Die girocard erschließt einen neuen Einsatzbereich. Künftig soll die Debitkarte der deutschen Banken und Sparkassen direkt als Zahlungsmethode in Händler-Apps hinterlegt und genutzt werden können.
Damit reagiert die Deutsche Kreditwirtschaft auf einen Trend, der sich seit Jahren abzeichnet: Viele Händler setzen verstärkt auf eigene Apps, um Kundenbindung, Bonusprogramme, Coupons und Bezahlfunktionen unter einem Dach anzubieten. Genau dort soll die girocard künftig ebenfalls präsent sein.
Der Bezahlvorgang kann dabei direkt innerhalb der jeweiligen App stattfinden. Alternativ sind auch Szenarien vorgesehen, bei denen Nutzer an der Kasse einen in der App erzeugten Barcode oder QR-Code vorzeigen, der anschließend gescannt wird.
Als mögliche Einsatzfelder nennt die Deutsche Kreditwirtschaft unter anderem den Einzelhandel, Lieferdienste, den Lebensmittelhandel oder Mobilitätsangebote. Überall dort, wo Kunden bereits regelmäßig Apps der jeweiligen Anbieter nutzen, könnte die girocard künftig als hinterlegte Zahlungsoption auftauchen.
Für Händler verspricht man sich unter anderem eine stärkere Kundenbindung sowie attraktive Konditionen. Banken und Sparkassen sollen von zusätzlichen Transaktionen profitieren, während bestehende Netzbetreiber die neue Funktion innerhalb ihrer vorhandenen Infrastruktur integrieren können.
Interessant ist die Entwicklung natürlich, da die girocard bislang hauptsächlich im stationären Handel und über mobile Wallets wie Apple Pay oder Google Wallet genutzt wird. Mit der Integration in Händler-Apps versucht das nationale Bezahlsystem nun auch in digitalen Nutzungsszenarien stärker Fuß zu fassen. Voraussichtlich ab Frühjahr 2027 werden sogenannte In-App-Zahlungen möglich sein.
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