In dieser Woche hat Ubisoft „Assassin’s Creed Black Flag Resynced“ veröffentlicht. Davon erhofft man sich natürlich eine sichere Nummer: Zusammen mit der Ezio-Trilogie gilt der vierte Hauptteil der Reihe als Fan-Favorit. Ich selbst war vom Spiel ehrlicherweise damals eher enttäuscht, habe aber für euch einen frischen Blick in das Remake gewagt. Kann mich das Open-World-Abenteuer von Edward Kenway im neuen Anlauf doch noch für sich gewinnen?
Als Hintergrund: „Assassin’s Creed IV: Black Flag“ ist damals das erste PS4-Spiel gewesen, das ich gekauft habe. Allerdings erschien das Game 2013 parallel auch noch für die alternde PlayStation 3. Es handelte sich damals also um einen typischen Cross-Gen-Titel, welcher die Stärken der neueren Konsole noch nicht wirklich ausnutzen konnte. Ich finde, das hat man dem Spiel technisch angemerkt, weswegen mir damals wohl der erhoffte Next-Gen-Flair fehlte.
Obendrein war „Assassin’s Creed IV: Black Flag“ damals der erste Teil der Reihe, bei dem sich die Ubisoft-Formel für mich merklich abnutzte. Türme erklettern, gefühlt tausende Sammelobjekte auf der Karte abhaken, eine (zu) große Welt – all das verlor langsam an Zauber. Weil ich damals kaum Lust auf die „Beschäftigungstherapie“ im Spiel hatte, fokussierte ich mich auf die Hauptgeschichte, wodurch mir das Game dann subjektiv wesentlich weniger umfangreich als die Vorgänger erschien. Im Ergebnis bin ich kein echter Fan dieses Teils. Gerade das kann einen zweiten Anlauf über „Assassin’s Creed Black Flag Resynced“ jedoch spannend machen.
Mein Test-System:
CPU: AMD Ryzen 7 9800X3D
CPU-Kühler: Noctua NH-D15 G2
Motherboard: MSI Tomahawk Wi-Fi AMD X670E
RAM: 64 GByte G.Skill Trident Z5 Neo RGB DDR5-6000 CL30
Grafikkarte: Nvidia GeForce RTX 5080
SSD: Kingston Fury Renegade 2 TByte WD_Black SN850 1 TByte
Externer Zusatzspeicher: SanDisk Extreme Portable SSD mit 8 TByte
Netzteil: be quiet! Power Zone 2 (1.000 Watt)
Tower: be quiet! Dark Base Pro 901 (White)
Assassin’s Creed Black Flag Resynced – Launch Edition – [PlayStation 5]
- LEGENDÄRES PIRATEN-ABENTEUER – NEU ERLEBT. Erlebe einen der beliebtesten Teile der Reihe in moderner…
- NEXT-GEN GRAFIK & SOUND – VOLLE IMMERSION: Dank modernster Technik wie Raytracing und Dolby Atmos…
- VERBESSERTES GAMEPLAY – MEHR KONTROLLE, MEHR ACTION: Überarbeitetes Kampfsystem, flüssigere…
„Assassin’s Creed Black Flag Resynced“ erweitert das Original
Also zurück in die historische Karibik im Zeitalter der Piraten! Dabei ist „Assassin’s Creed Black Flag Resynced“ zwar im Kern ein Remake, das sich nah ans Original hält, allerdings auch einige sinnvolle Erweiterungen vornimmt. Beispielsweise hat man das recht hölzerne Kampfsystem des Originals modernisiert. Zwar baut es weiterhin vorwiegend auf einer Mischung aus gezieltem Kontern, Button-Mashing und Ausweichen auf, fühlt sich aber schneller und wuchtiger an. Im Grunde liegt es jetzt zwischen den älteren und neueren Serienteilen. Obendrein hat Ubisoft ein paar neue Missionen ergänzt, die euch z. B. neue Mitglieder für die Schiffsbesatzung rekrutieren lassen.
Beim Parkour-System könnt ihr nun frei einstellen, ob das System eher „auf Schienen“ verlaufen soll oder euch auch die Freiheit lässt, freier zu navigieren, dafür aber auch mal in den Tod zu hüpfen. Ich habe letzteres gewählt, da ich das Spielgefühl auf diese Weise besser finde. Auch den Schwierigkeitsgrad könnt ihr anpassen – separat für Kämpfen und Schleichen. Überhaupt gibt es in den Settings alle wichtigen Anpassungsoptionen – nicht nur für Ray-Tracing, Nvidia DLSS fürs Upscaling und Frame-Generation, sondern auch für ein festes Framerate-Limit und mehr.
Ich hatte dabei keine Schwierigkeiten, im Modus DLSS Quality alle Einstellungen auf das Maximum zu drehen und in 4K mit stabilen 60 fps zu zocken. Allerdings wurde meine GeForce RTX 5080 laut dem Benchmark-Tool des Spiels dabei auch zu 99 % ausgelastet – während sich mein AMD Ryzen 7 9800X3D mit 20 % Last eher gelangweilt hat. Im Ergebnis saugt „Assassin’s Creed Black Flag Resynced“ eher an der GPU als an der CPU.
