liefert Huawei mit der ersten Generation seiner Huawei Watch (Bildergalerie).

Ist einmal die Wellpappe-Verkleidung weggeschafft, erscheinen Ladestation und Verbindungskabel im Blickfeld. Ein USB-Netzteil für die Steckdose legt der Hersteller übrigens nicht bei. Eigentlich ist das kein Problem, schließlich haben die meisten von uns schon etliche zu Hause – aber bei dem Preispunkt hätten wir uns durchaus über einen Adapter mit Montblanc-Logo gefreut.

Aufgeladen wird entweder über USB am Computer (Type A) oder mit dem vorhandenen Ladegerät des eigenen Smartphones. Bei einem herkömmlichen Netzgerät mit einer Stromstärke von 1,5 Ampere und einer Spannung von 5 Volt dauerte es im Test 2 Stunden und 11 Minuten, bis der Akku voll war.

Den Strom nimmt die Summit kabelgebunden über die Ladestation auf. Die Uhr rastet magnetisch in die Form ein, für die elektrische Verbindung zeigen sich zwei Federkontaktstifte verantwortlich. Auf eine drahtlose Ladung per Induktionsspule verzichtet Montblanc bei seiner ersten Smartwatch. Grundsätzlich ist das kein Problem, in der Vergangenheit hatten andere Wearables mit dieser Ladetechnik aber Kontaktprobleme, wenn sich Schweiß, Regen und Reste von Cremes und Co. auf den Metallplättchen ablegen und für Korrosion sorgen. Wie sich die Montblanc hier schlägt, wird die Zeit zeigen.

Die Montblanc Summit ist einer der am hochwertigsten gefertigten Android-Smartwatches derzeit. Das geht aus den verwendeten Materialien und – viel wichtiger – dem Detailgrad der Verarbeitung hervor. Die Uhr gibt es in unterschiedlichen Ausführungen. Das Gehäuse ist entweder aus Edelstahl mit oder ohne Beschichtung mittels physikalischer Gasphasenabscheidung oder aus Titan; die Armbänder gibt es beispielsweise aus Kautschuk, Kalbs- und Alligatorleder.

Für den Testbericht liegt eine 88,3 Gramm schwere und 12,5 Millimeter dicke Montblanc Summit in der Farbe Schwarz mit einem PVD-beschichtetem Edelstahlgehäuse vor. Die Uhr ist oben und unten mit einem braunen Sfumato-Pelletteria-Armband verbunden. Klingt toll, ist letztlich Kalbsleder und kommt aus Italien. Ob und wie nachhaltig es gewonnen wird, geht aus dem aktuellen CSR-Bericht für 2017 nicht hervor.

Das Material des Touchscreens ist kratzfestes Saphirkristallglas. Es ist leicht konvex und spiegelt bei einfallendem Licht.

Zurück zum Gehäuse: Der Rahmen unseres Modells ist in mattem Schwarz gehalten, die nicht mit Zahlen geprägte Lünette glänzt. Im Gegensatz zur Gear S3 von Samsung (Hands-on) ist der Ring an der Oberseite nicht drehbar ausgeführt. Ebensowenig lässt sich die Aufzugskrone auf der rechten Seite der Uhr bewegen. In der Mitte gibt es einen mechanischen Knopf mit dem Montblanc-Emblem. Beim Drücken springt die Software auf die Startseite des Betriebssystems zurück. Mit 46 mm im Durchmesser gehört die Montblanc eher zu den großen Smartwatches.

Die Summit ist IP68-zertifiziert und damit resistent gegen Staub und Wasser. Dampf, Regen und Süßwasser machen der Uhr nichts aus. Nach Kontakt mit Salzwasser gehört das Gerät mit klarem Wasser abgespült, um Korrosionen am Boden der Uhr zu vermeiden.

Bei den Armbändern seiner ersten Smartwatch setzt Montblanc glücklicherweise auf den verbreiteten 22-mm-Standard und verkneift sich proprietäre Konstruktionen wie Apple bei seiner Watch oder Fitbit bei der Ionic (Testbericht). Der Schnellwechselmechanismus zum Austauschen des Armbands bietet Flexibilität bei der Gestaltung und unterschiedlichen Anlässen.

