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Kaum eine Fußball-Aktie hat in den vergangenen 20 Jahren an Wert gewonnen. In Deutschland gibt es zwei Börsen-gelistete Fußballklubs: Borussia Dortmund und die SpVgg Unterhaching.
Ein Grund sei laut Fondsmanager Christoph Frank die Rücksichtnahme auf Fans, die andere Ziele verfolgen, als die Investoren. Somit werden Entscheidungen in Klubs getroffen, die aus Investorensicht nicht optimal seien.
Analyst Marcus Silbe ist optimistischer: „Wenn man in große, börsennotierte Klubs investiert, kann man langfristig nicht viel falsch machen.“
Wäre das Wembley-Stadion eine Aktie, würde der Kurs raketenhaft steigen, denn die Nachfrage am Sonntag wäre enorm. An dem Tag spielen die „Three Lions“ – der Spitzname der englischen Fußball-Nationalmannschaft – gegen die „Squadra Azzurra“, die Fußball-Truppe der Italiener, im Finale der Europameisterschaft.
Wer Ahnung von Fußball hat und Profit daraus schlagen will, könnte es mit Sportwetten versuchen. Doch nicht nur damit kann Geld verdient werden, auch im Kapitalmarkt ist der Fußball längst angekommen. Nationalmannschaften gibt es da nicht, aber einige Vereine haben sich schon aufs Börsenparkett getraut. So sind europäische Klubs wie Ajax Amsterdam, AS Rom, Manchester United, Sporting Lissabon oder Olympique Lyon nicht nur Fußballvereine sondern börsennotierte Unternehmen.
In Deutschland gibt es aktuell zwei gelistete Fußballklubs: Borussia Dortmund und die SpVgg Unterhaching. Der BVB ist im Jahr 2000 an die Börse gegangen, Unterhaching erst 2019. Schaut ihr euch die Entwicklung an, sieht der Kursverlauf nicht gerade erfreulich aus. Seit Börsenstart ist die Aktie des BVBs um knapp 36 Prozent gefallen, Unterhachings um 26 Prozent. Auch sonst hat kaum eine Fußballaktie in den vergangenen 20 Jahren an Wert gewonnen.
Ein Grund, warum Fußball-Aktien so schlecht laufen, ist, dass diese Wertpapiere sehr stark schwanken und oftmals von „Glück und Pech“ beim Fußballspiel abhängen, erklärt Christoph Frank im Gespräch mit Business Insider. Frank ist seit 25 Jahren am Aktienmarkt aktiv und geschäftsführender Gesellschafter der Pfp Advisory, einem Fondsberater aus Frankfurt.
Glück und Pech führen dazu, dass es für Vereine langfristig schwierig ist, zu planen, was Wachstum angeht, erklärt der Aktienexperte. Im Vergleich zu den Fußballklubs können beispielsweise Apple und Amazon einen Zehn-Jahresplan aufstellen und vorausplanen, was wann gemacht werden soll. „Bei Fußballvereinen ist so etwas schwierig, weil der Erfolg von so vielen Dingen abhängt, die nicht planbar sind.“ Dies könnte zum Beispiel ein verletzter Spieler oder ein verschossener Elfmeter sein.
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Zudem gibt es einen wichtigen Faktor, der bei anderen Aktien gar keine Rolle spielt: die Fans. „Das hat man in keiner anderen Branche. Eine Interessensgruppe, die im Schnitt eine etwas andere Zielsetzung hat als es üblicherweise Investoren haben.“ Denn die Ziele der Fans „beißen sich oft mit denen der klassischen Aktionäre“, sagt Frank.
Ein ganz typischer Konfliktfall sei die Ausschüttung der Dividende. „Da fragen sich die meisten Fans oder Vereinsmitglieder, ob es nicht besser wäre, das Geld beispielsweise in neue Spieler zu investieren, statt an Investoren auszuschütten.“ Das sei auch eine legitime Perspektive, nur eben nicht die Sicht eines Investors, erklärt der Fondsmanager.
Wenn sich beispielsweise ein Vereinsboss über Finanzen äußert, müsste er, so Frank, immer mindestens mit einem „halben Auge auf die Fans schielen“ und versuchen, deren Stimmung widerzuspiegeln. Er könnte nicht wie CEOs aus anderen Branchen sagen: Wir sind so erfolgreich, weil wir zum dritten Mal hintereinander eine Dividende ausschütten und eine Kursperformance von 50 Prozent gemacht haben, wenn der Club gleichzeitig aus der Champions League fliegt – „das würde kein Fan verstehen“. Diese Rücksichtnahme auf die Fans, die laut Frank ein „berechtigtes Interesse“ daran haben, andere Ziele als ökonomische zu verfolgen, führe dazu, dass oft Entscheidungen in Clubs getroffen werden, die aus Investorensicht nicht optimal seien.
