Tint Müller-Licht: Smarte Aldi-Leuchte im Test

Bunt, hell, kompatibel mit Philips Hue und Echo Plus: Aldi hat die smarten Leuchten Tint von Müller-Licht im Angebot. Wir habe sie getestet.

Philips Hue ist toll, aber auch teuer. So kostet das Starterset mit drei Leuchten, Bridge und Dimmer 135 Euro, jede weitere Lampe 40 Euro. Wer sparen will, kauft zu seinem bestehenden Hue-System Einzelleuchten anderer Anbieter, die ebenfalls auf Zigbee 3.0 setzen und sich so nahtlos integrieren.

Tint von Müller-Licht ist so eine kompatible Leuchte und im Januar im Aldi im Angebot. Dabei will Aldi den Smart-Home-Einstieg besonders einfach gestalten. Deswegen liegt dem Starter-Set neben den beiden farbigen Leuchtmitteln auch eine Funkfernbedienung bei. Diese ist mit den beiden Leuchten gekoppelt und entsprechend direkt nach dem Einschrauben der Birnen in eine Lampe einsatzbereit. Dimmbaren Lampen gilt es jedoch zu meiden.

Die Fernbedienung kommt zusammen mit einer magnetischen Schale zur Befestigung zum Beispiel an einer Wand. Die Fernbedienung schaltet die Leuchtmittel an und aus, bestimmt ihre Helligkeit und Lichtfarbe. Ein Druck auf den Farbring steuert direkt die gewünschte Farbe an. Außerdem stehen auf Knopfdruck sechs verschiedene Lichtszenen zur Verfügung.

Die einzelnen Leuchten können auf der Fernbedienung einer von drei Gruppen zugeordnet werden, um mit ihr zum Beispiel einzelne Räume zu steuern. Wie das funktioniert ist in der Anleitung genau dokumentiert, allerdings nicht ganz einfach. Auch der Wechsel einer Leuchte in eine andere Gruppe ist kompliziert. Jede Fernbedienung soll bis zu 50 Tint-Leuchtmittel steuern können. Wer jedoch auch nur annähernd so viele Leuchten mit der Fernbedienung unterschiedlichen Gruppen zuordnen will, braucht jede Menge Zeit und Geduld.

Die Fernbedienung ist jedoch nur eine Art, die Tint-Leuchten zu steuern. Dank Zigbee 3.0 integrieren sie sich einfach in bestehende Systeme. Wir probierten das mit Philips Hue und der aktuellen Hue-Bridge sowie dem Amazon Echo Plus (Testbericht) und seiner integrierten Zigbee-Bridge aus. Theoretisch geht das auch mit dem aktuellen Amazon Echo Show (Testbericht), der ebenfalls eine Zigbee-Bridge hat. Dafür werden die Leuchten aus den Starter-Set zunächst durch fünfmaliges an- und wieder ausschalten von der Fernbedienung getrennt und in den Kopplungsmodus versetzt. Die Erweiterungslampen befinden sich von Haus aus im Kopplungsmodus.

Nun sucht man mit dem Echo Plus über die Alexa-App oder beim Hue-System über die Hue App nach neuen Geräten beziehungsweise neuen Leuchten. Wichtig: Die Leuchtmittel werden erst angeschaltet, wenn der Suchvorgang bereits läuft. Die Integration funktioniert einwandfrei. Direkt danach werden die Leuchten via Hue-App und Sprachbefehl angesteuert. Alexa, schalten das Licht im Wohnzimmer auf Rot – das funktioniert auf Anhieb. Die Fernbedienung ist im Zigbee-Betrieb jedoch ohne Funktion.

Wer Tint über Siri oder den Google Assistant steuern will, benötigt ein kompatibles Drittanbietersystem mit eigener Zigbee-3.0-Bridge. Bei Hue müssen Nutzer auf die HomeKit-Integration und Hue Entertainment verzichten.

Egal ob man die Leuchten via Fernbedienung oder über Zigbee steuert: Sie merken sich nach dem Trennen vom Strom beim Wiedereinschalten ihr letztes Farbprofil. Erst nach dem dreimaligen Aus- und wieder Einschalten leuchten sie Hellweiß. Eine sehr praktische Funktion, auf die Hue-Besitzer lange warten mussten. Dort wurde sie erst Ende 2018 per Software-Update nachgereicht.

