Gigaset Elements Alarm System im Test: ungewöhnlich gut

Gigaset bietet mit seiner Elements-Serie eine umfangreiche Auswahl an Smart-Home-Sensoren, die kabellos über DECT kommunizieren. Wir haben das Starterkit Alarm System L getestet und eine intelligente Alarmanlage mit App-Steuerung eingerichtet.

Einen Überblick über das Thema Smart-Home-Alarmanlagen, Grundlagen zur Planung des Systems und die Informationen, warum die Polizei solche Systeme und den privaten Einbau nicht empfiehlt, finden sich in unserem Grundlagen-Artikel: Smart-Home-Alarmanlagen selbst planen und einbauen

Gigaset Elements verhält sich in vielen Punkten ein wenig anderes als die gesammelte Konkurrenz. Zum einen liegt das an der verwendeten Technik. Wer Gigaset hört, denkt sofort an schnurlose Telefone, und in der Tat: Während andere Hersteller wie beispielsweise Bosch (Testbericht) zur Kommunikation auf Smart-Home-Standards wie Zigbee setzen, sprechen bei Gigaset die Sensoren per DECT-Funk mit der Zentrale. So macht das ansonsten noch AVM bei seinen Smart-Home-Produkten (Zwischenstecker AVM Fritz DECT 210 im Test).

Außerdem sind die Alarm-Sensoren von Gigaset irgendwie außergewöhnlich. Während alle anderen Hersteller zur Überwachung von Türen und Fenstern auf Sensoren setzen, bei denen ein Magnet am Fenster- oder Türflügel und ein Reed-Kontakt mit Funkmodul am Rahmen montiert wird, sind die Elements-Sensoren einteilig. Sie sind vergleichsweise groß und werden direkt auf Tür- oder Fensterflügel montiert, einen Magneten für die andere Seite gibt es nicht.

Das hat uns zunächst skeptisch gemacht und erst einmal an Microsofts Einführung von Windows Phone denken lassen: Hauptsache, erst mal alles anders machen?! In der Praxis haben sich die Sensoren aber bewährt. Sie nutzen Kompass und Beschleunigungssensor, um zu erfassen, ob Tür oder Fenster offen oder geschlossen sind. Die Montage ist einfach, denn die Magneten der anderen Lösungen im richtigen Abstand anzubringen, kann bei schmalen Rahmen oder schiefen Flächen durchaus eine Herausforderung darstellen. Und konzeptionell haben die Gigaset-Sensoren noch einen großen Vorteil. Während die Reed-Kontakte nur die Zustände „geschlossen“ und „nicht geschlossen“ voneinander unterscheiden können, erkennt Elements auch, wie ein Fenster geöffnet wird: Normal über den Griff von innen oder gewaltsam mit Stößen, Schlägen, und Hebeln. Im zweiten Fall lösen die Sensoren auch dann Alarm aus, wenn die Anlage eigentlich unscharf geschaltet ist. Respektive: Sie sollen es tun. Um die Fenster am Haus meines Kollegen zu schonen, haben wir das nicht ausprobiert.

Außerdem mit im Paket sind eine IP-Kamera für die Aufstellung im Inneren, ein Bewegungsmelder und eine kleine Sirene. Letztere ist ebenfalls erwähnenswert, denn auch hier ist das Konzept anders als bei der Konkurrenz: Die Sirene ist eine kleine Box mit Euro-Stecker auf der Rückseite. Hat man sie einmal mit der Zentrale gekoppelt, kann man sie überall in Haus oder Wohnung in die Steckdose stecken. Fertig.

Die Logik läuft bei Gigaset Elements lokal auf der Basis-Station, zur Einrichtung ist allerdings das Anlegen eines Nutzeraccounts beim Hersteller nötig. Wer das nicht möchte, sollte sich die Smart-Home-Alarmanlage von Bosch ansehen, die trotz App-Steuerung ohne Zwangsregistrierung auskommt.

Wir haben das Starterkit Elements L mit drei Tür- und Fenstersensoren, Bewegungsmelder, Sirene und Kamera getestet. Es gibt aber auch günstigere Sets:

Zugegeben, in diesem Punkt hatte das Gigaset-System keinen guten Start. Unser erster Gedanke beim Öffnen der Verpackung war: „Ach du Schande.” Der Grund dafür ist ein unglaubliches Sammelsurium an kleineren und größeren Bestandteilen, die sich im Karton befinden. Neben der Zentrale, den Sensoren, Kabeln und Netzteilen sind das etliche Kunststoffteile, Batteriedeckel, Gehäuserückseiten, verschiedene Halter zum Hinstellen, zum Schrauben und zum Kleben, mit oder ohne Winkel, Schrauben, Klebepads und so weiter.

Drapiert man das vor sich auf dem Tisch, gibt es zunächst einmal nur viele Fragezeichen. Es will sich nicht so recht erschließen, was wohin gehört. Nach ein paar Minuten und den ersten Erfahrungen ist das dann aber doch ganz logisch: In den meisten Fällen gibt es den eigentlichen Sensor, dazu die passende Batterie, einen Deckel für's Batteriefach, eine Gehäuserückseite und einen abnehmbaren Halter samt Klebepads. Vor allem letzteres ist genial: Während bei der Konkurrenz die Sensoren üblicherweise direkt auf Fenster und Türen geklebt werden, kann man sie bei diesem System relativ einfach wieder abnehmen. Dadurch sind Batteriewechsel und eine eventuelle Neukopplung komfortabel durchzuführen. Für den Bewegunsmelder, der in unserem Starterkit enthalten ist, gibt es gleich drei verschiedene Halterungen: einen Standfuß, einen Clip für die Wandmontage und einen angewinkelten Clip, der den Sensor im 45-Grad-Winkel ausrichtet. Das ist klasse, so findet sich für jede Wohnung und jedes Haus der passende Montageort.

