
Auf der diesjährigen Entwicklerkonferenz Build hat Microsoft eine Plattform namens „Project Solara“ vorgestellt. Das Konzept klingt auf den ersten Blick ungewohnt für einen Windows-Konzern: ein Betriebssystem für KI-Gadgets, das nicht auf Windows basiert, sondern auf einer angepassten Android-Version – namentlich „Microsoft Device Ecosystem Platform“. Bei Solara steht die direkte Kommunikation mit KI-Agenten im Mittelpunkt, ohne den Umweg über traditionelle Softwareoberflächen.
Zum Launch zeigte Microsoft zwei Hardware-Konzepte, die zeigen sollen, wie das in der Praxis aussehen könnte. Das erste ist ein Desk-Gerät – optisch erinnert es stark an einen Amazon Echo Show. Es ist für den Schreibtisch gedacht, entsperrt sich per Gesichtserkennung und bietet eine Oberfläche, über die verschiedene KI-Agenten direkt angesteuert werden können. Das zweite Konzept ist ein sogenanntes Badge – ein kompaktes Wearable im Format eines normalen Firmenausweises. Es hat einen Fingerabdruckscanner und eine Kamera eingebaut. Per Knopfdruck lässt sich der KI-Agent aktivieren, Gespräche lassen sich so in Echtzeit transkribieren, und die Kamera liefert der KI visuellen Kontext aus dem Blickfeld des Trägers.

Wichtig zu wissen: Microsoft will diese Geräte nicht selbst verkaufen. Sie dienen als Referenzdesigns für andere Hardwarehersteller, die auf Basis von Solara eigene Produkte entwickeln sollen. Erste Pilotprojekte laufen bereits mit Unternehmen wie Best Buy, CVS Health, Target und AccuWeather an.
Die Entscheidung für Android statt Windows hat weniger mit Strategie als mit Technik zu tun. Android läuft auf kompakten Geräten mit geringem Stromverbrauch schlicht effizienter. Außerdem bringt es die Verwaltungs- und Sicherheitsfunktionen mit, die IT-Abteilungen in Unternehmen ohnehin voraussetzen.
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