Logitech G933 Artemis Spectrum im Test

Modernes Design, kabellos und vielseitig einsetzbar – das ist das Gaming-Headset G933 Artemis Spectrum von Logitech. Mit seiner guten Klangqualität und angenehmem Tragekomfort überzeugt das Headset nicht nur beim Gaming, sondern eignet sich durch den 7.1. DTS Surroundsound auch für Filme.

Das G933 ist mattem schwarz oder weiß erhältlich, sein Design sticht aus der Masse der Gaming-Headsets heraus: Die Ohrpolster sind nicht wie bei den meisten Herstellern rund, sondern fast rechteckig. Die kantige Form harmoniert gut mit der eingebauten RGB-Beleuchtung. Die verläuft als vertikale LED-Streifen, unterbrochen durch zum Design passende harte Querlinien an den Rückseiten der Ohrmuscheln. Auch die Logos an den Seiten strahlen in der gewünschten Farbe. Das geht zwar im kabellosen Modus auf den Akku, sieht aber sehr cool aus. Habt ihr noch weitere Geräte von Logitech wie eine Maus oder Tastatur könnt ihr die Beleuchtungseffekte synchronisieren.

Gefertigt ist das G933 komplett aus Kunststoff, an der Verarbeitung gibt es nichts zu meckern. Das Headset ist flexibel, sodass es gut auf verschiedene Kopfformen passt. Es liegt angenehm an, drückt nicht. Beim Tragen werden wie bei jedem geschlossenen Headset die Ohren recht heiß, aber davon abgesehen empfand ich das G933 auch nach mehreren Stunden spielen nicht als störend. Allerdings nur, wenn ich konzentriert am Zocken war. Denn das Headset hat einen großen Nachteil: Legt ihr den Kopf in den Nacken, zum Beispiel beim Trinken, rutscht das Headset jedes Mal hinten vom Kopf. Das ist dem Design geschuldet, denn die Ohrmuscheln sind nicht mittig unter dem Bügel platziert, sondern nach hinten versetzt. Sonst fühlt sich das G933 gut an. Die Ohrpolster sind sehr weich, atmungsaktiv und lassen sich abnehmen und waschen.

An der Rückseite des Headsets drängen sich fünf Tasten (Schalter für Ein/Aus, drei programmierbare G-Tasten, Taste für das Stummschalten des Mikrofons) und ein Rädchen für die Lautstärkeeinstellung auf engem Raum. Die Tasten lassen sich durch ihre unterschiedliche Form zwar gut erfühlen, aber daran muss man sich erst gewöhnen, um tatsächlich den gewünschten Knopf zu finden.

Der Akku befindet sich unter der rechten Ohrmuschel und ist austauschbar. Laut Hersteller hält eine Ladung 12 Stunden – allerdings nur bei ausgeschalteter Beleuchtung. Mit Lichteffekten liegt die offizielle Laufzeit bei acht Stunden, in der Praxis kamen wir auf etwas mehr als sieben Stunden.

Im Lieferumfang des Logitech-Headsets ist einiges dabei: USB-Kabel (Type-A auf Micro-USB), Klinkenkabel (3,5 mm) mit Steuerungseinheit und Mikrofon, Adapter von 3,5-mm- auf 2,5-mm-Klinke, Klinke-zu-Cinch-Kabel und ein USB-Adapter für den kabellosen Betrieb. Letzterer befindet sich praktisch verstaut in der linken Ohrmuschel. Das Zubehör hat eine gute Qualität, Klinken- und USB-Kabel sind stoffummantelt und ausreichend lang, der Adapter hält zuverlässig.

So ausgestattet kann das Headset je nach Einsatzgebiet sofort angestöpselt und verwendet werden. Beispielsweise am PC per USB oder kabellos, am Smartphone und an der Spielkonsole per Klinkenkabel. An der Playstation 4 funktioniert auch der Wireless-USB-Adapter. An der Xbox One geht das leider nicht. Hier bleibt nur der Weg per Klinkenkabel in den Controller. Der USB-Adapter ist zudem multifunktional. ihr könnt beispielsweise mit dem beiliegenden Cinch-Kabel vom Fernseher direkt in den Adapter gehen und so das Headset „kabellos“ auch an ein Gerät anschließen, das nicht selbst über einen USB-Eingang verfügt.

Das Klangbild empfanden wir in unserem Test als sehr ausgeglichen. Höhen kommen gut heraus, der Bass ist stark, die Mitten klar. Auch die Stimmen der anderen Mitspieler sind stets deutlich zu verstehen. Durch die Logitech-Software könnt ihr am PC auch noch einige Feinabstimmungen regeln. Nicht nur Spiele, auch Filme und Telefonate klingen über das Headset sehr gut.

Zusätzlich verfügt das Headset über DTS X 7.1, die notwendige Software geht aber nur am PC. An Spielkonsolen und anderen Geräten liefert das G933 Stereo. Die 7.1-Simulation der Lautsprecher im Kopfhörer funktioniert gut, die unterschiedlichen Klänge lassen sich perfekt orten. Doch in diesem Modus waren uns die Höhen in einigen Momenten zu schrill, der Bass zu dröhnend und das gesamte Klangbild etwas blechern. 7.1. macht mit einem richtigen Boxensystem einfach mehr Spaß. Die Kopfhörer sind dazu kein Vergleich, dienen aber durch die gute Surroundaufteilung der Sounds dazu, um Spiele und Filme noch intensiver zu erleben.

Das Mikrofon befindet sich an der linken Ohrmuschel und lässt sich unsichtbar einklappen, wenn ihr es gerade nicht braucht. Es lässt sich 90 Grad ausklappen und herausziehen. Das letzte Stück ist flexibel, sodass ihr das Mikrofon auch näher an den Mund heran biegen könnt. Bei unserem Test haben uns Mitspieler auch in hektischen Situationen sehr gut verstanden. Die Rauschunterdrückung filtert Umgebungsgeräusche nur teilweise heraus. Die Push-To-Talk-Funktion solltet ihr unbedingt aktivieren, um eure Mitspieler nicht zu nerven.

