
Qualcomm hat mit dem Snapdragon Reality Elite einen neuen Chipsatz für Mixed-Reality-Erlebnisse vorgestellt. Im Kern geht es Qualcomm darum, Geräte schlanker, kühler und ausdauernder zu machen – und gleichzeitig deutlich mehr KI-Leistung direkt auf das Headset zu bringen, statt sie in die Cloud auszulagern.
Bis zu 48 TOPS an KI-Rechenleistung sollen große Sprach- und Vision-Modelle (LLMs und LVMs) direkt auf dem Gerät ausführen. Damit werden laut Qualcomm Anwendungen möglich, die bislang an der Rechenlast scheiterten – etwa fotorealistische Avatare, Agenten oder Objekte, die in Echtzeit per Vision-Modell in die Umgebung des Nutzers generiert werden. Auch Hand- und Head-Tracking sowie die See-through-Funktionen profitieren von der zusätzlichen Rechenpower.
Bei den klassischen Leistungswerten legt Qualcomm im Vergleich zum Vorgänger Snapdragon XR2 Gen 2 ordentlich nach: Bis zu 60 Prozent mehr GPU-Leistung, bis zu 30 Prozent mehr CPU-Leistung und bis zu 160 Prozent mehr NPU-Leistung stehen auf dem Datenblatt. Die Plattform unterstützt Anzeigen von bis zu 4,4K pro Auge bei 90 Bildern pro Sekunde.

Trotz der Mehrleistung verspricht Qualcomm bessere Effizienz: bis zu 20 Prozent längere Akkulaufzeit bei gleicher Last und einen unter Volllast bis zu 12 Grad Celsius kühleren Chip. Das wiederum erlaubt leichtere, kühlere Headsets, um Brillen auch über längere Zeit angenehm zu tragen.
Gemacht ist der Chip etwa für Android-XR-Hardware. Bei den Partnern setzt Qualcomm zunächst auf XREAL: Das Project Aura soll noch in diesem Jahr, als erstes Gerät mit Snapdragon Reality Elite, erscheinen. Auch Play for Dream hat den Einsatz für seine kommende Generation bereits bestätigt, weitere Produkte sollen folgen.
| Snapdragon Reality Elite | Spezifikation |
|---|---|
| CPU | Qualcomm Kryo, 4 2 Performance-Kerne, bis zu 2,9 GHz |
| GPU | Qualcomm Adreno, bis zu 11 % höhere maximale GPU-Frequenz, 12 MB High-Performance-Speicher |
| NPU / KI | Qualcomm Hexagon Processor, bis zu 48 TOPS |
| Display | bis zu 4,4K x 4,4K pro Auge bei 90 Hz; 4x DSI, 2x eDP, 1x DP1.4 über USB |
| Kamera / ISP | Qualcomm Spectra ISP, bis zu 12 gleichzeitige Kameras, 2x IFE für 12 MP @ 90 FPS (VST), 10x IFE-Lite für 720p @ 120 FPS (Perception) |
| Computer Vision | Engine for Visual Analytics (EVA) mit dedizierter CV-Hardware: SLAM, 3DR, Optical Flow, Triangulation |
| Video | 8K60 Decode, 8K30 Encode; AVC, HEVC, VP9, AV1 Decode |
| Arbeitsspeicher | 4×16 LP-DDR5, bis zu 4,2 GHz; 8 MB System-Cache (LLC) |
| Speicher | UFS 4.0, SD 3.0 / SDExpress 7.0 |
| Konnektivität | Qualcomm FastConnect 7800, Wi-Fi 7 (bis zu 5,8 Gbps), Bluetooth 6.0 (Dual-Antenne) |
| Peripherie | 2x USB 3.1, 3x PCIe |
| Sicherheit | Secure Boot, Secure Debug, TrustZone, Hardware Root of Trust, Full DDR Encryption |
| Effizienz | bis zu 20 % längere Akkulaufzeit, bis zu 12 °C kühler unter Last (ggü. XR2 Gen 2) |
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