Die Farbdarstellung ist eine echte Stärke der Tint. Denn Müller-Licht spendiert ihnen nicht nur 2200K bis 6500K für warmes oder kühles Licht, sondern auch 16 Millionen Farben. Zum Vergleich: Die Ikea Tradfi stellen nur 9 bis 20 Farben dar. Sogar das häufig so kritische Grün stellen die Tint genauso sauber und hell dar wie die fast doppelt so teuren Philips Hue Leuchtmittel. Andere günstige Hue-Alternativen haben hier häufig Probleme.

Auch die Helligkeit der E27-Lampen ist mit 800 Lumen vergleichbar mit der Helligkeit der entsprechenden Hue-Leuchtmittel. Die Leuchten mit E14- und GU10 sind jedoch mit 470, beziehungsweise 350 Lumen deutlich dunkler und weniger zum Ausleuchten ganzer Räume geeignet. Laut Müller-Licht haben die Tint-Leuchten eine Lebensdauer von 25.000 Stunden, beziehungsweise 100.000-Mal Ein- und Ausschalten.

Das Starter-Set Tint von Müller-Licht mit einem farbigen Leuchtmittel und Fernbedienung kostet wahlweise mit GU10- oder E27-Sockel im Aldi 30 Euro. Jede weitere Leuchte mit E27-, GU10- oder E14-Sockel kostet in Weiß 15 Euro und in Farbe 20 Euro. Bei anderen Händlern kostet Tint im Starter-Set etwa 60 Euro. Dafür schnürt Müller-Licht dort zwei farbige Leuchtmittel und die Fernbedienung. Bei Aldi würde man dafür 50 Euro zahlen. Zum Vergleich: Für eine Einzelne farbige Hue-Leuchte zahlen Kunden normalerweise um die 40 Euro.

Die Tint von Müller-Licht sind dank ihrer Fernbedienung ein einfacher Einstieg in die Smart-Home-Lichterwelt. Dabei lassen sie sich dank Zibgee-3.0-Unterstützung zum vollwertigen Smart Home System ausbauen. Dafür ist jedoch zwingend eine Zigbee-3.0-Bridge eines Drittanbieters nötig. Müller-Licht selbst bietet keines an. Jedoch gestaltet sich sowohl die nahtlose Einbindung in bestehende Philips-Hue-System, als auch die Integration in Echo Plus (Testbericht) als unkompliziert. Farbdarstellung und Helligkeit sind auf ähnlich hohem Niveau wie bei Philips Hue. Dabei kosten sie nur etwa die Hälfte. Auch deswegen erhalten die Tint von Müller-Licht unsere Kaufempfehlung.

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Kaufberatung: VR-tauglicher Gaming PC unter 600 Euro

Wer clever kauft und selbst schraubt, der bekommt ein VR-fähiges System für knapp 600 Euro, das auch aktuelle Spiele bei Full-HD-Auflösung mit 60 fps wiedergibt.

Virtual Reality rutscht vom Hype langsam in den Mainstream. Das liegt an immer mehr Inhalten, Spiele wie Beat Saber locken neue Nutzer. Dazu kommt ein Preisverfall bei der notwendigen Hardware und den Headsets.

Wir haben eine Konfiguration gefunden, die für weniger als 600 Euro einen PC liefert, der VR ordentlich unterstützt. Der positive Nebeneffekt: Dieses System spielt auch aktuelle Games in Full-HD bei hoher Qualität mit 60 oder mehr Frames pro Sekunde (fps). Damit ist der PC bei 1920 × 1080 Pixel ein mehr als brauchbarer Gaming-PC.

Zwei Punkte sparen wir aus: einen Monitor sowie die Windows-Lizenz. Beim Monitor hat das den Grund, dass es unzählige Geräte in verschiedensten Variationen gibt. Dieser Beitrag hat den Schwerpunkt auf VR, sodass man im Zweifel zunächst auch einen Fernseher oder einen alten Bildschirm problemlos weiterverwenden kann. Da die VR-Headsets als separater Bildschirm gelten, ist es egal, welche Auflösung der alte Monitor besitzt – selbst ein Monitor mit 1680 × 1050 Pixel lässt sich problemlos verwenden.

