Nitro Gen Omega: Geheimtipp für Anime-Fans kurz angespielt

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Nitro Gen Omega ist ein Spiel, das bereits im Mai 2026 erschienen ist, nachdem es eine ganze Zeit im Early-Access verbrachte. Hinter der Mischung aus Strategie- und Rollenspiel steckt das kleine, italienische Studio Destinybit. Das 13-köpfige Team hat hier einen Titel veröffentlicht, der mehr Aufmerksamkeit verdient hätte. Deswegen liefere ich euch auch einen kleinen Anspielbericht.

So dreht sich „Nitro Gen Omega“ um zwei der Steckenpferde von Anime- und Manga-Fans: Mechs und kuriose Charakterbeziehungen. Das Ganze garniert man mit taktischen, rundenbasierten Kämpfen, in denen die bemannten Roboter-Kolosse aufeinander eindreschen dürfen. In den Kämpfen wird das Spektakel visuell von Anime-artigen Sequenzen garniert, sodass hier wirklich viel Atmosphäre aufkommt. Ein wenig erinnert die Präsentation an die JRPGs der Reihe „Persona“, wenn auch nicht ganz auf dem Niveau des großen Vorbilds.

So wird das begrenzte Budget z. B. auch am Fehlen von jeglicher Sprachausgabe deutlich. Und auch wenn „Nitro Gen Omega“ mit einem prägnanten, visuellen Stil punkten kann, solltet ihr hier keine High-End-Grafik erwarten. Das hat immerhin den Vorteil, dass auch ältere Rechner, z. B. mit einem Intel Core i5-8600K / AMD Ryzen 1300X, 8 GByte RAM und den betagten GeForce GTX 1650, 4 GB bzw. AMD Radeon R9 290X, 4 GB die empfohlenen Systemanforderungen erfüllen. Auch an einem Steam Deck oder anderweitigen PC-Gaming-Handheld werdet ihr daher keine Probleme haben, mit 60 fps zu zocken.

Mein Test-System:

CPU: AMD Ryzen 7 9800X3D


CPU-Kühler: Noctua NH-D15 G2


Motherboard: MSI Tomahawk Wi-Fi AMD X670E


RAM: 64 GByte G.Skill Trident Z5 Neo RGB DDR5-6000 CL30


Grafikkarte: Nvidia GeForce RTX 5080


SSD: Kingston Fury Renegade 2 TByte WD_Black SN850 1 TByte


Externer Zusatzspeicher: SanDisk Extreme Portable SSD mit 8 TByte


Netzteil: be quiet! Power Zone 2 (1.000 Watt)


Tower: be quiet! Dark Base Pro 901 (White)

Viel Stimmung, aber maue Geschichte

Die Geschichte von „Nitro Gen Omega“ erinnert an Klassiker wie „Neon Genesis Evangelion“. Sie dreht sich grob um eine apokalyptische Science-Fiction-Welt, in welcher man als Spieler mit einem Squad versucht, die Herrschaft der Maschinen über die Erde zu brechen. So zieht man mit seiner Truppe gegen die Rogue AI ins Feld. Auf der verwüsteten Erdoberfläche sucht man nach kleinen Siedlungen oder zieht sich in fliegende Städte zurück, um Kräfte zu sammeln. Der Clou: Ihr kommandiert zwar eine mutige, junge Söldnereinheit, doch jederzeit können einzelne Mech-Piloten unwiderbringlich über den Jordan gehen.

Daher ist jeder übernommene Auftrag ein Risiko. Eine stringente Hauptgeschichte gibt es jedoch kaum. Stattdessen entfalten sich die Beziehungen eurer Crew durch zahlreiche Events und ihre Interaktionen bilden gewissermaßen den roten Faden. So werden die Mechs der Menschen jeweils von vier Piloten bedient, die verschiedene Funktionen übernehmen und aufeinander angewiesen sind. Etwa steuert ein Crewmitglied die Waffen, ein anderes die Bewegungen. Zwischen den Aufträgen und Kämpfen könnten die Piloten ihre Freizeit miteinander verbringen. Dass sie sich dabei anfreunden, ist allerdings keineswegs gesagt.

