
Bildquelle: IDC
Na, neulich mal einen neuen PC gekauft? Dann seid ihr vielleicht in dieser Erhebung mit dabei: IDC hat neue Zahlen zum PC-Markt für das erste Quartal 2026 vorgelegt. Unterm Strich steht ein leichtes Plus: Weltweit wurden 65,6 Millionen klassische PCs ausgeliefert, das sind 2,5 Prozent mehr als im Vorjahresquartal. Gemeint sind Desktops, Notebooks und Workstations, Tablets oder x86-Server zählen hier nicht mit.
Das Wachstum wirkt auf den ersten Blick ordentlich, IDC bremst die Euphorie aber direkt wieder. Die Marktforscher sehen 2026 als Jahr mit ordentlich Bewegung bei den Marktanteilen. Hintergrund sind angespannte Lieferketten, vor allem bei Speicher, steigende Komponentenpreise und ein schwierigeres wirtschaftliches Umfeld. Wer beim Zugang zu Speicherbausteinen vorn liegt und Geräte in möglichst vielen Preisklassen anbietet, hat laut IDC die besten Karten. Ich mein, das ist nachvollziehbar. Die Speicherpreise sind einfach nur irre.
Ein Treiber für das aktuelle Plus ist der Blick nach vorn: Viele Marktteilnehmer rechnen mit steigenden Hardwarepreisen. Dazu kommt der anhaltende Wechsel weg von Windows 10, der im Business-Umfeld weiterhin neue PCs anschiebt. Neue Gerätegenerationen tun ihr Übriges. Gleichzeitig zeigen die Zahlen laut IDC schon, dass der Schwung nachlässt, in allen Regionen flacht das Wachstum ab. Für den Rest des Jahres stellt IDC sinkende Stückzahlen in Aussicht, wenn Systempreise weiter klettern.
Einen dicken Strich durch die Rechnung macht zusätzlich die Lage im Nahen Osten. IDC beschreibt den Markt für Rechner und ähnliche Geräte als ohnehin fragil, die Konflikte schlagen jetzt auch auf Logistik und Kosten durch. Reedereien kämpfen mit gestörten Seewegen, vor allem zwischen Asien und EMEA, Alternativen über Luftfracht sind teurer. Die höheren Energie- und Transportkosten wandern durch die komplette Kette bis hin zum Endkunden und drücken die Preisschraube bei PCs weiter an.
Beim Blick auf die Hersteller bleibt das Feld vertraut, die Reihenfolge verschiebt sich nur leicht. Lenovo liegt mit 16,5 Millionen ausgelieferten Geräten und 25,2 Prozent Marktanteil vorn und wächst im Jahresvergleich um 8,6 Prozent. HP kommt auf 12,1 Millionen PCs und 18,5 Prozent Marktanteil, liegt damit aber 4,9 Prozent unter dem Vorjahr.
Dell bringt es auf 10,3 Millionen Systeme, 15,7 Prozent Marktanteil und legt 7,7 Prozent zu. Apple landet mit 6,2 Millionen Geräten bei 9,5 Prozent Marktanteil, das entspricht einem Plus von 9,1 Prozent. Asus wächst um 17,1 Prozent auf 4,8 Millionen PCs und kommt auf 7,2 Prozent Marktanteil. Alle anderen Hersteller zusammen fallen auf 15,7 Millionen Geräte, also 23,9 Prozent Marktanteil, was einem Rückgang von 6,2 Prozent entspricht.
Der PC-Markt wächst noch, aber auf dünnem Eis. Wer kaufen möchte, dürfte in den kommenden Monaten mit weiter steigenden Preisen rechnen. Wohl dem, der aktuell gar kein Geld ausgeben muss, weil die Kisten einfach reichen.
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