Windows ist so eine Sache. Wir empfehlen in jedem Fall Windows 10, allein schon wegen des Direct-X-12 und der Unterstützung für Windows Mixed Reality. Auch Oculus zieht alles auf Windows 10 um. Wer nur spielen oder VR nutzen möchte, dem sollte Windows 10 Home reichen.

Zum Zeitpunkt des Artikels war es noch völlig legal, günstige OEM oder Systembuilder-Lizenzen zu erwerben. Studenten und Schüler können Windows 10 kostenlos bekommen, wenn ihre Schule oder Universität Teil eines Microsoft-Partnerprogramms ist, hier sollte man in jedem Fall fragen. Mit etwas Tricksereien sollte auch noch das Upgrade von einer Windows 7 oder Windows 8 Lizenz möglich sein. Wer also einen alten (evtl. defekten) Rechner mit gültiger Lizenz hat, kann dies ausprobieren. Weitere Informationen zu dem Thema gibt es im heise.de-Artikel „Wollen Sie ein W kaufen?”.

Obwohl Intel immer wieder nachgesagt wird, dass es die besten CPUs hat, kann AMD mit der aktuellen Ryzen-Generation ordentlich Boden gutmachen. Der grobe Unterschied zwischen den beiden Systemen: Intel CPUs sind besser, wenn Programme einzelne Kerne stark fordern. AMD macht Boden gut, wenn die Programme viele Kerne nutzen. Tatsächlich sind die Preise bei AMD so gut, dass man den Zugewinn der Intel-basierten Systeme bei einem VR- und Full-HD-Gaming-System verschmerzen kann.

In unserem Testsystem steckt eine AMD Ryzen 5 2600 mit 6 x 3,4 GHz, sie kostet mit Lüfter unter 150 Euro. Der von Oculus empfohlene Ryzen 5 1500X mit 4 x 3,5 GHz ist mit Lüfter sogar unter 130 Euro zu bekommen.

Für den Ryzen 5 benötigen wir ein AM4-Mainboard, im Test haben wir ein Mainboard mit dem B450-Chipsatz. Diese bringen alles mit, was man für einen modernen Gaming-PC benötigt, die Preise beginnen um die 60 Euro. Wichtig sind die USB-3.0-Anschlüsse: Das HTC Vive und Windows Mixed Reality benötigen je mindestens einen, das Oculus Rift hätte gerne zwei. Dazu braucht man weitere Steckplätze für die Tastatur, die Maus sowie etwaige Sensoren. Die meisten Boards bringen entsprechend viele Steckplätze mit, neben den im Board integrierten sind meist mindestens zwei Steckplätze vorhanden, die USB-Anschlüsse im Gehäuse verbinden. Unser Tipp ist das Gigabyte B450M S2H, ein Micro-ATX-Board mit M.2-Schnittstelle.

Beim Arbeitsspeicher raten wir zu mindestens 8 GByte. Die Mainboards nehmen DDR4-Riegel auf, der Takt sollte bei mindestens 2666 MHz liegen. Auf unserem Testsystem konnten wir einen Leistungssprung von 8 GByte auf 16 GByte RAM nachvollziehen. Wer nicht gleich ein 16-GByte-Kit kaufen möchte, dem raten zu einem einzelnen 8-GByte-Riegel, damit später ein einfaches Upgrade möglich ist.

Das Upgrade auf 16 GByte RAM ist in jedem Fall sinnvoll. Zwar lief im Test mit 8 GByte RAM sowohl VR wie auch die Spiele Far Cry 5 und Middle-Earth: Shadow of War flüssig, doch mit 16 GByte RAM schafft man mehr Puffer und holt teilweise 10 fps mehr heraus. Das ist ein relativ einfaches Upgrade, nur die Slots sollte man sich nicht verbauen. Wir haben die Benchmarks zusätzlich mit 32 GByte RAM durchgeführt. Auch hier ist ein Plus bemerkbar, aber lang nicht so enorm wie beim Sprung von 8 auf 16 GByte.

Wichtig: Die Mainboards betreiben den Speicher standardmäßig mit einem Takt von 2133 MHz. Das bringt massive Einbußen mit sich, entsprechend sollte man die Einstellungen im BIOS beachten. Zudem kann es sich lohnen, integrierte Übertaktungsfunktionen zu nutzen. Die meisten RAM-Riegel haben deutlich mehr Potential, die automatischen Übertaktungs-Features arbeiten zudem konservativ genug, dass kein Schaden auftreten sollte.