Einmal zusammengebaut, sehen die einzelnen Komponenten dann durchaus attraktiv und hochwertig aus. Zwar wirken vor allem Tür- und Fenstersensor aufgrund ihrer gewählten Technologie deutlich größer als die Magnetkontakte der Konkurrenz, aber sie stören nicht. Vor allem auf weißen Fensterrahmen fallen sie nicht auf. Im direkten Vergleich zu Konkurrenzprodukten wirken die Sensoren wertiger. Sie sind hervorragend verarbeitet und es sieht nicht so aus, als hätte der Hersteller am Material gespart.

Etwas nervig ist die Aufstellung der Smart-Home- beziehungsweise Alarmzentrale Base. Sie benötigt eine Internet-Verbindung per Netzwerkkabel sowie Strom über das mitgelieferte Netzteil, die Kabel werden durch Öffnungen im Gehäuse geführt. Das funkioniert aber nicht, die Basisstation steht nicht sauber auf dem Tisch. Zur Lösung legt der Hersteller eine Metallklammer samt Schrauben bei, mit der man die Kabel unten einspannt – das ist fummelig, und irgendwie schaffen es andere Hersteller ja auch, die Kabel ohne Schrauben sauber zu führen. Ein Pufferakku ist übrigens bei Gigaset ebenso wie bei Bosch nicht in der Zentrale vorhanden. Wer auch bei Stromausfall ein funktionierendes System haben möchte, muss die Alarmzentrale und den Internet-Router per externer USV mit Strom versorgen.

Die Kopplung der einzelnen Komponenten funktioniert so: Sensor näher als einen Meter an die Basisstation heranbringen, Taster an Sensor und Zentrale lange drücken, in der App bestätigen. Das hat oft, aber nicht immer reibungslos geklappt. Der Grund ist eine etwas unklare Angabe in der App: Man soll die Taste drücken, bis die LED ausgeht. Seit einem Firmware-Update vor wenigen Wochen blinkt die LED aber beim Koppeln, die App soll erst in der kommenden Woche aktualisiert werden – wenn die Anleitung dann wieder zur Software passt, ist dieser Kritikpunkt aus der Welt.

Ähnlich wie bei anderen Smart-Home-Systemen ist die Alarmanlage bei Gigaset Elements zwar elementarer, aber eben auch nur ein Bestandteil. Vorhandene Sensoren können auch für andere Aufgaben genutzt werden. So schaltet beispielsweise der Bewegungsmelder auf Wunsch auch Philips-Hue-Leuchten an oder über den Schuko-Zwischenstecker eine Stehleuchte.

Im unserem Starter-Set ist ein Bewegungsmelder enthalten, dazu gibt es zwei Fenster- und einen Türkontakt. Der Bewegungsmelder hat keinen Unterkriechschutz und soll Haustiere bis zu einem Gewicht von 25 kg ignorieren. Weil unserem Testgerät weder Hund noch Katze beilagen, konnten wir das aber nicht ausprobieren. Der Bewegungsmelder unseres Testpakets ist bereits nach wenigen Tagen wegen leerer Batterie ausgefallen. Wir vermuten, dass die Batterie bereits gebraucht war und werden das noch einige Zeit weiter beobachten.

Tür- und Fenstersensoren arbeiten, wie oben schon erwähnt, nicht mit Magnetkontakten. Im Inneren sind stattdessen diverse Sensor-Chips verbaut, die wir etwa von Smartphones her kennen: Magnetfeldsensor, Gyroskop, Beschleunigungssensor, Thermometer und Barometer. Nach dem Koppeln in der App muss man sie auf Fenster oder Türen aufkleben und dann einlernen. Dazu schließt und öffnet man das Fenster abwechselnd und bestätigt das jeweils auf dem Smartphone; der gesamte Vorgang dauert etwa zwei Minuten.

Die Idee hinter diesem Prinzip ist genial. Während Magnetkontaktsensoren nur zwei Positionen kennen, soll das Gigaset-System beispielsweise auch Schläge und Tritte gegen Türen und Fenster, Bohren, Hebeln oder Erschütterungen bemerken und kann Alarm schon dann auslösen, wenn die Tür noch geschlossen ist. Außerdem erkennen die Sensoren so, wenn sie abgenommen werden. Im scharfen Zustand des Alarmsystems fangen sie dann sofort selbst an, Alarmtöne von sich zu geben. Ist das Alarmsystem unscharf, gibt es eine entsprechende Meldung in der App, dass der Sensor neu kalibriert werden muss. Manipulierte Sensoren bleiben so nicht lange unentdeckt.

Nicht Bestandteil unseres Starter-Kits ist der neue Universalsensor. Er funktioniert nicht nur bei normalen Türen und Fenstern, sondern beispielsweise auch an Schiebe- oder Schwenkschiebetüren, an der Katzenklappe oder am Garagentor – sowohl mit Sektionaltoren als auch mit Schwingtoren. Derzeit kostet er allerdings 20 Euro mehr als die anderen Melder, daher wird er in der Praxis wohl nur in solchen Sonderfällen zum Einsatz kommen.

Außerdem gibt es noch Rauchmelder sowie Wasserstandssensor als weitere Gefahrenmelder und einen „Smart Plug“, also einen Zwischenstecker, mit dem sich Verbraucher wie eine Stehlampe schalten lassen. Mit der entsprechenden Einstellung in der App sind so auch Komfortfunktionen möglich: Der Bewegungsmelder kann nicht nur Alarm auslösen, sondern auch das Licht einschalten. Wie beim System von Bosch ist es aber auch hier nicht möglich, das Grundprinzip der Zwangsläufigkeit einzuhalten – dafür fehlt es schlicht an Aktoren und Sensoren.

