„Forza Horizon 6“ ist da. Das Open-World-Rennspiel steht ab sofort für den PC und die Xbox Series X|S bereit. Für die Sony PlayStation 5 erscheint der Titel aber ebenfalls im weiteren Jahresverlauf. Dieses Mal kurvt ihr mit dem Auto eurer Wahl, über 550 Modelle stehen zur Auswahl, durch eine komprimierte Version von Japan. Dabei geht es nicht nur quer durch Stadt und Land, sondern auch durch unterschiedliche Jahreszeiten. Ich habe mir den neuen Titel der Xbox Game Studios einmal für euch angeschaut.
Entwickelt hat „Forza Horizon 6“ genau genommen wieder Playground Games. Was einmal als Spin-off von „Forza Motorsport“ begonnen hat, überflügelt die Hauptreihe inzwischen im Erfolg deutlich. Das wundert mich nicht wirklich. Seien wir ehrlich, die Zielgruppe eines offenen Rennspiels im Arcade-Stil ist deutlich größer, als die einer Simulation. Zudem haben die Entwickler geschickt Social-Elemente zentral gemacht und immer lebendigere Spielwelten gestaltet. Kann auch das neueste Spiel diese Tradition fortführen?
Mir hat schon der Vorgänger „Forza Horizon 5“ extrem gut gefallen, auch wenn die Weiterentwicklungen gegenüber „Forza Horizon 4“ eher dezent gewesen sind. Auch der neue Teil ist insgesamt eher eine Evolution, die vielfach nach dem Prinzip „Bigger and Better“ operiert. Etwa ist die offene Welt in Japan nochmals deutlich größer als die Szenarien der Vorgänger. Dazu kommen neue Missionstypen, die fast schon an „GTA“ erinnern – etwa das Ausliefern von Essen oder Story-Nebenquests, die ihr für „Freunde“ erfüllt.
Mein Test-System:
CPU: AMD Ryzen 7 9800X3D
CPU-Kühler: Noctua NH-D15 G2
Motherboard: MSI Tomahawk Wi-Fi AMD X670E
RAM: 64 GByte G.Skill Trident Z5 Neo RGB DDR5-6000 CL30
Grafikkarte: Nvidia GeForce RTX 5080
SSD: Kingston Fury Renegade 2 TByte WD_Black SN850 1 TByte
Externer Zusatzspeicher: SanDisk Extreme Portable SSD mit 8 TByte
Netzteil: be quiet! Power Zone 2 (1.000 Watt)
Tower: be quiet! Dark Base Pro 901 (White)
„Forza Horizon 6“: Darum geht es
Wie in den Vorgängern, so arbeitet ihr euch als Newcomer und Teilnehmer des Horizon Festivals hoch. So könnt ihr vom unbekannten Rennfahrer zum Star auf der Piste aufsteigen. Dabei schaltet ihr neue Kapitel des Festivals frei, indem ihr entsprechende Punkte sammelt. Das erledigt ihr z. B. über Dirt-Rennen, Time-Attacks, Straßen-Wettkämpfe und mehr. Zurückgekehrt sind auch die Blitzer, die ihr mit möglichst hohen Geschwindigkeiten durchfahren müsst, Foto-Aufgaben und versteckte Scheunen mit exklusiven Fahrzeugen. Nach dem Prolog füllt sich die Karte von „Forza Horizon 6“ in Windeseile mit einem Sammelsurium von Symbolen.
Das kann auch etwas überladen wirken, gerade wenn man die Icons am Anfang noch gar nicht klar zuordnen kann. Dafür hilft euch die digitale Assistentin Anna und schlägt z. B. Aktivitäten vor, um möglichst effizient Punkte zu sammeln. Zusätzlich ergattert ihr mit jedem einzelnen Auto spezifische Erfahrungspunkte durch Aktionen. Die gibt es für so gut wie alles, was ihr macht: haarscharf anderen Fahrern ausweichen, Objekte in der Landschaft ummähen oder besonders lange driften. Als Belohnung erhaltet ihr ab einem gewissen Punktestand fahrzeugspezifische Boni. Obacht jedoch: Eure Punktesträhne kann jederzeit durch eine Kollision unterbrochen werden.
Die unterschiedlichen Autos könnt ihr zudem auch noch optisch sowie in Bezug auf Motor und Co. tunen. Das geht dann schon sehr in die Tiefe. Glücklicherweise könnt ihr das je nach Schwierigkeitsgrad und gewählten Assistenzeinstellungen aber auch links liegen lassen. Selbiges gilt auch für den Ausbau eures Anwesens. Im Spielverlauf erhaltet ihr recht früh nach Abschluss einiger Nebenmissionen Zugriff auf ein eigenes Grundstück. Das könnt ihr, gegen erspielte In-Game-Währung, mit allerlei Tand ausbauen. Mich selbst hat das allerdings so gar nicht gereizt. Wer jedoch Spaß daran hat, ein virtuelles Zuhause haarklein auszustatten und zu optimieren, wird hier seine Freude haben.
Nicht nur das ist neu, auch ist mir aufgefallen, dass ihr dieses Mal tatsächlich öfter eure Spielfigur außerhalb des Fahrzeugs zu sehen bekommt. Etwa gibt es deutlich öfter Story-Cutscenes, in denen der von euch in einem Editor erstellte Hauptcharakter mit seinen Freunden interagiert. Echte erzählerische Tiefe solltet ihr zwar dennoch nicht suchen, tatsächlich kommt dadurch aber etwas mehr Charme in das Drumherum. Manchmal plappern die anderen Charaktere aber auch etwas zu ausgiebig – etwa wenn sie bei einem Scheunenfund marketingwirksam mit vielen „Wow!“-Ausbrüchen die Historie eines Autos runterrasseln.