In diesem Build setzen wir auf zwei Massenspeichertypen: Eine schnelle SSD für das Betriebssystem und eine große Magnetfestplatte für Daten. Tatsächlich wäre es auch denkbar, die Festplatte erst einmal einzusparen, um dafür eine größere SSD zu installieren. Anders herumempfehlen wir es nicht. SSDs sind deutlich schneller als Festplatten, gerade Windows profitiert davon enorm. Zudem gibt es mittlerweile keinen Grund mehr, auf eine SSD zu verzichten. Die Preise fallen zum Zeitpunkt des Artikels enorm, selbst Speicher mit mehr als 512 GByte Platz sind bereits für um die 50 Euro zu bekommen.

Wenn es das Mainboard zulässt, sollte man zudem einen M.2- bzw. NVME-Speicher in Betracht ziehen: Diese sitzen direkt am PCI-E statt am SATA-Bus. Damit unterliegen sie nicht der SATA6-Begrenzung von (theoretischen) 600 MByte/s. Die NVME-Produkte sind inzwischen preislich ebenfalls in interessanten Regionen angekommen, auch wenn sie nicht ganz so günstig sind, wie ihre SSD-Gegenstücke. Sie setzen aber einen M.2-Anschluss auf dem Mainboard voraus, der vor allem bei günstigen Systemen nicht immer vorhanden ist. Aus der Erfahrung heraus lohnt es sich nicht, unter 240 GByte zu gehen, mehr ist hier in den meisten Fällen besser.

Wir raten dazu, Windows auf der SSD zu installieren. Je nach Platz kann man auch die Spiele darauf ablegen. Hier ist man dank der Game-Launcher wir Steam, Uplay oder Origin flexibel: Spiele-Daten kann man problemlos von einem Speicher auf den anderen kopieren, solange sie in Ordnern landen, die im Launcher als Bibliothek hinterlegt sind. So kann man etwa Platzfresser auf die klassische Festplatte auslagern und nur dann auf die SSD kopieren, wenn man wirklich mit ihnen spielen will.

Die wichtigste Komponente ist die Grafikkarte. Sie liefert die Power, die für VR und 1080p-60FPS-Gaming notwendig sind. Die Grafikkarte war lange Zeit auch der Knackpunkt. Vor allem durch den Hype rund um Kryptowährungen, die mit GPUs geschürft wurden, war der Markt so aufgeheizt, dass Grafikkarten fast unbezahlbar waren. Das ändert sich zum Glück, auch weil mit der Radeon RX 580 eine vernünftige Konkurrenz zu den Karten von Nvidia am Markt ist. Wir empfehlen bei AMD eine Karte mit 8 GByte dediziertem Grafik-RAM. Diese gibt es bereits ab 185 Euro (Preisvergleichsübersicht). Für unser Testsystem nutzen wir eine Sapphire Nitro+ RX 580 für knapp 220 Euro, die ihre Aufgaben sehr gut erfüllt.

Wer unbedingt eine Nvidia-Karte nutzen möchte, der sollte mindestens zu einer mit GTX 1060 Chipsatz und 6 GByte RAM greifen. Interessanter sind da aber schon die neuen RTX-20xx-Karten, die preislich aber noch weit von den Radeon-580-GPUs entfernt sind.

Da die GPU der wichtigste Punkt ist, empfehlen wir hier möglichst keine Abstriche zu machen. Lieber spielt man einen oder zwei Monate mit einer kleineren Festplatte und investiert mehr in den GPU, als sich immer wieder zu ärgern.

Beim Gehäuse ist das wichtigste Kriterium, dass die Grafikkarte genügend Platz hat – um alle anderen Punkte kann man herumarbeiten, um dieses nicht. Das knapp 18 Euro teure Inter-Tech B30 nimmt Grafikkarten bis 35 cm Länge auf, hat also selbst für große Karten Platz. Dazu bietet es zwei USB-A-Steckplätze an der Front, sodass man flexibler bei den Anschlüssen ist. Zugegeben, es ist ein schwarzer Kasten, aber bei dem Preis kann man wenig meckern.

Eine Alternative für weniger als 19 Euro ist das Aerocool CS-102. Es nimmt zwar nur Grafikkarten bis maximal 24 cm Länge auf (hier sind passende RX-580-Karten im Geizhals-Preisvergleich), dafür hat es aber neben den beiden USB-2.0-Anschlüssen auch einen USB-3.0-Anschluss an der Front.