Auf den ersten Blick passt die App perfekt zum System: Die ersten Schritte sind nervig. Los geht's beim Start der App zunächst mit der Registrierung eines Nutzerkontos beim Hersteller. Dass es auch ohne diesen Registrierungszwang geht, hat uns Bosch bei seinem System gezeigt. Weiter geht's mit dem Abnicken des Kleingedruckten, das hier so nervig ist, wie zu besten Zeiten von Windows-Installationen: Man muss in der App den kompletten Text mehrere Seiten lang durchscrollen, bevor man ihn abnicken kann. Danach geht's an die Eingabe von E-Mail-Adresse und Passwort, und auch das läuft nicht so ganz sauber ab. Zwar zwingt einen die App sinnvollerweise, ein sicheres Passwort zu vergeben, aber strikte Vorschriften, wie das auszusehen hat, nerven. Und wir hatten Probleme bei der Einrichtung des Kontos mit einer GMX-Adresse, wobei das wohl ein „bedauerlicher Einzelfall“ ist. Mit einer anderen Adresse war es kein Problem.

Danach folgt das ebenfalls etwas fummelige Pariring von Basis und Sensoren. Weiß man aber, wie es wirklich geht, klappt das innerhalb von Minuten. Trotzdem: Dass der Sensor beim Anlernen weniger als einen Meter von der Basisstation entfernt sein sollte, nervt vor allem bei der mitgelieferten Sirene mit 230-Volt-Stecker.

In der App gibt es dann Hinweise, wie die Sensoren zu montieren sind. Das ist hübsch gemacht und klappt, inklusive dem Kalibrieren von Tür- und Fenstermeldern, auf Anhieb. Die Erklärungen der Bosch-App sind allerdings noch deutlich ausführlicher.

Außerdem haben wir noch die im Set enthaltene Überwachungskamera aufgestellt. Die Ersteinrichtung und das Verbinden mit dem WLAN klappt mit einem iPhone ganz hervorragend, mit einem Galaxy S4 Mini war es etwas holpriger: Zur Konfiguration baut das Smartphone eine Bluetooth-Verbindung zur Kamera auf. Beim iPhone passiert das unbemerkt im Hintergrund. Beim Samsung gab es immer Fehler – so lange, bis wir neben Bluetooth auch Zugriff auf GPS zugelassen haben. Absicht ist das laut Gigaset nicht, die Position des Nutzers wird nicht gespeichert. Eventuell ist das auf eine Hardware-Eigenheit des Galaxys zurückzuführen, die Entwickler wollen das prüfen.

Ist die Einrichtung erst einmal abgeschlossen, präsentiert sich die Gigaset-App attraktiv, aufgeräumt und logisch. Die Bedienung im Alltag lässt keinerlei offene Fragen. Es gibt eine übersichtliche Startseite mit allen Sensoren auf einen Blick, dort lässt sich die Alarmanlage auch scharf und unscharf schalten. Die Kamera ist ebenfalls vorbildlich in die App integriert.

Einen ausführlichen Überblick über die Funktionen der App sowie die Einrichtung der Alarmanlage gibt's in der folgenden Bilderstrecke:

Das Schärfen und Entschärfen des Systems ist ausschließlich per Smartphone und App möglich. Eine optionale Code-Tastatur oder ein NFC-Leser ist nicht im Angebot. Das gilt es vor allem dann zu beachten, wenn auch Dritte Haus oder Wohnung betreten können sollen, beispielsweise die eigenen Eltern oder eine Reinigungskraft.

Ist die Alarmanlage scharf, führt das Ansprechen der Sensoren zum Alarm. Im konkreten Fall unseres Sets bedeutet das, dass Push-Meldungen an die registrierten Smartphones herausgehen und die Alarmsirene in der Wohnung trötet – übrigens durchaus auffällig laut.

Aufgrund der Sensor-Technik, auf die Gigaset setzt, wird der Alarm unter Umständen auch dann ausgelöst, wenn die Anlage unscharf geschaltet ist. Stellen die Sensoren Gewalteinwirkung fest, aktivieren sie die Sirene.

Wer möchte, kann optional ein kostenpflichtiges Cloud-Speicher-Paket abschließen. Zum Ausprobieren gibt es das Willkommens-Paket (3 Monate für 1,09 Euro einmalig), danach ist das Safety Package ab 99 Cent pro Monat interessant. In dem Fall speichert die Kamera kurze Szenen, wenn der Bewegungsmelder anspricht, sowie bis zu fünf Minuten Videomaterial im Alarmfall in der Cloud. Praktisch, wenn man vom Alarm nichts mitbekommt.

Genau das ist übrigens auch ein großes Problem, unter dem fast alle Smart-Home-Alarmsysteme leiden: Was macht man, wenn es anspricht? Das sollte man sich im Idealfall bereits vor dem Kauf überlegen. Aktuell gibt es bei Gigaset keine Möglichkeit, externe Sicherheitsdienstleister zu beauftragen.

Aufgrund der verwendeten Sensor-Technik finden wir die Gigaset-Lösung sehr interessant – speziell deswegen, weil sie auch dann Alarm auslösen können, wenn die Anlage eigentlich unscharf geschaltet ist.

In diesem Punkt konzentrieren wir uns aber vor allem auf IT-Sicherheitsprobleme. Zumindest auf den ersten Blick macht der Hersteller hier alles richtig. Die Kommunikation zwischen App und Base erfolgt verschlüsselt, ebenso die Übertragung zwischen Base und den einzelnen Sensoren und Aktoren. Bei der Einrichtung wird der Nutzer gezwungen, ein sicheres Passwort festzulegen. So soll das sein.

Ob es in den Untiefen der Software allerdings Sicherheitslücken oder konzeptionelle Sicherheitsprobleme gibt, können wir ohne weiteres nicht feststellen. Gut ist jedenfalls, dass die Software der Base sowie die Software der einzelnen Sensoren aktualisiert werden kann – so kann der Hersteller auf Lücken reagieren. Im Rahmen unseres Tests gab es ein Update für die Sirene.

Gigaset Elements macht vieles anders. Das geht bei der DECT-Funkübertragung los und endet bei den außergewöhnlichen Sensoren ohne Magnetkontakt. Auf Anhieb wirkt das alles erst einmal etwas erschlagend: Unglaublich viele Bestandteile im Paket, deren konkreter Sinn sich erst später erschließt. Das gleiche gilt für die Ersteinrichtung, die zunächst etwas fummelig erscheint.