Wollt ihr das G933 kabellos an Eurem PC verwenden, steckt ihr den USB-Dongle an und schaltet das Headset ein. Es verbindet sich ohne Probleme automatisch über einen 2,4-GHz-Funk. An der Playstation 4 müsst ihr gegebenenfalls noch die Einstellungen ändern, sodass der gesamte Spielsound und nicht nur die Chatgespräche über Artemis Spectrum laufen. Die Reichweite liegt bei knapp 15 Meter, im Test hatten wir zu keiner Zeit Verbindungsabbrüche. Interessant ist, dass ihr das Headset kabellos am PC betreiben und gleichzeitig ein Smartphone per Klinkenkabel verbinden könnt, um Anrufe anzunehmen. Für Telefonate wird dann aber nicht das Mikrofon am Headset selbst, sondern das an der Steuereinheit am Klinkenkabel verwendet.

Die Konfiguration läuft über die Logitech Gaming Software. Das Programm erkennt verbundene Geräte sowie installierte Spiele automatisch und lädt Standardprofile. Theoretisch ist es nicht notwendig, Einstellungen anzupassen. Schon mit dem Standardprogramm könnt ihr loszocken. Doch die Software ist übersichtlich gestaltet, wir fanden uns leicht zurecht.

Die Software zeigt ein großes Foto des Headsets, jede „G-Taste“ lässt sich anklicken und einer Funktion zuweisen. Über ein simples Befehlsmenü könnt ihr die drei programmierbaren Tasten mit zahlreichen Funktionen belegen. Über den Reiter in der unteren Leiste lassen sich weitere Einstellungen wie Beleuchtungseffekte, Equalizer und Surround-Effekte anpassen. Außerdem findet ihr dort eine Anzeige zum Akkuladestand.

Wenn ihr ein Gaming-Headset sucht, dass sehr flexibel ist und nahezu an jedem Gerät funktioniert, solltet ihr das Logitech G933 Artemis Spectrum ausprobieren. Als Einschränkung müsst ihr nur im Kopf behalten, dass es nur am PC 7.1-Sound wiedergibt. Doch die allgemeine Klangqualität, Akkulaufzeit und Tragekomfort haben uns beim Test überzeugt und rechtfertigen den Preis.

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Microsoft Support-Seite besätigt Windows 10 Mobile April 2018 Update

Wir haben erst heute darüber berichtet, dass Microsoft ein Windows 10 Mobile April 2018 Update für die Bluetooth-Zertifizierung freigegeben hat. Unklar war bislang allerdings, ob das Unternehmen das Update wirklich freigeben will oder ob es sich hierbei einfach um einen Fehler handelt.

Microsoft hat auf der offiziellen Support-Seite zu Windows 10 Mobile nun das April 2018 Update offiziell erwähnt. Eine Ankündigung in diese Richtung gab es nicht und ausgerollt wird es für die Geräte ebenfalls noch nicht. Die Support-Seite wurde am 30. April erstellt und somit am selben Tag wie der Beginn des Rollouts für PC.

Laut der Support-Seite werden Windows 10 Mobile-Geräte automatisch mit Updates versorgt, sobald diese erhältlich sind. Die Updates enthalten zusätzliche Funktionen und Verbesserungen für Windows 10-Smartphones. Klickt man auf den untenstehenden Link, wo die Erhältlichkeit der Aktualisierung erklärt wird, ist bislang keine Rede vom Windows 10 Mobile April 2018 Update. Lediglich die Verfügbarkeit des Windows 10 Fall Creators Update wird dort erwähnt. Möglicherweise wird sich Microsoft in den nächsten Tagen noch zu diesem Thema äußern.


Quelle: Microsoft

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Marktübersicht: Powerbanks und Rucksäcke mit Solarzellen

Beim Wandern, auf dem Festival oder am Strand: Powerbanks mit Solarzellen versprechen durchgehend Strom. Wir zeigen passende Produkte und Einschränkungen.

Gleich zu Beginn müssen wir die Erwartungen dämpfen: Nur mit einer kleinen Solarzelle lässt sich eine leere Powerbank mit 10.000 mAh und mehr nicht aufladen – oder zumindest nicht in einer vernünftigen Zeit. Das liegt vor allem an der Leistung der Solarmodule. Diese wird durch Sonneneinstrahlung, Modulart, Ausrichtung, Temperatur und anderen Faktoren beeinflusst – kurz, die von den Herstellern angegebenen Werte zur Ladung sind oft theoretisches Wunschdenken.

Zugleich gilt: Je mehr Fläche, desto besser. Denn der Leistungsgrad einer Solarzelle liegt, je nach Bauart, zwischen 6 und 20 Prozent. Gerade die fest in Powerbanks oder Rucksäcke integrierten Solarzellen sind so klein, dass sie gerade einmal ein Mindestmaß an Strom liefern können. Besser sind da faltbare Solar-Panels, die mehrere Module koppeln. Diese eignen sich vor allem für stationäre Outdoor-Aufenthalte, etwa am Campingplatz oder auf einem Festival.

Unsere Kollegen der c’t haben sich im August 2017 ausführlich mit dem Thema „Strom aus der Natur“ beschäftigt. Im Beitrag stellen sie auch alternative Lösungen zu Solar vor, etwa einen Generator fürs Fahrrad, eine Wasserturbine, eine Brennstoffzelle oder einen Grill, der parallel Strom produziert.

Auch wenn die Solarmodule die Powerbanks nicht auf 100 Prozent Ladezustand halten, sorgen sie doch zumindest für ein Grundrauschen und verlängern so im besten Fall die zur Verfügung stehende Ladung. Dazu kommt: Die Powerbanks kosten kaum mehr als ihre Nicht-Solar-Pendants. Außerdem sind sie in den meisten Fällen gegen Wasser, Staub und Stöße geschützt – für Outdoor-Aktivitäten wichtig. Einige Produkte fungieren auch als Taschenlampe, den Strom liefert der integrierte Akku.