So können sich zwischen euren Teammitgliedern zwar in der Tat Freundschaften, aber auch Rivalitäten entwickeln. Beides kann sich in den taktischen Kämpfen auswirken. Stirbt dann einer eurer Piloten im Kampf, müssen die restlichen Crewmitglieder weitermachen und sich mit dem Ersatz vertraut machen – was wieder neue Chancen mit sich bringt, um im Ödland Taktiken zu entwickeln.

Ihr lest es heraus: „Nitro Gen Omega“ setzt also auch auf Roguelite-Elemente. Permadeath ist also ein Aspekt, der sich auf eure persönliche Geschichte auswirkt. Die Roguelite-Ausrichtung sorgt jedoch auch dafür, dass ihr im Wesentlichen viele Fetch-Quests erledigt. Ihr besorgt für Siedlungen bestimmte Ressourcen, besiegt spezifische Gegner und besucht bestimmte Orte. Aber narrative Twists oder Überraschungen sind nicht Teil dieser Aufgaben. Je länger ihr spielt und je mehr der sich irgendwann wiederholenden Charakter-Events ihr bereits gesehen habt, desto mehr zeigt sich hier eine gewisse Monotonie.

Der eigentliche Reiz geht vom Kampfsystem aus. So gibt es eine in sechs Unterbereiche aufgeteilte Timeline. Jede eurer, aber auch der gegnerischen Aktionen belegt einen Abschnitt. Hier geht es nicht nur darum, Attacken, Ausweichmanöver und Konter passend einzuplanen, sondern auch die Position eures Mechs zu orchestrieren. Etwa bringt ein Nahkampfangriff nichts, wenn euer Gegner am anderen Ende des Kampfschauplatzes vor sich hin grinst. Einige Aktionen könnt ihr zudem nicht direkt ausführen, sie benötigen erst zeitliche Vorbereitung. So wird jedes Gefecht zu einer Art taktischem Rangieren.

Dabei könnt ihr nur raten, was euer Gegner machen wird, sodass auch ein wenig Glück im Spiel ist. Zwar könnt ihr jede Runde einmal einen Scan durchführen und so Teile der Aktionen eurer Gegner erhaschen, aber eben nicht alle. Vielmehr gilt es diese Option für besonders wichtige Manöver aufzusparen, bei denen ihr unbedingt richtigliegen müsst. In den Kämpfen müsst ihr überdies eure Munition, Hitzestau eurer Mechs und begrenzte Fähigkeitsaktivierungen im Blick behalten. Mit etwas Übung macht das durchaus viel Spaß, auch wenn Niederlagen eben dazugehören.

Mit der Zeit rüstet ihr euren Mech auf und könnt so gegen zunehmend mächtigere Feinde erst bestehen. Dabei könnt ihr jederzeit in Siedlungen weitere Piloten anheuern – die aber je nach Grad ihrer Fähigkeiten ordentlich bei euren Kosten reinhauen. Hintergrundgeschichten haben all diese bunten Anime-Charaktere jedoch nicht. Ihr solltet ihnen also eigene Namen geben, um euch zu merken, wen ihr da ins Boot geholt habt.

Mein Fazit

„Nitro Gen Omega“ ist ein taktisch komplexes Mech-Spiel mit einer kultigen Anime-Ästhetik. Schade ist, dass man dem visuellen Stil keine ansprechende Geschichte oder einzigartige Charaktere zur Seite gestellt hat. So unterhält der Titel mit seinem strategischen Tiefgang in dem hervorragenden Kampfsystem, doch bei langen Sessions wird es irgendwann arg monoton. Besser, ihr genießt das Spiel mit Roguelite-Elementen demnach in kleinen Dosen.

Wer Manga, Anime und speziell Science-Fiction-Ableger und Mechs mag, der wird in „Nitro Gen Omega“ auf jeden Fall seinen Spaß haben. Das kleine Entwicklerstudio Destinybit zeigt hier, dass es wirklich etwas drauf hat. Mein Interesse an zukünftigen Titeln des Teams ist jedenfalls geweckt.

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