Läuft das System, kann es dann aber seine Vorzüge ausspielen. Die Sensoren haben sich in der Praxis bewährt und scheinen zuverlässig zu arbeiten, allerdings haben sie auch – toi, toi, toi – keinen echten Einbruch melden müssen. Uns gefällt das Konzept, dass die Melder Öffnen von Bohren und Treten unterscheiden können. Außerdem hat sich die App nach ersten Anlaufschwierigkeiten als extrem übersichtlich und sympatisch in unser Herz gebrannt.

Auch das Preis-Leistungsverhältnis erscheint uns stimmig. Eine unverbindliche Preisempfehlung von 350 Euro inklusive drei Öffnungsmeldern, Bewegungsmelder und IP-Kamera – das reicht für eine normale Wohnung aus.

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Vergleichstest: 7 Wireless Charging Pads für das iPhone X

Der Akku des iPhone X lädt drahtlos Statt das Lightning-Kabel einzustecken, wird das Telefon auf eine Fläche gelegt und kabellos über Induktionstechnologie mit Strom versorgt, ähnlich wie bei elektrischen Zahnbürsten. In diesem Vergleichstest haben wir uns 7 Wireless Charging Pads angeschaut. Gibt es Unterschiede, und wenn ja welche? Dass teuer nicht immer besser sein muss, zeigt das Ergebnis dieses Tests.

Bei fünf von insgesamt sieben Ladeschalen ist der Lieferumfang identisch: drahtlose Matte plus ein rund ein Meter langes Ladekabel mit dem Stecker Micro-USB. Ein kleines Netzgerät zum Verbinden mit dem Kabel ist übrigens nicht dabei, das muss entweder separat gekauft werden oder man nimmt das, welches beim iPhone dabei ist.

Die höherpreisigen Markengeräte Boost Up von Belkin und Wireless Charge Base von Mophie speisen den Strom direkt über ein eigenes Netzgerät mit einem 1,5 Meter langen Kabel. Auch auffällig: Das Verpackungsdesign ist hochwertiger und entspricht eher dem klinisch-weißen Geschmack von Apple. Kein Wunder, denn Belkins und Mophies Wireless Charging Pads werden auch im Apple Store prominent als Musterlösung für das iPhone präsentiert.

Alle sieben Ladestationen sind CE-zertifiziert und entsprechen den RoHS-Richtlinie. Die Verarbeitung sowie die Isolierung der Gehäuse sind mehr als ausreichend umgesetzt. Darüber hinaus punkten alle mit einer Anti-Rutsch-Unterseite, die gerade auf glatten Oberflächen wie Holz oder Glas notwendig ist. Lediglich beim Choetech Wireless Charger und dem Anker PowerPort Wireless Charger ist die gummierte Fläche unzureichend, damit nicht rutschfest genug. Das liegt jedoch am Gehäusedesign, das im Vergleich zu den anderen Wireless-Ladestationen kleiner und kompakter ist. Doch auch die Fläche, auf der das iPhone abgelegt wird, ist zusätzlich mit rutschfestem Material beschaffen. Das hilft gegen unerwünschte Kratzer. Außerdem rutscht das Telefon nicht hin oder her.

Die Form der Wireless Charger ist unterschiedlich. Eine funktionale Beeinträchtigung gibt es dadurch nicht, viel mehr ist es eine Frage des persönlichen Geschmacks. Im Vergleichstest haben wir runde und rechteckige Stationen. Bei den Produkten PowerPort Wireless 5 Stand sowie Fast Wireless Charger steht das iPhone vertikal oder horizontal, was ideal zum Wahrnehmen von eingehenden Benachrichtigen respektive zum Schauen von Videos ist. Mit zwei eingebauten Spulen wird das Telefon immer aufgeladen – egal wie es steht.

Im Prinzip ist der Aufbau einer drahtlosen Ladestation keine Raketenwissenschaft. Deshalb ist die technische Ausstattung auch nicht großartig unterschiedlich. Der Ladestandard ist Qi, dementsprechend funktionieren auch andere Smartphones, wie das Galaxy Note 8 (Testbericht) oder das LG V30 (Testbericht). Die zwei Produkte von Belkin und Mophie wurde in engerer Zusammenarbeit mit Apple entwickelt. So zeigt beispielsweise die Boost-Up-Ladestation mit einer Grün leuchtenden LED, ob das iPhone auch tatsächlich richtig ausgerichtet ist. Anderenfalls leuchtet das kleine Licht gelb. Apropos: Alle Ladestationen verfügen über eine kleine LED, die dem Nutzer in erster Linie signalisiert, dass der Ladeprozess läuft.

Im Gegensatz zum Galaxy S8 (Testbericht) oder dem Galaxy Note 8 besitzen die neuen iPhones keine schnelle Drahtlos-Lade-Technik. Das Laden mit den sieben Stationen im Test erzielt bis auf wenige Minuten Abweichung immer ein ähnliches Ergebnis.

Die Ladestationen sind durchgehend mit dem Netz verbunden und verbrauchen elektrischen Strom. Im Ruhezustand machen Belkin und Mophie mit Extremwerten wie 0,8 Watt auf sich aufmerksam. Bei dem Rest ist es lediglich der spezifische Widerstand, der von der Beschaffenheit des Kabels abhängig ist (Länge, Durchmesser und Material).

Beim Anker PowerPort Wireless Charger und dem Choetech Wireless Charger ist uns während des Ladens eine leichte Hitzeentwicklung auf bis zu 39 Grad aufgefallen. Ein Nachteil ist das nicht, doch die anderen Stationen sind hier „cool“ geblieben.