Darüber hinaus seien die Strukturen in den Klubs nicht professionell auf den Kapitalmarkt ausgerichtet, erklärt der Analyst. „Da sitzen oft Leute in der Führungsetage, die enorm viel Ahnung von Fußball haben, aber vielleicht nicht unbedingt so viel Ahnung von Finanzplanung oder Investor Relations.“ Das liege daran, dass oftmals nicht der „ökonomische Sachverstand“ das letzte Wort hat, sondern der sportliche. „Was ja nicht per se falsch ist, aber diesen Fokus aufs Sportliche muss man als Investor einfach kennen und berücksichtigen. Sportliche Erfolge stehen hier oft über allem und nicht finanzielle.“
Einer der größten, wenn nicht sogar der größte Erfolg für Fußballvereine ist es, die Champions League zu gewinnen. Laut Frank hat die Champions League einen „sehr großen“ Einfluss auf den Aktienkurs. „Reicht es noch für die Champions League oder reicht es nicht? Wenn der Verein gerade so um Platz 4 herumschwankt und dann etwas Überraschendes passiert, sieht man häufiger am Montag, also nach dem entsprechenden Bundesligaspieltag, eine starke Kursreaktion bei der betroffenen Aktie“, berichtet der Börsen-Experte. Denn würde der Klub die Champions League verpassen, würden viele Millionen Euro an ihm vorbeiziehen, die eigentlich schon eingeplant waren.
Die Frage, ob etwa der BVB deutscher Meister wird, ist aus Investorensicht weitaus weniger wichtig, als die Teilnahme in der Champions League, erklärt Frank. „Wichtig ist, dass man da dabei ist, weil da das große Geld verdient wird.“
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Für Marcus Silbe, Chef des Analysehauses FMR Frankfurt Main Research, sieht das ein wenig anders. Für ihn ist der größte Einfluss auf die Fußball-Aktie das Transfergeschäft: „Sportliche Erfolge sind wichtig. Wenn man die Champions League gewinnt, ist das super. Aber die größten Aktien-Sprünge macht der Verein bei großen Transfers, die vor allem überraschend sind oder deutlich über dem Marktwert liegen.“ Wenn Spieler zu höheren Preisen verkauft werden, steigert das den Wert des Vereines – und das ist laut Silbe, was wirklich zählt.
Da die Transferperiode bis August noch läuft, glaub er nicht, dass die aktuelle Europameisterschaft großen Einfluss auf die Fußball-Aktien haben wird. Es würden währenddessen viele Investoren auf Nachrichten warten, dass Spieler verkauft werden. „Ob ein Spieler ein paar schöne Tore bei der EM gemacht hat, ist egal. Denn Riesen-Transfers haben den größten Einfluss auf den Aktien-Kurs. Eine Aktie kann nur dann extrem steigen, wenn sich was verändert. Und es verändert sich nur was, wenn ein Spieler geht.“
Frank ist hingegen der Meinung, dass die Europameisterschaft den Kurs der Fußball-Aktien beeinflusst: „Das ist eine Bühne, auf die gefühlt die halbe Welt schaut, und die Spieler stehen im Schaufenster. Wenn sie dort starke Leistungen zeigen oder auch enttäuschen, kann das einen starken Einfluss auf die Aktien ihrer Vereine haben – sofern die Klubs überhaupt gelistet sind.“
Silbe ist Fan der Fußball-Aktien und sagt ganz deutlich: „Wenn man in große, börsennotierte Klubs investiert, kann man langfristig nicht viel falsch machen.“ Der Aktien-Experte ist der Meinung, dass das Ende der Pandemie sich „extrem positiv“ auf den europäischen Fußball auswirken kann und dementsprechend auch auf die Fußball-Aktien.
Zwei Vereine haben es ihm besonders angetan: Der BVB und Ajax Amsterdam. Der Analyst findet beide Klubs „deutlich unterbewertet“ und meint, dass langfristig diese Aktien steigen werden. „Beide Vereine sind sportlich in den vergangenen Jahren gut gelaufen, sie spielen in der Champions League, haben gute Transfers.“
Im Gegensatz dazu findet Frank, dass Fußball-Aktien für kurzfristig orientierte Anleger „sehr interessant“ sein können. Denn die kurzfristigen Bewegungen können Anleger bei Fußball-Aktien mitnehmen, es gebe „viele schöne Zacken“, die gehandelt werden können. Auf längere Sicht ist Frank aber nicht so optimistisch, wie Silbe: „Kaufen und liegen lassen ist dagegen bei Fußballaktien meist nicht die beste Strategie. Mit Blick auf die vergangenen 20 Jahre sprechen die empirischen Befunde schon eher gegen einen Erfolg.“
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Seit Ende vergangener Woche ist der Wert der Aktie des Online-Händlers Windeln.de ohne konkreten Anlass um fast 300 Prozent gestiegen.