Wer stationär ist, vielleicht an Strand, See oder Musikfestival, sollte sich den Kauf einer faltbaren Solaranalge überlegen. Sie sind leicht, bieten eine größere Fläche als die Powerbanks und lassen sich ideal in der Sonne platzieren. Wie gut das klappt, haben wir in unserem Test "Solar-Ladegerät mit 18 Watt" ausprobiert. Wichtig hier: Idealerweise sollten Powerbank und Solamodul vom gleichen Hersteller stammen und aufeinander abgestimmt sein. Sonst kann es zu Problemen mit dem Ladecontroller kommen.

Sind wir realistisch – die in Rucksäcken verbauten Solarzellen sind wenig mehr als Spielerei. Wer aber ohnehin einen passenden Rucksack für sommerliche Ausflüge sucht, sollte trotzdem einen Blick auf diese Produkte werfen. Damit lassen sich zwar keine Miniatur-PCs betreiben, aber die Ladung einer angeschlossenen Powerbank über längere Zeit stabil halten. Wer schon einen Lieblingsrucksack hat, der kann diesen mit den auch nachrüsten. Ein solches Solarladegerät haben wir im Gadget der Woche vorgestellt. Beispiele für solche Produkte sind:

Komplett autark ist man mit diesen kleinen Solarkraftwerken nicht. Wer aber regelmäßig längere Touren unternimmt oder zur Festivalsaison länger ohne Steckdose unterwegs ist, der braucht sowieso eine oder mehrere Powerbanks um Gadgets zu betanken. Da macht es durchaus Sinn, in ein wenig Solar zu investieren; im schlimmsten Fall laden die Reserven nur langsam auf. Allerdings muss man sich auch nicht darum kümmern. Die Panele werden in die Sonne gedraht, liegengelassen und Abends haben die Akkus ein wenig Saft für Smartphone und Co.

Was sind eure Erfahrungen mit Solar-betriebenen Ladegeräten? Oder habt ihr einen Eigenbau, der mehr Leistung für weniger Geld liefert? Wir sind auf eure Kommentare gespannt.

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Taphome: GSM-Alarmanlage mit App-Steuerung im Test

Das Alarmsystem von Taphome zur Selbstmontage macht vieles anders. Es bietet deutlich weniger Funktionen als die Konkurrenz, ist aber günstig und hat seinen Einsatzzweck.

Das Taphome-System ist nach den Alarmanlagen von Abus, Gigaset und Bosch das vierte Modell, das wir ausführlich in der Praxis getestet haben. Es richtet sich an Bastler und Selbstbauer und kommt ohne professionelle Montage aus. Der Hersteller garantiert eine Einrichtung innerhalb von 30 Minuten, ansonsten gibt's das Geld zurück.

Mehr Informationen zu Alarmanlagen im Allgemeinen, zur Planung und den Gründen, warum die Polizei von Technik für den Selbsteinbau nicht viel hält, gibt es in unserem Grundlagen-Artikel Smart-Home-Alarmanlagen selbst planen und einbauen.

Als wir Smart-Home-Alarmanlagen zum Test angefordert hatten, dachten wir an Systeme mit Internet-Anbindung, Push-Mitteilung und Status-Anzeigen per App. So ganz will das System von Taphome nicht dazu passen, obwohl es sich auch per App steuern lässt. Es kommt ohne Internet-Anbindung aus, zur Kommunikation mit dem Rest der Welt setzt es auf das Handy-Netz und eine Prepaid-SIM-Karte.

Auf den ersten Blick hat das viele Nachteile. Ein virtueller Blick in die Wohnung („Sind alle Türen und Fenster geschlossen?“) entfällt ebenso wie Batteriestandsmeldungen der Sensoren in der App. Statt komfortabler, assistenzgeführter Installation, wie wir sie vorbildlich beispielsweise bei Bosch gesehen haben, gibt es hier „nur“ ein gedrucktes Handbuch. Dass dieses ganz hervorragend ist und auf der anderen Seite weder Cloud-Konto noch Internet-Zugang nötig sind, macht einiges wieder wett. So eignet sich das System beispielsweise für abgelegene Ferienhäuser, kleine Geschäfte wie Kiosks, Mobile Homes oder Wohnwagen ohne DSL-Flatrate. Es gibt auch ein passendes Kabel zur Energievrsorgung per Zigarettenanzünder-Stecker.

Im Starter-Set ist enthalten, was man zur grundlegenden Absicherung braucht: Alarmzentrale, zwei Fernbedienungen zum Schärfen und Entschärfen mit Panik-Taste, ein Bewegungsmelder und ein Magnetkontakt zur Überwachung von Türen und Fenstern. Weitere Sensoren kosten vergleichsweise wenig Geld (Bewegungs- oder Rauchmelder ca. 30 Euro, Türkontakt ca. 20 Euro). Außerdem gibt es noch eine Funk-Tastatur zur Code-Eingabe und eine Außensirene. Weitere Gefahrenmelder, die beispielsweise die Gaskonzentration oder Wasserlecks melden, gibt es ebensowenig wie integrierbare Überwachungskameras. Wer von unterwegs einen Blick ins Haus werfen möchte, findet passende Kameras mit Cloud-Speicher in unserem Überwachungskamera-Vergleichstest; dafür ist dann aber eine Internet-Verbindung nötig.SEO

Die Komponenten sehen ansprechend aus und sind hochwertig verarbeitet. Die Alarmzentrale besteht aus einem glänzend-weißen Gehäuse, das Hersteller-Logo leuchtet in verschiedenen Farben und gibt so Feedback. Eine kleine Sirene und ein Puffer-Akku für den Weiterbetrieb bei Stromausfall sind integriert.

