Data-Mining im E-Commerce

Möchte man den Begriff des Data-Mining übersetzen oder kurz erklären, ist man, mangels einer griffigen, deutschen Vokabel schnell bei der englischen Bezeichnung „Knowledge Discovery in Databases“, Wissensentdeckung in Datenbanken, kurz KDD. Dies bezeichnet aber eher den Prozess des Data-Mining .




Der Prozess umfasst, außer dem eigentlichen Analyseschritt, die Vorbereitung der Daten: welche Daten stehen zur Verfügung, welche benötigen wir und die Bereinigung dieser Daten.


Es folgen die Aufbereitung der Daten für die Analyse und dann die Analyse selbst, das Data-Mining. Zum Schluss gibt es die Auswertung, die Bewertung und Interpretation.

Treffen von E-Commerce und Data-Mining

Fast jedes Unternehmen führt sämtliche Daten, nicht nur die des An- und Verkaufs und die Kundendaten, in Datenbanken zusammen. Meistens werden auch Kunden-Akquise und Marketing über entsprechende Software gesteuert. Und schon können E-Commerce und Data-Mining aufeinander treffen, zumindest in mittleren und großen Firmen. Möchte sie das Optimale aus ihren Datenbanken heraus holen, bei steigendem Datenvolumen und hohen Ansprüchen, so kommen sie mit einer normalen CRM-Software nicht mehr aus.


Open Source Anwendungen und Clouds erleichtern immer mehr das Speichern aller Daten, deren man habhaft werden kann. Zum Beispiel über seine Kunden. Ganz offensichtlich reicht es nicht mehr aus, die Daten seiner Kunden zu sammeln und zu sortieren. Es reicht längst nicht mehr, Kunden, die in einem bestimmten Ortsteil wohnen und Golf spielen herauszufiltern und die Liste dem golfbegeisterten Außendienstmitarbeiter in die Hand zu drücken.


Man will mehr. Man will mehr Daten besitzen, daraus mehr Zusammenhänge ziehen und auch völlig neue, vorher nicht geahnte Erkenntnisse bekommen. Für diese hohen Anforderungen, bei wachsendem Zeitdruck und immer größeren Datenvolumina, ist der Prozess des Data-Mining geradezu ein konsequentes Tuning für das CRM. Informationen zu flexbilen CRM-Lösungen finden Sie hier (www.adito.de).

Gibt es Nachteile?

Wie so oft bei technischen und wissenschaftlichen Lösungen und Anwendungen, liegen die Kritikpunkte des Data-Mining in erster Linie beim Anwender. Natürlich ist es zu kritisieren, wenn die Daten von Personen nicht innerhalb der rechtlichen Datenschutzgesetze beschafft werden. Genauso kann es zu einer Verzerrung der Ergebnisse kommen, wenn die Daten nicht gepflegt sind, wenn die Parametereingaben nicht genau oder zu genau sind. Und letztendlich sind auch die Interpretation der Ergebnisse und der daraus gezogenen Handlungsbedarf sehr entscheidend.

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E-Commerce 2010 – Auswertungen, Trends und Zahlen

2010 – ein E-Commerce-Erfolgsjahr: Die positive Entwicklung des Online-Handels zeigte sich 2010 trotz der vorhergehenden Wirtschaftskrise nach wie vor ungebremst. Statistiken und Trendbarometer wiesen für 2010 und weisen auch für die kommenden Jahre einen stetigen Aufwärtstrend auf. Umsatzsteigerungen in zweistelligen Prozentzahlen wurden in den einzelnen E-Commerce-Bereichen nicht nur für das vergangene Jahr prognostiziert, sondern auch in bemerkenswerter Höhe erreicht. So verbuchte beispielsweise der Handel mit PC-Downloads 2010 zeitweilig einen Zuwachs von über 50 Prozent.

  • E-Commerce in Form des Online-Handels und Online-Marketings
  • M-Commerce (Handel und Marketing über Mobiltelefone/Smartphones)
  • Social Commerce (Foren, Blogs und soziale Netzwerke)




    Die Werbung, Vermarktung und der Handel im Internet befindet sich in einem andauernden Wandel, der in vielen Bereichen laut zahlreichen Untersuchungen und Umfragen mit einer langanhaltend positiven Entwicklung der Geschäftszahlen einhergeht.

E-Commerce 2010 – Online- und Offlinewerbung im Vergleich

Sowohl in der Printwerbung, im Fernsehen als auch anderen Medien griff die Offline-Werbung auch 2010 immer mehr auf die Online-Werbung als Ergänzung zurück. Die Verweise auf die Unternehmens- oder Produkthomepage, entsprechende E-Mail-Adressen und Online-Aktionen gelten mittlerweile als etablierte Strategien in der Werbebranche. Diese Entwicklung erreichte 2010 einen erneuten Höhepunkt angesichts der Tatsache, dass die Ausgaben für Online-Marketing das Budget für Printwerbung und teilweise auch für Fernsehwerbung sowohl in einigen europäischen Ländern als auch in den USA überstiegen. Auch die Menge der Online-Werbebotschaften liegt immer deutlicher über der in den Offline-Medien.

Auch wenn die weltweiten Werbeaufwendungen sich rückläufig zeigen, so hat sich das Onlinewerbe-Etat zum Nachtteil der Print- und Werbemedien in Europa und USA bis zum Ende des Jahres 2010 teilweise nahezu verdreifacht. In Deutschland stieg es 2010 laut der Studie „Online Advertising Spending in Germany“ (eMarketer) von 2,2 Millionen Dollar (2006) auf 4,5 Millionen Dollar (2010) an. Dabei setzen insbesondere größere Unternehmen auf den Einsatz von Cross-Media-Strategien. Das heißt, auf die Kombination von Offline- und Online-Werbung. Dabei lag nach dem „Dialog Marketing Monitor 2010″ der Deutschen Post AG in Werbekampagnen die Verbindung von Print- und Onlinewerbung auf Platz Eins. Die jeweiligen Offline-Anzeigenkosten überstiegen 2010 allerdings deutlich den jeweiligen Kostenaufwand für das Online-Marketing.

Herausforderungen und Trends im Online-Handel und – Marketing 2010

2010 – Stärkerer Konkurrenz- und Preisdruck als zentrale Herausforderungen




Die Herausforderungen des E-Commerce wurden unter anderem durch den ECC Handel und der Become Europe GmbH in ihrem aktuellen, jährlich erscheinenden Bericht zum „Geschäftsklima im E-Commerce 2010/2011″ näher betrachtet. Demnach hatte die Wirtschaftskrise des Vorjahres 2009 beispielsweise kaum noch Auswirkungen auf die Entwicklung des E-Commerce. Weit mehr wurden der wachsende Konkurrenzdruck sowie der steigende Preiskampf als hauptsächliche Herausforderungen im Online-Handel und -Marketing betrachtet. Hinzu kommen:

  • sinkende Margen
  • die Kundenbindung
  • die Höhe der Investition in neue Technologien und Programme
  • die oftmals schnell wechselnde Nachfrage sowie
  • die richtige Abstimmung der Vertriebskanäle

Bezüglich der E-Commerce-Trends gab es zu Jahresbeginn 2010 in zahlreichen Online-Blogs und -Foren sowie Fachmagazinen anspruchsvolle Erwartungen hinsichtlich der Innovationskraft des erwarteten Jahres. Folgende Entwicklungen prägten diese Erwartungen für das Jahr 2010 in überwiegend erfolgreicher und nachhaltiger Form:

Affiliate Marketing

Diese internetbasierte Vertriebslösung beruht auf dem Gedanken der Angliederung von Vertriebspartnern, beispielsweise in Form von Online-Shops, die erfolgsorientiert mit einer Provision bei dem Verkauf von Waren vergütet werden. Werbemittel und Verkaufsunterstützung werden meist seitens der Anbieter angeboten und ermöglichen auch weniger professionellen Shop-Anbietern einen leichten Einstieg ins E-Commerce. Affiliate Marketing wurde 2010 laut Studien auch verstärkt in Anspruch genommen und von etwa jedem vierten kommerziellen Händler angeboten.

Augmented Reality

Virtuelle Umkleidekabinen, die virtuelle Anprobe von Brillen mithilfe einer Web-Cam und einen entsprechenden Skalierungsprogramm – der Trend der Augmented Reality zielt darauf ab, die Nachteile des Online-Shoppings, wie Beratung und Anprobe vor Ort, immer mehr zu minimieren. Die Schaffung einer erweiterten Realität ist das Kernziel dieses Trends, der 2010 auch in zahlreichen Online-Werbekampagnen beispielsweise in der Automobil- sowie auch der Lebensmittelbranche für Aufsehen sorgte.

Click and Collect

Online bestellen offline abholen und die Ware ohne Versandkosten schnellstmöglich erhalten. – Ein Trend der 2010 insbesondere Händlern mit stationären Verkaufsnetz nutzte und auch als „Store Picking“ bezeichnet wird. Sogar die Mutmaßung zur Planung eines Amazon-Filialnetzes kam 2010 in Fachkreisen auf.

E-Commerce-Währungen

Unabhängig von DAX und Co gewann die Idee von eigenen Zahlungsmitteln und Währungen 2010 an Kraft. Sie hat jedoch den Pilotprojektcharakter auch in diesem Zeitraum nicht ablegen können.

