HTC, LG, Huawei, Oneplus: Top-Smartphones im Vergleich

Oneplus 6, HTC U12+, LG G7 Thinq und Huawei P20 Pro gehören zu den aktuellen Top-Smartphones. Sie sind technisch gut ausgestattet und liegen im höheren Preissegment. Doch welches Gerät hat wo seine Stärken? Wir haben einen großen Vergleich gemacht.

Das HTC U12+ (Testbericht) für 799 Euro ist das jüngste Smartphone im Vergleich. Zu seinen Besonderheiten zählen die Dual-Kamera sowie das druckempfindliche Gehäuse für Interaktionen mit Funktionen wie der Kamera oder dem intelligenten Assistenten. Außerdem will der Hersteller mit besonders schönen Farbausführungen wie Rot mit goldenem Akzent oder blautransparent punkten.

Im März 2018 vorgestellt und damit nicht ganz so aktuell: das P20 Pro von Huawei (Testbericht) für 899 Euro. Das Telefon beherbergt eine Dreifach-Kamera auf der Rückseite. Damit lassen sich Motive um den dreifachen Faktor vergrößern. Außerdem ist der Akku mit einer Kapazität von 4000 mAh am größten in der Runde. Auch das P20 Pro gibt es in einer interessanten Farbausführung namens Twilight, ein blau-violetter Farbverlauf.

LG Electronics’ G7 Thinq (Testbericht) für 849 Euro repräsentiert die G-Reihe in siebter Generation. Es kommt mit dem hellsten Display und hat – ähnlich wie beim HTC U12+ – einen Schwerpunkt auf Audio. Darüber hinaus möchte es mit einer künstlichen Intelligenz glänzen, wie der Namenszusatz verrät.

Das Oneplus 6 (Testbericht) ist das günstigste Smartphone im Vergleichstest. Je nach Speicher-, RAM- und Farbausführung kostet es zwischen 519 und 619 Euro. Das heißt: Das Oneplus 6 ist 180 Euro günstiger als nächst günstigere HTC U12+ und satte 280 Euro das teuerste Gerät im Test, das Huawei P20 Pro. Kann allein die Ersparnis überzeugen oder muss man auch Abstriche machen?

Keine Frage: Die vier Smartphones sind exzellent verarbeitet, wie es sich in dieser Preiskategorie gehört. Bei allen Telefonen kommen hochwertige Materialien wie geformtes Glas oder Metall zum Einsatz. Große Spaltmaßen oder Knarzgeräusche sucht man vergebens. Doch wenn Qualität und Verarbeitung auf einem Niveau sind: Wo liegen dann die Unterschiede?

Ein nennenswerter Punkt ist die Zertifizierung für Staub- und Wasserfestigkeit. Das Oneplus 6 ist ein Nichtschwimmer und lediglich resistent gegen Regentropfen und Spritzwasser. HTC, Huawei und LG bieten schon eine echte Wasserdichtigkeit bis zu 1 m. Das U12+ und das G7 Thinq dürfen dauerhaft in Frischwasser tauchen, während das P20 Pro nach 30 Minuten wieder raus muss, da es lediglich IP67 und nicht IP68 zertifiziert ist.

LG legt noch einen drauf und macht sein G7 Thinq stoßsicher gemäß dem Militärstandard MIL-STD 810G. Das Gehäuse ist somit besonders strapazierfähig.

Einen Fingerabdrucksensor haben alle vier Smartphones. Huawei platziert den Sensor jedoch auf der vorderen Seite. Das ist nicht so bequem, wie beim U12+, G7 Thinq und Oneplus 6, wo der Fingerabdrucksensor hinten unter der Kamera sitzt und sich damit intuitiv ertasten lässt. Beim Oneplus 6 ist die Sensorfläche ist nicht allzu groß, wegen der ovalen statt runden Form ist das Entsperren anfangs etwas gewöhnungsbedürftig.

Alle vier Smartphones liegen gut und sicher in der Hand. Das Oneplus 6 ist durch seine stark abgerundete Rückseite besonders angenehm. Größe und Gewicht sind ideal balanciert. Mit 185 g ist das HTC U12+ übrigens das schwerste Smartphone im Vergleichstest, das G7 Thinq ist mit 162 g das leichteste.

