Visa hat auf dem Visa Payments Forum in Paris einen weiteren Schritt in Richtung KI-gestützter Onlinekäufe vorgestellt. Erstmals haben KI-Agenten in Europa bei echten Onlinehändlern Produkte ausgewählt und Käufe im Auftrag von Kunden abgeschlossen. Anders als frühere Tests fanden die Transaktionen nicht in einer Testumgebung, sondern auf regulären Händler-Webseiten statt.
Die KI-Agenten durchsuchten dabei eigenständig Online-Shops, wählten Produkte aus und führten den Kauf innerhalb zuvor festgelegter Vorgaben der Nutzer aus. Jeder Bezahlvorgang musste allerdings von den Karteninhabern autorisiert werden. Die Kontrolle über die Zahlung bleibt damit beim Kunden.
Technische Grundlage ist Visas Plattform „Visa Intelligent Commerce“. Sie verbindet Finanzinstitute, Händler und KI-Systeme und soll sichere sowie regulatorisch konforme Zahlungen ermöglichen. Für die Authentifizierung setzt Visa auf sogenannte Payment Passkeys. Dabei kommen biometrische Verfahren zum Einsatz, um die Anforderungen an die starke Kundenauthentifizierung (SCA) in Europa zu erfüllen.
Auf Händlerseite waren unter anderem Cleverbridge aus Köln, lastminute.com, Frasers und BrickDepot beteiligt. Laut Visa lässt sich die Lösung mit bestehenden E-Commerce-Protokollen nutzen, sodass Händler keine komplett neue Infrastruktur aufbauen müssen. Unterstützung bei der Integration kommt unter anderem von Cloudflare und Akamai. Über das Trusted Agent Protocol (TAP) und ein Agent Directory können Händler verifizierte KI-Agenten erkennen und selbst festlegen, wie diese auf ihre Shops zugreifen dürfen.
Auch zahlreiche Banken und Zahlungsdienstleister waren laut VISA an den Live-Transaktionen beteiligt. Aus Deutschland gehören dazu comdirect, Commerzbank, Deutsche Kreditbank (DKB), ING und S-Payment. Insgesamt nennt Visa mehr als 30 teilnehmende Finanzinstitute aus Europa, darunter Barclays, BBVA, HSBC UK, Klarna, Lloyds, NatWest, Revolut und Nordea.
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