In der Summit arbeitet ein Qualcomm Wear 2100. Dieser Prozessor ist aktuell gängig in Uhren mit Android Wear OS. Dazu gibt es 512 MByte RAM sowie 4 GByte Speicher zum Auslagern von Musik-Dateien, falls man sie drahtlos über ein mit Bluetooth verbundenes Headset hören möchte. Ferner beherrscht die Uhr WLAN nach 802.11 b, g und n und geht darüber bei Bedarf auch eigenständig ins Internet, wenn das zugehörige Smartphone nicht in Bluetooth-Reichweite ist.

Der Akku der Summit hat eine Größe von 300 mAh. Auch das ist Durchschnitt. In der Regel hält die Uhr einen ganzen Tag und muss danach zum Laden auf die Station. Die Vibration ist mittelstark und sorgt dafür, dass man eingehende Nachrichten wahrnimmt. Die Intensität des Vibrationsmotors lässt sich nicht verstellen, dafür aber die Dauer in einigen Schritten.

Auf der unteren Seite der Uhr sitzt ein Herzfrequenzmessgerät, das optisch den Puls des Trägers misst. Die Werte finden sich unter anderem in der App Google Fit wieder. Was der Summit fehlt, ist GPS. Selbstredend: Nur zum Joggen kauft man keine 1000-Euro-Smartwatch. Weil sie aber von Montblanc selbst mit Begriffen wie „digitale Weltuhr“ oder „empfohlenes Reisetool“ attribuiert wird, gehört zumindest die Technik zur Bestimmung des Standorts rein. NFC für kontaktloses Bezahlen fehlt ebenfalls. Das dürfte für die meisten deutschen Nutzer nicht relevant sein, Android Pay wird hierzulande nicht unterstützt. Trotzdem: Wenn man eine Smartwatch im gehobenen Preissegment anbietet, muss man sich an allem messen lassen, was die Technik derzeit hergibt.

Die Montblanc Summit besitzt zwar ein Mikrofon für den Empfang von Sprachbefehlen für Google Assistant oder Übersetzungen, telefonieren kann sie jedoch nicht. Anrufe nimmt nur das verbundene Smartphone entgegen. In sporadischen Situationen, in denen die Hände nicht frei sind, wäre dieses Feature sinnvoll gewesen – aber zugegeben rennt auch niemand durch die Stadt und spricht in sein Handgelenk.

Die Summit-Smartwatch läuft mit Android Wear in der derzeit noch aktuellen Version 2.0. Google hat allerdings kürzlich erst mit dem Verteilen des Updates auf 2.9 begonnen. Die neue Software bringt überarbeitete Benachrichtigungen für eingehende Ereignisse wie SMS, WhatsApp oder E-Mails. Ob und wann die Summit das Update erhält, ist unklar. Die technischen Voraussetzungen erfüllt die Montblanc-Uhr jedenfalls.

Eigene Software-Funktionen oder gar eine Montblanc-Oberfläche besitzt die Summit nicht. Letzteres wird seitens Google im Rahmen der Android-Wear-Richtlinien auch nicht gestattet, damit die Plattform auf allen Geräten einheitlich aussieht. Ziel ist es, eine einzige Oberfläche global einzusetzen. Eine, von der Google glaubt, es sei die benutzerfreundlichste. Bei den Smartwatches versucht man, eine Fragmentierung, wie sie bei Android-Smartphones und -Tablets gang und gäbe ist, zu vermeiden. Vorteil für den Kunden: Er lernt schnell den Umgang mit Android-Wear-Uhren. Nachteil: Die Hersteller haben kaum Wettbewerbsvorteile und können sich nur von Material und Marke differenzieren. Deshalb geht der größte Hersteller, Samsung Electronics, seinen eigenen Weg und entwickelt Smartwatches mit dem ebenfalls offenen Betriebssystem Tizen OS.