Ermittlung der Conversion Rate und Usability

Wann und wie oft „konvertiert“ ein Online-Kaufinteressent zum Online-Käufer? Wie nutzer- bzw. kundenfreundlich ist ein Online-Shop aufgebaut? – Auch 2010 wurde die Conversion Rate (Konversationsrate) und die Usability (Bedien- und Benutzerfreundlichkeit) zur Optimierung des Erfolgs im E-Commerce genauestens ermittelt, analysiert und dokumentiert.

Guided Navigation – individuelle Such- und Filteroptimierung

Mit wachsender Artikelzahl teilweise in Millionenhöhe gewannen 2010 Such- und Filterfunktionen immer mehr an Bedeutung. Das Konzept der Volltextsuche wurde und wird nach und nach immer mehr durch kundenorientiertere, individuellere Lösungen abgelöst. Vergangene Einkäufe, betrachtete Produkte werden bei der Shop- und Produktdarstellung berücksichtigt und bis zu einer „Guided Navigation“ ausgebaut. Das bedeutet, dass sich Online-Shops und Websites in vollkommen individueller Form auf Grundlage der ermittelten Präferenzen des jeweiligen Online-Besuchers und Kunden darstellen.

Groupon-Gutscheine

Gutscheine im Internet waren 2010 schon längst eine etablierte E-Commerce-Methode. Die Form der Groupon-Gutscheine in Verbindung mit konkreten Communities erscheint jedoch als neuartiger Trend. Mit ihnen kaufen Menschen in Communities gemeinsam ein und können sowohl für sich als auch für die Community selbst Vorteile durch die Nutzung der Groupon-Gutscheine bewirken.

Location Based Service

Ebenfalls auf eine erweiterte Realität ausgerichtet, ermöglicht der Location Based Service unter anderem mithilfe von GPS-Daten, eine bessere Sendungsverfolgung sowie den virtuellen Spaziergang in einer realen Offline-Shopping-Passage, in der die aktuellen Angebote der Händler vor Ort angezeigt werden.

M-Commerce

Mit den hohen Verkaufszahlen von Smartphones im Jahre 2010 gingen auch entsprechende „Mobile Commerce Projekte“ einher. Diese reichen von der Erstellung und dem Verkauf von sogenannten „Apps“ (Anwendungen fürs Smartphone) bis hin zur Nutzung des Online-Handels mithilfe des mobilen Internetzugangs.

Multi Challenging

Alle Vertriebs- und Kommunikationskanäle nutzen. Mit Multi Challenging setzten die Online-Händler und -dienstleister 2010 auf eine ausgewogenere, sinnvollere Nutzung aller verfügbaren Kanäle für Werbe- und Kundenbetreuungsmaßnahmen.

Neuromarketing

Neben der Benutzerfreundlichkeit (Usability) und der Bestimmung des Verkaufserfolgs (zBsp. über die Conversion Rate) hat sich 2010 der Trend des Neuromarketings stärker etabliert. Erkenntnisse über die Auffassungsgabe, das Verständnis, die Denk- und Entscheidungsabläufe von Käufern wurden und werden dabei zu einer „neurologischen Optimierung“ der E-Commerce-Projekte genutzt.

Online-Videos im E-Commerce

Der Verkauf mithilfe von Online-Videos auf den Produkt-, Firmen- und Dienstleistungsseiten sowie entsprechenden Videoplattformen wurde gemäß den Vorerwartungen im Jahr 2010 ebenfalls verstärkt ausgebaut. Laut Untersuchungen unterschiedlicher Mediendienstleister steigerte diese Maßnahme die jeweilige Konversionsrate um bis zu 40 Prozent.

Open Source

In seinen Anfängen ein Trend für fachlich versierte Webprofis haben sich Open-Source-Programme, wie Website- und Shopsysteme, immer stärker gewandelt. Somit wurden sie 2010 immer stärker auch von weniger professionellen Internetnutzern gebraucht und auch weiter entwickelt.

Public Cloud Computing

2010 wurden bei Internetdienstleistern neue Dienstleistungstechnologien entwickelt. Unter dem Begriff Cloud Computing haben Unternehmen branchenübergreifend u.a. die Möglichkeit, flexibel auf webbasierte AnwendungsSoftware und Infrastrukturen zuzugreifen. Dies ist insbesondere für kleinere und mittelständige Unternehmen (KMUs) sehr attraktiv. Public Cloud Computing hat sich 2010 mit einem deutschlandweiten Umsatz von 702 Millionen Euro (0,6% der Gesamt IT-Ausgaben) positiv entwickelt. Innerhalb der nächsten 15 Jahre ist laut Studien der 30fache Jahresumsatz (etwa 20 % der Gesamt IT-Ausgaben) zu erwarten.

Der Supertrend des Jahres 2009 setzte sich auch im nachfolgenden Jahr weiter fort und zeigte sich innovativ und leistungsstark. Bewertungsseiten, Foren, Blogs und soziale Netzwerke – all dies verbirgt sich unter den Bezeichnungen Social Commerce und Social Network. Schlagworte, die immer mehr dafür sorgen, dass Menschen und nicht die Produkte und Dienstleistungen mehr und mehr in den Fokus des Online-Marketings gerückt werden.

Die beliebtesten Online-Marketing-Instrumente 2010

So vielfältig sich auch die Trends für 2010 zeigten, ein Großteil der Online-Marketer setzt bei der Auswahl der Online-Marketing-Instrumenten laut mehreren Studien in erster Linie auf bewährte Online-Marketing-Instrumente. Demnach wählten drei von vier Online-Händler in den USA und Deutschland unter anderem das Suchmaschinenmarketing für Ihre Werbung. An zweiter Stelle steht das E-Mail-Marketing gefolgt von Social Media-Marketing und Online-Preisvergleichswebseiten. Weniger als 40 Prozent nutzten Banner und Affiliate-Werbung. Online Videos und Mobile Advertising für Smartphones nahm nur jeder Zehnte Online-Händler in Anspruch.

Konversationsraten für den Online-Handel 2010 nach Produkten

Alle genannten Marketingmaßnahmen und E-Commerce-Trends haben vordergründig das Ziel die Konversationsrate (Conversation Rate) zu erhöhen. Das heißt, den Wandel vom Interessenten zum Käufer zu bewirken. Dies gelingt bei bestimmten Produkten besser als bei anderen. An den ersten Stellen mit Konversionsraten über 60 Prozent liegen dabei laut statistischen Auswertungen Bücher, Damenbekleidung, Spielwaren und Eintrittskarten. Diese positiven Ergebnisse lassen sich in einem starken Maße mit der Motivation des Interesses für ein Produkt erklären, welches oftmals mit einer Kaufabsicht verbunden ist. Gewinnspiele, Filme, Musik, Computerzubehör und Flugtickets weisen mit etwa 50 Prozent ebenfalls eine hohe Konversationsrate auf.

Branchenpotenziale 2010

Nicht nur die Konversationsraten sind für Bewertungen und Prognosen für den E-Commerce-Erfolg von Bedeutung. Auch das Potenzial, welches in der Suche nach und dem Interesse des Kunden am Produkt liegt, wurde in Studien für das Jahr 2010 unter anderem branchenspezifisch ausgewertet. Danach haben über 83 Prozent der Internetnutzer sich schon einmal über Produkte in der Reisebranche informiert und vergeben dieser Branche somit auch 2010 den ersten Platz in der Bewertung nach Branchenpotenzialen. Gefolgt wird die Reisebranche von den Branchen: Entertainment (80 %), Unterhaltungselektronik (59 %), Mode (58%), Automobil (47%), Computer (46%), Kosmetik (40%), Versicherung (30%), Lebensmittel (27%), Finanzen (24%).

Geschlechterspezifische Unterschiede 2010

Ähnlich diverser Vorjahresuntersuchungen gestalten sich die Interessenlagen von Internetnutzern im Zusammenhang mit E-Commerce-Produkten und -Projekten auch 2010 teilweise geschlechtsspezifisch. Während 60 bis 70 Prozent der Interessenten für Sportberichte, -ergebnisse und Produkttests männlich sind, sprechen Horoskope und Prominenten-News eher die Frauenwelt an. In den Themenbereichen „Familie und Kinder“ sowie „Essen, Trinken und Genießen“ scheint das Geschlechterverhältnis weitestgehend ausgeglichen zu sein. Über das aktuelle Fernsehprogramm sowie die aktuellen Nachrichten informierten sich 2010 mehr Männer als Frauen.

E-Commerce-Zugang nach Altersklassen im Jahr 2010

Auch hinsichtlich der Altersklassen gibt es Unterschiede, die sich jedoch mehr und mehr vermindern. Die Nutzung des Internets ist mittlerweile für über 70 Prozent der deutschen Bevölkerung unter 60 Jahren selbstverständlich. Bei den Unter-40jährigen nutzen über 90 Prozent E-Commerce und Internet. Nur in der Altersklasse der Über-60jährigen war 2010 nur etwa ein Drittel mit der Nutzung des Internets vertraut.