Der Bewegungsmelder ist relativ klein und unauffällig, eine passende Wandhalterung mit Kugelgelenk zur optimalen Ausrichtung liegt bei. Der Magnetkontakt ist allerdings vergleichsweise groß und trägt auf Türen und Fenstern dick auf, Smart-Home-Sensoren – etwa von Xiaomi – sind deutlich kleiner. Bei der Montage hatten wir in der Praxis kein Problem, aber unauffällig geht anders.

Zum scharf und unscharf Schalten bieten sich die beiden Funkfernbedienungen an, die allerdings ungeschützte Tasten haben. Bei uns kam es zwar nicht vor, dass sich Funktionen in der Tasche aktiviert haben, aber es ist im Rahmen des Möglichen. Dass die Steuerung per Fernbedienung nicht mit der Einhaltung der Zwangsläufigkeit einhergeht, zeigt, dass es sich bei dem System schlicht nicht um ein professionelles Alarmsystem handelt. Denn dann darf sich das System nicht aktivieren lassen, solange Türen oder Fenster geöffnet sind oder sich jemand in den überwachten Bereichen aufhält. Außerdem muss technisch sichergestellt sein, dass gesicherte Bereiche nicht betreten werden können. Die dafür nötigen Komponenten wie Motor- oder Blockschlösser verkauft Taphome nicht.

Zu Inbetriebnahme der Alarmzentrale ist eine SIM-Karte zwingend notwendig. Bei uns war eine O2-Free-Prepaidkarte dabei, die wir per Video-Identifizierung mit Personalausweis innerhalb weniger Minuten über die Smartphone-App der Post (Postident) aktivieren konnten. Etwa eine Stunde später war die Karte aktiv. Bevor man sie in die Alarmzentrale einlegt, muss man sie zunächst in ein Smartphone stecken und die PIN-Abfrage deaktivieren. Das ist ein nerviger Zusatzschritt, zumal aktuelle Smartphones das kleine Nano-SIM-Format nutzen, die Alarmanlage aber die größere Mini-SIM aufnimmt. Praktischerweise hat der Hersteller SIM-Adapter samt Öffnungstool beigelegt. So klappt alles auf Anhieb, ohne, dass man noch zusätzliches Werkzeug oder andere Komponenten benötigt.

Danach steckt man das Netzteil in die Steckdose, das Kabelende in die passende Buchse auf der Rückseite der Alarmanlage und stellt den versteckt hinten und per Sabotagekontakt überwachten Schiebeschalter an. Ist die SIM-Karte aktiv, war es das: Das System ist startklar. Die mitgelieferten Komponenten (zwei Fernbedienungen, Bewegungsmelder, Magnetkontakt) sind bereits angelernt. Dank integriertem Puffer-Akku läuft das System auch bei Stromausfall weiter. Geht die eigene Batterie zur Neige, meldet sich das System per SMS.

Da die zugehörige App mangels Internet-Anbindung lediglich per SMS mit dem Taphome-System kommuniziert, gibt es keinen Konfigurations-Wizard. Wie das Anlernen weiterer Sensoren und Aktoren funktioniert, verrät die Anleitung. Es klappt mittels Hardware-Tasten an Sensoren und Zentrale ohne große Probleme. Das Zuordnen verschiedener Alarmzonen mittels Steckbrücken (Jumpern) im Inneren der Sensoren ist aber im Vergleich zu den anderen von uns getesteten Systemen arg antiquiert. Über die Zonen stellt man beispielsweise ein, welche Sensoren auch bei abgeschalteter Anlage noch Alarm auslösen (Rauchmelder), welche bei Anwesenheit der Bewohner nicht aktiv sein sollen (Bewegungsmelder) und welche erst mit Verzögerung Alarm auslösen sollen (Magnetkontakt an der Eingangstür).

Im Vergleich zu unserem bisherigen FavoritenAbus Smartvest (Testbericht) sind Komponenten zum Nachkaufen bei Taphome richtig günstig: Tür- und Fensterkontakte kosten etwa die Hälfte, aber auch Bewegungs- und Rauchmelder sind deutlich günstiger.

Dass es keinen Wasserstands- oder Feuchtigkeitsmelder gibt, ist schade. Gerade für den Einsatzzweck im Ferienhaus machen solche Sensoren Sinn. Dafür gibt es ansonsten aber alles, was man braucht – inklusive Code-Tastatur, um Dritten auch ohne Fernbedienung und App-Zugriff die Möglichkeit zu geben, die Anlage zu deaktivieren.

Wirklich nötig ist die Alarmsirene ab gut 50 Euro. Zwar gibt es einen Lautsprecher in der Alarmzentrale, doch der ist bei weitem nicht laut genug, um Einbrecher ernsthaft abzuschrecken. Zum Test lag uns dieses Produkt nicht vor, weswegen wir keine Einschätzung zu Lautstärke und Montage abgegeben können. Da alle anderen Module aber per Sabotagekontakt gegen Manipulation geschützt sind, gehen wir bei der Sirene auch davon aus.

Wie gesagt: Die App entpuppt sich in der Praxis fast als Mogelpackung. Zur Erstkonfiguration muss man die Telefonnummer der in der Anlage eingelegten SIM-Karte und seine eigene Handy-Nummer (zur Legitimation der Administration) angeben. Die App generiert daraus eine etwas kryptische SMS, die man von Hand noch editieren kann, um weitere Alarm-Telefonnummern hinzuzufügen. Man schickt die Nachricht ab, das war's.

Danach beschränkt sich die App primär auf das Schärfen und Entschärfen des Systems. Die Oberfläche ist übersichtlich, unter iOS ist der Zugriff auf Wunsch komfortabel per TouchID geschützt. Drückt man einen Knopf, generiert die App wieder eine SMS, die man dann an die Anlage schickt. Sehr einfach, sehr rudimentär, aber es funktioniert. Was weitgehend auf der Strecke bleibt, sind Rückmeldungen: Ist die Alarmanlage scharf oder nicht? Welcher Sensor hat Alarm ausgelöst? Sind alle Fenster geschlossen? Gehen bald die Batterien in den Sensoren zur Neige?