Montblanc, ein deutscher Hersteller von Luxusgütern, bringt im Rahmen seiner Digitalisierungsstrategie seine erste Smartwatch auf dem Markt. Technisch ist sie kein Überflieger, es fehlen echte Highlights wie beispielsweise ein volles Sortiment an Sensoren, GPS und NFC. Die Bedienung und Interaktion der Summit sind ebenfalls gewohnte Kost und nichts Außergewöhnliches.

Worin Montblanc seine Stärke ausleben kann, ist die extraordinär hohe Verarbeitungsqualität. Für den ersten Wurf geht die Uhr in Ordnung, doch es geht deutlich besser. Wir würden den Kauf überspringen und auf die zweite Generation warten. Ob und wann eine Montblanc Summit 2 folgt, steht aber noch in den Sternen.

Wer nicht warten möchte und das Geld für diese Luxus-Smartwatch besitzt, kann den Kauf in Erwägung ziehen: Schlecht ist sie nicht, aber eines sollte klar sein: Den hohen Preis zahlt man hier nicht für die Technik, sondern für Marke und Design. Eine Alternative im gleichen Segment ist die 500 Euro teurere, aber technisch schlechtere, Connected Modular 45 von TAG Heuer (Testbericht).

Und wem es mehr auf die Technik als auf die Mode ankommt, der sollte sich deutlich günstigeren Modelle wie die Fossil Q Explorist (3. Generation, Testbericht) oder die Huawei Watch 2 ansehen.

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Gigaset Elements Alarm System im Test: ungewöhnlich gut

Gigaset bietet mit seiner Elements-Serie eine umfangreiche Auswahl an Smart-Home-Sensoren, die kabellos über DECT kommunizieren. Wir haben das Starterkit Alarm System L getestet und eine intelligente Alarmanlage mit App-Steuerung eingerichtet.

Einen Überblick über das Thema Smart-Home-Alarmanlagen, Grundlagen zur Planung des Systems und die Informationen, warum die Polizei solche Systeme und den privaten Einbau nicht empfiehlt, finden sich in unserem Grundlagen-Artikel: Smart-Home-Alarmanlagen selbst planen und einbauen

Gigaset Elements verhält sich in vielen Punkten ein wenig anderes als die gesammelte Konkurrenz. Zum einen liegt das an der verwendeten Technik. Wer Gigaset hört, denkt sofort an schnurlose Telefone, und in der Tat: Während andere Hersteller wie beispielsweise Bosch (Testbericht) zur Kommunikation auf Smart-Home-Standards wie Zigbee setzen, sprechen bei Gigaset die Sensoren per DECT-Funk mit der Zentrale. So macht das ansonsten noch AVM bei seinen Smart-Home-Produkten (Zwischenstecker AVM Fritz DECT 210 im Test).

Außerdem sind die Alarm-Sensoren von Gigaset irgendwie außergewöhnlich. Während alle anderen Hersteller zur Überwachung von Türen und Fenstern auf Sensoren setzen, bei denen ein Magnet am Fenster- oder Türflügel und ein Reed-Kontakt mit Funkmodul am Rahmen montiert wird, sind die Elements-Sensoren einteilig. Sie sind vergleichsweise groß und werden direkt auf Tür- oder Fensterflügel montiert, einen Magneten für die andere Seite gibt es nicht.

Das hat uns zunächst skeptisch gemacht und erst einmal an Microsofts Einführung von Windows Phone denken lassen: Hauptsache, erst mal alles anders machen?! In der Praxis haben sich die Sensoren aber bewährt. Sie nutzen Kompass und Beschleunigungssensor, um zu erfassen, ob Tür oder Fenster offen oder geschlossen sind. Die Montage ist einfach, denn die Magneten der anderen Lösungen im richtigen Abstand anzubringen, kann bei schmalen Rahmen oder schiefen Flächen durchaus eine Herausforderung darstellen. Und konzeptionell haben die Gigaset-Sensoren noch einen großen Vorteil. Während die Reed-Kontakte nur die Zustände „geschlossen“ und „nicht geschlossen“ voneinander unterscheiden können, erkennt Elements auch, wie ein Fenster geöffnet wird: Normal über den Griff von innen oder gewaltsam mit Stößen, Schlägen, und Hebeln. Im zweiten Fall lösen die Sensoren auch dann Alarm aus, wenn die Anlage eigentlich unscharf geschaltet ist. Respektive: Sie sollen es tun. Um die Fenster am Haus meines Kollegen zu schonen, haben wir das nicht ausprobiert.

