Die DHL-Group hat nach eigenen Angaben eine umfangreiche Gesundheitsinitiative für ihre Zustell-Teams ins Leben gerufen. Dass man das öffentlich zur Schau stellt, hat natürlich auch mit viel Eigenwerbung zu tun. Denn wir alle wissen: Bedauerlicherweise setzt auch DHL etwa auf Subunternehmen, um Kosten zu drücken – was in aller Regel aber die Arbeitsbedingungen der Zusteller verschärft. Interessanter ist aber vielleicht, was das Unternehmen am Rande anspricht. So fordert man nämlich eine gesetzliche Gewichtsbegrenzung von Paketen auf maximal 23 Kilogramm.
Dabei argumentiert das Logistikunternehmen damit, dass dies im Sinne der Gesundheit der Zusteller wäre. Ein Schelm, wer nun denkt, dass vielleicht eher dahintersteckt, dass DHL eher Personal einsparen möchte, damit nicht mehr viele schwere Pakete von mehreren Zustellern transportiert werden müssen. Aktuell bietet man nämlich noch den Paketversand mit bis zu 31,5 kg an. Da liegen auch Konkurrenten wie Hermes. Das von DHL geforderte Verbot müsste branchenweit gelten.
Ist aber generell ein schwieriges Thema, denn es gibt schon jetzt natürlich gesetzliche Vorgaben und es wurde schon länger diskutiert, zumindest die Grenze für die Alleinzustellung von 31,5 kg auf 23 kg abzusenken. Bisher gibt es da zudem Ausnahmen, denn stehen „technische Hilfsmittel“ zur Verfügung, muss keine zweite Person aushelfen. Diese Ausnahmeregeln könnten aber auch zukünftig entfallen. Theoretisch könnte die Post dann eben trotzdem noch schwerere Pakete anbieten, müsste dann aber immer zwei Mann schicken. Da wünscht man sich also wohl lieber die komplette Abschaffung höherer Gewichtsklassen.
Ansonsten wirbt das Logistikunternehmen für sein Konzept „Ergo“. In dessen Zuge wird ein Trainings- und Präventionskonzept an 150 Standorten des Logistikunternehmens bundesweit ausgerollt. Physiotherapeuten und Sportwissenschaftler schulen Beschäftigte direkt am Arbeitsplatz, so DHL. Bewegungsabläufe werden während der täglichen Tour und im Zustellstützpunkt trainiert. Beispielsweise zählt dazu der „Ausfallschritt“ beim Entladen schwerer Pakete. DHL gibt sich da altruistisch als besorgt um das Wohl der Mitarbeiter, auch da wird aber vermutlich (auch) knallhart wirtschaftlich gedacht: Krankenstände kosten schließlich Geld.
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