Hinweis dazu: Ich konnte „Assassin’s Creed Black Flag Resynced“ zwar vorab schon mit dem Day-One-Patch spielen, aber noch nicht mit den optimierten Treibern von Nvidia. Deswegen erschien beim Spielstart bei mir auch stets ein Hinweis auf die Inkompatibilität. Daher kann es sein, dass das Game mit einer neuen Treiberversion noch besser läuft.
Alte Schwächen, neue Stärken
„Assassin’s Creed Black Flag Resynced“ erbt dabei die Schwächen des Originals. Weiterhin wird die Karte nach der kurzen Einführung direkt zugeballert mit Schatztruhen, Shantys, Aussichtspunkten und mehr. Dazu kommen im Spielverlauf dann mehr oder minder sinnvolle Nebenaktivitäten wie die Möglichkeit, mit eurem Piratenschiff Konvois zu überfallen, Assassinen-Aufträge oder der Walfang. Letzterer war schon bei der Erstveröffentlichung umstritten und es wundert mich, dass Ubisoft ihn nicht bei der Neuauflage herausgeschnitten hat. Per se finde ich es jedoch gut, die Ecken und Kanten beizubehalten.
Die überarbeitete Technik macht dabei einiges her. Die Karibik strahlt ausreichend Farbe aus und in den sonnendurchfluteten Panoramen mit hervorragender Weitsicht verbringt man gerne seine Zeit. Pop-in ist manchmal ein Thema und die Charaktermodelle wirken doch etwas altbacken, aber grundsätzlich wirkt „Assassin’s Creed Black Flag Resynced“ visuell sehr ansprechend. Ray-Tracing lässt seine Muskeln etwa bei den Reflexionen spielen, sodass etwa die Städte noch lebendiger wirken.
Wie schon angedeutet, gibt es auch neue Missionen und viele Story-Sequenzen hat man dezent überarbeitet und erweitert. Das wertet auch manche Nebenmissionen etwas auf, die von reinem Aufbessern von In-Game-Statistiken zu Missionen mit etwas Hintergrundgeschichte werden. Das hat mir überraschend gut gefallen. Wie ich schon angedeutet habe, bleibt „Assassin’s Creed Black Flag Resynced“ allerdings ein Titel, der mit sehr vielen Sammelorgien vollgestopft ist. Wer sich zu sehr darin verliert, wird sich am Ende vermutlich fragen, ob sich die dröge Sammelei wirklich gelohnt hat. Da verbringe ich meine Freizeit ehrlicherweise doch lieber anders.
Im Übrigen hat Ubisoft die Missionen in der modernen Zeit entfernt. Diese kamen schon beim Release der ursprünglichen Version mehr schlecht als recht bei Fans der Reihe an, sodass ich das nicht wirklich als Verlust betrachte. Damit die Story dennoch in sich stimmig bleibt, hat man eben andere Cutscenes angepasst. Der Multiplayer-Modus des Originals fehlt ebenfalls. Falls ihr im Übrigen bisher nur die Spiele der Reihe ab „Origins“ kennt: In „Assassin’s Creed Black Flag Resynced“ fehlen die RPG-Elemente neuerer Spiele. Es handelt sich hier um ein lineares Action-Adventure.
Mein Fazit
„Assassin’s Creed Black Flag Resynced“ ist ein gutes Spiel, das die Schwächen des Originals (zu viele Sammelorgien und Mini-Spiele) zwar nicht ausmerzt, aber mit moderner Technik und einer feingeschliffeneren Story ein wenig in den Hintergrund schiebt. Beinharte Fans werden die Anpassungen bei den Kämpfen jedoch kontrovers aufnehmen. Jüngere Gamer werden aber zum Beispiel begrüßen, dass die stets kritisierten Tailing-Missionen z. B. nicht mehr automatisch beim kleinsten Fehler fehlschlagen.
Bedenkt aber allgemein, dass „Assassin’s Creed Black Flag Resynced“ weit entfernt von den moderneren RPG-Titeln der Reihe ist. Hier dominiert noch das klassische Action-Adventure-Gameplay vor dem massiven Reboot durch „Origins“. Wie anfangs angedeutet, so empfinde ich wenig Nostalgie für das Original und das Remake macht in meinen Augen vieles besser als damals. Eine gewisse Monotonie kann das Gameplay mit der klassischen Ubisoft-Formel aber aus meiner Sicht nicht ganz abschütteln.
Für Fans des Originals, die eine Art „Director’s Cut“ mit massiv verbesserter Technik wünschen, ist „Assassin’s Creed Black Flag Resynced“ genau das Richtige. Neulinge, die für den Titel 2013 noch zu jung gewesen oder erst später auf die Reihe aufmerksam geworden sind, dürfen ebenfalls hereinschauen und erhalten ein stilvoll überarbeitetes Spiel. Ich selbst bin zwar weiterhin kein riesiger Fan dieses Serienteils, finde aber dank des Remakes mehr Zugang zur Piratenflagge als noch 2013 – ahoi!
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