Außerdem mit im Paket sind eine IP-Kamera für die Aufstellung im Inneren, ein Bewegungsmelder und eine kleine Sirene. Letztere ist ebenfalls erwähnenswert, denn auch hier ist das Konzept anders als bei der Konkurrenz: Die Sirene ist eine kleine Box mit Euro-Stecker auf der Rückseite. Hat man sie einmal mit der Zentrale gekoppelt, kann man sie überall in Haus oder Wohnung in die Steckdose stecken. Fertig.

Die Logik läuft bei Gigaset Elements lokal auf der Basis-Station, zur Einrichtung ist allerdings das Anlegen eines Nutzeraccounts beim Hersteller nötig. Wer das nicht möchte, sollte sich die Smart-Home-Alarmanlage von Bosch ansehen, die trotz App-Steuerung ohne Zwangsregistrierung auskommt.

Wir haben das Starterkit Elements L mit drei Tür- und Fenstersensoren, Bewegungsmelder, Sirene und Kamera getestet. Es gibt aber auch günstigere Sets:

Zugegeben, in diesem Punkt hatte das Gigaset-System keinen guten Start. Unser erster Gedanke beim Öffnen der Verpackung war: „Ach du Schande.” Der Grund dafür ist ein unglaubliches Sammelsurium an kleineren und größeren Bestandteilen, die sich im Karton befinden. Neben der Zentrale, den Sensoren, Kabeln und Netzteilen sind das etliche Kunststoffteile, Batteriedeckel, Gehäuserückseiten, verschiedene Halter zum Hinstellen, zum Schrauben und zum Kleben, mit oder ohne Winkel, Schrauben, Klebepads und so weiter.

Drapiert man das vor sich auf dem Tisch, gibt es zunächst einmal nur viele Fragezeichen. Es will sich nicht so recht erschließen, was wohin gehört. Nach ein paar Minuten und den ersten Erfahrungen ist das dann aber doch ganz logisch: In den meisten Fällen gibt es den eigentlichen Sensor, dazu die passende Batterie, einen Deckel für's Batteriefach, eine Gehäuserückseite und einen abnehmbaren Halter samt Klebepads. Vor allem letzteres ist genial: Während bei der Konkurrenz die Sensoren üblicherweise direkt auf Fenster und Türen geklebt werden, kann man sie bei diesem System relativ einfach wieder abnehmen. Dadurch sind Batteriewechsel und eine eventuelle Neukopplung komfortabel durchzuführen. Für den Bewegunsmelder, der in unserem Starterkit enthalten ist, gibt es gleich drei verschiedene Halterungen: einen Standfuß, einen Clip für die Wandmontage und einen angewinkelten Clip, der den Sensor im 45-Grad-Winkel ausrichtet. Das ist klasse, so findet sich für jede Wohnung und jedes Haus der passende Montageort.

Einmal zusammengebaut, sehen die einzelnen Komponenten dann durchaus attraktiv und hochwertig aus. Zwar wirken vor allem Tür- und Fenstersensor aufgrund ihrer gewählten Technologie deutlich größer als die Magnetkontakte der Konkurrenz, aber sie stören nicht. Vor allem auf weißen Fensterrahmen fallen sie nicht auf. Im direkten Vergleich zu Konkurrenzprodukten wirken die Sensoren wertiger. Sie sind hervorragend verarbeitet und es sieht nicht so aus, als hätte der Hersteller am Material gespart.