Im U12+, Oneplus 6 und G7 Thinq arbeitet der Snapdragon 845 von Qualcomm. Der Achtkern-Prozessor debütierte erstmals im Galaxy S9 (Testbericht) und Galaxy S9 Plus (Testbericht) am Anfang 2018. Damit ist der Qualcomm-Prozessor aktueller als der neun Monate alte Kirin 970 im P20 Pro, der auf der IFA 2017 gezeigt wurde. Entsprechend sichtbar sind die Unterschiede im Leistungsvergleich:

Im Benchmark von Antutu erzielt das P20 Pro 207.000 Punkte. Im Vergleichstest ist das HTC U12+ das leistungsstärkste Smartphone, dicht gefolgt vom Oneplus 6. Der Leistungsvorsprung zwischen dem langsamsten und schnellsten Smartphone liegt bei rund 29 Prozent. Macht sich dieses Drittel im Alltag bemerkbar? Nein, nicht wirklich. Die Zahl sagt lediglich etwas über die Güte der Hardwarekonfiguration ab, nicht wie flüssig die Oberfläche oder geschmeidig die Animationen laufen. Es ist ein quantitativer Vergleichswert und verrät wenig über Qualität.

Beim U12+ und LG G7 Thinq lässt sich eine Speicherkarte einsetzen und den Speicher um theoretisch bis 2 TByte erweitern. Technisch möglich sind heutzutage Speicherkarten mit bis zu 512 GByte. Welche Speicherkarte die beste für Android ist, haben wir ausführlich getestet: Kaufberatung & Test: Welche Micro-SD-Karte für Android?

Huawei, LG und Oneplus setzen auf ein Display mit einer Einkerbung in der Mitte. HTC bleibt sich treu und greift auf eine herkömmliche Anzeige ohne einen Einschnitt zurück. Warum tun es die anderen dann? Sie erreichen damit ein besonders kompaktes Design mit dünnen Rändern. Apropos Bildschirm: Das hellste Display hat LG mit seinem G7 Thinq, ziemlich düster sieht es bei HTC aus:

Bei der Akkulaufzeit der vier Smartphones gibt es signifikante Unterschiede. Die geringste Kapazität hat der Akku des LG G7 Thinq mit 3000 mAh. Danach folgen Oneplus mit 3300 sowie HTC U12+ mit 3500 mAh. Gold geht an Huawei für die 4000 mAh.

Die Gerätetiefe korreliert weder positiv noch negativ mit Nennladung der Akkus. Das ist ein Indiz dafür, dass die Hersteller Akkus mit unterschiedlicher Dichte verwenden. Das LG G7 Thinq ist das einzige Smartphone im Test, das drahtloses Laden unterstützt. Schnelles Laden beherrscht jedes der vier Geräte – entsprechende Netzteile sind in den Lieferumfängen der respektiven Telefone dabei. Linear betrachtet lädt das System von Huawei am schnellsten.

Smartphones der oberen Preisklasse kommen mit mindestens zwei Kameralinsen auf der Rückseite. In allen Fällen ermöglicht die zweite Kamera einen Bokeh-Effekt mit unscharfem Hintergrund. Das klappt bei allen vier Herstellern gut, bei HTC und Huawei ist zudem die Fehlerrate besonders gering. Auffällig ist das bei feineren Elementen wie Grashalme oder bei menschlichen Haaren. Aber auch das Oneplus 6 schießt schöne Bilder mit weichem Hintergrund.

Wegen der unterschiedlichen Auflösungen und Brennweiten ist zudem das verlustfreie Vergrößern von Motiven um den zweifachen Faktor möglich. Das P20 Pro von Huawei kann das sogar mit einem dreifachen Faktor toppen. HTC versucht hier etwas gegenzuhalten, indem man einen 10-fachen digitalen Zoom mit Algorithmen verfeinert und schärft. Die Qualität ist dann zwar nicht mehr einwandfrei, jedoch sind Konturen und Formen – zum Beispiel Schriften auf einer Tafel – gut lesbar.

