
Hier im Blog habe ich in den letzten Jahren so ziemlich jedes relevante Staubsauger-Modell von Dyson getestet, zuletzt den V16 Piston Animal sowie den Saug- und Wischroboter Spot Scrub Ai. Mit dem PencilWash bringt Dyson nun das passende Gegenstück zum schmalen PencilVac vom Vorjahr, einen Nasswischer im selben Format. Ob das ausreicht, um den happigen Preis zu rechtfertigen, habe ich die letzten Wochen für euch herausgefunden.
Bei dem Gerät ist der Name Programm. Der PencilWash ist ein Elektromopp mit einem extrem schlanken Griff von gerade einmal 38 mm Durchmesser und einem Gesamtgewicht von lediglich 2,2 kg. Damit ist er tatsächlich das dünnste Gerät seiner Art auf dem Markt. Im Gegensatz zu den meisten Nasstrockensaugern verzichtet er komplett auf die Saugfunktion. Das müsst ihr euch wirklich bewusst machen. Dieses Ding ersetzt nicht euren Staubsauger, sondern den klassischen Wischmopp samt Eimer. Wer also in die Küche muss, um einen Kaffeespritzer wegzuwischen, oder wer regelmäßig Fliesen, Laminat oder versiegeltes Parkett reinigt, ist hier die Zielgruppe.

Das Funktionsprinzip ist clever gelöst. Eine schnell rotierende Mikrofaser-Walze an der Unterseite wird über acht Düsen kontinuierlich mit frischem Wasser aus einem kleinen Tank befeuchtet. Nach dem Kontakt mit dem Boden wird das verschmutzte Wasser von einer Abstreifleiste aus der Walze gequetscht und landet in einem separaten Schmutzwassertank. Damit bleibt die Walze immer relativ sauber, und auf dem Boden landet nur frisches Wasser. Die Düse hat Dyson übrigens vom V15s Submarine geklaut. Da kam die so schon zum Einsatz.
Lieferumfang und Design
Im Karton findet ihr den PencilWash selbst, die Dockingstation zum Laden, eine Tropfschale für den feuchten Bodenkopf nach Gebrauch sowie einen Akku, der im oberen Teil des Stiels eingesetzt wird. Es ist derselbe Akku wie beim PencilVac. Wer bereits das Saugpendant hat, kann die Akkus also tauschen oder einen Zweitakku kaufen, um die Laufzeit zu verlängern. Die reguläre Laufzeit liegt bei rund 30 Minuten, was laut meiner Erfahrung für eine komplette Runde um die Hartböden meist reicht.

Optisch ist der PencilWash ein Hingucker. Das Ganze wird eher wie ein Designobjekt als Putzgerät. Das ist bei Dyson grundsätzlich kein Novum, aber hier gut gelungen. Das Gerät möchte gesehen werden und muss nicht unbedingt hinter der Wohnzimmertür versteckt werden. Der Bodenkopf ist wie bereits erwähnt ein Bekannter und lässt sich bis auf rund 15 cm Bauhöhe absenken, was das Putzen unter Möbeln zu einem entspannten Vorgang macht. Der PencilWash gleitet einfach unter das Sofa, wenn man eines mit entsprechender Bauhöhe besitzt.
Handhabung im Alltag
Die Bedienung ist denkbar simpel. Zwei Knöpfe sind dran. Einer für An/Aus, der andere für den Boost-Modus, mit dem mehr Wasser auf die Walze abgegeben wird. Das ist sinnvoll für hartnäckige Stellen. Ein kleines LED-Display zeigt den aktuellen Modus und warnt, wenn der Akku zur Neige geht. Ein Minutenzähler wie beim PencilVac fehlt leider, sodass der Überblick der Restlaufzeit verloren geht.

Das Manövrieren ist die eigentliche Stärke dieses Geräts. Durch das geringe Gewicht und den drehbaren Gelenkkopf, der 170 Grad abwinkelt, fühlt sich Wischen hier nicht mehr wie Arbeit an, sondern eher wie beiläufiges Gleiten durch die Wohnung. Enge Ecken zwischen Toilettenschüssel und Heizung oder Ähnliches sind kein Problem. Kurven um Stuhlbeine ebenso. Auch der selbstantreibende Walzenkopf hilft, das Gerät praktisch von alleine nach vorne zu ziehen. Das merkt man besonders im Vergleich zu klassischen Wischsaugern wie dem Dyson Wash G1, die deutlich schwerer sind und mehr Kraft erfordern.
Bei typischen Alltagsszenarien macht der PencilWash einen wirklich guten Job. Staub, leichte Verschmutzungen, eingetrocknete Milchtropfen, Schuhabdrücke vom Garten und Co. löst die rotierende Walze zuverlässig. Auch Kaffeeflecken oder leicht angetrocknete Saftspritzer werden nach ein oder zwei Durchgängen im Boost-Modus weggewischt. Für den Alltag mit Kindern und Katzen reicht das Gerät locker aus.

Bei richtig hartnäckigen Flecken stößt der PencilWash allerdings an seine Grenzen. Eingetrockneter Sirup oder klebriger Honig lassen sich mit der Walze alleine kaum entfernen. Ebenfalls problematisch sind trockene Krümel oder Cerealien. Die werden zwar erfasst, bleiben dann aber zwischen Walze und Gehäuse hängen und müssen beim Reinigen entfernt werden. Dyson spricht hier von „trockenen Verschmutzungen“, die das Gerät mitnimmt. In der Realität ist damit aber eher eingetrockneter Schmutz gemeint, keine festen Krümel. Wer den Küchenboden nach dem Frühstück mit Cornflakes-Resten behandelt, sollte also erst saugen und dann wischen. Ein Staubsauger wird durch den PencilWash also nicht ersetzt, das war aber ohnehin nie die Idee.

Geeignet ist das Gerät übrigens ausschließlich für versiegelte Hartböden wie Fliesen, Vinyl, Laminat, Marmor, versiegeltes Holz. Teppiche und unversiegelte Holzböden sind tabu. Auch das muss man wissen.
Dyson empfiehlt nach jedem Einsatz eine kurze Reinigungsroutine, und die solltet ihr auch wirklich einhalten. Der Schmutzwassertank wird geleert, die Walze abgenommen und ausgespült. Das Ganze ist farblich markiert, sodass man direkt erkennt, welche Teile auseinandergehen. Der Bodenkopf darf dann in der beigelegten Tropfschale trocknen. Das ist in meiner Erfahrung nach etwa einer Stunde erledigt und deutlich weniger grausig als das Ausschütteln und Reinigen eines klassischen Wischeimers. Eine echte Selbstreinigungsfunktion, wie man sie von teureren Wischsaugern kennt, fehlt allerdings.

Das Fazit
Der Dyson PencilWash ist ein durchdachtes, schönes und extrem wendiges Wischgerät, das seinem Namen absolut gerecht wird. Die Reinigungsleistung bei Alltagsverschmutzungen ist gut, der hygienische Frischwasser-Ansatz überzeugend, und die Manövrierbarkeit gehört zum Besten, was ich bislang bei einem Bodenreiniger erlebt habe. Schwächen zeigen sich bei hartnäckigem Schmutz, bei festen Krümeln und beim Preis. Für 349 Euro bekommt man anderswo mehr Funktion.
Wer das Gesamtpaket von Dyson mag, auf kleinem Raum wohnt oder einfach das Stöbern im Putzschrank satt hat, findet im PencilWash einen stilvollen Helfer. Wer dagegen pragmatisch denkt und möglichst viel für sein Geld möchte, greift lieber zum klassischen Nasstrockensauger.
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