Etwas nervig ist die Aufstellung der Smart-Home- beziehungsweise Alarmzentrale Base. Sie benötigt eine Internet-Verbindung per Netzwerkkabel sowie Strom über das mitgelieferte Netzteil, die Kabel werden durch Öffnungen im Gehäuse geführt. Das funkioniert aber nicht, die Basisstation steht nicht sauber auf dem Tisch. Zur Lösung legt der Hersteller eine Metallklammer samt Schrauben bei, mit der man die Kabel unten einspannt – das ist fummelig, und irgendwie schaffen es andere Hersteller ja auch, die Kabel ohne Schrauben sauber zu führen. Ein Pufferakku ist übrigens bei Gigaset ebenso wie bei Bosch nicht in der Zentrale vorhanden. Wer auch bei Stromausfall ein funktionierendes System haben möchte, muss die Alarmzentrale und den Internet-Router per externer USV mit Strom versorgen.

Die Kopplung der einzelnen Komponenten funktioniert so: Sensor näher als einen Meter an die Basisstation heranbringen, Taster an Sensor und Zentrale lange drücken, in der App bestätigen. Das hat oft, aber nicht immer reibungslos geklappt. Der Grund ist eine etwas unklare Angabe in der App: Man soll die Taste drücken, bis die LED ausgeht. Seit einem Firmware-Update vor wenigen Wochen blinkt die LED aber beim Koppeln, die App soll erst in der kommenden Woche aktualisiert werden – wenn die Anleitung dann wieder zur Software passt, ist dieser Kritikpunkt aus der Welt.

Ähnlich wie bei anderen Smart-Home-Systemen ist die Alarmanlage bei Gigaset Elements zwar elementarer, aber eben auch nur ein Bestandteil. Vorhandene Sensoren können auch für andere Aufgaben genutzt werden. So schaltet beispielsweise der Bewegungsmelder auf Wunsch auch Philips-Hue-Leuchten an oder über den Schuko-Zwischenstecker eine Stehleuchte.

Im unserem Starter-Set ist ein Bewegungsmelder enthalten, dazu gibt es zwei Fenster- und einen Türkontakt. Der Bewegungsmelder hat keinen Unterkriechschutz und soll Haustiere bis zu einem Gewicht von 25 kg ignorieren. Weil unserem Testgerät weder Hund noch Katze beilagen, konnten wir das aber nicht ausprobieren. Der Bewegungsmelder unseres Testpakets ist bereits nach wenigen Tagen wegen leerer Batterie ausgefallen. Wir vermuten, dass die Batterie bereits gebraucht war und werden das noch einige Zeit weiter beobachten.

Tür- und Fenstersensoren arbeiten, wie oben schon erwähnt, nicht mit Magnetkontakten. Im Inneren sind stattdessen diverse Sensor-Chips verbaut, die wir etwa von Smartphones her kennen: Magnetfeldsensor, Gyroskop, Beschleunigungssensor, Thermometer und Barometer. Nach dem Koppeln in der App muss man sie auf Fenster oder Türen aufkleben und dann einlernen. Dazu schließt und öffnet man das Fenster abwechselnd und bestätigt das jeweils auf dem Smartphone; der gesamte Vorgang dauert etwa zwei Minuten.

Die Idee hinter diesem Prinzip ist genial. Während Magnetkontaktsensoren nur zwei Positionen kennen, soll das Gigaset-System beispielsweise auch Schläge und Tritte gegen Türen und Fenster, Bohren, Hebeln oder Erschütterungen bemerken und kann Alarm schon dann auslösen, wenn die Tür noch geschlossen ist. Außerdem erkennen die Sensoren so, wenn sie abgenommen werden. Im scharfen Zustand des Alarmsystems fangen sie dann sofort selbst an, Alarmtöne von sich zu geben. Ist das Alarmsystem unscharf, gibt es eine entsprechende Meldung in der App, dass der Sensor neu kalibriert werden muss. Manipulierte Sensoren bleiben so nicht lange unentdeckt.

Nicht Bestandteil unseres Starter-Kits ist der neue Universalsensor. Er funktioniert nicht nur bei normalen Türen und Fenstern, sondern beispielsweise auch an Schiebe- oder Schwenkschiebetüren, an der Katzenklappe oder am Garagentor – sowohl mit Sektionaltoren als auch mit Schwingtoren. Derzeit kostet er allerdings 20 Euro mehr als die anderen Melder, daher wird er in der Praxis wohl nur in solchen Sonderfällen zum Einsatz kommen.