Das G7 Thinq ist das einzige Smartphone, dessen zweite Kamera sich auch eigenständig nutzen lässt. Je nach Motiv und Szenario entscheidet der Nutzer selbst, ob er entweder ein normales Foto mit lichtstarker Blende machen möchte oder doch ein weitwinkliges für Landschaften und Co. Zugriff auf zwei unterschiedliche Kameras zu haben ist für Fotografen ein deutlicher Mehrwert. Wäre da nur nicht die mittelmäßige Qualität. Die produzierten Bilder sind nicht vergleichbar mit den Ergebnissen eines HTC U12+, P20 Pro oder Oneplus 6. Gerade bei einem kontraststarken Motiv versagt die LG-Kamera. In Situationen mit schwachem Licht kommt sie schnell an die Grenzen, schuld daran ist der kleine Bildsensor.

Die Selfie-Kamera der vier Smartphones ist zufriedenstellend. Im U12+ verbaut HTC sogar zwei Kameras, die zu dem Benutzer schauen. Damit ist der Bokeh-Effekt nicht nur mit der Haupt- sondern auch mit der Sekundärkamera möglich.

Beim P20 Pro und Oneplus 6 kommt Android in der Version 8.1 Oreo zum Einsatz. HTC und LG sind nicht so aktuell und verwenden noch die 8.0er. Die aktuellere Ausgabe von Android korrigiert Laufzeitfehler und bringt zahlreiche Veränderungen mit. Ein Beispiel ist die optionale Reduktion von inaktiven Applikation, oder ein neues Menü in den Einstellungen. Die Neuerungen und Änderungen greifen umfangreich in Android ein, entsprechend spricht viel für das aktuelle Android 8.1 Oreo.

Alle vier Hersteller bemühen sich sicherheitsrelevante Updates in einem monatlichen Intervall herauszubringen. Das klappt nicht immer und jeden, wie versprochen. Das Oneplus läuft zum Testzeitpunkt (Juni 2018) hochaktuell mit dem Sicherheits-Patch vom 1. Mai 2018, während HTC noch beim 1. März ist. Ähnlich langsam lassen sich LG und Huawei kategorisieren. Das Juni-Update von Google befindet sich derzeit in der Vorbereitung.

Von allen vier Smartphones sagt uns am meisten die Software des Oneplus 6 zu. Sie ist übersichtlich, sauber und strukturiert. Auf dem Telefon ist keinerlei Werbung in Form von Bloatware installiert. Ganz anders sieht es da beim P20 Pro und U12+ aus, die Hersteller finanzieren ihre Geräte quer mit Apps und Spielen.

Alle vier Smartphones verfügen eine gute Verarbeitungsqualität und schauen ansprechend aus. Besonders ansehnlich ist das blautransparente HTC U12+ sowie das P20 Pro in Twilight. Technisch sind die Telefone einer Höhe, wenn man die Benchmark-Zahlen ausblendet. Eine ganz konkrete Sprache sprechen jedoch die Laufzeiten der Akkus: HTC ist mit seinem U12+ auf den vierten Platz. Ganz weit vorne sitzen Oneplus und Huawei.

In Sachen Kamera überzeugt jedoch wieder HTC mit der derzeit besten Dual-Kamera. Huawei und Oneplus sind gar nicht so weit entfernt und machen mindestens genau so gute Bilder. Eher mittelmäßig ist die Kamera des LG G7.

Unser Kauftipp: Wer nicht gerade unbedingt auf Wireless Charging und Wasserfestigkeit angewiesen ist, der fährt am besten mit dem Oneplus 6. Die zweite Wahl ist das P20 Pro von Huawei. Bei HTC stört das zu dunkle Display sowie die kurze Akkulaufzeit. LG kann weder mit Kamera noch der Software gegen die anderen Flaggschiffe punkten.

  • HTC U12+ im Test: starke Dual-Kamera, schwacher Akku
  • Top-Smartphone LG G7 Thinq im Test: klug, hell und laut
  • Oneplus 6 im Test: schön und leistungsstark
  • Huawei P20 Pro im Test: exzellente Kamera, starker Akku

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Apex Launcher: Android-Launcher kehrt mit großem Update zurück

Totgesagte leben länger, so sagt man. Der Apex Launcher war vor gefühlt 100 Jahren eine gute Alternative zu anderen Launchern auf der Android-Plattform. Irgendwann zog der Wettbewerb vorbei. Ob nun Klassiker wie der Nova Launcher, neuere Lösungen wie der Action Launcher oder die diversen Ports des Pixel Launchers. Und dann war ganz lange Zeit Schicht im Schacht, keine Entwicklung. Prinzipiell nicht ganz schlimm, wenn alles läuft.