Sieben Ladestationen und eine Entscheidung: Welches Wireless Charging Pad soll man kaufen? Will man das Smartphone zuhause aufladen, ist eine flache Ladestation ideal, da man das Gerät über Nacht hinlegen kann. Wird das iPhone in einer produktiven Umgebung aufgeladen, zum Beispiel am Computer im Büro, sind die Halte-Ladestationen gar nicht verkehrt. Gerade beim Tippen auf der Tastatur kann man schnell einen Blick auf das aufleuchtende Display werfen und Nachrichten ablesen.

Trotz einer dickeren Schutzhülle um das iPhone X (Testbericht) hat das drahtlose Laden mit allen 7 Produkten hervorragend funktioniert. Der Preis für Belkin und Mophie mit fast 60 Euro wird der Kernfunktionalität deshalb nicht gerecht. Was spricht also dann für die von Apple empfohlenen Ladestationen? Nichts! Günstige Produkte von Anker oder Choetech reichen vollkommen aus. Unsere erste Wahl ist das Anker PowerPort Wireless 5 Pad für gute 20 Euro. Es ist schlicht, gut verarbeitet und ideal für das Zuhause. Viel falsch kann man da nicht machen.

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HDR10+: Samsung, 20th Century Fox und Panasonic treiben Entwicklung voran

Erst kürzlich hat Samsung scheinbar angekündigt, seine Ultra HD Blu-Ray Player mit einem Update versorgen zu wollen, welches den Support für HDR 10+ mit sich bringt. Nun gibt es weitere Neuigkeiten zum neuen Format.

Denn man hat sich nun mit Panasonic und 20th Century Fox zusammen getan und treibt die Entwicklung weiter voran. Bereits auf der CES 2018 hat man ein Zertifizierungs- und Logoprogramm zur offenen, lizenzfreien dynamischen Metadatenplattform für HDR10+ vorgestellt.

Diese Plattform soll in Kürze für Content-Anbieter, Hersteller von UHD-TVs, Blu-ray-Playern, Set-Top-Boxen und SoC-Herstellern zur Verfügung gestellt werden. Dabei soll die Lizenz kostenlos sein, jedoch verlangt man eine kleine Verwaltungsgebühr.

„Für uns war es wichtig, ein offenes und flexibles System zu schaffen, das ein Fernseherlebnis ermöglicht, welches der kreativen Intention des Filmemachers viel näher kommt”, sagt Danny Kaye, Executive Vice President von 20th Century Fox und Managing Director des Fox Innovation Lab. „Gemeinsam mit Samsung und Panasonic wollen wir den Lizenzierungsprozess standardisieren und es Partnern – einschließlich Content-Produzenten, Fernseh- und Geräteherstellern – leicht machen, diese Technologie zu integrieren und das Fernseherlebnis für alle Zielgruppen zu verbessern.“

Amazon stellt mit Prime Video seit kurzem die komplette HDR-Bibliothek im HDR0+ Format zur Verfügung. Auch Warner Bros. Home Entertainment springt auf den Zug mit auf, und wird demnächst Inhalte für 4K-HDR10+ Fernseher von Samsung und Panasonic bereitstellen.

„Warner Bros. war immer bestrebt, den Verbrauchern das beste Home-Entertainment-Erlebnis der nächsten Generation zu bieten”, so Jim Wuthrich, President of the Americas and Global Strategy, Warner Bros. „Mit den dynamischen Metadaten von HDR10+ kann Warner Brothers die Vision der Filmemacher unserer Veröffentlichungen von 2018 und unseres bereits bestehenden Katalogs mit über 75 4K-HDR-Titeln mit einer breiten Palette von HDR10+-fähigen Fernsehern noch präziser nach Hause bringen.“

HDR10+ optimiert die Bildqualität durch das dynamische Tone-Mapping-Verfahren, indem es Werte wie Helligkeit, Farbsättigung und Kontrast an jede Szene und jedes Bild anpasst. Dadurch soll ein besseres Seherlebnis geschaffen werden.

„Durch die Zusammenführung von Know-how und Technologie der drei Gründerfirmen hat HDR10+ das Potenzial, sowohl den Zuschauern als auch den Entwicklern erhebliche Vorteile bei der Bildqualität zu bieten“, sagt Toshiharu Tsutsui, Director of Panasonic’s TV Business Division. „Daher erwartet Panasonic eine breite Unterstützung für HDR10+.“

Quelle: samsung.de

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Amazon Echo Spot im Test: Sprachassistent mit Display

Nach dem Echo Show ist der neue Echo Spot der zweite Amazon-Lautsprecher mit dem Sprachassistenten Alexa, der Zusatzinformationen über ein integriertes Display darstellt. Wie gut das klappt und ob man das braucht, zeigt unser Testbericht.

Während der große Echo Show (Testbericht) mit seinem 7-Zoll-Display ein großer, auffälliger Kasten ist, passt der Echo Spot überall hin. Er macht eine gute Figur als „Radiowecker 2.0“ auf dem Nachttisch, als Küchenuhr mit Timer auf der Arbeitsplatte oder im Wohnzimmerregal oder auf dem Wohnzimmertisch – wäre da nicht die zwingend nötige Stromversorgung über das mitgelieferte Netzteil, die den Woman-Acceptance-Factor (WAF) zumindest für den Wohnzimmertisch fast auf Null zurückschraubt.

Der Echo Spot sieht etwa aus wie ein Tennisball, von dem man eine Seite abgeschnitten hat. Dort befindet sich nun das runde Display im 2,5-Zoll-Format. Obwohl wir bei der kreisrunden Anzeige automatisch an Smartwatches denken, hinkt der Vergleich: Die Displays der portablen Uhren messen in den meisten Fällen zwischen 1,2 und 1,4 Zoll, dagegen ist das Display des Echo Spot mit seinen 64 mm im Durchmesser fast riesig.

Das restliche Gehäuse ist aus Kunststoff gefertigt; der Echo Spot ist wahlweise in Schwarz oder Weiß zu haben. Die komplette Front wird von einer Scheibe echtem Glas dominiert, die außerhalb des Displays etwa einen 1 cm breiten Rahmen lässt. Oberhalb des Displays befindet sich die Linse der integrierten Kamera, daneben – ganz versteckt – ein Helligkeitssensor. Die Oberfläche ist berührungsempfindlich, der Echo Spot ist also neben Sprachbefehlen und der Alexa-App für iOS und Android auch über seinen eigenen Touchscreen bedienbar.