Steigende Selbstverständlichkeit von Online-Marketing

So wie die Selbstverständlichkeit der Internetnutzung in weiten Teilen der Bevölkerung in den letzten Jahren gestiegen ist, belegen auch Studien des Jahres 2010, dass Werbeinvestition in Online-Marketing für deutsche Unternehmen sämtlicher Branchen immer selbstverständlicher wird. So wurden 2010 im Wirtschaftsbereich Dienstleistungen im ersten Halbjahr über 170 Millionen Euro ausgeben. Insbesondere immer mehr kleine und mittelständige Unternehmen investieren in Online-Werbung. Außerhalb der größeren Wirtschaftszweige, wie Telekommunikation, Automobilbranche und Medienmarkt, erhöhten sich 2010 die Ausgaben für die klassische Onlinewerbung um zwei Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Neben der klassischen Online-Werbedarstellung wird auch Social Commerce immer beliebter und ist 2010 von der bisher sechsten Stelle an die dritte der beliebtesten Online-Marketing-Instrumente gerückt. Obwohl der Aufwand nach Expertenmeinung von Social Commerce eher hoch und der Effekt vergleichsweise gering ist, beabsichtigten 2010 laut einer Umfrage etwa ein Drittel der Online-Marketer entsprechende Marketingmaßnahmen zu ergreifen. Ebenfalls ein Drittel der Befragten nutzten Social Commerce 2010 schon in ihren Unternehmen. Dabei wird auch seitens dieser Unternehmen der Erfolgseffekt von Social Commerce gegenüber dem Aufwand als eher gering eingeschätzt.

Hauptsächlich erstreckten sich die Social Commerce-Aktivitäten 2010 auf die Nutzung Sozialer Netzwerke. Diese lagen bei über 90 Prozent der befragten Online-Marketer. In weitem Abstand wurden von etwa 60% Microblogs wie Twitter für die eigenen Social Commerce-Strategien genutzt. Etwa jeder zweite betrieb 2010 Firmenblogs. Auf Foto-/Videoportale griffen etwa 30 Prozent zurück. Weitaus weniger kamen Wikis (20 %) und Podcasts (13 %) 2010 zum Einsatz.

Mobile Commerce 2010

Das Thema des Mobile Commerce, dem E-Commerce für Smartphones, bot 2010 gemäß verschiedener Studien mit Abstand das höchste Optimierungspotential gegenüber anderen E-Commerce-Bereichen. Als junger und wenig erforschter Bereich hatten 2010 viele Mobile Commerce-Projekte Pilotcharakter und sorgten demzufolge in unterschiedlichem Maße für Kundenzufriedenheit und Verkaufserfolge. Insbesondere die Usability (Benutzerfreundlichkeit) als auch die Performance (Leistung, beispielsweise hinsichtlich der Lade- und Aktualisierungszeiten) wurden von vielen Mobile-Commerce-Interessierten und -Nutzern als problematisch empfunden.


Im Gegenzug ergaben Untersuchungen jedoch, dass die Mehrheit der Smartphone-Besitzer tagtäglich den Online-Browser ihres Handys im Jahre 2010 nutzten. Ein Umstand, der eine wichtige Grundlage für die positive Entwicklung des Mobile Commerce darstellt. Auch Apps und E-Mail-Abfragen werden mehrheitlich ein- oder mehrmals am Tag durchgeführt. Der Wunsch nach entsprechenden Mobile Commerce-Angeboten ist laut einer Umfrage bei einen Großteil der Smartphone-User vorhanden. Demnach wünschten sich 2010 fast 60 Prozent der User mehr mobiloptimierte Websites. Jeder zweite wollte mehr Apps nutzen können. Etwa 40 Prozent hätten Anzeigen von Shops in der Nähe sowie deren Angebote in Anspruch genommen. Online-Banking und die Ortung von Bekannten und Freunden in der Nähe wünschte sich etwa jeder Dritte der Befragten.

Online Shops 2010 – von den Anforderungen bis zum Zahlungsverfahren Anforderungen

Online-Shops gehören zu den grundlegenden Bestandteilen des E-Commerce. An sie werden mittlerweile auf Seite der Kunden bestimmte Anforderungen gestellt, die auch 2010 in verschiedenen Studien untersucht wurden. Aus Sicht der Online-Händler gehörten die Zufriedenheitsgarantie, das On- und Offline-KundenManagement sowie das RetourenManagement zu den von Kunden als wichtig erachteten Anforderungen. Mobile Commerce und Social Media wurden 2010 dabei als weniger wichtig für das eigene Leistungsangebot eingeschätzt.

Leistungen

Die angebotenen Leistungen der Onlinehändler entsprachen 2010 auch dem Bild der von ihnen eingeschätzten Kundenanforderungen. Dabei weichen jedoch die Pläne bezüglich Mobile und Social Commerce von den Aussagen zu den Anforderungen ab, da ein Großteil der Online-Händler die Umsetzung entsprechender Werbemaßnahmen 2010 anstrebten.

Zahlungsverfahren

Hinsichtlich der Zahlungsverfahren war neben dem Paypal-System (ca. 70%) die Vorabüberweisung (90 %) am beliebtesten bei den Online-Konsumenten. Zu etwa 65 Prozent wurden Kreditkarte und Nachnahmeverfahren zur Bezahlung der Online-Einkäufe gefolgt von Lieferung auf Rechnung (53%), Lastschrift (36%) und Sofortüberweisung (32%) verwendet. Lesen Sie hierzu auc: Übersicht Onlinebezahltsysteme für Online Shops

E-Commerce im Länder-Vergleich

E-Commerce in Europa 2010

Online-Konsumenten in Europa

Im weltweiten Vergleich gewann E-Commerce 2010 in sämtlichen Wirtschaftszweigen, ähnlich wie in den USA und Asien, an Bedeutung. Insbesondere im Zuge der Globalisierung, zeitlichen und logistischen Optimierung der Vertriebs- und Handelswege nutzten je nach Land etwa 30 bis 70 % der Europäer E-Commerce für den Online-Einkauf. 10 bis 25 Prozent der Europäer verkauften Produkte und Dienstleistungen über das World Wide Web.

An erster Stelle standen sowohl beim Online-Verkauf als auch beim -Einkauf die Nordeuropäer. 70 Prozent der Norweger kauften im Internet ein. In Deutschland waren es etwa 56 Prozent. Die Dänen belegten mit etwa 25 Prozent gefolgt von Deutschland (20 Prozent) beim Verkauf via Internet den ersten Platz. Unter dem EU-Durchschnitt lagen hauptsächlich die Zahlen der osteuropäischen Konsumenten, die beispielsweise aus Polen und Tschechien stammen. Aber auch in diesen Ländern sind mit dem erweiterten Ausbau der Internets und der Infrastruktur auch nach 2010 Steigerungsraten zu erwarten.

E-Commerce Unternehmen in Europa

Nicht nur Privatpersonen, sondern auch Unternehmen kauften 2010 im Internet ein bzw. verkauften Produkte online. Die EU-Durchschnittswerte lagen dabei bei 27 Prozent für den Einkauf und 13 Prozent für den Verkauf. Dabei lagen die Norweger beim Einkauf wiederum mit 56 Prozent an erster Stelle. In Deutschland kauften 44 Prozent der Unternehmen via Internet ein. Die Norweger belegten auch beim Verkauf durch Unternehmen mit einem Anteil von 31 Prozent den ersten Platz, gefolgt von Kroatien, den Niederlanden, Irland und Deutschland (20 bis 26 %).

E-Commerce weltweit 2010

Die weltweite Internetnutzung

Laut Statistiken nutzte weltweit jeder dritte bzw. vierte Mensch 2010 das Internet. In Kanada, Südkorea, ‚Großbritannien, Deutschland, Japan und den USA waren es über 70 Prozent. Der größte Teil der Nutzer stammte aus China (ca. 420 Mio), gefolgt von den USA (ca. 240 Mio) und Japan (ca. 99 Mio). Deutschland lag nach Indien und Brasilien mit etwa 65 Millionen Internetnutzern auf dem sechsten Rang. Während dies in Deutschland dem Bevölkerungsanteil von nahezu 80 Prozent entspricht, waren nur knapp 7 Prozent der indischen Bevölkerung bei einer Nutzerzahl von über 80.000 Menschen im Internet. Weltweit werden die Nutzerzahlen weiter steigen. Innerhalb der Jahre 2000 bis 2010 stiegen diese teilweise um das 10- (Iran: ca. 13.000 %) und 20-fache (Nigeria: ca. 21.000 %) an.

Kontinental betrachtet, greifen 40 Prozent der weltweiten Nutzer aus Asien auf das WorldWideWeb zu. Dies entspricht jedoch nur jedem fünften in Asien lebenden Menschen. Dahingegen bewegt sich weit über die Hälfte der Europäer, Australier sowie Nordamerikaner im Internet. Auch wenn die Nutzung des Internets nicht gleichbedeutend mit dem direkten Kontakt zu E-Commerce ist, so stellen diese Zahlen doch eine wichtige Grundlage für die Abschätzung bisheriger und zukünftiger Entwicklungen im Bereich E-Commerce dar.

