
Kyle Andeer, bei Apple für Produkt- und Regulierungsgesetze zuständig, lässt im Gespräch mit dem Handelsblatt etwas Dampf ab. Der Konzern zeigt sich wohl frustriert über die Zusammenarbeit mit der EU-Kommission beim Digital Markets Act. Laut Andeer herrscht kein echter Dialog, sondern eine sture Haltung in Brüssel. Der aktuelle Bericht der Kommission zur Umsetzung des Gesetzes sei eher eine Form der Selbsttherapie als eine sachliche Auseinandersetzung mit den Bedenken aus Cupertino.
Ein Punkt der Kritik betrifft die Sicherheit der Nutzerdaten. Apple stört sich an der erzwungenen Interoperabilität. Andeer bringt hier ein konkretes Beispiel zum Thema WLAN ins Spiel. Durch die neuen Regeln könnte Meta Zugriff auf den WLAN-Verlauf unter iOS bekommen, etwa von Standorten wie Hotels oder Krankenhäusern. Apple sieht sich gezwungen, diese Listen zu teilen, was nach Ansicht des Managers eine klare Schwachstelle für die Privatsphäre darstellt. Die EU-Kommission ignoriere solche Hinweise bisher jedoch konsequent.
Auch das Thema Innovation leidet laut Apple unter dem Regelwerk. Neue Funktionen wie die Übersetzung bei den AirPods kommen in Europa erst später an, weil Apple erst prüfen muss, wie die Sicherheitsstandards für fremde Systeme gewährleistet bleiben können. Der Konzern fühlt sich benachteiligt, da er Innovationen teilen müsse, was die Motivation für Neuentwicklungen senke.
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