Wer möchte, kann in den Einstellungen Bestätigungs-SMS aktivieren. Viele Informationen, die echte Smart-Alarmanlagen anzeigen können, gibt es hier dann trotzdem nicht – aber man hat zumindest den Überblick über den Systemzustand. Der Haken daran sind freilich die entstehenden Kosten: Beim O2-Free-Tarif der mitgelieferten SIM-Karte kostet jede SMS 9 Cent. Keine große Summe, aber es läppert sich – und man muss daran denken, die Prepaid-Karte regelmäßig aufzuladen oder einzustellen, dass die Karte bei Unterschreiten eines gewissen Guthabens selbsttätig per Lastschrift nachlädt.

Die Anbindung an andere Smart-Home-Systeme ist mangels Schnittstellen nur sehr begrenzt möglich, immerhin steht die SMS zur Verfügung.

Wird Alarm ausgelöst, aktiviert sich zunächst die interne Sirene in der Alarmzentrale. Gleichzeitig schickt die Anlage SMS-Nachrichten an die hinterlegten Mobilnummern und informiert über den Grund der Auslösung. Das ist rudimentär, denn es gibt keine Unterscheidung nach einzelnen Sensoren, sondern nur nach Zonen. Wer zusätzlich weitere Rufnummern hinterlegt (unkomfortabel per Konfigurations-SMS), bekommt auch einen Anruf.

Aufschalten auf Sicherheitsdienstleister lässt sich die Anlage nicht. Um so wichtiger ist es, dass man sich bereits vor dem Kauf seine Gedanken macht, was im Alarmfall passieren soll. Ja, eine Sirene kann abschrecken, aber es sollte auch jemand reagieren. Nachbarn oder Verwandte möchte man im Normalfall eher nicht in die Hände potentieller Einbrecher schicken.

Wer keinen Sicherheitsdienstleister will und im Zweifelsfall weit vom Ort des Alarms weg ist, kann für die Erstkontrolle auf eine IP-Kamera setzen. Dann aber braucht es wieder einen Internet-Zugang – und dann könnte man theoretisch auch eine wirklich smarte Alarmanlage verbauen.

Mangels Internet-Zugang ist zumindest die Gefahr von Hacker-Angriffen deutlich reduziert. Die Kommunikation zwischen Smartphone und Taphome per SMS und App läuft aber unverschlüsselt ab. Wer den Inhalt der SMS-Nachrichten ausliest, sieht den PIN-Code. Ganz so gravierend ist das Problem allerdings nicht, da das System nur auf Nachrichten von hinterlegten Handynummern reagiert.

Die Kommunikation zwischen den einzelnen Komponenten erfolgt per Funk im 433-MHz-Band. Die Telegramme sind vermutlich nicht verschlüsselt, wir warten noch auf eine Stellungnahme des Herstellers. Für Hochsicherheitstrakte ist das System daher nicht geeignet, aber da würde es auch schon vorher durchfallen.

So wirklich smart ist die GSM-Alarmanlage von Taphome nicht. Ihre Stärke ist die einfache Konfiguration. Das ist aber auch der Tatsache geschuldet ist, dass es nur wenige Optionen und Einstellungsmöglichkeiten gibt.

Wer ein kostengünstiges Alarmsystem für ein kleines Objekt sucht, an dem es zwar keinen Internet-Anschluss, aber Handy-Empfang gibt, kann mit der Taphome-Alarmanlage einen guten Deal machen. Anlage und Komponenten sind günstig und ordentlich verarbeitet, der Alarm wurde in unseren Tests zuverlässig ausgelöst.

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Kaufberatung UHD-TVs: 4K-Fernseher für jeden Geldbeutel

4K-TVs fallen im Preis wie nie zuvor, vernünftige Geräte sind unter 400 Euro zu haben. Wir zeigen, was beim Kauf wirklich wichtig ist und welche Technologien unbedingt an Bord sein sollten.

Fernseher, die Inhalte in UHD-Auflösung darstellen, sind günstig wie nie. Nachdem die Technik inzwischen ausgereift ist, versuchen sich die Hersteller durch Marketing und hippe Abkürzungen voneinander zu unterscheiden. Diese Kaufberatung soll die Unterschiede erklären, relevante Eckdaten aufzeigen und bei der Auswahl des nächsten Fernsehers helfen.

Der eigentlich richtige Begriff ist UHD (Ultra High Definition). Dieser beschreibt den neuen Standard, der auf Full-HD folgt. UHD liefert 3840 × 2160 Bildpunkte, das Vierfache von Full-HD; und Inhalte werden im Seitenverhältnis 16:9 angezeigt. 4K kommt aus der digitalen Kinobranche, es steht dort für eine Auflösung von 4096 × 2160 Pixel und ein Seitenverhältnis von 17:9. Weil 4K aber so schön griffig klingt, wurde und wird es im TV-Umfeld als Synonym für UHD genutzt. Weitere Informationen haben die Kollegen der c't in der FAQ: 4K oder UHD zusammengetragen.

Das Betriebssystem eines TVs sollte mehrere Dinge erfüllen: Schnell starten, einfach zu bedienen sein und vor allem erweiterbar für neue Apps, etwa wenn neue Anbieter im Markt auftauchen. Wo es noch vor fünf Jahren einen Wildwuchs an Systemen und Eigenentwicklungen der Hersteller gab, scheint langsam eine Konsolidierung stattzufinden. Gewinner ist in erster Linie Google mit seinem Android TV. Dabei handelt es sich um ein Android speziell für TVs und Media-Player, der Nachfolger von Google TV.