Anbei soll die folgende Übersicht einen Einblick in die weltweite Internetnutzung sowie deren Entwicklung von 2000-2010 anhand der G20-Staaten geben:

Land – Bevölkerung 2010 absolut – Bevölkerung 2010 prozentual – Internetnutzer 2010 absolut – Internetnutzer 2010 prozentual – Wachstum der Internetnutzer 2000-2010 – Kontinent/Region

WELT – 6,8 Mrd. – 100 % – 1,97 Mrd. – 28 % – 444 % – weltweit


USA – 310 Mio. – 4,5 % – 240 Mio. – 77 % – 151 % – Nordamerika


JAPAN – 127 Mio. – 1,9 % – 99 Mio. – 78 % – 110 % – Ost-Asien


DEUTSCHLAND – 82 Mio. – 1,3 % – 65 Mio. – 79 % – 171 % – Europa


CHINA – 1,3 Mrd. – 19,9 % – 420 Mio. – 31 % – 1766 % – Ost-Asien


GROßBRITANNIEN – 61 Mio. – 0,9 % – 51 Mio. – 82 % – 234 % – Europa


FRANKREICH – 64 Mio – 1 % – 44 Mio. – 68 % – 425 % – Europa


ITALIEN – 60 Mio – 0,9 % – 30 Mio – 50 % – 127,5 % – Europa


KANADA – 33 Mio – 0,5 % – 26 Mio. – 77 % – 106,5% – Nordamerika


BRASILIEN – 196 Mio – 2,9 % – 75 Mio. – 37 % – 1418 % – Lateinamerika


RUSSLAND – 140 Mio – 2,1 % – 59 Mio. – 42 % – 1825 % – Europa/Asien


INDIEN – 1,1 Mrd. – 17,1 % – 81 Mio. – 6,9 % – 1520 % – Südostasien


SÜDKOREA – 48 Mio – 0,7 % – 39 Mio. – 81 % – 107 % – Ost-Asien


AUSTRALIEN – 21 Mio – 0,3 % – 17 Mio – 80 % – 158 % – Ozeanien


MEXIKO – 110 Mio – 1,6 % – 30 Mio. – 27 % – 1028 % – Zentralamerika


TÜRKEI – 71 Mio – 1,1 % – 35 Mio. – 45 % – 1650 % – Vorderasien


INDONESIEN – 237,5 Mio – 3,5 % – 30 Mio – 12 % – 1400 % – Südostasien


SAUDI-ARABIEN – 28 Mio – 0,4 % – 9 Mio. – 38 % – 4800 % – Vorderasien


SÜDAFRIKA – 48 Mio. – 0,7 % – 5 Mio – 10 % – 120 % – Afrika


ARGENTINIEN – 40 Mio. – 0,6 % – 26 Mio. – 64 % – 964 % – Lateinamerika


EUROPÄISCHE UNION – 500,0 Mio – 7,4 %

Quelle:


https://www.internetworldstats.com/stats.htmhttps://www.wikipedia.de


https://www.bitkom.org/de/markt_statistik/64038_38540.aspx

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https://ovk2.bvdw.org/fileadmin/bvdw-shop/ovk_online-report_201002.pdf

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https://www.onpulson.de/themen/1553/online-marketing-trends-fuer-das-jahr-2010/


https://www.E-Commerce-lounge.de/augmented-reality-E-Commerce-1662/


https://blog.carpathia.ch/2010/01/22/E-Commerce-das-sind-die-trends-2010/


https://www.emarketer.com/Products/Reports


https://www.internetworldstats.com/stats.htm

JMStV: Was hätte im E-Commerce 2011 beachtet werden müssen

Die angekündigte Novellierung des Jugendmedienschutz-Staatsvertrages (JMStV) zum 01.01.2011 hat für viel Aufregung und Verwirrung gesorgt. Vielen Inhabern von Online-Shops oder Betreibern von Internetportalen ist nicht klar, ob sie von den Neuregelungen des JMStV betroffen sind oder nicht. Nachstehende Erläuterungen sollen mehr Transparenz in das Gesetz und seine geplanten Änderungen bringen.

Die wesentlichen Inhalte des Jugendmedienschutz-Staatsvertrag

Der Jugendmedienschutz-Staatsvertrag, kurz JMStV genannt, richtet sich an alle Internetplattformen in Deutschland. In diesem Vertrag werden sämtlichen Medienanbietern spezielle Pflichten auferlegt, denn der Vertrag verlangt den einheitlichen Schutz von Kindern und Jugendlichen vor allen Angeboten elektronischer Kommunikations- und Informationsmedien (Fernsehen, Radio, Kino, Games und Internetdienste), die eine Beeinträchtigung oder Gefährdung ihrer Erziehung und Entwicklung bedeuten können. Außerdem gilt es, auch vor eben solchen Angeboten zu schützen, die sowohl die Menschenwürde als auch andere geschütze Rechtsgüter verletzen können. Bei dem Jugendmedienschutz-Staatsvertrag handelt es sich um ein verbindliches Gesetz, wenn gleich es sich dabei im eigentlichen Sinne um eine Vereinbarung der Bundesländer handelt. Ab dem 1. Januar 2011 müssen sich alle Medienanbieter mit dem geänderten JMStV befassen. Wirklich viele Neuerungen sieht das neue Gesetz allerdings nicht vor.

Die wesentliche Änderung des JMStV geschieht durch eine vollständige Neufassung des § 5 des JMStV. Der Gesetzgeber möchte – wie bei Computerspielen und Filmen – ein System der Alterskennzeichnung für Internetinhalte etablieren. Ein weiteres Ziel ist die Einführung effektiver Jugendschutzprogramme.


Ab dem 01.01.2011 haben die Anbieter zwei Möglichkeiten, Kinder und Jugendliche vor beeinträchtigenden Inhalten zu schützen. Eine Möglichkeit ist, dass Inhalte wie Forumsbeiträge, Videos, Fotos oder Texte ähnlich wie bei der FSK für Filme in entsprechende Altersstufen eingeteilt und entsprechend gekennzeichnet werden. Eine zweite Möglichkeit wäre, den Zugang einzuschränken oder nur zu festgelegten Zeiten zugänglich zu machen.

Was machte eine Novellierung des JMStV überhaupt notwendig?

Es gibt zwei wesentliche Gründe, die eine Überarbeitung des JMStV erforderlich machte. Einerseits gab dazu eine Protokollerklärung aller Länder aus dem Jahre 2002 zur Evaluierung des JMStV Anlass. Sie war Grundlage für einen Evaluierungsbericht des Hans-Bredow-Instituts für Medienforschung (Universität Hamburg). Andererseits haben die Amokläufe von Winnenden und Wendlingen eine erneute bundesweite Diskussion über den Schutz der Jugendlichen vor entsprechenden Medienangeboten ausgelöst. Man geht auf Basis dieses Evaluierungsberichtes davon aus, dass eine Erneuerung des Jugendmedienschutz-Staatsvertrages eine Stärkung und Weiterentwicklung der kontrollierten Selbstregulierung darstellt. Trägermedien unterliegen dem Regelungsbereich des Jugendmedienschutz-Staatsvertrages sowie des Jugendschutzgesetzes. Eine Vereinheitlichung der Regelungsansätze dient der Sicherung sich weiterentwickelnder Medienkonvergenz. Weiterhin werden in der Novellierung des JMStV neue Chancen für konkrete gesetzliche Vorgaben gesehen, die insbesondere neue Signale im Bereich der Entwicklung/Verbreitung zahlreicher Jugendschutzprogramme setzen wird. Diese neu geschaffenen Instrumente sollen den Eltern und anderen Personen mit Erziehungsverantwortung effektive Instrumente an die Hand geben, um die ihnen anvertrauten Kinder vor den vielfältigen Gefahren im Internet zu schützen.

Was bedeuten diese Änderungen für Websiten-Betreiber?

Für die meisten Websiten-Inhaber ändert sich nichts oder nicht viel. Natürlich sollten sich alle Betroffenen über die Änderungen genau informieren und prüfen, inwieweit sie vielleicht doch aktiv werden müssen. Die wesentlichste Änderung, nämlich die Einführung einer freiwilligen Alterskennzeichnung für Inhalte im WordWideWeb, betrifft nur Online-Händler, die entwicklungsbeineinträchtigen oder jugendgefährdende Inhalte auf Ihren Webseiten oder Portalen präsentieren (beispielsweise Pornographie oder gewaltverherrlichende Inhalte). Diese Händler müssen fortan im Impressum einen Jugenschutzbeauftragten benennen. Allerdings sind gerade Webseiten-Betreiber mit pornografischen Inhalten schon vor der geplanten Änderung dazu verpflichtet, entsprechende Systeme zur Altersverifikation einzusetzen. Die Regelungen zur Alterskennzeichnung entsprechender Inhalte sehen wie folgt aus:

  • Alterstufe 1: ab 6 Jahren
  • Altersstufe 2: ab 12 Jahren
  • Altersstufe 3: ab 16 Jahren
  • Alterstufe 4: ab 18 Jahren

Die Alterstufe 0 wie bei Filmen bis zum Alter von 6 Jahren ist nicht vorgesehen. Ein Problem hinsichtlich der Umsetzung dieser Alterstufen ist darin zu sehen, dass aus dem JMStV nicht abzuleiten ist, welcher Inhalt welcher Alterstufe zuzuordnen ist. Außerdem ist die Kennzeichnung nicht ausdrücklich und zwingend vorgeschrieben. Außerdem wurden die jugendmedienschutzrechlichen Verpflichtungen der Anbieter durch die Novellierung des Jugendmedien-Staatsvertrages in keinster Weise erweitert. Damit bleibt festzuhalten, dass es für Online-Händler gewerblicher Internetpräsenzen wie allgemeine Onlineshops und andere Webseiten nur um eine freiwillige Kennzeichnung handelt. Eine Kennzeichnungspflicht ihrer Shops in jugendschutzrechtlicher Hinsicht besteht nach wie vor nicht.