Aber beim Apex Launcher passierte wirklich so gar nichts, zwei Jahre lang. Im Mai 2017 dann die nebulöse Rückkehr. Nun der erste große Schritt auf die Version 4.0, hier hat man für alle, die am Beta-Programm teilnehmen, am 20. Juni ein Update verteilt. Schaut man sich die Bewertungen im Play Store an, dann kann es wohl zu Abstürzen kommen. Komische Eigenschaft von Nutzern, eine Betaversion zu testen, dieses Feedback aber nicht in den dazugehörigen Gruppen zu melden, sondern im Play Store.

Wie immer gibt es noch die kostenfreie und die kostenpflichtige Version des Launchers, wobei es zum jetzigen Zeitpunkt so aussieht als können ehemalige Käufer das Update kostenlos nutzen, zumindest wurde mir mit der Beta des Apex Launchers mein vor Jahren getätigter Kauf der Vollversion anerkannt. Kann natürlich sein, dass das nur während der Betaphase der Fall ist.

Die noch englischsprachige Betaversion des Apex-Launchers bietet zahlreiche Einstellungsmöglichkeiten und lief auf Android 8.1 Oreo bei mir ohne großartige Hänger – und es lässt sich wirklich recht viel einstellen – vom Dock über die Ordner, Gesten und vieles mehr. Abgesehen vom Beta-Status, der natürlich eine gewisse Unfertigkeit präsentiert, ein auf den ersten Blick rundes Update, welches den Apex Launcher wieder mehr in die Spur bringt.

Aber – und das muss man eben auch sehen – es gibt zahlreiche andere Launcher. Und ich bin eben ein Spielkind, ein Ausprobierer, der x Launcher installiert und ausprobiert, weil ich eben auch darüber blogge. Die meisten werden sich sicher irgendwann mal für eine Lösung entscheiden, die dann ewig lange genutzt wird. Falls aber nicht, ihr also auch gerne ausprobiert, dann gibt es mit dem Apex Launcher in seiner neuen (Beta-)Version wieder frisches Futter.

Apex Launcher (Kostenlos, Google Play) →

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USB-Platte Buffalo Drivestation Velocity 3 TByte im Test

Buffalo liefert mit der Drivestation Velocity eine externe Festplatte mit USB-3.0. Wir testen, wie schnell die Platte ist.

Buffalo hält sich nicht mit Schnickschnack auf. Im Paket finden sich neben der Festplatte ein Netzteil sowie ein USB-3.0-Kabel. Buffalo nutzt den USB-Typ-B-Stecker. Dieser ist deutlich dicker als etwa der flachere Typ Micro-B beim Verbatim Store 'n' Save (Testbericht), sitzt dafür aber stabil. Bei der Software sieht es ähnlich sparsam aus: Die auf der Platte hinterlegten Daten sorgen für ein nettes Icon im Explorer, außerdem gibt es ein Verschlüsselungstool. Eine ausgewachsene Backup-Lösung liegt nicht bei.

Für den Test schicken wir die 3-TByte-Variante der Drivestation Velocity durch den h2benchw-Benchmark der Kollegen von der c’t. Die anderen Produkte dieser Linie sind technisch identisch, lediglich die Größe der Festplatte ändert sich.

Die Leistung der externen Festplatte liegt im soliden Mittelfeld. Sie ist deutlich schneller als die Verbatim-Festplatte, liegt aber hinter dem Modell von Intenso (Testbericht). Im Test fiel uns allerdings auf, dass die Festplatte kontinuierlich hörbar ist, sobald sie per USB am PC angeschlossen ist. Da ist die Konkurrenz leiser!

Die Drivestation Velocity von Buffalo ist ein solides externes Laufwerk, das im Betrieb allerdings deutlich zu hören ist. Die Übertragungsraten sind für einen externen Datenspeicher ordentlich.

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Moto G6 Plus im Test: schnelle Kamera, schwacher Akku

Das Moto G6 Plus kommt mit einer Dual-Kamera und einem großen 5,9 Zoll Display zum Preis von 299 Euro auf den Markt. Damit ist es das teuerste Modell aus der Moto-G-Reihe. Wir haben getestet, wie sich das Smartphone im Alltag macht.