Damit gibt es nicht nur einen quasi garantierten Zugriff auf Youtube oder Google Music, sondern auch auf den Google Play Store und die damit hinterlegten Applikationen. Netflix und Co. sind eigentlich kein Problem. Eigentlich. Denn es kommt immer darauf an, wie der Hersteller sein Gerät zertifizieren lässt. Ein gutes Beispiel ist der kürzlich getestete Beamer von Xiaomi. Trotz Android TV ließ sich etwa Netflix oder Amazon Instant Video nicht aus dem Play Store herunterladen. Das klappt nur über Umwege, etwa, indem die APK-Datei installiert wird – nervig ist es dennoch. Eine weitere Funktion von Android TV ist Fluch und Segen: Die Geräte unterstützen in den meisten Fällen die Übertragung per Chromecast integriert. Das ist zwar praktisch, öffnet das System aber auch für Angriffe wie der kürzlich durchgeführte Angriff auf die aus dem Internet erreichbaren Chromecasts.

Doch es gibt noch immer ein paar Alternativen zu Android TV. Da wäre etwa Web OS, älteren Lesern noch bekannt vom Palm Pre. Es kommt vor allem bei LG zum Einsatz. Beim Beamer HF85JS (Testbericht) konnte uns das Betriebssystem zwar nicht komplett überzeugen, auf TVs soll das Betriebssystem aber deutlich besser abschneiden, wie uns Bekannte und Freunde mit entsprechenden Geräten berichten.

Die nächste Alternative ist Firefox OS, das Panasonic für seine 4K-Fernseher nutzt. Firefox OS wurde bereits mehrfach für tot erklärt, taucht aber immer wieder quicklebendig auf. Im App Store gibt mehrere 100 Apps, die sich auf dem Gerät installieren lassen. Dazu gehört auch eine UHD-fähige Viera-App für Netflix.

Samsung kocht mit Tizen ebenfalls ein eigenes Süppchen. Das Betriebssystem kommt, kein Wunder, vor allem bei Samsung TVs zum Einsatz. Tizen hat sich ebenfalls zu einem ordentlichen TV-Betriebssystem samt zahlreicher Apps gemausert.

Tatsächlich ist das eigentliche Betriebssystem aber immer weniger ausschlaggebend. Der Grund dafür sind Multimedia-Systeme und -Sticks wie die Xbox One X (Testbericht) oder der Fire Stick 4K (Testbericht). Diese Systeme rüsten das jeweilige TV-Gerät mit zahlreichen Zugängen zu Apps und Multimediafunktionen nach. Das geht so weit, dass die TVs trotz ihrer „smarten“ Funktionen, wenig mehr als Datensichtgeräte sein können – entsprechend kann man auch ein „dummes“ TV einfach nachrüsten und weiterbetreiben.

Wer ein smartes TV im WLAN anschließt, dem muss klar sein, dass er im Endeffekt einen PC betreibt – einen PC, für den es nur selten Updates oder Bugfixes gibt. So ist es kein Wunder, dass immer wieder Hacks und Angriffe auf smarte TVs bekannt werden. Aktuell ist es etwa die Casthack-Attacke, bei der tausende von Chromcast-Geräten in Sticks und TVs übers Internet öffentlich erreichbar sind. Hacker nutzen dies, um ungefragt Videos zu streamen (Heise Meldung). Andere Attacken setzen auf bekannte Schwachstellen in den TV-Betriebssystemen, um die Systeme zu attackieren.

Die andere Bedrohung kommt aber von den Herstellern selbst. Es hat nicht lange gedauert, bis die ersten Anbieter die Daten der Kunden sammelte und zum Kauf anbot. Samsung oder Philips fielen negativ auf, weil sie mehr oder weniger offensichtlich den Kunden gezielte Werbung unterschieben wollten.

Wer ein Smart TV anschafft, der muss sich dieser Punkte bewusst sein. Sobald Daten auf ein System fließen, kann es sein, dass sie im Umkehrschluss davon abgehen. Für die meisten Nutzer ist es das Risiko wert – dennoch sollte man darauf achten, wenn der eigene TV-Hersteller (oder Anbieter einer anderen Smart-Home-Lösung) in den Schlagzeilen auftaucht. Mehr zu diesem Thema haben die Kollegen der c’t im Artikel „Clever oder tumb“ zusammengestellt.

Vor dem Kauf sollte man sich die grundsätzliche Display-Größe überlegen. Diese ist nicht nur vom Budget beeinflusst, sondern auch davon, wie viel Platz zwischen TV und Zuschauer vorhanden ist.

Es gibt keine feste Definition für den Sitzabstand. Als Orientierung kann man sagen, dass der Abstand zum 4K-TV-Gerät 1,25 × die Bildschirmdiagonale betragen sollte. Damit sitzt man bei einem UHD-Fernseher näher dran als bei einem Full-HD-Gerät (dort gilt als Faustformel Display-Diagonale × 1,5 ). Wer sich ein Gerät mit 1,40 m (circa 55 Zoll) Bildschirm aussucht, sollte um die 1,75 m davon entfernt sitzen.

Allerdings kommt es im Test darauf an, welche Inhalte man auf den Fernseher ansieht. Native UHD-Filme sehen großartig aus, selbst wenn man nahe davor sitzt. Wer Inhalte in Full-HD oder schlechter ansieht, der sollte ein wenig zurückrutschen. Sonst entsteht schnell ein Pixelbrei, der wenig ansehnlich wirkt. Der Autor sitzt bei einem 55-Zoll-TV-Gerät knapp 1,80 m vom Bild entfernt. Das passt sowohl für Inhalte in Full-HD wie auch für UHD gut.

Ein weiterer Punkt ist der Aufstellort des TV: Wer eine Schrankwand oder ähnliches hat, der ist durch deren Breite begrenzt. Wichtig hier: Die meisten TVs sind schmaler als ihre Diagonale. Ein TV mit 1,40 m Diagonale ist normalerweise um die 1,20 m breit.