Hervorragende Technik
„Forza Horizon 6“ bietet am PC neben modernen Schmankerln wie DLSS-Upscaling auch Frame-Generation. Die ist aber gar nicht unbedingt nötig, denn ohne Ray-Tracing konnte ich das Game auf meinem Rechner auf extremen Einstellungen sogar ohne DLSS mit 60 fps und nativer 4K-Auflösung zocken. Will ich auf Nummer sicher gehen und kleine Ruckler in seltenen Szenarien komplett vermeiden, reicht DLSS Quality. Ray-Tracing lohnt sich vor allem bei Fahrten durch Tokio. Denn die Metropole mit ihren vielen spiegelnden Fensterfronten sieht tatsächlich ohne Ray-Tracing etwas kahl aus.
In der weiteren Spielumgebung ergibt sich auch ohne die State-of-the-Art-Beleuchtung ein fantastisches Bild. Da fliegen Kirschblüten durch den Wind, Vögel steigen am Horizont auf, stimmungsvoller Nebel rankt sich in der Ferne um Berge und mehr. Auch die Schäden an den Autos, welche nach einem turbulenten Rennen gerne auf der Karosserie prangen, wirken noch glaubwürdiger als bei den Vorgängern. Das liegt sicher auch daran, dass „Forza Horizon 6“ die vorherige Konsolengeneration im Gegensatz zum Vorgänger hinter sich gelassen hat.
In „Forza Horizon 6“ wirken sich für mein Empfinden Wind und Wetter viel deutlicher auf das Fahrverhalten aus. Bei Regen schlittert man nicht nur selbst eher um die Kurven, auch bei Rivalen ist das zu beobachten. Allerdings reihen sich die KI-Fahrer immer noch zu sauber hintereinander auf. Überraschende Karambolagen oder Fahrmanöver sind extrem selten zu beobachten. Im Übrigen habt ihr die Wahl, ob ihr quasi ohne menschliche Gegner (Horizon Solo) durch Japan hastet oder Duelle mit der Community sucht (Horizon Life).
Während meiner Vorab-Testphase waren jene Aspekte natürlich noch eingeschränkt. Aus diesem Grund konnte ich z. B. auch noch an keinen Car-Meetings teilnehmen. Das sind Punkte in der Spielwelt, in denen ihr und andere Gamer ihre Fahrzeug-Designs für alle zur Schau stellen können. Diese Funktion ist von realen Autotreffen inspiriert. Dafür bin ich in „Forza Horizon 6“ des Öfteren auf die neuen Aftermarket-Cars gestoßen. Das sind quasi „Gebrauchtwagen“, auf die ihr in der Spielwelt stoßen könnt. Da lohnt sich eigentlich immer ein Blick.
Im Übrigen weiß auch die Soundkulisse zu gefallen. Ihr könnt zwischen verschiedenen Radiosendern wechseln (oder ohne Musikuntermalung fahren) und die sehr lebendige Abmischung in Dolby Atmos sucht im Gaming-Bereich ihresgleichen. Da bekommt jedes Audiosystem etwas zu tun. Das Motorengeräusch empfand ich persönlich allerdings als etwas zu laut, sodass es Radio und Kommentare meiner digitalen Freunde fast unverständlich gemacht hat. Glücklicherweise kann man das im Menü separat herunterregeln.
„Forza Horizon 6“ macht jede Menge Spaß
Im Gesamtbild liegt mit „Forza Horizon 6“ das wohl ausgereifteste Spiel der gesamten Reihe vor. Das Einzige, was mich bei längeren Sessions gestört hat, ist immer noch eine gewisse Monotonie. Weniger wäre manchmal mehr gewesen, denn von den vielen, sich teilweise am Ende des Tages ähnlich anfühlenden Renntypen, hätte man einige zusammenführen können. Dafür gibt es auch neue Impulse, wie etwa durch den Nebenjob als Essenslieferant. Jede Fahrt bringt da eigene Einschränkungen mit. Mal sollt ihr z. B. eine bestimmte Geschwindigkeit nicht unterschreiten, ein anderes Mal dürft ihr keinen Schaden nehmen oder sollt ganz im Gegenteil auf dem Weg zum Kunden möglichst viel Chaos stiften.
Dabei gibt es in „Forza Horizon 6“ immer eine gewisse Leichtigkeit. Man merkt dem Open-World-Racer an, dass die Entwickler Spaß an ihrer Arbeit hatten. Somit ist der Titel genau das Richtige für ein oder zwei Stunden Zocken am Abend, um runterzukommen. Die idyllische Spielwelt, der filigran durch Assistenzen und Fahrverhalten der Gegner anpassbare Schwierigkeitsgrad und die riesige Auswahl an Autos und Belohnungen tun ihr Übriges, um lange bei Laune zu halten.
Einzig, wer eine erhebliche Weiterentwicklung der Serie erwartet, wird vielleicht auf hohem Niveau enttäuscht sein. „Forza Horizon 6“ ist eine konsequente Evolution des Vorgängers im von Fans lange gewünschten Japan-Setting. Es gibt zwar dezente Gameplay-Optimierungen und Erweiterungen, aber im Kern ist das Feeling nur in Nuancen verändert worden. Das Ergebnis ist ein großartiges Open-World-Rennspiel mit hohem Umfang, das sich beim nächsten Mal aber ruhig noch etwas mehr trauen darf.
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