Welche beeinträchtigenden Angebote im Sinne von § 5 Abs. 1 JMStV stehen im Fokus?

Im Kinder- und Jugendhilfegesetz (vgl. § 1 Abs. 1 SGB VIII) ist unter anderem festgeschrieben, dass jeder junge Mensch ein Anrecht darauf hat, im Sinne einer positiven Entwicklung gefördert zu werden. Der Staat verpflichtet sich also, dass sich Minderjährige im Laufe ihrer Erziehung zu verantwortungsbewussten und selbstbestimmten Menschen entwickeln können. Eigenverantwortlichkeit und Gemeinschaftfähigkeit der jungen Menschen soll durch das Recht auf Erziehung weiter gestärkt und durch die Neuerung noch mehr in den Vordergrund gerückt werden.

Beeinträchtigungen sind durch Reizüberflutung und sonstige starke Belastungen zu befürchten – vor allem dann, wenn dadurch Realität und Fiktion miteinander verschmelzen und von den Jugendlichen nicht mehr auseinander gehalten werden können. Ein Beispiel hierfür ist die Darstellung von Frauen auf Internetseiten mit pornografischen Inhalten. Hier wird den Jugendlichen eine ständige Verfügbarkeit der Frau zur Befriedigung des Mannes suggeriert, die ein falsches Rollenverständnis bei gefährdeten Jugendlichen nach sich ziehen könnte. Umgekehrt könnte aber auch bei jungen Männern der Eindruck entstehen, dass sie nur richtige Kerle sind (oder werden), wenn sie „immer können“.

Welche Fragen ergeben sich mit den Neuregelungen für Webseiten-Inhaber?

Von der freiwilligen Kennzeichnungspflicht sind nur Online-Händler betroffen, deren Internetpräsenz Inhalte offferieren, die nur für User ab 12 Jahren geeignet und nicht von Inhalten für jüngere Nutzer getrennt gehalten sind. Oder es werden entwicklungsbeeinträchtigen Inhalte gezeigt, die nur für Nutzer ab 16 Jahren zulässig sind. Alle Händler, für die diese Bedingungen zutreffen, müssen keinesfalls ihre Angebote kennzeichnen. Es stellt sich daher die berechtigte Frage, welchen Mehrwert diese Regelung hat, da die Händler solcher Angebote wie bereits erwähnt sowieso dazu verpflichtet sind, Shops oder Portale mit pornografischen oder gewaltverherrlichenden Inhalten nur Erwachsenen zugänglich zu machen – und zwar mittels Altersverifikationssystem. Maßnahmen, die bei Zutreffen einer dieser Ausnahmen getroffen werden müssen, sind:

  • Nutzung von Sendezeitbegrenzungen
  • Vorschalten technischer oder anderer Mittel, also das Programmieren eines Jugendschutzprogrammes

Die bisherigen Mittel hatten nach bisheriger Rechtslage keine nachgewiesene Wirkung und waren zu dem sehr umständlich. Die Kennzeichnung von Angeboten durch eine entsprechende Altersstufe ist sicherlich effektiver und passt besser zum Internet als die Abfrage von Personalausweisnummer oder Zeitbeschränkungen.

Wie wird diese Kennzeichnung praktisch umgesetzt und aktiviert und was passiert, wenn eine Seite nicht klassifiziert ist?

Ausgelesen wird die Klassifizierung nur von entsprechenden Jugenschutzprogrammen, die beispielsweise Eltern auf dem PC ihrer Kinder installiert haben. Die Filterung kann von den Eltern ganz individuell eingestellt werden. So können sie zum Beispiel festlegen, dass generell nur Inhalte mit Kennzeichnung auf dem Bildschirm erscheinen. Wurde eine Website nicht klassifiziert, kann sie nur dann nicht angezeigt werden, wenn entweder

  • ein aktives Jugenschutzprogramm am Computer des Nutzers eingerichtet wurde, das vom User entsprechend konfiguriert wird, oder
  • das Jugenschutzprogramm optional so konfiguriert wird, dass gekennzeichnete Seiten generell nicht angezeigt werden.

Das gilt auch für Schulfilter, die aber an den meisten Schulen heute schon installiert sind. Höchstens in der Konfiguration selbst gibt es von Schule zu Schule Unterschiede. Jugendschutzprogramme sollten aber noch viel weitreichender sein. So können Seiten manuell freigegeben oder einzelne Homepages bei Bedarf gesperrt werden. Die Alterskennzeichnung soll den Filterprogrammen helfen, leichter Entscheidungen zu treffen. Zudem soll mit ihr die Qualität der Filterungen effizienter werden.

Muss der Betreiber selbst feststellen, in welche Alterkennzeichnungsstufe sein Angebot gehört?

Schon nach derzeitiger Rechtslage muss der Anbieter selbst einschätzen und entscheiden, ab welcher Altersstufe sein Angebot freigegeben werden kann. Jeder Anbieter ist für Inhalte, die er verbreitet – ganz gleich ob online oder offline – selbst verantwortlich. Allerdings ist es nicht immer ganz einfach, die richtige Altersstufe für seine Angebote zu finden. Vor allem bei Inhalten, bei denen es um Erotik oder Gewaltverherrlichung geht, kann es schwierig werden. Auf der sicheren Seite bewegt sich der Anbieter, wenn er sich fachkundig beraten lässt. Der Jugendschutzbeauftragte, der von bestimmten Anbietern bereits nach aktuellem Recht benannt werden muss, kann zusätzlich bei allen jugendschutzrechtlichen Fragen zum eigenen Angebot konsultiert werden.

Zudem sollen ab 2011 Klassifizierungssysteme eingeführt werden, die dabei helfen, Inhalte richtig bewerten zu können. Für das FSM-Altersklassifizierungssystem müssen private Anwender im Übrigen keine Nutzungsgebühren entrichten. Zu dieser Gruppe gehören beispielsweise Blogger und Betreiber privater Website sowie auch Nichtmitglieder der Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter e.V. (FSM). Ganz ohne Gebühren wird es für kommerzielle Anbieter nicht gehen. Es soll aber sichergestellt werden, dass die Nutzung wirtschaftlich zu vertreten ist. Zudem ist der FSM ein gemeinnütziger Verein. Das bedeutet, dass die Einnahmen aus den Nutzungsgebühren nur der Refinanzierung des Aufwands dienen dürfen.

Wie werden Webseiten gekennzeichnet, die aus viele Seiten bestehen und was ist zu tun, wenn sich Inhalte ändern?


Fest steht, dass nicht jede Seite einzeln bewertet muss, dies aber durchaus möglich ist. Die Entscheidung liegt hier beim Betreiber der Homepage. Gibt es Unterseiten, die gekennzeichnet werden müssen, kann der Anbieter entweder nur diese eine Seite kennzeichnen oder auch die ganze Website. Neuklassifizierungen sind bei Änderungen nur durchzuführen, wenn die Änderungen jugendmedienschutzrechtlich von Beduetung sind.

Wie sieht es mit der Überwachung und Klassifizierung von user generated content aus?

Sicherlich kann man diese Inhalte klassifizieren, eine Verpflichtung besteht jedoch nicht, da Plattformanbieter (zum Beispiel mit web2.0-Angeboten) nicht für Inhalte Dritter haften, solange ihnen keine Kenntnis über zu klassifizierende Inhalte vorliegt. Plattformanbieter sind also jugendmedienschutzrechtlich nicht in der Pflicht, solange es sich um ihnen unbekannten Inhalt Dritter handelt (wie beispielsweise Kommentare oder Foreneinträge). Selbst eine Überwachung ist nicht verpflichtend. Die Kennzeichnung einer solchen Plattform, die ausschließlich mit user generated content gefüllt ist, ist aber durchaus realisierbar. Besteht beispielsweise eine Meldemöglichkeit von Inhalten, die für die klassifizierte Altersstufe nicht geeignet sind, ist der Betreiber dieser Plattform erst zur Kennzeichnung einer etwa höheren Altersstufe verpflichtet, wenn ein User von diesem sogenannten Notice-and-Takedown-Verfahren Gebrauch macht. Erst darauf muss dann der Betreiber reagieren; entweder mit der Löschung des entsprechenden Inhaltes oder durch eine Höherstufung der Alterklasse für das Gesamtangebot. Angemerkt werden sollte an dieser Stelle, dass Hostern oder Plattformanbietern aufgrund europarechtlicher Festlegung bereits heute schon Verantwortung für Inhalte Dritter ab Bekanntwerden obliegt, ganz unabhängig vom Jugendmedienschutz.