Die Ursache scheint, ähnlich wie beim Gamestop-Hype, das Traden der Kleinanleger zu sein, die sich in Online-Communitys absprechen, um den Kurs einer ausgewählten Aktie hochzutreiben.
Verbraucherschützer und Experten warnen vor einem Kauf der Aktie.
Als das Münchner Unternehmen Windeln.de 2015 an die Börse ging, konnten sie vermutlich nicht erahnen, was sechs Jahre später passieren würde.
Denn der Online-Händler, der Eltern alles von Babynahrung, Spielzeugen bis hin zu Kinderwagen – und natürlich Windeln – anbietet, hat es seit dem Börsengang nicht geschafft, Geld zu verdienen. Die Unternehmenszahlen kennen nur eine Farbe: rot.
Das Management wurde häufig ausgewechselt, doch Erfolge waren nicht zu verzeichnen. Die Aktie fiel, am 13. Mai erreichte Windeln.de seinen Tiefpunkt, das Wertpapier stand bei 54 Cent und notierte somit auf Pennystock-Niveau. Beim Börsengang hatte der Ausgabepreis noch bei 18,50 Euro gelegen – somit hatte der Kurs 97 Prozent verloren. Der Unternehmenswert war am Boden.
Umso größer ist die Überraschung, wenn man den jetzigen Kursverlauf betrachtet: Aktuell müsst ihr rund 4,80 pro Aktie zahlen. Seit Ende vergangener Woche ist der Aktienwert damit um fast 300 Prozent gestiegen.
Zuletzt hat Henrik Markmann, Analyst von Montega, Ende März das Kursziel auf Sicht von einem Jahr auf 1,60 Euro gelegt und keine Kauf-Empfehlung ausgesprochen.

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Gibt es neue, erfolgreiche Unternehmenskennzahlen? Hat das Management-Team eine gewinnbringende Strategie vorgestellt? Die Antwort: nein. Es gibt keine konkreten Nachrichten, warum das Unternehmen jetzt so an Wert gewinnt.
Es gibt lediglich Spekulationen über eine möglicherweise steigende Nachfrage aus China nach Babyprodukten. Denn dort hat das chinesische Regime Paaren erlaubt, künftig drei Kinder zu haben. Und da Windeln.de in China 70 Prozent seines Umsatzes generiert, wird argumentiert, dass Windel.de davon profitieren könnte.
Doch die wahre Ursache scheint, ähnlich wie beim Gamestop-Hype, das Traden der Kleinanleger zu sein, die sich in Online-Communitys absprechen, um den Kurs einer ausgewählten Aktie hochzutreiben.
Das sagt auch Montega-Analyst Markmann zu Business Insider: Die Kursentwicklung sei „nicht auf den operativen Erfolg der letzten Wochen/Monate oder die jüngst angekündigte 3-Kind-Politik in China zurückzuführen. Vielmehr auf Berichte in diversen Foren. Dort wird die Aktie unter Kleinanlegern diskutiert und konzentriert nach oben getrieben – ähnlich wie in den Reddit-Foren zu GameStop, AMC etc.“ Der Kursanstieg sei für Markmann „fundamental nicht gerechtfertigt.“
Bedeutet: Wenn genügend Anleger kaufen, steigt der Aktienkurs sehr schnell. Verkauft man zu einem richtigen Zeitpunkt das Wertpapier, kann man seinen Einsatz vervielfachen. Verpasst man den richtigen Moment für den Absprung, kann sehr viel Geld verloren gehen.
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Geldanlage-Expertin Sandra Klug von der Verbraucherzentrale Hamburg warnt vor einem Kauf der Aktie: „Verbraucher, die Aktien von Windeln.de kaufen wollen, sollten das nur mit „Spielgeld“ machen. Also Geld, das sie entbehren können. Ein Gewinn ist nicht garantiert. Der Kurs könnte so schnell fallen, wie er gestiegen ist“, sagt Klug zu Business Insider.
Die aktuelle Kursentwicklung von Windeln.de zeigt, wie „einfach Kurse zu manipulieren“ seien. „Es sieht so aus, als ob es sich nicht um einen Kursgewinn handelt, der durch die langjährige Unternehmensstrategie entstanden ist. Vielmehr scheinen sich Anleger zusammengetan zu haben, um den Kurs in die Höhe zu treiben. Ob wirklich gute Aussichten für das Unternehmen bestehen, darf zumindest bezweifelt werden“, so Klug.
