
Ausgerechnet der relativ unbekannte Hersteller Chuwi, der einige echt interessante Produkte baut, bringt nun einen möglichen MacBook Neo-Konkurrenten auf den Markt. Das Chuwi UniBook kostet rund 449 US-Dollar und bringt Intels brandneue Wildcat-Lake-Plattform mit. Kann es wirklich mithalten?
Intel Core Series 3: Wildcat Lake im Überblick
Im April 2026 präsentierte Intel seine neuen Mittelklasse-Prozessoren unter dem Codenamen Wildcat Lake, sprich Intels Non-Ultra-Serie an Laptop-Prozessoren.
Wildcat Lake wird auf demselben modernen 18A- bzw. 2-nm-Fertigungsverfahren gefertigt wie die bereits erschienenen Intel Core Ultra Series 3 (Panther Lake). Das ist für ein Budgetsegment durchaus bemerkenswert. Die Plattform unterstützt bis zu 40 TOPS für KI-Aufgaben, was sie zu Intels erster „AI-ready“-Mainstream-Lösung macht.
Im Vergleich zu typischen 5 Jahre alten Rechnern verspricht Intel beim Core Series 3 bis zu 47 % mehr Single-Thread-Leistung und bis zu 41 % mehr Multi-Thread-Leistung. Die GPU-KI-Leistung soll sich gegenüber älteren Generationen sogar um den Faktor 2,8x verbessern. Für den Alltag besonders relevant: Der Stromverbrauch soll gegenüber der Vorgängergeneration um bis zu 64 % geringer ausfallen, was direkt besserer Akkulaufzeit zugutekommt.
Zu den weiteren Highlights der Plattform zählen moderne Konnektivität wie Thunderbolt 4 (bis zu zwei Ports), Wi-Fi 7 und Bluetooth 6. Intel plant den Start von mehr als 70 Designs verschiedener Partnerhersteller – der CHUWI UniBook ist eines der ersten Geräte, das in den Handel kommt.
Der Intel Core 3 304 – das Herz des UniBook
Im nun vorgestellten Chuwi UniBook steckt der Intel Core 3 304, das Einstiegsmodell der Wildcat-Lake-Reihe. Er kombiniert 1 Performance-Core (P-Core) mit 4 Low-Power-Efficient-Cores (LPE-Cores), was eine ungewöhnliche, aber energieeffiziente Konfiguration mit insgesamt 5 Kernen und 5 Threads ergibt. Der maximale Boost-Takt liegt bei 4,3 GHz, der Cache bei 6 MB, und die TDP beträgt bis zu 35 W.
Grafikseitig ist nur ein Xe3-iGPU-Kern verbaut, womit Gaming damit auf ältere oder eSports-Titel bei niedrigen Einstellungen beschränkt bleiben dürfte. Für Produktivität, Surfen, Office und KI-gestützte Alltagsaufgaben ist die Leistung aber mehr als ausreichend.
CHUWI UniBook: Ausstattung und Features
Der Chuwi UniBook ist ansonsten ein 14-Zoll-Windows-Laptop mit schlichtem, grauem Design aus Aluminium. Das Display ist ein IPS-Panel mit 1920×1200 Pixeln (16:10-Format), 60 Hz Bildwiederholrate und 100 % sRGB-Farbraumabdeckung. Angaben zur Helligkeit fehlen allerdings.
Die Tastatur verfügt über eine weiße Hintergrundbeleuchtung mit zwei Helligkeitsstufen, etwas, das beim MacBook Neo in der Basisversion fehlt. Im Inneren arbeiten 8 GB LPDDR5X-7467-Arbeitsspeicher sowie eine 256-GB-SSD. Letztere nutzt jedoch nur PCIe Gen 3.
Besonders stark ist das UniBook bei der Anschlussvielfalt: Mit drei USB-A-Ports (2× USB 3.2 Gen1, 1× USB 2.0), zwei USB-C-Ports, einem HDMI 2.0-Ausgang (4K/60Hz), einem Gigabit-Ethernet-Anschluss (RJ45), einem Micro-SD-Kartensteckplatz und einer 3,5-mm-Klinkenbuchse bietet es eine Konnektivität, mit der das MacBook Neo schlicht nicht mithalten kann.
Für die drahtlose Kommunikation sorgen Wi-Fi 6 und Bluetooth 5.2. Das Betriebssystem ist Windows 11 Pro. Der Akku mit 53,38 Wh soll laut CHUWI eine Laufzeit von bis zu 20 Stunden ermöglichen. Obwohl Wildcat-Lake-Chips grundsätzlich fanless-tauglich wären, hat Chuwi dem UniBook einen Lüfter für stabileres Temperaturmanagement spendiert.
CHUWI UniBook vs. Apple MacBook Neo – Vergleichstabelle
| Merkmal | CHUWI UniBook (Core 3 304) |
Apple MacBook Neo (A18 Pro) |
|---|---|---|
| Preis | ca. 449 US-Dollar (385 Euro) ✔ Günstiger | 599 US-Dollar |
| Prozessor | Intel Core 3 304 5 Kerne / 5 Threads, bis 4,3 GHz, Wildcat Lake |
Apple A18 Pro 6 Kerne |
| Arbeitsspeicher | 8 GB LPDDR5X-7467 | 8 GB |
| Speicher | 256 GB SSD (PCIe 3.0) | 256 GB SSD |
| Display | 14″ IPS, 1920×1200, 100 % sRGB ✔ Größer | 13″ |
| Tastaturbeleuchtung | Weiß, 2 Stufen ✔ | Nicht im Basismodell |
| Akku | 53,38 Wh (bis 20 h) ✔ Größer | 36,5 Wh |
| USB-A-Ports | 3× USB-A (2× 3.2 Gen1, 1× 2.0) ✔ | Keine |
| USB-C-Ports | 2× USB-C | 2× USB-C |
| HDMI-Ausgang | HDMI 2.0 (4K/60Hz) ✔ | Kein HDMI |
| Ethernet | Gigabit RJ45 ✔ | Kein Anschluss |
| Speicherkarte | Micro-SD-Slot ✔ | Kein Slot |
| Kopfhöreranschluss | 3,5 mm Klinke | 3,5 mm Klinke |
| WLAN | Wi-Fi 6 | Wi-Fi 6E ✔ Neuer Standard |
| Bluetooth | BT 5.2 | BT 6.0 ✔ Neuer Standard |
| Betriebssystem | Windows 11 Pro | macOS |
| Lüfter | Ja (aktive Kühlung) | N/A |
Fazit: Lohnt sich der CHUWI UniBook?
Der CHUWI UniBook ist ein beeindruckendes Angebot für umgerechnet 385 Euro. Wer einen Windows-Laptop für den Alltag sucht und keinen Premium-Anspruch an CPU-Leistung oder Gaming stellt, bekommt hier moderne CPU-Architektur, ein großes Display, eine riesige Portauswahl und einen starken Akku zu einem Preis, der rund 315 Euro unter dem MacBook Neo liegt.
Die Schwachpunkte sind überschaubar: Die SSD ist nur PCIe Gen 3, das WLAN unterstützt lediglich Wi-Fi 6 statt 6E, und beim Bluetooth ist man auf Version 5.2 beschränkt. Außerdem fehlen noch unabhängige Benchmark-Vergleiche mit dem MacBook Neo, um die reale Alltagsleistung objektiv einschätzen zu können. Zudem sind bei Käufen über Plattformen wie AliExpress die Einhaltung von Garantiepflichten sehr fraglich.