Im Lieferumfang des Moto G6 Plus ist all das dabei, was es auch bei den zwei kleinen Brüdern Moto G6 Play (Testbericht) und Moto G6 (Testbericht) gibt. Das Smartphone kommt gut verpackt in einer Schutzhülle aus Kunststoff zum Kunden. Sie ist für das Telefon maßgefertigt und für’s Erste als Schutz vollkommend ausreichend.

Darüber hinaus liegen noch ein Kabel mit USB-C und ein Schnellladegerät bei. Zum Auswerfen des Dual-SIM-Kartenhalters ist ein Werkzeug notwendig, das gibt es dazu. Was ist noch dabei? Kleine Handbücher für den Erststart und Hinweise zur Herstellergarantie.

Das Motorola Moto G6 Plus ist ein Smartphone des mittleren Preissegments. Dafür ist die Verarbeitungsqualität überraschend hoch. Alle Übergänge zwischen den Materialien sind nahtlos und ohne sichtbare Spaltmaße. Das Telefon ist aus Glas und Metall gefertigt und bietet ein Gehäuse mit Nanobeschichtung, das die Elektronik vor Spritzwasser schützt.

Die Rückseite des Moto G6 Plus ist an der linken und rechten Seite abgerundet. Dadurch liegt das 167 g schwere Smartphone trotz einer Höhe von 160 mm gut und sicher in der Hand. Die Bedienung mit einer Hand ist bei einer Breite von 75,5 mm nur schwer bis gar nicht möglich.

Im Moto G6 Plus sitzt eine Dual-Kamera, ähnlich wie das Moto G6. Unschön zu sehen: Die Kamera-Einheit ragt deutlich aus dem Gehäuse heraus. Im Alltag ist das zwar nicht störend, aber legt man das Telefon flach auf den Tisch, gibt es eine nach unten zum Mikrofon verlaufende Schräge, sodass man eher von einem keilförmigen statt rechteckigen Design sprechen kann.

Der Fingerabdrucksensor des Moto G6 Plus sitzt auf der vorderen Seite. Er arbeitet zuverlässig und schnell. Er entsperrt nicht nur das Telefon, sondern dient auch Bedienfeld für weitere Funktionen: Optional ersetzt er die Bildschirm-Bedienfelder und arbeitet mit Gesten wie Wischen für zurück, oder länger festhalten für Sperren. Diese Art der Bedienung ist intuitiv, nimmt jedoch etwas Gewöhnungszeit in Anspruch. Der daraus resultierende Vorteil: Es bleibt mehr Platz zum Darstellen von Inhalten übrig, weil die On-Screen-Tasten wegfallen.

Von allen drei Smartphones der neuen Moto-G6-Reihe ist das Plus-Modell das leistungsfähigste. Im Inneren arbeitet ein Snapdragon 630 mit 4 GByte RAM. Der Prozessor mit acht Kernen hat eine Taktfrequenz von bis 2,2 GHz. Bei der alltäglichen Nutzung mit mehreren gleichzeitig laufenden Apps liefert das Moto G6 Plus eine souveräne Leistung ab. Es arbeitet flüssig und verzögerungsfrei. An seine Grenze kommt das Telefon jedoch bei hochauflösenden 3D-Spielen mit erhöhter Bildwiederholfrequenz. Die Leistung in diesem Bereich ist aber noch ausreichend, ähnlich verhält es sich bei der dreidimensionalen Bildverarbeitung mit Details, Schatten und Licht. Das Moto G6 Plus ist eben kein Top-Smartphone wie das LG G7 Thinq (Testbericht) oder das Oneplus 6 (Testbericht).

Im Bewertungssystem Antutu Benchmark erreicht das Moto G6 Plus 90.000 Punkte. Damit ist es rund 26 Prozent schneller als sein kleiner Bruder, das Moto G6 mit 71.000 Punkten. Im Stresstest bewahrte das Moto G6 Plus einen kühlen Kopf und zeigte eine konstante Leistungsstabilität an. Die Temperatur stieg von 25 auf 33 Grad Celsius an.

Der Speicher des Telefons ist 64 GByte groß. Nach Abzug von Betriebssystem und vorinstallierten Apps bleiben dem Nutzer 49,8 GByte übrig. Der Speicher lässt sich erweitern: Zeitgleich zu einer Speicherkarte im Format Micro-SD nimmt das Moto G6 Plus zwei Nano-SIM-Karten auf. Entscheiden, ob man die Dual-SIM-Funktion nimmt oder Speicher erweitert, muss man sich nicht. Die im Test verwendete Micro-SDXC mit 400 GByte funktionierte tadellos. Welche Speicherkarte die beste für Android ist, haben wir ausführlich getestet: Kaufberatung & Test: Welche MicroSD-Karte für Android?