Unter dem Dach der Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) wird der Kennzeichnungsstandard für Jugendschutzprogramme diskutiert und erarbeitet. Unterschiedliche Institutionen arbeiten hier eng zusammen. Neben den obersten Landesjugendbehörden gehören das ZDF, die zusammengeschlossenen Landesrundfunkanstalten unter der ARD sowie das Deutschlandradio. Die Jugendschutzprogramme können durch diese anerkannten Selbstkontroll-Einrichtungen oder direkt durch die KJM Anerkennung finden. Wichtigstes und gesetzlich festgelegtes Kriterium ist der Stand der Technik. Das bedeutet, dass die Anerkennung des Programmes an ein verobjektivierbares Merkmal geknüpft wird und die Leistungsfähigkeit des Jugendschutzprogrammes widerspiegeln muss. In der bestehenden Fassung des JMStV werden keine näheren Merkmale für die Anerkennung benannt. Das ist mit ein Grund dafür, warum bisher (also seit Bestehen des JMStV) kein einziges Jugendschutzprogramm anerkannt wurde. Somit wird mit dem neuen Gesetz ein Fortschritt erzielt, da ein transparentes, pragmatisches Kriterium eingeführt werden soll, um die Bewertung von Jugendschutzprogrammen effektiver ausgestalten zu können. Natürlich wird damit auch ein ganz bestimmtes Ziel verfolgt:

Je mehr Inhalte zum Zeitpunkt der Anerkennung eines Jugenschutzprogrammes gekennzeichnet sind, umso mehr Inhalte können aufgrund dessen altersklassifiziert und entsprechend ausgelesen werden.

Nur wenn die Altersstufe absichtlich, also vorwerfbar falsch gewählt wurde, kann Eventuell ein Bußgeld erhoben werden. Ob ein Bußgeld verhängt wird entscheidet die jeweilige Landesmedienanstalt in ihrer Funktion als zuständige Aufsichtsbehörde. Dabei werden die Umstände jedes Einzelfalls genau untersucht und bei einer Eventuellen Bußgelderhebung berücksichtigt. Wurde das Klassifizierungssystem eines Anbieters von einer anerkannten Selbstkontrolleinrichtung überprüft und für gut befunden, ist hingegen kein Bußgeld zu befürchten.

Die Gefahr einer Abmahnung besteht immer dann, wenn sich Marktteilnehmer nicht an geltende Gesetze halten. Mit dem neuen JMStV hat das nichts zu tun. In den meisten Fällen sind Abmahnungen jedoch eher unwahrscheinlich, da die Anbieter gar keine Inhalte anbieten, die aus jugenschutzrelevanten Gründen problematisch sind.

Wie erfolgt die technische Umsetzung der Alterskennzeichnung?

Der gemeinsame Standard wurde von den beteiligten Institutionen diskutiert und abgestimmt. Der entsprechende Entwurf der Technikbeschreibung für diesen Standard kann beim Online-Management Kontor nachgelesen werden. Es ist vorgesehen, dass das Altersklassifzierungssystem der FSM diese technische Kennzeichung automatisch umsetzen wird. Ob zusätzlich auch noch eine optische Kennzeichnung vorgenommen werden muss, wird derzeit noch geprüft.

Zunächst entscheiden die Eltern, ob sie eine Installation von Jugenschutzprogrammen inklusive nutzerautonomer Filter auf den Computern ihrer Kinder installieren möchten. Alle Inhalte, die mit einer höheren als der ausgewählten Altersstufe gekennzeichnet sind, werden nicht dargestellt. Mit solchen Programme ist es jedoch auch möglich, spezielle Seiten für eine individuelle Freischaltung auszuwählen. Geben die Eltern ihr Einverständnis, wird die Altersstufe des bestimmten Anbieters übergangen. Mit dieser Möglichkeit bleibt das grundrechtlich geschützte Erziehungsprivileg der Eltern gewahrt. Dadurch, dass Jugenschutzprogramme weder staatlich verwaltet noch zentral gesteuert werden, kann die Alterskennzeichnung in keinerlei Zusammenhang mit Zensur oder dergleichen gesehen werden. Allein entscheidungsbefugt sind die Eltern. Doch ein Jugendschutzprogramm muss mehr können, als nur gekennzeichnete Seiten zu erkennen. Es muss über die Fähigkeit verfügen, auch unbekannte Seiten einstufen zu können. Das geschieht mit Hilfe sogenannter Black- und Whitelists. Das ist besonders für Seiten aus dem Ausland wichtig, da diese im Allgemeinen nicht wie in Deutschland vorgegeben nach Alter gekennzeichnet werden müssen.

FAZIT:

Für Online-Händler, deren Angebote weder entwicklungsbeeinträchtigende oder kinder- und jugendgefährdende Inhalte wie zum Beispiel Gewaltverherrlichung oder Pornografie enthalten, können die Novellierung des Jugendmedienschutz-Staatsvertrages im Großen und Ganzen ignorierend. Andernfalls muss im Impressum ein Jugendschutzbeauftragter benannt werden. Das ist letztendlich die einzige Neuerung, die zum Schutz der Jugendlichen – neben der schon geltenden Verpflichtung zur Nutzung eines Altersverifikationssystems – mit Beginn 2011 greifen soll.

Festzuhalten gilt, dass für die Mikromedien der Aufwand zur Pflichterfüllung im Hinblick auf die Zugangsbeschränkungen aus dem neuen § 5 Abs. 1 JMStV unverhältnismäßig hoch ist. Es ist fraglich, wann die Aufsichtsbehörden umsetzbare Instrumente entwickeln, damit auch die kleinen Websitenbetreiber in der Lage sind, ihre Homepage richtig einzustufen und so der Kennzeichnungspflicht verantwortungsvoll nachkommen können. Und dann besteht immer noch das Problem, dass diese Verpflichtung nur für deutsche Websites gilt. Ein Großteil – nämlich alle anderen Inhalte, die oftmals jugendschutzrechtlich problematisch sind – bleibt hier von unberührt. Und was ist mit den Handys, über die Kinder und Jugendliche Zugang zum Internet finden? Dieser Zugangsweg zum Internet und damit auch zu jugendgefährdenen Seiten wird bei der Neufassung des JMStV überhaupt nicht behandelt. Letztendlich muss man sich fragen, ob die Verschärfung des Jugendschutzes mit diesen Mitteln überhaupt dazu führen wird, unsere Kinder und Jugendlichen vor gefährdenden Internetseiten zu schützen. Schon heute reagieren die Anbieter oftmals durch einen Serverwechsel auf derartige Beschneidungen. Durch das Hosting auf einem ausländischen Server entziehen sich die Betreiber entsprechender Seiten auf ganz einfache Art und Weise dem Zugriff deutscher Behörden.

Deshalb ist es generell fraglich, ob die Novellierung des JMStV das Ziel eines besseren Jugendschutzes in dieser Form überhaupt erzielen kann. Zumal auch Jugendliche immer wieder Wege finden, Zugang zu vermeintlich „Verbotenem“ zu erlangen.

ACHTUNG: Da der Landtag Nordrhein-Westfalens dem JMStV-2011 nicht zugestimmt hat, ist dieser nicht zum 01.01.2011 in Kraft getreten. Schleswig-Holstein hat nach Bekanntwerden der Pläne Nordrhein-Westfalens keine Abstimmung durchgeführt. Somit lagen bis zum 31. Dezember 2010 nicht alle Ratifikationsurkunden vor, aufgrund dessen der 14. Rundfunk-Änderungsstaatsvertrag gegenstandslos wurde (Art. 4 Abs. 2, 14. RÄStV). Der JMStV gilt aber in seiner jetzigen Fassung unbefristet weiter.

e-Commerce für die Generation 50+

Der E-Commerce, bis vor einiger Zeit noch vor allem bei eher jüngeren Konsumenten beliebt, verzeichnet eine immer stärkere Nachfrage durch Verbraucher jenseits der 50 und ist ein wichtiger Wachstumsmarkt. Das hat verschiedene Gründe. Die fünf wichtigsten Faktoren und die Konsequenzen daraus können folgendermaßen zusammengefasst werden:

1.) Die aktuelle Bevölkerungsentwicklung – Ältere werden zahlenmäßig mehr


2.) die Verjüngung der Generation 50 plus


3.) die steigende Beliebtheit des Internets in dieser Altersgruppe


4.) die materielle Ressourcenstärke dieser Generation


5.) die Entwicklung der Ansprüche an den Konsum



1.) Die aktuelle Bevölkerungsentwicklung – Ältere werden zahlenmäßig mehr


Die Anzahl der über 50-Jährigen steigt und wird weiter steigen. Die Thematik der Bevölkerungsentwicklung und die zahlenmäßige Zunahme der Senioren in Deutschland ist allgegenwärtig. Es ist Fakt, dass mittlerweile 40 Prozent der Bevölkerung älter als 49 Jahre sind. Das ist momentan die hohe Zahl von 33 Millionen Menschen. Hinzu kommt, dass demnächst die Generation der so genannten Baby-Boomer aufrücken wird. Damit sind die sehr großen Jahrgänge gemeint, die in den 60er Jahren und in den frühen 70er Jahren geboren wurden und die sich bevölkerungspolitisch schon immer deutlich bemerkbar gemacht haben, in Kindergärten, in der Anzahl der Schüler und als junge Eltern, und bald werden sie naturgemäß auch als Vertreter der älteren Generation auftreten und rein zahlenmäßig auf sich aufmerksam machen. In zehn Jahren wird dadurch der Anteil der über 50-Jährigen auf 47 Prozent der Bevölkerung steigen. Diese Zahlen bringen auf den Punkt, dass nach realistischen Prognosen bald fast die Hälfte der deutschen Bevölkerung älter als 50 Jahre sein wird.