Außerdem gibt es noch Rauchmelder sowie Wasserstandssensor als weitere Gefahrenmelder und einen „Smart Plug“, also einen Zwischenstecker, mit dem sich Verbraucher wie eine Stehlampe schalten lassen. Mit der entsprechenden Einstellung in der App sind so auch Komfortfunktionen möglich: Der Bewegungsmelder kann nicht nur Alarm auslösen, sondern auch das Licht einschalten. Wie beim System von Bosch ist es aber auch hier nicht möglich, das Grundprinzip der Zwangsläufigkeit einzuhalten – dafür fehlt es schlicht an Aktoren und Sensoren.

Auf den ersten Blick passt die App perfekt zum System: Die ersten Schritte sind nervig. Los geht's beim Start der App zunächst mit der Registrierung eines Nutzerkontos beim Hersteller. Dass es auch ohne diesen Registrierungszwang geht, hat uns Bosch bei seinem System gezeigt. Weiter geht's mit dem Abnicken des Kleingedruckten, das hier so nervig ist, wie zu besten Zeiten von Windows-Installationen: Man muss in der App den kompletten Text mehrere Seiten lang durchscrollen, bevor man ihn abnicken kann. Danach geht's an die Eingabe von E-Mail-Adresse und Passwort, und auch das läuft nicht so ganz sauber ab. Zwar zwingt einen die App sinnvollerweise, ein sicheres Passwort zu vergeben, aber strikte Vorschriften, wie das auszusehen hat, nerven. Und wir hatten Probleme bei der Einrichtung des Kontos mit einer GMX-Adresse, wobei das wohl ein „bedauerlicher Einzelfall“ ist. Mit einer anderen Adresse war es kein Problem.

Danach folgt das ebenfalls etwas fummelige Pariring von Basis und Sensoren. Weiß man aber, wie es wirklich geht, klappt das innerhalb von Minuten. Trotzdem: Dass der Sensor beim Anlernen weniger als einen Meter von der Basisstation entfernt sein sollte, nervt vor allem bei der mitgelieferten Sirene mit 230-Volt-Stecker.

In der App gibt es dann Hinweise, wie die Sensoren zu montieren sind. Das ist hübsch gemacht und klappt, inklusive dem Kalibrieren von Tür- und Fenstermeldern, auf Anhieb. Die Erklärungen der Bosch-App sind allerdings noch deutlich ausführlicher.

Außerdem haben wir noch die im Set enthaltene Überwachungskamera aufgestellt. Die Ersteinrichtung und das Verbinden mit dem WLAN klappt mit einem iPhone ganz hervorragend, mit einem Galaxy S4 Mini war es etwas holpriger: Zur Konfiguration baut das Smartphone eine Bluetooth-Verbindung zur Kamera auf. Beim iPhone passiert das unbemerkt im Hintergrund. Beim Samsung gab es immer Fehler – so lange, bis wir neben Bluetooth auch Zugriff auf GPS zugelassen haben. Absicht ist das laut Gigaset nicht, die Position des Nutzers wird nicht gespeichert. Eventuell ist das auf eine Hardware-Eigenheit des Galaxys zurückzuführen, die Entwickler wollen das prüfen.

Ist die Einrichtung erst einmal abgeschlossen, präsentiert sich die Gigaset-App attraktiv, aufgeräumt und logisch. Die Bedienung im Alltag lässt keinerlei offene Fragen. Es gibt eine übersichtliche Startseite mit allen Sensoren auf einen Blick, dort lässt sich die Alarmanlage auch scharf und unscharf schalten. Die Kamera ist ebenfalls vorbildlich in die App integriert.