Auf der Oberseite gibt es drei Tasten: Lauter, leiser und „Mute“, wobei der Stummschalter sich auf Mikrofon und Kamera und nicht auf den eingebauten Lautsprecher bezieht. Um die Tasten herum finden sich vier Mikrofone für die Sprachanweisungen, unten sitzen in einer Aussparung Klinkenbuchse zum Verbinden externer Lautsprecher sowie der Anschluss des Netzteils.

In der Praxis überraschen uns die insgesamt doch recht großen Abmessungen des Echo Spot sowie sein hohes Gewicht von 460 Gramm. Das gesamte Gerät wirkt hochwertig verarbeitet.

Grundsätzlich kann der Echo Spot das, was andere Echo-Produkte auch können: auf Sprachbefehle reagieren. Das können Befehle für die Smart-Home-Technik sein („Alexa, mach' die Stehlampe im Wohnzimmer an“), Musikwünsche („Alexa, spiele Eminem“), einfache Fragen („Wie wird das Wetter morgen“) und Informationen von Amazon-Partnern.

Zusatzinformationen kommen wie bei den anderen Smart Speakern von Amazon auch über Erweiterungen ins Haus. Die Erweiterungen sind organisiert wie ein App Store und höhren auf den Namen Skills. Entsprechende Skills gibt es etwa von der deutschen Bahn, die Reiserouten berechnet und auf aktuelle Verspätungen hinweist, von der Tagesschau und von unseren Kollegen von heise online für einen Podcast, die sogenannte tägliche Zusammenfassung in Ton und Bild oder von etlichen Drittanbietern, die Spiele wie Stadt-Land-Fluss oder Akinator ins Wohn- oder Schlafzimmer bringen.

Das Display ist in allen Fällen aber nur Beiwerk. Priorität liegt auf der Sprachausgabe, allerdings gibt es Zusatzinfos. Bei der Wiedergabe von Musik laufen beispielsweise ganz Karaoke-mäßig die Lyrics über den Screen, die Bahn-App zeigt Abfahrtszeiten an und der Wetterdienst simple Grafiken, die die Wettervorhersage untermauern. In den meisten Fällen ist das nett, aber auch nicht wirklich nötig.

Exklusiv für die Display-Varianten der Echos ist die Integration der Amazon-Prime-Bibliothek, man kann Filme und Serien also direkt auf dem Echo schauen. Allerdings ist das irgendwie nicht ganz das Gelbe vom Ei. Zum Einen wollen moderne Filme und Serien im Ultrabreitbildformat irgendwie nicht so ganz auf das runde Display passen. Per Sprachbefehl („Alexa, vergrößern“) hat man die Wahl, ob man einen runden Ausschnitt aus der Mitte des Bildes auf dem kompletten Display sehen möchte oder fast die komplette Breite des Films, dafür aber mit breiten Streifen oben und unten. Noch mehr stören wir uns aber an der unpraktikablen Bedienung: Wofür baut man denn einen Touchscreen ein, wenn man die gewünschte Serie dann umständlich per Sprache heraussuchen muss? Das Abrufen einer bestimmten Folge einer bestimmten Staffel ist zäh, eine Übersicht, gar mit einer Inhaltszusammenfassung, gibt es auf dem Display gar nicht. Rudimentäre Funktionen zum Spulen, für Pause oder 10-Sekunden-Sprünge sind vorhanden, aber so wirklich Spaß will dabei nicht aufkommen. Schade, als Mini-Display, um beim Einschlafen noch ein paar Minuten in die Serie zu blicken, hätte der Echo Spot eine gute Figur gemacht. Vielleicht kommt das ja alles noch mit einem Software-Update. Und dann könnte Amazon auch gleich noch Youtube-Unterstützung hinzufügen. Wobei das wohl erst passiert, wenn die Streithähne sich beruhigt haben.

Wie der Echo Show (Testbericht) bringt auch der Echo Spot eine Video-Telefoniefunktion mit. Per Sprachbefehl kann man andere Echo-Nutzer mit Kamera anrufen. Auf diesem Weg ist auch eine Kommunikation mit anderen Räumen des Hauses möglich. Wer möchte, kann auch direkt den Blick in einen anderen Raum erhaschen – ohne, dass jemand den eingehenden Anruf annehmen muss. Selbstverständlich ist dafür eine gesonderte Freigabe nötig, und die ersten Sekunden der Übertragung legt sich eine virtuelle Milchglasscheibe über die Kamera des Angerufenen. So bleibt Zeit, den Finger aus der Nase zu ziehen.

In Anbetracht der noch geringen Verbreitung von Display-Echos ist das Spielerei. Schade, dass Amazon andere Dienste für Videotelefonate wie Microsoft Skype, Apple FaceTime oder WhatsApp derzeit aussperrt. Immerhin, mobil auf dem Handy kann man über die Alexa-App telefonieren.

Der miese Kontrast des Displays des großen Bruders, dem Amazon Echo Show, ist uns negativ aufgefallen. Auf Anhieb finden unsere Kollegen die Anzeige des Echo Spot deutlich besser. Wer genau hinsieht, bemerkt aber auch hier ein Grau statt Schwarz in Bereichen, in denen nichts angezeigt wird. Es fällt jedoch einfach nicht so stark auf, was sicherlich auch am kleineren Display liegt.

Insgesamt können wir uns nicht beschweren, was die Qualität angeht. Farben und Blickwinkel stimmen, das Echo-Spot-Display kann sich sehen lassen.

