Creality Falcon T1: Eine Workstation für fünf Lasertechnologien

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Materialbearbeitung mit einem Laser klingt erstmal spannend – bis man merkt, dass verschiedene Materialien schlicht unterschiedliche Lasertechnologien brauchen. Diodenlaser für Holz und organische Stoffe, Faserlaser für Metall, UV-Laser für Glas. Wer das alles abdecken wollte, brauchte bisher oft mehrere Geräte, mehrere Stellflächen und ein entsprechendes Budget. Creality geht mit dem Falcon T1 nun einen anderen Weg und packt fünf verschiedene Lasermodule in ein einziges Desktop-Gehäuse.

Das Prinzip dahinter ist ein werkzeuglos wechselbares Modulsystem. Laut Hersteller dauert ein Kopftausch rund 15 Sekunden. Verfügbar sind insgesamt fünf Module:

Ein 20-Watt- und ein 40-Watt-Diodenlaser übernehmen die klassische Arbeit an Holz, Leder, MDF und Keramik – die 20-Watt-Variante kommt dabei mit Lindenholz bis 8 Millimeter und undurchsichtigem Acryl bis 6 Millimeter Stärke klar. Der 20-Watt-Faserlaser ist für tiefe Gravuren auf Metallen wie Edelstahl oder Aluminium gedacht, funktioniert aber auch auf Hartholz.

Der 60-Watt-MOPA-Laser richtet sich an professionelle Metallbearbeitung und ermöglicht über gezielte Hitze- und Frequenzsteuerung farbige Markierungen auf Materialien wie Titan, Gold oder Messing. Das fünfte Modul ist ein 5-Watt-UV-Laser, der als Kaltlaser speziell für transparente und empfindliche Oberflächen wie Glas, Kristall oder Acryl gedacht ist.

Angetrieben wird das Ganze von einem Galvanometer-System. Dabei lenken motorisierte Spiegel den Laserstrahl, anstatt den gesamten Kopf mechanisch zu verfahren. Das bringt Arbeitsgeschwindigkeiten von bis zu 10.000 Millimetern pro Sekunde und eine allgemeine Bearbeitungsgenauigkeit von 0,01 Millimetern. Mit der optionalen F130-Feldlinse soll das UV-Modul sogar auf 0,001 Millimeter Verschiebegenauigkeit kommen. Nach jedem Modulwechsel kümmert sich eine eingebaute HD-Kamera um die automatische Neukalibrierung.

Die Maschine lässt sich unabhängig von einem Rechner betreiben – über einen 4,3-Zoll-Touchscreen, per Smartphone-App oder über die Cloud. Die hauseigene Software bringt KI-gestützte Funktionen mit, darunter Hintergrundentfernung, Konturenextraktion und die Erstellung von 3D-Reliefs. Wer lieber auf bewährte Tools setzt, kann den T1 mit LightBurn oder GRBL unter Windows und macOS nutzen.

Im geschlossenen Zustand ist der T1 nach Laser-Schutzklasse 1 zertifiziert, was bedeutet, dass kein Betrieb mit Schutzbrille nötig ist. Zur Sicherheitsausstattung gehören ein Not-Aus-Schalter, ein Deckel-Stopp-Mechanismus, ein Schlüsselschloss sowie duale Flammerkennung und Luftstromüberwachung. Für größere Formate oder höhere Stückzahlen bietet Creality dann noch optionales Zubehör an – ein Förderband, eine Rollenachse für zylindrische Objekte, ein Messer-Druckbett und einen Luftreiniger. Sobald diese offenen Erweiterungen zum Einsatz kommen, entfällt allerdings die Klasse-1-Zertifizierung und entsprechende Schutzausrüstung wird notwendig.

Den Einstieg gibt es ab 2.249 US-Dollar, aktuell mit einem Einführungsrabatt von 10 Prozent. In Europa und den USA ist der T1 bereits verfügbar. Die Modelle mit Diodenlasern und dem Fasermodul werden schon ausgeliefert, die UV- und MOPA-Varianten sollen in naher Zukunft folgen.

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