Der ADAC hat seine Pannenstatistik für 2026 veröffentlicht. Daraus lassen sich durchaus ein paar Trends ableiten. Etwa zeichnet sich ab, dass Elektroautos weniger anfällig für Pannen als Verbrenner sind – bei gleichem Alter der Fahrzeuge. Dies liegt daran, dass in E-Autos allgemein weniger Verschleißteile stecken. Zudem gehen die meisten Pannen auf ein Bauteil zurück.
Zur Einordnung: Der ADAC erstellt seine Pannenstatistik natürlich nur aus den Daten zu den eigenen Einsätzen. Dadurch ist die Aussagekraft eingeschränkt, da Pannen von Nicht-Mitgliedern eben nicht erfasst werden. Dass E-Autos dabei weniger Pannen haben als Verbrenner ist keine neue Erkenntnis, sondern kristallisierte sich auch schon 2025 heraus. Aufschluss gibt da die sogenannte Pannenkennziffer (PKZ). Die errechnet man daraus, wie viele Pannenfälle pro 1.000 Fahrzeugen man im letzten Jahr registriert hatte. Dabei hat man 27 Hersteller und 158 Fahrzeugmodelle berücksichtigt.
Beispielsweise kommen vier Jahre alte E-Autos auf eine PKZ von 6,5, während bei gleich alten Verbrennern 12,5 als Wert zustande kommen. E-Autos kommen also tatsächlich besser weg. Für die meisten Pannen sorgen dabei Probleme mit der Starterbatterie – unabhängig von der Antriebsart.
Spannenderweise gehen bei E-Autos aber mehr Pannen als bei Verbrennern auf das Bordnetz zurück. Der ADAC erklärt, das liege vermutlich daran, dass E-Autos komplexere Systeme nutzen und die 12-Volt-Batterie, die das Bordnetz versorgt, oft schneller entladen wird. Ein Grund könnte auch sein, dass die Nutzer ihre Fahrzeuge per App deutlich häufiger „aufwecken“ als von den Herstellern vermutet. Diese Startvorgänge belasten die Starterbatterie relativ stark.
Zuverlässigkeit steigt tendenziell
Auch wenn moderne Fahrzeuge immer mehr Elektronik integrieren, schadet das der Zuverlässigkeit laut dem ADAC nicht. Die Zuverlässigkeit ist sogar teilweise gestiegen. Durchgehend gut kommen die Marken Audi, BMW, Mercedes, die weiteren Marken des VW-Konzerns sowie Mitsubishi und Tesla weg. 2015 lag die Pannenwahrscheinlichkeit bei fünfjährigen Fahrzeugen bei 3,6 %, 2025 hingegen nur noch bei 2,1 %. Bei zehn Jahre alten Autos sank sie von 6,5 % auf 3,1 %
Das Durchschnittsalter der erfassten Autos hat dabei zugenommen – betrug es 2014 acht Jahre, so waren es 2025 im Schnitt 11 Jahre. Ansonsten sicherlich für euch spannend – welche Autos haben denn am besten bzw. am schlechtesten abgeschnitten?
Die Besten in ihrer Klasse
- Kleinstwagen: Dacia Spring, Škoda Citigo, Suzuki Ignis, Toyota Aygo, VW up!
- Kleinwagen: Audi A1, BMW i3, Mazda 2, Mazda CX-3, Mitsubishi Space Star, Opel Crossland, Renault Zoe, Seat Arona, Seat Ibiza, Škoda Fabia, Škoda Kamiq, Škoda Yeti, Suzuki Swift, Suzuki Vitara, VW Polo, VW T-Cross, VW Taigo
- Untere Mittelklasse: Audi A3, Audi Q2, Audi Q3, BMW 1er-Reihe, BMW 2er-Reihe/2er-Reihe Active/Gran Tourer, BMW iX1, BMW X2, Cupra Born, Cupra Formentor, Cupra Leon, Mazda CX-5, Mercedes-Benz A-Klasse, Mercedes-Benz B-Klasse, Mercedes-Benz EQA, MG MG4, Mitsubishi ASX, Mitsubishi Eclipse Cross, Renault Austral, Seat Ateca, Seat Leon, Škoda Karoq, Škoda Rapid, Škoda Scala, Volvo XC40, VW Beetle, VW Golf, VW ID.3, VW Nutzfahrzeuge Caddy, VW T-Roc, VW Tiguan, VW Touran
- Mittelklasse: Audi A4, Audi A5, Audi Q4 e-tron, Audi Q5, BMW 3er-Reihe, BMW 4er-Reihe, BMW i4, BMW X3, Mercedes-Benz GLB, Seat Tarraco, Škoda Enyaq, Tesla Model 3, Tesla Model Y, VW ID.4, VW Passat
- Obere Mittelklasse: Audi e-tron/Q8 e-tron, BMW 5er-Reihe, BMW X5, Mercedes-Benz GLE, VW Arteon
- Transporter/Vans: Mercedes-Benz Sprinter
Die Schlechtesten in ihrer Klasse
- Kleinstwagen: keine
- Kleinwagen: Opel Meriva (2016–2017), Toyota Yaris (2021–2023), Toyota Yaris Cross (2022–2023)
- Untere Mittelklasse: Nissan Qashqai (2019), Renault Scénic (2018–2019), Toyota Corolla (2023), Toyota C-HR (2020–2022), Mazda 3 (2020), Mazda CX-30 (2020), Ford Kuga (2021)
- Mittelklasse: Opel Insignia (2016–2019, 2022), Toyota RAV4 (2017–2022), Ford S-Max (2016–2018), Hyundai Ioniq 5 (2022–2023)
- Obere Mittelklasse: keine
- Transporter/Vans: Renault Master (2019), Fiat Ducato (2016–2021, 2023)
Laut dem ADAC sei mittlerweile auffällig, dass die Modelle von Toyota seit drei Jahren relativ schlecht abschneiden. Beim südkoreanischen Hersteller Hyundai fällt wiederum das Modell Ioniq 5 negativ auf. Als Ursache gilt hier ein verbreitetes Problem mit der Integrated Charging Control Unit (ICCU). Hyundai ist sich dessen bewusst und hat schon eine Rückrufaktion und Serviceaktion ins Leben gerufen.
Auch wenn E-Autos tendenziell noch besser abschneiden als Verbrenner, gibt es laut ADAC Schwierigkeiten bei der Vergleichbarkeit. Denn das Durchschnittsalter aller in Deutschland zugelassenen Autos liegt laut Kraftfahrt-Bundesamt bei über zehn Jahren. Die gewerteten E-Autos sind aber deutlich neuer. Somit muss man da mal schauen, wie sich das Bild entwickelt, wenn zunehmend ältere E-Autos einfließen können.
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