Aufpassen sollten Freunde von Funktionen wie Ambilight. Dabei leuchten an den Seiten des TVs LEDs in den Farben, die jeweils auf dem Display präsent sind. Ob diese Funktion das Bild wirklich wie versprochen "vergrößert" ist umstritten, in jedem Fall ist es ein netter Effekt. Phillips-Fernseher bringen diese Funktion nativ mit, alternativ gibt es Bastellösungen für den Rasbperry Pi (c’t-Workshop) oder die App Hue Sync für die smarten Hue-Leuchten von Phillips. Egal welche Lösung man nutzt, sie braucht seitlich und über dem TV Platz, um die Wand richtig ausleuchten zu können.

Um eine preisliche Einstufung zu liefern, listen wir TV-Geräte mit 40, 50, 55, 60 und 82 Zoll (ca. 2 m) sowie mit Ambilight auf. Bei der Auswahl orientieren wir uns an der Beliebtheit der Geräte auf dem mehrheitlich zu Heise Medien gehörenden Preisvergleich Geizhals.

Ist die Größe klar, geht es zur nächsten Auswahl: Wie soll das Bild beleuchtet werden? Mit Ausnahme der Oled-Geräte setzen UHD-Fernseher auf LCD-Panels, deren einzelne Pixel entweder seitlich (Edge-Lit) oder direkt dahinter (Direct-Lit) von LEDs angestrahlt werden. Ein LED-TV nutzt dabei automatisch ein LCD-Panel. Auch wenn es theoretisch noch LCD-Fernseher mit Kaltkathodenröhren statt LEDs gibt, so sind leuchten nahezu alle aktuellen TVs inzwischen mit LEDs.

Bei TVs mit Edge-Lit sind die einzelnen LEDs seitlich am Rahmen angebracht und strahlen von außen nach innen. Die Vorteile: Die Geräte sind schmal und vergleichsweise günstig. Allerdings treten möglicherweise Fehler im Bild auf, wenn die Beleuchtung ungleichmäßig ist. Dann sind im Bild helle Flecken (Clouding) oder bei schnellen Kamerafahrten dunkle oder helle Streifen (Banding) zu sehen. Für solche Fehler ist eine schlechte Behandlung beim Transport ausreichend. Um ein neues TV auf Fehler zu checken, sollte man ihn bei kompletter Dunkelheit mit einem schwarzen Bild bespielen, etwa von einem Laptop. Treten hier allzu große Fehler auf, sollte man das TV umtauschen.

Die Alternative zu Edge-Lit ist Direct-Lit. Dabei setzen die Hersteller hinter das LCD ein Panel mit LEDs, die direkt nach vorne strahlen. Das verringert die Probleme mit Clouding oder Banding deutlich. Ein weiterer Vorteil ist, dass Direct-Lit-Geräte sehr viel genauer steuern, wo sie das Bild abdunkeln. Das sorgt für bessere Schwarzwerte und ordentliches HDR (siehe nächsten Abschnitt). Die Geräte sind dafür tiefer und teurer. Ein gutes Beispiel dafür ist der Vergleich der beiden UHD-Fernseher Samsung GQ55Q7FN und Samsung GQ55Q9FN (Geizhals-Vergleich). Mit Ausnahme der Beleuchtung sind die Geräte identisch. Die Direct-Lit-Variante kostet aber 590 Euro mehr und hat einen höheren durchschnittlichen Stromverbrauch (196 kWh bei Edge-Lit, 215 kWh bei Direct-Lit).

Die Königsklasse bei TVs ist Oled. Bekannt von Smartphones hält diese Technik langsam Einzug in die breite Masse bei TV-Geräten. Der große Vorteil von Oled ist der echte Schwarzwert, an den kommen weder Edge-Lit noch Direct-Lit heran. Die einzelnen Pixel leuchten hier selbst, was zu einem absolut beeindruckenden Bild führt.

Der Nachteil: Oled-TVs sind noch immer teuer. Das liegt auch daran, dass es vergleichsweise wenige Hersteller gibt, die solche Panels fertigen. Ein weiteres Problem ist das Thema einbrennen. Standbilder oder auch Logos von TV-Shows an der immer gleichen Stelle können für hässliche Bildfehler sorgen. Unsere Kollegen der c’t zeigen das ziemlich eindrucksvoll im Artikel „Schatten im Bild”.

Eine Alternative zu Oled sind Fernseher mit Quantenpunkten – Samsung nutzt dafür den Marketingbegriff Qled. Stark vereinfacht erklärt nutzen diese TVs blau leuchtende LEDs. In Kombination mit speziellen Nanopartikeln im LCD des TVs werden dadurch besonders kräftige Farben möglich. Weitere Details zur Funktionsweise von Qled erklärt die c't-Display-Expertin Ulrike Kuhlmann in den Artikeln „Leuchtpünktchen – Quantenpunkte kontra Oleds” und „Farbenspiele”.

Die aktuelle Gerätegeneration schlägt sich wacker. In der c’t 14/2018 wurde der bereits oben erwähnte Samsung GQ55Q9FN getestet (c't-Testbericht). Verglichen mit Oled-TVs konnte das Qled-Gerät mit einer immensen Leuchtdichte und satten Farben punkten. Allerdings bietet es einen weniger großen Blickwinkel als Oled-Geräte, von der Seite gesehen wirkt das Bild wie mit einem Graustich versehen.

Preislich haben sich sämtliche Geräte enorm zum Nutzen des Kunden entwickelt. Der getestete Samsung GQ55Q9FN wurde im Juni 2018 noch mit um die 3000 Euro gehandelt, inzwischen ist er für die Hälfte zu bekommen.

Um ein Gefühl für den Preis zu bekommen, zeigen wir in dieser Liste zu jeder der Panel-Technologien ein Gerät mit 55 Zoll Bildschirmdiagonale. Die Daten stammen aus der Beliebtheit der Abrufe im Geizhals-Preisvergleich.