Business Insider fragte zwei Telegram-User, die in der Gruppe „Windeln.de SE Gruppe“ mit hunderten Menschen über den Kurs chatten und zum Kaufen animieren. Die Antworten könnten nicht unterschiedlicher sein.
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Der Kleinanleger, der sich im Chat „Holger“ nennt, sieht „noch großes Potenzial in der Aktie.“ Holger: „Ich besitze nur Windeln in meinem Portfolio und bin mir natürlich schon des Risikos bewusst, aber ich glaube, China möchte die Kinderpolitik lockern und ich glaube, hier kann Windeln schon noch Geld verdienen, vor allem da der asiatische Markt bisher sein Hauptmarkt war.“
Anders sieht es der User „Nikolai“. Er gibt gegenüber Business Insider zu, dass es sich bei ihm um reines Zocken handelt: „Ich habe keine Ahnung von Aktien und liebe einfach Nervenkitzel, wenn man viel Geld verlieren, aber auch gewinnen kann. Das ist der einzige Grund, warum ich investiert habe. Mein Wissen über die Börse kann man mit dem eines Achtklässlers vergleichen. Ich habe keine Ahnung, warum Aktien steigen oder sinken, ich mache da einfach mit, weil ich das Risiko liebe.“
Für Finanzexpertin Katja Eckardt vom Portal „Finanz-Diva““ ist die Sache klar: „Ein Zock, der schnell nach hinten losgehen kann, die Story ist gelaufen“, sagt Eckardt zu Business Insider. „Wer gern Lotto spielt, kommt auf seine Kosten mit der Aktie. Mit Vermögensaufbau und Sicherung hat das nichts zu tun. Ich würde mir mit Windeln im Depot vor Angst in die Hose machen.“
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Der Haferdrink-Hersteller Oatly hat einen erfolgreichen Börsenstart hingelegt.
Beim Debüt an der Nasdaq in New York sammelte das schwedische Unternehmen 1,4 Milliarden US-Dollar ein.
Oatly ist damit zurzeit mit 10 Milliarden US-Dollar bewertet.
Der schwedische Hafergetränke-Hersteller Oatly ist bei seinem Börsen-Debüt an der New Yorker Nasdaq auf starkes Anlegerinteresse gestoßen. Der erste Kurs der Aktien lag am Donnerstag bei gut 22 Dollar, was einem Aufschlag von rund 30 Prozent gegenüber dem Ausgabepreis entsprach. Das Unternehmen erlöste beim Börsengang 1,4 Milliarden Dollar (1,2 Mrd Euro) und wurde dabei von Investoren mit insgesamt rund 10 Milliarden Dollar bewertet.
Oatly wurde 1994 gegründet und hat seinen Hauptsitz im schwedischen Malmö. Das Unternehmen mischt aber schon seit Jahren den US-Markt auf. Mit einem haferbasierten Milchersatz profitierte Oatly stark vom Trend zu veganer Ernährung und entwickelte sich besonders bei Kaffeetrinkern zu einer beliebten Alternative. Oatly kooperiert unter anderem mit der weltgrößten Café-Kette Starbucks. Mittlerweile bietet das Unternehmen auch andere Produkte wie Joghurt und Eiscreme an.
jg/dpa
Firmengeschichte

Was als kleines App-Projekt mit Piraten-Wortspiel im Namen begann, ist heute eines der gefeiertsten Finanz-Startups des Landes. Doch mit dem Erfolg kam für Trade Republic auch die Kritik.

Für die einen versprechen sie die Demokratisierung des Aktienmarktes und Umverteilung von Reich nach Arm. Für die anderen sind sie Zocker-Tools mit gefährlich hohem Suchtfaktor, bei denen am Ende doch nur wieder die gleichen alten Finanzunternehmen abkassieren: Neobroker wollen extrem kostengünstigen Aktienhandel per App möglich machen und so eine besonders junge Zielgruppe ansprechen.
Der wohl bekannteste ist das US-Startup Robinhood, das bald selbst an die Börse gehen soll, aber auch in Deutschland gibt es Nachahmer der Idee. Allen voran Trade Republic, gegründet in München und mittlerweile in Berlin ansässig – ein Startup, das es im Börsen-Boom der Pandemie zur mittleren dreistelligen Millionenbewertung gebracht hat, zuletzt aber auch Kritik für sein Geschäftsmodell einstecken musste.
Wir erzählen die Entstehungsgeschichte der Trading-App von Anfang an:
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