2.) Die Verjüngung der Generation 50

Die Generation 50 verjüngt sich, sowohl körperlich als auch mental. Der Zeitraum ab 50, in dem die Menschen noch vor wenigen Jahrzehnten als alt und verbraucht galten, hat sich heute tiefgreifend gewandelt. Das gefühlte Alter in dieser Phase, so haben Umfragen ergeben, ist bei den meisten über 50-Jährigen um mehrere Jahre niedriger, als landläufig mit dem wirklichen Lebensalter verbunden wird. Diese mentale Verjüngung resultiert aus unterschiedlichen Quellen. Zum einen ist der gesundheitliche Zustand in breiten Bevölkerungsschichten weit besser als früher. Das liegt zum Teil an der guten Ernährungssituation und an der weniger schweren körperlichen Arbeit in unserer gegenwärtigen Gesellschaft. Wer sich heute bewusst ernährt und auf sportliche Aktivität achtet, kann diesen Verjüngungseffekt deutlich spüren. Auch von Außenstehenden ist er bemerkbar, Ältere sehen heutzutage weitaus jünger und vitaler aus, als das noch vor wenigen Jahrzehnten zu beobachten war. Zum andern fühlen sich heute über 50-Jährige geistig vitaler und jünger, als das in früheren Jahren der Fall war, vielleicht auch, weil sie vielseitiger orientiert und informiert sind und vielerlei Möglichkeiten haben, sich zu betätigen. Auch die Tatsache, dass den Menschen heute viel mehr Freizeit zur Verfügung steht als früher, trägt dazu bei, dass weniger Zwänge da sind, vorgegebene Dinge zu tun, sondern dass Menschen sich nach Feierabend verschiedenen Hobbies hingeben oder relaxen können.

Die Leistungsfähigkeit bleibt deutlich länger erhalten als in früherer Zeit, und die Lebensqualität im Zusammenhang mit Gesundheit und Wohlbefinden wird allen Prognosen zufolge bei dieser Altersgruppe der 50Jährigen eher noch steigen. Dadurch bedingt nehmen auch jegliche Aktivitäten zu. Manche Sportstudios leben mittlerweile überwiegend vom gesteigerten Interesse und der zahlenden Mitgliedschaft all derer, die sich jenseits der 50 fit halten wollen. Wandern, Walken, Nordic Walking, Skilanglaufen, Radfahren oder Mountain Biken sind besonders beliebte Sportarten, bei denen man sich seine Kondition erhalten und sogar aufbauen kann. Da man in jedem Alter noch damit anfangen kann, sich sportlich zu betätigen, kann der Einstieg in ein Bewegungsprogramm jederzeit erfolgen.

Über 50-Jährige sind aktiv, sie tanzen und lernen neue Sprachen, sie verreisen regelmäßig und gehen zwischendurch ins Wellnesshotels, sie nützen die Möglichkeiten, sich Lebensfreude zu verschaffen, und sie sind dadurch gesünder und bleiben länger jung. Das gilt auch für den Bereich der Partnerbeziehungen und der sexuellen Aktivität. Wenn sie Kontakte pflegen, wenn sie sich in Gruppen bewegen, wenn sie sich nicht allein oder als Paar isolieren, erleben sie durch Impulse von außen vielerlei Anregungen und bleiben flexibel, äußerlich und innerlich, im Bereich des Körpers, und, was noch viel wichtiger ist, im Bereich der geistigen Entwicklung. Wer sich in jedem Lebensjahrzehnt mindestens eine neue Tätigkeit aneignet, eine Sprache, ein Instrument, aber auch einen neuen Tanz oder eine neue Sportart, bleibt geistig beweglich und fühlt sich zufriedener. Den Flow-Effekt, der durch die Möglichkeit entsteht, bei sinnvollem Tun Erfolg zu erleben und die eigenen Fähigkeiten zu stärken, konnte die jetzige Generation 50 in weiten Kreisen vermutlich stärker erleben als die Generationen vor ihr, und sie leidet dadurch subjektiv weniger unter Befindlichkeitsstörungen und genießt mehr Lebensqualität. Diese Aussagen gelten immer bezogen auf den Durchschnitt der Bevölkerung, individuelle Ausnahmen bestätigen die Regel.

3.) Die steigende Beliebtheit des Internets in dieser Altersgruppe

Das Internet wird für die Generation 50 immer selbstverständlicher und spielt mittlerweile eine wichtige Rolle. Das Vertrauen in neue Technologien steigt, der Zugang zum weltweiten Netz erhält zunehmend Normalität. Durch die arbeitsspezifische Notwendigkeit bei sehr vielen Berufstätigen gehört das Lernen am PC, der selbstverständliche Umgang mit Mails und mit e-Commerce, zum Alltag und ist nicht mehr wegzudenken. In vielen beruflichen Bereichen durften oder mussten die Betroffenen sich in den Umgang mit dem Internet einarbeiten, es gab in weiten Bereichen keine andere Möglichkeit, sonst hätte der Verlust der Arbeitsstelle gedroht. Vielen technisch Interessierten kam diese Auflage vollkommen entgegen, sie entdeckten dadurch die Vorteile von PC und von Internet. Dadurch erstreckt sich das Know-How über das Surfen im Netz mittlerweile weit in private Bereiche, die Zahl der Haushalte mit PC steigt laufend. Die Glaubwürdigkeit und Seriösität des Internets ist laut Umfragen gerade bei den Älteren hoch, sie surfen und vernetzen sich in Communities. Sie recherchieren Informationen und stellen ihr Kaufverhalten merklich auf die neuen Möglichkeiten des e-Commerce um. Sie kaufen per Internet Bücher, Bekleidung, Hobbyartikel, HAushaltswaren, Geschenke, Sportaccessoires, Beauty- und Gesundheitsprodukte und vieles mehr. Schätzungen zufolge surfen mittlerweile 9 Millionen Menschen über 50 regelmäßig im Internet.

4.) Die materielle Ressourcenstärke dieser Generation.

Die Generation 50 verfügt über eine zunehmend hohe Kaufkraft. Es ist bekannt und kommt beim Konsumverhalten inzwischen deutlich zum Tragen, dass die Generation 50 zu den Bevölkerungsgruppen mit dem höchsten Konsumpotenzial gehört. Das hat verschiedene Gründe. Aus biographischer Gegebenheit ist die Lebensphase ab 50 bei der Mehrzahl der Paare und Einzelpersonen eine Zeit, in der finanzielle Verpflichtungen gegenüber den eigenen Kindern weniger werden. Man kann wieder die persönlichen Bedürfnisse ernster nehmen, mal an sich selbst denken und sich etwas Gutes tun. Man hat vielleicht sein Eigenheim oder seine Wohnung abbezahlt und fühlt sich aus gutem Grund materiell freier. Man hat Lebens- und vor allem Berufserfahrung und bezieht ein ansehnliches Einkommen. Mittlerweile verdienen auch viele Paare zwischen 50 und 60 zu zweit. Wer in diesem Alter gesund und noch leistungsfähig ist, verfügt meist über ein gesichertes und fundiertes Einkommen, ohne noch zu viel materielle Aufbauarbeit leisten zu müssen. In diesem Alter ernten viele Sparer den Lohn ihrer Mühe, sie bekommen eine Kapital-Lebensversicherung, einen Sparvertrag oder eine Rentenversicherung ausbezahlt.

Ein weiterer Faktor aus dem Bereich der Bevölkerungsentwicklung trägt zusätzlich dazu bei, dass die Generation 50 momentan über beträchtliche finanzielle Ressourcen verfügt. Es werden seit einigen Jahren laufend Vermögenswerte vererbt, auf die man zurückgreifen kann, beziehungsweise die zum Gefühl der finanziellen Absicherung beitragen. Häuser und Grundstücke, die in den 60er Jahren bis weit in die 80er Jahre in ihrem Wert sehr gestiegen sind, tragen zusätzlich zu einem relativen Wohlstand der heutigen Erbengeneration bei, und das sind aktuell die 50-60-Jährigen. Dazu passt auch die Aussage einer Umfrage des Forschungsinstituts Allensbach, wonach Senioren momentan über das Dreifache der Finanzen verfügen, die 19-40Jährige an materiellem Polster zur Verfügung haben.

5.) Die Entwicklung spezifischer Ansprüche in verschiedenen Konsumbereichen

Welche Produkte bevorzugt die Generation 50 beim e-Commerce? Das Konsumverhalten der Generation 50 ist vor allem geprägt von den Bedürfnissen nach Mobilität und nach Genuss. Es wird geschätzt, dass auf diese Altersgruppe etwa zwei Drittel der Umsätze für Konsumgüter entfallen. Und durch ihre ständig zunehmende Präsenz im Netz steigt der Anteil derer, die sich als Shopper im Internet betätigen, deutlich und anhaltend. In den letzten fünf Jahren war der Anstieg dieser Altersgruppe bei Online-Käufen gravierend, er hatte den höchsten Zuwachs, und er wird voraussichtlich weiter steigen. Durch die zunehmende Aufgeschlossenheit der älteren Generation gegenüber den neuen Möglichkeiten, per Internet Artikel zu eruieren, Preise zu recherchieren, Angebote zu vergleichen und alle denkbaren Waren zu bestellen, wird dieser Markt noch weiter wachsen.