Nicht nur die Auflösung ist wichtig. Wer jetzt ein UHD-TV kauft, sollte auf das Thema High Dynamic Range (HDR) achten. Dieser Modus bietet einen enorm hohen Kontrast und lässt die Bilder deutlich besser aussehen. Dazu braucht es aber einen Zuspieler oder Inhalte, die HDR-tauglich sind. Zudem werfen die Hersteller hier mit Marketing-Begriffen nur so um sich. Die wichtigsten Begriffe in diesem Bereich sind:

  • HDR: High Dynamic Range. Die grundsätzliche Technik, um kompatible Inhalte im Hochkontrastmodus darzustellen. Wer ein neues TV kauft, sollte auf die Funktion achten.
  • HDR-10: High Dynamic Range, 10 Bits. Eine Weiterentwicklung von HDR, die mehr Helligkeitsstufen bietet. Setzt auf HDR auf und ist entsprechend zu dieser Technik kompatibel.
  • Dolby Vision: Ein Markenbegriff für HDR mit 12 Bits. Entsprechend sind noch mehr Helligkeitsstufen möglich als bei HDR und HDR-10. Auch diese Technologie ist abwärtskompatibel.
  • HLG: Hybrid Log-Gamma. Diese Technik unterscheidet sich vom normalen HDR. Entwickelt von der BBC und dem japanischen Sender NHK soll es Fernsehsignale HDR-tauglich machen. Der Vorteil: Es reicht, ein Signal auszusenden. Ist das Empfangsgerät nicht HLG-kompatibel, wird das normale Bild angezeigt. HLG wird sich auch für Live-Übertragungen eignen, ist aber jetzt noch in den Kinderschuhen. Derzeit unterstützt es kein deutscher Sender, wer ein neues TV sucht, kann die Funktion aber gleich mitnehmen.

Wer HDR nutzen möchte, der sollte sich ein TV mit Direct-Lit-Technologie, Qled oder gleich Oled ansehen. Denn wie Ulrike Kuhlmann im Artikel „Klassenkampf – Smart TVs mit Oled- und LCD-Panel” schreibt, haben Edge-Lit-Produkte Probleme damit, HDR sauber darzustellen.

Was also kosten UHD-TVs aktuell? Das günstigste Gerät ist zum Zeitpunkt des Artikels der Jay-Tech JTC Nemesis, ein Edge-Lit-UHD-TV mit 1,24 m Bildschirmdiagonale für 249 Euro. Das günstigste Direct-Lit-TV, ein Telefunken mit 1,02 m Diagonale kostet 289,99Euro. Bei Oled muss man deutlich tiefer in die Tasche greifen. Hier ist der LG Oled 55B8LLA für 1238 Euro das billigste Gerät.

Da sich die Preise gerade um die Schnäppchenwochen in November und zu Weihnachten hin noch deutlich ändern werden, hier eine Reihe von Links, die direkt zum Preisvergleich der jeweiligen Geräteklasse bei unserer Partnerseite Geizhals führen. Wir haben die Ergebnisse nach Zugriffen sortiert, wer die jeweils günstigsten Geräte sucht, muss dort auf „Bestpreis“ umstellen:

  • Die beliebtesten Edge-Lit-TVs
  • Die beliebtesten Direct-Lit-Fernseher
  • Die beliebtesten Geräte mit Oled-Technologie
  • Die beliebtesten Quantum-LED-Geräte
  • Fette UHD-TVS (ab 1,90 m Diagonale)
  • UHD-Fernseher mit mehr als 2 m Bildschirmdiagonale
  • Die beliebtesten UHD-Fernseher unter 500 Euro
  • Fernseher mit aktiver 3D-Funktion

Der schönste Fernseher nützt nichts, wenn es keine Inhalte gibt. Noch immer ist UHD bei der TV-Übertragung Mangelware. Selbst Sky sendet nur vereinzelt in der hohen Auflösung. Für Sportfans führt dennoch derzeit nichts an einem Sky-Abo vorbei, nur hier gibt es ausgewählte Spiele der Bundesliga und der Champions League in UHD.

Film-Freunde haben mehr Auswahl. Streaming-Dienste wie Netflix oder Amazon Prime Video erweitern ihr Portfolio an UHD-Inhalten langsam. Zudem sollte eine ordentliche breitbandige Internetleitung vorhanden sein, Filme mit HDR und UHD-Auflösung sind groß. Die meisten Fernseher bringen Apps für Streaming-Dienste mit, ansonsten kann man immer über Geräte wie den Fire Stick 4K (Testbericht) nachrüsten.

Eine gute Alternative sind UHD-taugliche Blu-Ray-Player oder Konsolen wie die Xbox One X (Testbericht). UHD-Filme bringen derzeit neben der UHD-Blu-Ray den Film meist noch als normale Blu-Ray im Full-HD-Format mit. Im Test haben uns viele UHDs beeindruckt, auch wenn die Macher teilweise beim finalen Abmischen zu sehr auf die Farbtube drücken. Sehr gute Anlaufstellen für die Qualität von UHD-Filmen sind die Webseiten von c’t-Redakteur Nico Jurran (Surround-Sound.info) und c’t-Autor Timo Wolters (Blu-Ray-Rezensionen.net). Weitere Informationen dazu gibt es auch im c’t-Plus-Artikel „Schöne Scheibenwelt”.

Mit den richtigen Inhalten sind UHD-Fernseher eine Augenweide. Sie bieten ein scharfes Bild und tolle Farben. Wer ein UHD-TV hat, gewöhnt sich schnell an die hohe Auflösung, selbst bei normalem TV.

Besonders beeindruckend ist der Preisverfall. Gerade bei Geräten mit Oled oder Qled ist das schön zu sehen, innerhalb weniger Monate kosten diese nur noch die Hälfte. Film-Freunde sollten in jedem Fall so ein Gerät holen, die Farben wirken hier einfach intensiver. Aber auch andere Direct-Lit- und Edge-Lit-TVs können beim Bild und dem Preis beeindrucken.

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