Beim Netzteil wirft uns der Power Calculator von Cooler Master einen Verbrauch von 405 Watt aus und empfiehlt mindestens ein Netzteil mit 455 Watt (es fließen die CPU, zwei 8 GByte RAM-Riegel, die GPU sowie zwei USB 3.0 und ein USB 2.0 Gerät plus Tastatur und Maus ein). Wir empfehlen mindestens ein 550 Watt Netzteil, das den 80+ Bronze Standard erfüllt.

Maus und Tastatur erwähnen wir hier nur am Rande. Wer keine besitzt und sich auch keine organisieren kann, dem raten wir zu einem simplen Set, etwa dem von Asus für knapp 10 Euro. Wobei wir hier auch eher dazu raten, alte Eingabegeräte weiterzunutzen und die 10 Euro lieber in eine größere SSD, RAM oder die Grafikkarte zu investieren. Maus und Tastatur lassen sich später problemlos nachrüsten.

Das größte Einsparpotential ist der eigene Zusammenbau. Das ist tatsächlich deutlich einfacher, als es von außen wirkt. Wer ein Lego-Modell zusammensetzen kann, der kann auch einen PC bauen. Wichtig ist nur, sauber zu arbeiten und genau nachzusehen, welche Komponenten wohin gehören. Idealerweise holt man sich Hilfe oder sieht sich ein paar Youtube-Videos an. Auch die Kollegen der c’t haben passende Workshops, etwa hier im Video oder im Heft „c't Wissen PC Selbstbau”.

Ein paar wichtige Punkte aus dem Zusammenbau für diese Artikel:

  • Die Boxed-Version der AMD-CPU hat bereits eine Schicht Kühlpaste, sodass man diese nicht extra kaufen und auftragen muss.
  • Vorsicht, die Pins der CPU sind sensibel. Es gibt genau eine Position, in der sie einfach „hineinrutscht”, das sollte ohne großen Widerstand gehen. Hier sollte man in jedem Fall die Handbücher konsultieren.
  • Vor dem Einbau des Bords sollte man das Abdeckblech zu den Steckplätzen im Gehäuse einsetzen. Aus Erfahrung findet man dieses meist erst, wenn alle anderen Komponenten fest verbaut wurden.
  • Bevor man das Board einschraubt, sollte man zwei Dinge prüfen: Sind alle Abstandshalter an der richtigen Position? Und wie wird der CPU-Kühler am Bord befestigt? Eventuell müssen hier die Stege entfernt werden.
  • Beim RAM-Einbau müssen die seitlichen Laschen zuvor zurückgeklappt werden. Der Riegel hat einen Ausschnitt, der nur in einer Position in die Nut im Slot passt. Hier sollte man den Riegel vorab hinhalten. Die Riegel werden mit leichtem Druck eingesetzt, bis die seitlichen Verriegelungen einschnappen.
  • NVMEs werden teilweise unter der Grafikkarte verbaut, das sollte man vorab prüfen.
  • Die Grafikkarte ist die schwerste Komponente, sie sollte am Rahmen gut gesichert sein. Auch hier hilft leichter Druck beim Einsetzen, bis die seitlich sichtbare Klammer am PCI-Slot einschnappt. Wer die Grafikkarte entfernen möchte, der muss diese Klammer vorsichtig zurück drücken.
  • Vom Netzteil geht meist ein Kabel zum GPU (oft PCI-e beschriftet), eins zur CPU (CPU oder ähnlich) und ein breiter Stecker zum Mainboard. Es kann sein, dass der Stecker acht Pins hat, aber nur sechs auf dem Board sind – kein Problem, solange mehr Stecker am Netzteil sind als am Board oder der GPU, macht das nichts. Wenn der PC nicht anspringt, dann sollte man hier checken, ob wirklich alles korrekt verkabelt wurde. Im Zweifel helfen das Handbuch des Mainboards, der Grafikkarte und der CPU.
  • Die SSD und Festplatte sollte stabil im Gehäuse verschraubt werden, die Schrauben sollte man handfest anziehen. Die beiden Speichermedien werden jeweils mit einem SATA-Datenkabel und einem passenden Stromstecker angeschlossen. Diese passen nur in einer Position hinein.
  • Die Position der SATA-Datenanschlüsse ist egal, Windows und andere Betriebssysteme erlauben die Auswahl des jeweiligen Speichers beim Setup.