Besonders häufig bestellte Artikel sind alle Arten von Gesundheitsprodukten, von Hilfsmitteln und spezieller Literatur zu diesem Thema. Genauso beliebt sind Medikamente, vor allem bei weiblichen Internet-Surfern wurde diese Beobachtung gemacht. Männer haben die höchste Kaufrate bei solchen Firmen, die Computerzubehör, Gartenartikel und Bedarf für Heimwerker anbieten. Hier werden engagiert die Preise der Online-Anbieter verglichen. Der Bedarf an allen Arten dieser Produkte ist äußerst groß. Online-Banking gehört ebenfalls zu den Bereichen, in denen generell die Zahl der Älteren zunimmt. Diese Art des Einkaufs und der Erledigung von Geschäften ist praktisch und kommt dem heutigen Lebensstil entgegen, auch für Ältere ist es zwischenzeitlich alltäglich, auf diese unkomplizierte und bequeme Handhabung von Dienstleistungen zurückzugreifen.

Ein weiterer Bereich, der bei der Generation 50 eine große Rolle spielt, ist Mobilität. Dabei geht es ganz konkret um die Möglichkeit, oft und flexibel zu verreisen. Gerade wenn familiäre Verpflichtungen weniger werden, genießen viele Menschen ihre Freiheit auch in der Hinsicht, dass sie sich lange Reisen oder Urlaubsfahrten in exotische Regionen gönnen. Auch besondere Angebote wie Kreuzfahrten oder Expeditionen werden mit Vergnügen gebucht. Außerdem gibt es eine Fülle von Angeboten für Kurzreisen, Wellnessaufenthalte, Städte- oder Länderreisen, auch Studienfahrten sind interessant und locken Ältere in Weltregionen, die sie noch nicht kennen und schon lange einmal bestaunen wollten. Das Internet bietet hier eine unvorstellbare Menge an Chancen, wie man über Reiseziele recherchieren und Ideen sammeln kann. Man kann ganz neue und ungewöhnliche Reisemöglichkeiten entdecken,


man kann ReiSEAnbieter ausfindig machen, ihre Angebote vergleichen und ohne weiteres und in kurzer Zeit die günstigsten Anbieter herausfinden. Es gibt günstige Ferienwohnungen und Hotels zu finden. Man kann sich, wenn man bereit ist, genügend Zeit zu investieren, auf die Suche nach Schnäppchen machen und sich über Last-Minute-Angebote informieren. Man kann per Internet Geld sparen und vielleicht sogar Zeit. Über 50-Jährige geben vergleichsweise viel mehr Geld für Reisen aus, als die 30-39-Jährigen. Von den Internetbenutzern, die sich für einen Urlaub allein oder zu zweit ein Hotel buchen, ist jeder Dritte über 50 Jahre alt. Auch Last-minute-Reisen werden mittlerweile von überdurchschnittlich vielen Älteren gebucht, was bedeutet, dass der Reisesektor im Bereich des e-Commerce zu den deutlich wachsenden Märkten zählt.

6. Die Konsequenzen für e-Commerce-Anbieter: Zielgruppenorientierung

Was sollten e-Commerce-Anbieter beachten? Ein herausragender Vorteil des e-Commerce ist für alle Nutzer, besonders aber für die Älteren, dass man in aller Ruhe und unverbindlich seine Auswahl treffen kann. Die Einkaufs- und Vergleichsmöglichkeiten, die das Internet möglich macht, sind enorm. Man kann zuhause im Wohnzimmer allein überlegen oder genauso gut gemeinsam beratschlagen, wofür man sich entscheiden will. Die Art und Weise des Kaufs ist völlig unverbindlich und nicht verpflichtend. Waren, die bestellt werden, können je nach Vertragsbedingungen sogar umgetauscht, Verträge können auch rückgängig gemacht werden. Die heute 50-Jährigen sind selbstsicher genug, um sich auf Internet-Käufe einzulassen und sich auch im Fall eines Umtauschs die Handhabung zuzutrauen.

Ältere Konsumenten, die per Internet kaufen, zeigen ein vergleichsweise großes Qualitätsbewusstsein. Der Qualitätsanspruch bezieht sich zum einen direkt auf die Waren selbst, also auf hochwertige Medikamente oder beispielsweise auf klassische Literatur, aber nicht nur darauf. Auch die Art und Weise, wie im Internet die Angebote präsentiert werden, wie die Beschreibung ausfällt, wie sie abgebildet sind und wie gut sie zu finden sind, hat eine große Auswirkung auf das Kaufverhalten und damit direkt auf den geschäftlichen Erfolg des Anbieters. Wer diese Käuferschicht der jungen Senioren ansprechen will, sollte in seiner Außenwirkung darauf achten, dass die Angebote hinsichtlich ihrer Hochwertigkeit und qualitativen Ausstattung zur Geltung kommen. Dazu gehören neben der Qualität der Artikel auch ansprechend gestaltete Websites, stilistisch gut formulierte Artikelbeschreibungen und sorgfältig überlegte PR-Aktionen. Wichtig bei Homepages sind Details wie kontrastreiche Farben und große Schrifttypen, um auch bei abnehmender Sehschärfe das Lesen zu erleichtern. Manche Schriften lassen sich per Mausklick vergrößern, derartige Methoden sind zukunftsträchtig und zielführend, wenn ältere Benutzer angesprochen werden sollen. Englische Begriffe oder Fachwörter sollten mit Zurückhaltung eingesetzt oder erklärt werden. Bei Homepages sind gute Benutzerführungen hochwirksam und bringen Erfolg.

Ein bedeutender Punkt ist, je älter die Zielgruppe sein soll, die Transparenz und das vermittelte Gefühl der Sicherheit. Am liebsten hat es diese Personengruppe immer noch, wenn sie per Rechnung und nicht per Kreditkarte bezahlen kann. Älteren Internetbenutzern ist der Unterhaltungsaspekt von Informationen vergleichsweise wichtig, das bedeutet wiederum, dass bei Blogs und Homepages mit Sorgfalt und Intensität die Produkte beschrieben werden sollten. Das baut Vertrauen ins Produkt und in die Firma auf, und Vertrauen ist ein wichtiges Kapital beim e-Commerce generell, aber vor allem, wenn die Gruppe der Generation 50 als Kunden gewonnen und gehalten werden sollen. Zum Sicherheitsbedürfnis gehört auch, dass 50-Jährige mit steigendem Alter bekannte Marken bevorzugen und bei ihren Käufen im Internet am liebsten darauf zurückgreifen. Auch Informationen über das Unternehmen, bei dem man Käufe tätigt, sind beliebt. Dadurch wird das Bedürfnis nach Transparenz und das Unterhaltungsbedürfnis erfüllt. Newsletters, die regelmäßig verschickt werden und nicht nur Werbung machen sollen, sondern auch generell Informationen verschiedener Art über die Unternehmenskultur geben, haben große Bedeutung. Daher lohnt es sich auch, über die Mitarbeiterschaft der Firma zu informieren, denn das schafft Vertrauen. Hier stimmt der Satz ganz besonders, dass Menschen sich mit Menschen austauschen wollen.

Trotz vieler interessanter Übereinstimmungen darf nicht vergessen werden, dass die Bedürfnisse und Vorlieben der über 50-Jährigen Internetbenutzer auf keinen Fall in allem identisch sind. Es handelt sich ja nicht um eine einheitliche Gruppe, sondern um sehr unterschiedliche Menschen mit verschiedener Biographie, mit unterschiedlichem Hintergrund, mit ganz verschiedenem Einkommen und auch, was keine geringe Rolle spielt, aus sehr verschiedenen sozialen Milieus. Ob jemand traditionell aus der bürgerlichen Mitte kommt, ob er zu den Experimentalisten gehört und gerne Ungewöhnliches tun und Besonderes besitzen will, oder ob er eher betont statusorientiert handelt und sich seine Konsumgüter danach auswählt, all das wirkt sich sehr auf seine Bedürfnisse und auf sein Konsumverhalten aus und prägt es in unterschiedlicher Weise. Auch die momentane Lebenssituation spielt eine Rolle. Ob jemand als Rentner allein lebt, ob die Kinder und Enkel mit im Haus wohnen, ob es sich um eine Frau oder um einen Mann handelt, bedeutet große Unterschiede der Interessenslagen, der Hobbies und des Kaufverhaltens.

In verstärktem Maße tauschen sich Ältere in Internetforen aus. Sie bearbeiten vielschichtige Themen, es geht dabei nicht nur um Konsum, sondern auch um Lebens- und Sinnfragen und um rechtlichen Sachverhalte, beispielsweise auch um Chancen und Risiken von Online-Banking und Online-Broaking.

Fazit:

Die Generation 50 ist konsumfreudig und kaufkräftig. Sie ist eine Käufergruppe, die nach Berücksichtigung aller Fakten sehr großes Verkaufspotenzial birgt. Sie als Käufer zu gewinnen, lohnt sich. Dabei sind strategische Überlegungen wichtig, denn zu wissen, wie die Bedürfnisse und die Interessenslagen sind, und sich darauf in einem spezifizierten Angebot und genauso auch in der Werbung einzustellen, bringt Erfolg. Es wird sich lohnen, ständig weiter und genauer die speziellen genauso wie die unterschiedlichen Bedürfnisse zu erkunden, um diese Zielgruppe wirkungsvoll ansprechen zu können.

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