Einen ausführlichen Überblick über die Funktionen der App sowie die Einrichtung der Alarmanlage gibt's in der folgenden Bilderstrecke:

Das Schärfen und Entschärfen des Systems ist ausschließlich per Smartphone und App möglich. Eine optionale Code-Tastatur oder ein NFC-Leser ist nicht im Angebot. Das gilt es vor allem dann zu beachten, wenn auch Dritte Haus oder Wohnung betreten können sollen, beispielsweise die eigenen Eltern oder eine Reinigungskraft.

Ist die Alarmanlage scharf, führt das Ansprechen der Sensoren zum Alarm. Im konkreten Fall unseres Sets bedeutet das, dass Push-Meldungen an die registrierten Smartphones herausgehen und die Alarmsirene in der Wohnung trötet – übrigens durchaus auffällig laut.

Aufgrund der Sensor-Technik, auf die Gigaset setzt, wird der Alarm unter Umständen auch dann ausgelöst, wenn die Anlage unscharf geschaltet ist. Stellen die Sensoren Gewalteinwirkung fest, aktivieren sie die Sirene.

Wer möchte, kann optional ein kostenpflichtiges Cloud-Speicher-Paket abschließen. Zum Ausprobieren gibt es das Willkommens-Paket (3 Monate für 1,09 Euro einmalig), danach ist das Safety Package ab 99 Cent pro Monat interessant. In dem Fall speichert die Kamera kurze Szenen, wenn der Bewegungsmelder anspricht, sowie bis zu fünf Minuten Videomaterial im Alarmfall in der Cloud. Praktisch, wenn man vom Alarm nichts mitbekommt.

Genau das ist übrigens auch ein großes Problem, unter dem fast alle Smart-Home-Alarmsysteme leiden: Was macht man, wenn es anspricht? Das sollte man sich im Idealfall bereits vor dem Kauf überlegen. Aktuell gibt es bei Gigaset keine Möglichkeit, externe Sicherheitsdienstleister zu beauftragen.

Aufgrund der verwendeten Sensor-Technik finden wir die Gigaset-Lösung sehr interessant – speziell deswegen, weil sie auch dann Alarm auslösen können, wenn die Anlage eigentlich unscharf geschaltet ist.

In diesem Punkt konzentrieren wir uns aber vor allem auf IT-Sicherheitsprobleme. Zumindest auf den ersten Blick macht der Hersteller hier alles richtig. Die Kommunikation zwischen App und Base erfolgt verschlüsselt, ebenso die Übertragung zwischen Base und den einzelnen Sensoren und Aktoren. Bei der Einrichtung wird der Nutzer gezwungen, ein sicheres Passwort festzulegen. So soll das sein.

Ob es in den Untiefen der Software allerdings Sicherheitslücken oder konzeptionelle Sicherheitsprobleme gibt, können wir ohne weiteres nicht feststellen. Gut ist jedenfalls, dass die Software der Base sowie die Software der einzelnen Sensoren aktualisiert werden kann – so kann der Hersteller auf Lücken reagieren. Im Rahmen unseres Tests gab es ein Update für die Sirene.

Gigaset Elements macht vieles anders. Das geht bei der DECT-Funkübertragung los und endet bei den außergewöhnlichen Sensoren ohne Magnetkontakt. Auf Anhieb wirkt das alles erst einmal etwas erschlagend: Unglaublich viele Bestandteile im Paket, deren konkreter Sinn sich erst später erschließt. Das gleiche gilt für die Ersteinrichtung, die zunächst etwas fummelig erscheint.

Läuft das System, kann es dann aber seine Vorzüge ausspielen. Die Sensoren haben sich in der Praxis bewährt und scheinen zuverlässig zu arbeiten, allerdings haben sie auch – toi, toi, toi – keinen echten Einbruch melden müssen. Uns gefällt das Konzept, dass die Melder Öffnen von Bohren und Treten unterscheiden können. Außerdem hat sich die App nach ersten Anlaufschwierigkeiten als extrem übersichtlich und sympatisch in unser Herz gebrannt.

Auch das Preis-Leistungsverhältnis erscheint uns stimmig. Eine unverbindliche Preisempfehlung von 350 Euro inklusive drei Öffnungsmeldern, Bewegungsmelder und IP-Kamera – das reicht für eine normale Wohnung aus.

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