Unser System haben wir mit der Oculus Rift und dem Windows Mixed Reality Headset, dem Lenovo Explorer (Testbericht), ausprobiert. Beide Systeme haben sich mehr als bewährt. Spiele wie Beat Saber, Space Pirate Trainer oder Skyrim VR liefen bei beiden Headsets flüssig und ohne Probleme. Doom VFR sieht ebenfalls verdammt gut aus, hohe Grafikeinstellungen sind kein Problem. Dafür zickt es bei den Eingabegeräten, die Oculus Rift geht nur über Umwege.

Tatsächlich waren wir fast überrascht, wie gut die Spiele und VR sogar mit „nur” 8 GByte RAM funktionieren. Die Grafikkarte liefert ordentlich Leistung, auch die CPU hat genügend Ressourcen. An die Grenzen kommt das System, wenn man Richtung 144fps oder 4K-Auflösungen geht. Gerade bei den hohen Auflösungen, also WQHD oder UHD, kann man mit den Texturen, Schatten oder ähnlichen Features spielen, um immer noch brauchbare Bildraten zu haben.

Natürlich unterstützt das System auch das HTC Vive (Testbericht), allerdings sollten Interessierte hier aufpassen, wenn sie das Kabellos-Kit für die Vive (Testbericht) nutzen wollen. Das führt wohl beim Ryzen-Systemen teilweise zu Problemen und Abstürzen.

Ja, auch 600 Euro sind ein ordentlicher Batzen Geld. Dafür bekommt man aber ein solides Gaming-System, das mit alten und neuen Spielen locker mithalten kann. Selbst Battlefield 5 ist laut der Gamestar mit unserer Kombination in Full-HD bei mehr als 50 fps spielbar. Ja, die PS 4 und ihr (gutes) VR-Headset (Testbericht) ist noch immer der günstigste Einstieg in die virtuelle Welt. Dafür hat man mit unserem Vorschlag alle Vorteile der PC-Welt: Unglaublich viele Spiele, Mod-Support für Beat Saber und Skyrim, keine Online-Kosten und kein Problem mit der Abwärtskompatibilität.

Wer sich also sowohl für einen neuen Spiele-PC wie auch VR interessiert, der findet in unserem Bauvorschlag ein System, das eine sehr gute Leistung für den Preis bietet.

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Seashore: Kleine Bildbearbeitung (Open Source) landet im Mac App Store

Da musste ich ganz tief bei uns im Archiv wühlen, aber ich habe tatsächlich schon einmal über Seashore gebloggt, vor knapp 10 Jahren. Seashore ist ein einfaches Bildbearbeitungsprogramm für macOS. Seashore ist quelloffen und eine native Cocoa-App, ist also nicht wie das sich derzeit im Refactoring befindliche GIMP eine GTK+3-Lösung.

Seashore richtet sich ganz klar an nicht professionelle Nutzer, ich hatte es damals schon eine Alternative zu Paint unter Windows genannt, wobei man festhalten muss, dass Microsoft in den letzten Jahren viel aus Paint gemacht hat.

Zwischenzeitlich war Seashore quasi weg vom Fenster, funktionierte auf neueren Systemen nicht, aber Ende 2017 übernahm der neue Maintainer die Arbeit und versuchte alles wieder zum Laufen zu bringen. Ein entsprechendes Interview mit dem Entwickler kann bei Interesse hier gelesen werden.

Langer Rede kurzer Sinn: Seashore funktioniert wieder auf neuen macOS-Systemen und man hat die App sogar im App Store zum Download bereitgestellt. Kann man über diesen beziehen, ist sicherlich bequem – man kann auch die GitHub-Seite nutzen, um sich die aktuellen Versionen zu besorgen. Die Optik ist zwar weit weg von schön und auch Text im Dark Mode von macOS sieht nicht gut aus, aber vielen wird Seashore reichen.

Persönliche Meinung: Schön, dass es solche Lösungen gibt, ich bin dennoch froh, dass ich mal bei Sales zugeschlagen habe, in denen es für einen schlanken Euro Pixelmator oder auch Affinity Photo gegeben hat.