Der integrierte Lautsprecher leistet mehr, als wir ihm zugetraut hätten. Allerdings lässt er sich über seine kritische Lautstärke hinaus aufdrehen: Im oberen Viertel des Regelbereichs übersteuert die Box, der Klang – vor allem von Musik – wird schlecht. Für die Sprachansagen von Alexa reicht es aber noch. Unterm Strich sind wir dennoch positiv überrascht. Die Lautstärke reicht auch bei 75% aus, um für angemessene Musik, etwa im Schlafzimmer, zu sorgen; der Klang ist gut. Er reicht nicht an den Echo 2 (Testbericht) oder den Echo Plus (Testbericht) heran, ist aber deutlich besser als der des Echo Dot (Testbericht).

Wenn das nicht ausreicht, kann man wie bei den größeren Geschwistern einen zusätzlichen Lautsprecher oder eine Stereoanlage per Klinkekabel oder Bluetooth anbinden.

Bei der Einrichtung des Echo Spot hilft der Touchscreen ungemein. Eine komfortable, logische und intuitive Oberfläche hilft beim Verbinden mit dem WLAN sowie beim Einrichten des Amazon-Kontos. Schade, dass sich das User Interface so nicht durchzieht. Leider lässt sich nicht immer alles per Touchscreen einstellen. Oft verlangt der Echo Spot nach Spracheingaben, obwohl man bereits mit dem Finger auf dem Display ist – wie das oben genannte Beispiel mit der Wiedergabe von Videos aus das Amazon-Prime-Bibliothek.

Ein positives Beispiel sind die praktischen Erinnerungsfunktionen („Erinnere mich in 8 Minuten an Pasta“), von denen man zum Beispiel beim Kochen gleich mehrere an den Start bringen kann. Auf dem Display erscheint eine Liste, die man mit dem Finger scrollen kann, das Löschen einzelner Timer ist per Sprachbefehl und Fingerwisch möglich.

Der Homescreen zeigt standardmäßig eine analoge Uhr. Hier gibt es verschiedene Skins zur Auswahl, digitale oder analoge Uhren, mit Grafiken oder eigenen Bildern. Die Anpassung erfolgt über den Touchscreen. Ähnlich wie bei Android-Smartphones wischt man von oben nach unten ins Bild und bekommt in einem Menü Zugriff auf drei Touch-Tasten: Einstellungen, Startseite und den Bitte-nicht-stören-Modus. Außerdem zeigt der Echo Spot ähnlich wie der Show diverse Nachrichten oder die Wettervorhersage an, wenn es gerade sonst nichts zu tun gibt.

So intuitiv die Steuerung per Sprache in den meisten Fällen auch ist – gelegentlich muss man allerdings lernen, wie Alexa die Befehle gerne hören würde. Beim Echo Spot haben wir uns am Anfang mit dem Touchscreen etwas schwergetan, es ist nicht alles intuitiv. Wenn man sich eine Viertelstunde mit der Oberfläche beschäftigt, kommt man aber gut klar.

Aktuell gibt es in der Meinung wohl zwei Extreme: Entweder sind Echos Wanzen, die sich nur Idioten freiwillig ins Haus stellen. Oder sie sind der nächste, logische Schritt einer technischen Evolution, der nur von Technikfreinden und Bedenkenträgern abgelegt wird.

Fakt ist: Natürlich stellt man sich ein Gerät ins Haus, das das Potential hat, als Wanze zu agieren. Fakt ist aber auch, dass das Thema Sprachassistent – und damit ein wichtiger Zukunftsmarkt für große Technologiekonzerne wie Amazon, Microsoft, Google und Apple – sich in dem Moment erledigt hat, in dem zum ersten Mal ein Sicherheitsforscher nachweist, dass die kleinen Kisten mehr Daten abhören und ins Netz übertragen, als sie sollten. Wie man zu dem Thema steht, muss man ganz persönlich für sich entscheiden.

Wer dem Schalter auf der Oberseite nicht traut, dass er die Kamera wirklich abschaltet, kann sich als Zubehör eine komfortable Abdeckkappe dazubestellen. Denn der Unterschied zwischen einem Mikrofon im Wohnzimmer und einer Kamera im Schlafzimmer ist durchaus noch einmal groß.

Der Amazon Echo Spot ist aktuell in Schwarz und Weiß zu haben.

Der Echo Spot ist aus unserer Sicht der bessere Show: Beim Amazon Echo mit großem Display fehlt uns in vielen Fällen die Begründung, wofür eine Anzeige überhaupt nötig ist. Beim Echo Spot wirkt das alles passender. Vielleicht auch deswegen, weil das Display einfach viel kleiner ist.

Als Radiowecker macht der Echo Spot eine ganz hervorragende Figur – und das nicht nur im Schlafzimmer, wo sein Einsatz samt Kamera und Mikrofon vermutlich sowieso die eine oder andere Diskussion verursacht. Er findet einen guten Platz in der Küche oder im Wohnzimmerregal. Qualität und Lautstärke des Lautsprechers reichen nicht, um eine Party zu beschallen, aber voll und ganz für Hintergrundsound.

Letztlich ist der Echo Spot die logische Weiterentwicklung der Echos. Wer nur ein paar Smart-Home-Aufgaben und gelegentlich einen Timer für's Nudelwasser laufen lassen möchte, braucht das Display nicht und kann auf den deutlich günstigeren Echo Dot zurückgreifen. Irgendwie stylischer ist es dann aber schon mit der Anzeige.

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Test: SNES-Mini-Klon – gute Hardware, falsche Spiele

Die Retro-Konsole SNES Classic Mini von Nintendo ist ein voller Erfolg und dementsprechend schwer zu bekommen. Entweder ist das Modell vergriffen oder nur zu horrenden Preisen erhältlich. Eine vermeintliche Alternative sind billige Kopien der Konsole aus China. Wir haben einen solchen Klon getestet und verraten, ob sich der Kauf lohnt.