Der Akku des Moto G6 Plus hat eine Kapazität von 3200 mAh. Das sind 200 mAh mehr der kleine Bruder Moto G6. Das heißt aber nicht, dass die Akkulaufzeit auch besser ist. Im Gegenteil: Statt fast zwei Tage hält die Plus-Variante lediglich einen vollen Arbeitstag aus. Im Test mit einem kontinuierlich laufenden Videostream über WLAN bei maximaler Display-Helligkeit hält das Moto G6 Plus nicht mehr als sechs Stunden. Das sind 43 Prozent weniger als das Moto G6. Das Schnellladegerät lädt den festeingebauten Akku in durchschnittlich einer Stunde und 45 Minuten auf.

Das größte Unterscheidungsmerkmal des Moto G6 Plus gegenüber den anderen zwei Moto-G6-Smartphones ist das Display: Statt 5,7 misst die Anzeige 5,9 Zoll in der Diagonalen. Außerdem ist die Auflösung gegenüber dem Moto G6 Play um 125 Prozent höher. Der Bildschirm des Moto G6 Plus ist hell und hat eine Lichtstärke von 597 Candela pro Quadratmeter.

Das Moto G6 Plus schießt Fotos mit einer Dual-Kamera, ähnlich wie das Moto G6. Die zwei Objektive lösen 5 und 12 Megapixel auf. Im Gegensatz zum kleineren Modell ist die Blende bei der Plus-Variante größer und damit lichtstärker: f/1,7 statt f/1,8. Unterschiede sind bei nächtlichen Aufnahmen zu erkennen.

Überzeugen kann die Kamera des Moto G6 Plus mit ihrem schnellen Fokus: Motive stellt sie schnell scharf und vermeidet dabei den Pump-Effekt, der beispielsweise bei High-End-Smartphones wie dem LG G7 Thinq (Testbericht) sichtbar ist.

Die zweite Kamera hat eine Assistenzfunktion. Sie ermöglicht das Aufnehmen von Fotos mit unscharfem Hintergrund. Der produzierte Effekt ist sehr ordentlich, wie auch der Rest der Bilder. Fehler sind bei feineren Elemente zu erkennen, wie Ästen oder Grashalmen. Die Unschärfe lässt sich nachträglich in der Foto-App anpassen, diese Flexibilität ist super.

Auf dem Moto G6 Plus ist ab Werk Android in der Version 8.0 Oreo installiert. Schöner wäre die aktuellere Version 8.1 Oreo. Der Sicherheits-Patch auf dem Telefon ist vom 1. April 2018. Lenovo und Motorola wollen sicherheitsrelevante Updates in einem monatlichen Intervall ausliefern. In der Praxis klappt das nicht immer termingerecht.

Die zum Einsatz kommende Oberfläche des Smartphones ist Vanilla UI von Google, leichte optische Anpassungen gibt es allerdings. Das Moto G6 Plus ist leider mit Bloatware ausgestattet – darunter finden sich Apps wie Linkedin, Microsoft Outlook und Dolby-Audio-Equalizer. Die Applikationen lassen sich leider nicht komplett deinstallieren, sondern nur ausblenden.

Das Moto G6 Plus hat einige Funktionen sowie Gesten zur Steuerung, zum Beispiel Wischen mit drei Fingern, um einen Screenshot zu machen, oder das Telefon zweimal schnell um die vertikale Achse drehen, um die Kamera zu starten. Diese Möglichkeiten empfinden wir für sinnvoll. Erreichbar sind sie über die Moto-App im Hauptmenü.

Das Moto G6 Plus ist nur leicht besser als das Moto G6. Unser Fazit deshalb: Kaufen Sie lieber das mittlere Modell und sparen Sie sich die 40 Euro. Die marginal bessere Performance ist nicht signifikant. Auch das um 0,2 Zoll größere Display schafft wenig Mehrwert.

Das Moto G6 liegt deutlich besser in der Hand und verspricht eine längere Akkulaufzeit. Der einzige Grund, der für den Kauf des Moto G6 Plus spricht, ist die leicht lichtstärkere Kamera.

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