-> Zum Beitrag Seashore: Kleine Bildbearbeitung (Open Source) landet im Mac App Store

-> Zum Blog Caschys Blog

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Kaufberatung: OBD-2-Head-up-Displays fürs Auto ab 25 Euro

Head-up-Displays für das Auto mit OBD-2-Anschluss für die Geschwindigkeitsanzeige gibt es bereits ab 25 Euro. Worauf man achten sollte, zeigt diese Kaufberatung.

Head-up-Displays (HUD) für Autos sind fantastisch. Sie projizieren dem Fahrer relevante Fahrdaten wie die Geschwindigkeit direkt in das Sichtfeld auf die Frontscheibe. Er muss den Blick nicht mehr auf den Tacho senken, um zu wissen, wie schnell er fährt. Die Augen bleiben stets auf der Straße. Das ist nicht nur bequemer, sondern auch sicherer.

Autohersteller bieten professionelle HUD-Systeme für immer mehr Automodelle an. Doch sie sind nur sehr umständlich und teuer nachrüstbar. Beim Neuwagenkauf verlangen die Anbieter meist einen ordentlichen Aufschlag, der nicht selten ins Vierstellige geht.

Mit Head-up-Display-Lösungen mit OBD-2(On Board Diagnose)-Anschluss zu Nachrüsten geht das viel einfacher und vor allem günstiger – wenn auch nicht so elegant. Worauf man bei einem Kauf achten sollte, zeigt dieser Beitrag.

Seit 2004 kommt jeder Neuwagen in Europa mit einem OBD-2-Port zum Auslesen einheitlich normierter Diagnose-Codes. Ihn nutzen zum Beispiel Werkstätten, um die Kapazität der Batterie, Abgaswerte und vieles mehr zu sehen. Aber der Port kann mehr, spuckt er doch so ziemlich alle Fahrzeug-relevanten Daten in Echtzeit aus. Dazu gehören unter anderem Geschwindigkeit, Drehzahlmesser, Spritverbrauch, Kühlwassertemperatur und gefahrene Kilometer. Das machen sich über den Port angeschlossene Head-up-Displays zunutze, die diese Daten quasi verzögerungsfrei im Sichtfeld des Fahrers einzublenden.

Die reine Geschwindigkeit lässt sich nicht nur über den OBD-2-Port auslesen, sondern alternativ auch über GPS-Daten berechnen. Dazu dienen dann entweder mit einem Reflexionsspiegel ausgestattete Smartphone oder Head-up-Displays mit integriertem GPS.

Doch GPS-basierte Anzeigen haben den Nachteil, dass ihre Geschwindigkeitsberechnung leicht verzögert ist und sie je nach Qualität der verbauten GPS-Antennen nach dem Start des Autos eine Minute oder länger brauchen, bis sie genügend Satelliten für eine Geschwindigkeitsanzeige gefunden haben. OBD-2-HUDs schalten sich mit dem Start der Zündung innerhalb von Sekunden an und sind einsatzbereit. Die Datenübertragung ist verzögerungsfrei, was gerade bei der Geschwindigkeitsanzeige wichtig ist. Derartige Geräte gibt es mittlerweile mit Bluetooth und korrespondierenden Smartphone-Apps zum Auslesen und Dokumentieren von Diagnose-Fehlercodes der Steuergeräte.

Am sinnvollsten platziert man Head-up-Displays im Sichtfeld des Fahrers hinter dem Lenkrad auf dem Armaturenbrett und zieht das mitgelieferte Kabel zum OBD-2-Port, der sich meist unterhalb des Lenkrads befindet. Wo genau, variiert von Auto zu Auto. Dabei sieht das Kabel wenig elegant aus. Wir empfehlen es in Ritzen oder hinter den Armaturen zu verstecken.

In unseren Fall haben wir seit zwei Jahren das Lescars Head-up-Display HUD-55C im Einsatz. Sein 5,5 Zoll großes Display spiegelt die Daten über eine auf die Frontscheibe geklebte Folie zum Fahrer. Das Gerät funktioniert auch ohne Folie, dann reflektieren sich in der Scheibe aber unschöne Dopplungen. Zudem lässt sich bei direkter Sonneneinstrahlung die Anzeige kaum entziffern. Das Ablesen während eines hellen Sommertages macht auch mit Folie Probleme, ist jedoch möglich. Unschön: Die Folie wirkt vor allem von außen wie ein Fremdkörper.