Der Klon des SNES Mini kommt circa drei Wochen nach der Bestellung ordentlich verpackt bei uns an. Nach dem Öffnen des Kartons folgt eine positive Überraschung: Der Klon sieht dem originalen SNES Mini ähnlich und ist gut verarbeitet. Das Gehäuse der Klon-Konsole ist zwar ein Stückchen größer als beim SNES Mini von Nintendo, verglichen mit der alten Original-Konsole von 1992, ist aber auch der Klon niedlich klein.

Die Spaltmaße sind gleichmäßig und das Kunststoffgehäuse wirkt hochwertig. Die beiden Controller sind den echten SNES-Controllern nachempfunden und haben eine angenehme Haptik. Für die Stromversorgung ist, anders als beim Original, ein microUSB-Netzteil beigepackt. Auch ein HDMI-Kabel gehört zum Lieferumfang.

Hauptunterscheidungsmerkmale zum Original von Nintendo sind eine frontal angebrachte Status-LED, andere Steckverbinder für die Controller und die fehlenden Nintendo-Schriftzüge. Vom Druckpunkt unterscheiden sich die Klon-Controller übrigens kaum von den Originalen. Das haben wir beim Test der billigen USB-SNES-Controller auch schon anders erlebt.

Die beiden Controller werden an der Vorderseite eingesteckt. Anders als beim echten SNES Classic Mini sind die Anschlüsse frei zugänglich und nicht hinter einer Klappe versteckt. Die Buchsen für microUSB und HDMI sitzen auf der Rückseite des Gehäuses. Die Status-LED auf der Vorderseite zeigt an, ob die Konsole eingeschaltet ist.

Die billige Klon-Konsole aus China hat eine riesige Spielesammlung an Bord. Insgesamt sind bei unserem Testmodell über 600 Games verfügbar. Zu den bekannten Titeln gehören beispielsweise Super Mario Bros 2 & 3, Double Dragon, Bomber Man und Donkey Kong.

Spätestens bei einem Blick auf die Spiele-Liste merken echte Konsolen-Profis, dass hier etwas nicht stimmt. Und zwar passen die Games nicht zur Konsole. Mario Bros und Donkey Kong sind eigentlich Spiele für die alte NES-Konsole von Nintendo. Die Versionen für den Nachfolger SNES heißen Super Mario World und Donkey Kong Country. Ob es sich hierbei um einen Schreibfehler handelt?

Ob für die Spiele eine Lizenzierung vorliegt, konnte oder wollte uns keiner der Shops beantworten. Die Anzahl der Spiele und der geringe Preis sprechen allerdings dafür, dass es sich um illegal genutzte Software handelt.

Nach dem Auspacken wollen wir die Konsole sofort ausprobieren. Controller, microUSB- und HDMI-Kabel anschließen, einschalten und los geht's. Soweit funktioniert der SNES-Mini-Klon wie erhofft. Nach dem Einschalten zeigt der Monitor einen Auswahlscreen mit den übergeordneten Spielkategorien Action, Shoot, Sport, Fighting, Racing und Puzzle. Ein Knopfdruck am Controller öffnet den jeweiligen Ordner und zeigt eine Liste mit Spielen. Nach einem weiteren Knopfdruck startet der gewählte Titel und das Spiel beginnt. Soweit klappt alles problemlos.

Allerdings stellen wir schnell fest, dass es sich tatsächlich um lauter Spiele für Nintendo NES handelt. SNES-Titel suchen wir vergebens. Eigentlich hatten wir bei über 600 Spielen die Hoffnung, dass wir auf der Konsole zumindest einen Teil der bekannten SNES-Titel finden, darunter Klassiker wie F-Zero, Super Mario World, Super Mario Kart, Secret of Mana, Tetris Attack oder Zelda.

Zwar laufen die vorhandenen Spiele problemlos auch zu zweit, so richtige Freude will aber nicht aufkommen. Die NES-Spiele sind zwar nicht schlecht, wir hatten aber Games der nächsten Generation erwartet.

Nach ersten Recherchen gibt es derzeit auch keine Möglichkeit, eigene Spiele auf dem System zu installieren. Die nachträgliche Bestückung mit SNES-Inhalten fällt also aus.

Ein weiteres Problem ist der Wechsel zwischen den Spielen. Bei allen anderen Systemen, die wir bisher getestet haben, konnte der Nutzer die aktuelle Partie per Knopfdruck beenden und so zurück ins Hauptmenü kommen. Bei diesem Klon ist das nicht vorgesehen: Um ein Spiel zu verlassen, ist tatsächlich immer ein Neustart notwendig. Das ist umständlich und kostet, trotz kurzer Startphase, unnötig Zeit.

Der Klon des Nintendo SNES Classic Mini ist vor allem bei chinesischen Shops, bei Ebay und über Amazon verfügbar. Die Preise schwanken zwischen 30 und 50 Euro. Die Lieferzeit unserer Konsole lag bei drei Wochen.

Derzeit wird die Billig-Konsole auch auf Facebook beworben. Dass nur alte Games darauf laufen, bleibt allerdings unerwähnt.

Optik und Haptik der Klon-Konsole sind super. Auch die Controller funktionieren gut und haben einen angenehmen Druckpunkt. Für den Preis von unter 50 Euro ist das soweit auch in Ordnung.

Allerdings handelt es sich bei der dreisten Kopie des SNES Classic Mini um eine echte Mogelpackung. Wer gehofft hatte, seine alten SNES-Lieblingsspiele zocken zu können, wird schwer enttäuscht. Die Konsole beinhaltet zwar tatsächlich über 600 Spiele, ein echtes SNES-Spiel ist aber nicht dabei.

Wer sowieso lieber alte NES-Games zockt und sich mit den vorinstallierten Inhalten zufrieden gibt, bekommt eine optisch gelungene Konsole zu einem überschaubaren Preis.

Wer echte SNES-Titel spielen möchte, lässt die Finger vom billigen Klon und kauft stattdessen das Original von Nintendo. Wer lieber klassische Arcade-Games zockt, der sollte sich die Konsole Pandora's Box zulegen. Wer sich nicht für eine einzige Konsole entscheiden will, baut seine Retro-Konsole am besten selbst.

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