Empfindliche Augen stellen beim Lescars Head-up-Display HUD-55C ein Flimmern fest. Das Gerät hat einen Helligkeitssensor, der die Anzeige in der Nacht abdunkelt. Trotzdem kann sie für einige in der Nacht zu hell sein. Uns hat das im Test nicht gestört. Insgesamt waren wir in den zwei Jahren mit dem Gerät sehr zufrieden. Egal ob es auf dem Armaturenbrett 55 oder -10 Grad hatte, das HUD setzte nie aus und zeigte zuverlässig die Geschwindigkeit.

Das zweite Gerät, welches wir ausprobierten, ist ein Head-up-Display mit aufklappbarer Projektionsfläche von Pearl. Bei ihm ist es nicht nötig, eine Folie auf die Frontscheibe zu kleben, wodurch das Gerät vor allem von außen weniger deutlich sichtbar ist. Seine Darstellung ist flimmerfrei und bei direkter Sonneneinstrahlung besser ablesbar als beim HUD-55C.

Im Grunde sind sich die beiden Geräte technisch sehr ähnlich. Ihr größter Unterschied ist die Art der Projektion und das Display. Während das HUD-55C überladen und bunt wirkt, konzentriert sich das minimalistische Head-up-Display von Pearl auf die Geschwindigkeit und einen weiteren, frei wählbaren Datensatz.

Im Grunde können diese beiden Geräte ebenso wie die meisten auf dem Markt befindlichen OBD-2-HUDs folgende Informationen darstellen:

  • Geschwindigkeit (dauerhafte Anzeige)
  • Drehzahl
  • Kraftstoffverbrauch
  • Fahrdauer
  • Fahrstrecke
  • Batteriespannung
  • Kühlwassertemperatur
  • Uhrzeit
  • Warnung beim Überschreiten einer vorher definierten Höchstgeschwindigkeit
  • Hinweis bei langer Fahrt ohne Pause

Bis auf dem Kraftstoffverbrauch, der sich in den Optionen nicht anpassen lässt, war die Anzeige aller Werte sehr genau. Daten wie Fahrdauer und Fahrstrecke werden beim Ausschalten genullt.

Von Haus aus zeigen beide Geräte 107 Prozent der realen Geschwindigkeit an. Damit passt sich die Anzeige dem realen Tachometer an, der bis zu sieben Prozent zu viel anzeigen darf. Wer also seine tatsächliche Geschwindigkeit anzeigen will, stellt diesen Wert auf 100 Prozent.

Unsere Erfahrung hat gezeigt, dass zusätzliche Daten neben der reinen Geschwindigkeit im Alltag kaum eine Rolle spielen und eher ablenken als helfen. Deswegen bevorzugen wir ein minimalistisches Display gegenüber einem überladenen.

Der Preis eines Head-up-Displays mit OBD-2-Anschluss variiert zwischen 25 und 100 Euro. Dabei sind die Lösungen mit Klebefolie an der Frontscheibe die günstigeren. Der hier eingebundene Preisvergleich zeigt den jeweils günstigsten Preis und führt direkt zum Händler.

Alternativ steht das von uns ausprobierte Head-up-Display mit aufklappbarer Projektionsfläche bei Pearl für 50 Euro bereit. Unsere Recherche zeigte, dass dies ein guter Preis ist. Das relativ neue Gerät wird von anderen Händlern teurer gelistet.

Günstige Head-up-Displays zum Nachrüsten sind bei weitem nicht so gut wie die viel teureren nativen Lösungen direkt vom Hersteller, die neben der reinen Geschwindigkeit oft auch Navigationspfeile einblenden. Trotzdem helfen sie dem Fahrer dabei, sich auf die Straße zu konzentrieren und so Unfälle zu vermeiden. Schließlich muss er nicht mehr durch das Lenkrad auf den Tacho schielen, um die Geschwindigkeit abzulesen.

Wir haben uns so sehr an die digitale Head-up-Anzeige gewöhnt, dass es sich nun umständlich und falsch anfühlt, den analogen Tacho zu lesen. Wir empfehlen jedoch beim Kauf auf ein ausreichend langes OBD-2-Kabel, einen Helligkeitssensor und vor allem auf eine minimalistische Anzeige zu achten. Zu viele Daten im Sichtfeld könnten eher ablenken als helfen.

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