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HTC, LG, Huawei, Oneplus: Top-Smartphones im Vergleich

Oneplus 6, HTC U12+, LG G7 Thinq und Huawei P20 Pro gehören zu den aktuellen Top-Smartphones. Sie sind technisch gut ausgestattet und liegen im höheren Preissegment. Doch welches Gerät hat wo seine Stärken? Wir haben einen großen Vergleich gemacht.

Das HTC U12+ (Testbericht) für 799 Euro ist das jüngste Smartphone im Vergleich. Zu seinen Besonderheiten zählen die Dual-Kamera sowie das druckempfindliche Gehäuse für Interaktionen mit Funktionen wie der Kamera oder dem intelligenten Assistenten. Außerdem will der Hersteller mit besonders schönen Farbausführungen wie Rot mit goldenem Akzent oder blautransparent punkten.

Im März 2018 vorgestellt und damit nicht ganz so aktuell: das P20 Pro von Huawei (Testbericht) für 899 Euro. Das Telefon beherbergt eine Dreifach-Kamera auf der Rückseite. Damit lassen sich Motive um den dreifachen Faktor vergrößern. Außerdem ist der Akku mit einer Kapazität von 4000 mAh am größten in der Runde. Auch das P20 Pro gibt es in einer interessanten Farbausführung namens Twilight, ein blau-violetter Farbverlauf.

LG Electronics’ G7 Thinq (Testbericht) für 849 Euro repräsentiert die G-Reihe in siebter Generation. Es kommt mit dem hellsten Display und hat – ähnlich wie beim HTC U12+ – einen Schwerpunkt auf Audio. Darüber hinaus möchte es mit einer künstlichen Intelligenz glänzen, wie der Namenszusatz verrät.

Das Oneplus 6 (Testbericht) ist das günstigste Smartphone im Vergleichstest. Je nach Speicher-, RAM- und Farbausführung kostet es zwischen 519 und 619 Euro. Das heißt: Das Oneplus 6 ist 180 Euro günstiger als nächst günstigere HTC U12+ und satte 280 Euro das teuerste Gerät im Test, das Huawei P20 Pro. Kann allein die Ersparnis überzeugen oder muss man auch Abstriche machen?

Keine Frage: Die vier Smartphones sind exzellent verarbeitet, wie es sich in dieser Preiskategorie gehört. Bei allen Telefonen kommen hochwertige Materialien wie geformtes Glas oder Metall zum Einsatz. Große Spaltmaßen oder Knarzgeräusche sucht man vergebens. Doch wenn Qualität und Verarbeitung auf einem Niveau sind: Wo liegen dann die Unterschiede?

Ein nennenswerter Punkt ist die Zertifizierung für Staub- und Wasserfestigkeit. Das Oneplus 6 ist ein Nichtschwimmer und lediglich resistent gegen Regentropfen und Spritzwasser. HTC, Huawei und LG bieten schon eine echte Wasserdichtigkeit bis zu 1 m. Das U12+ und das G7 Thinq dürfen dauerhaft in Frischwasser tauchen, während das P20 Pro nach 30 Minuten wieder raus muss, da es lediglich IP67 und nicht IP68 zertifiziert ist.

LG legt noch einen drauf und macht sein G7 Thinq stoßsicher gemäß dem Militärstandard MIL-STD 810G. Das Gehäuse ist somit besonders strapazierfähig.

Einen Fingerabdrucksensor haben alle vier Smartphones. Huawei platziert den Sensor jedoch auf der vorderen Seite. Das ist nicht so bequem, wie beim U12+, G7 Thinq und Oneplus 6, wo der Fingerabdrucksensor hinten unter der Kamera sitzt und sich damit intuitiv ertasten lässt. Beim Oneplus 6 ist die Sensorfläche ist nicht allzu groß, wegen der ovalen statt runden Form ist das Entsperren anfangs etwas gewöhnungsbedürftig.

Alle vier Smartphones liegen gut und sicher in der Hand. Das Oneplus 6 ist durch seine stark abgerundete Rückseite besonders angenehm. Größe und Gewicht sind ideal balanciert. Mit 185 g ist das HTC U12+ übrigens das schwerste Smartphone im Vergleichstest, das G7 Thinq ist mit 162 g das leichteste.

Im U12+, Oneplus 6 und G7 Thinq arbeitet der Snapdragon 845 von Qualcomm. Der Achtkern-Prozessor debütierte erstmals im Galaxy S9 (Testbericht) und Galaxy S9 Plus (Testbericht) am Anfang 2018. Damit ist der Qualcomm-Prozessor aktueller als der neun Monate alte Kirin 970 im P20 Pro, der auf der IFA 2017 gezeigt wurde. Entsprechend sichtbar sind die Unterschiede im Leistungsvergleich:

Im Benchmark von Antutu erzielt das P20 Pro 207.000 Punkte. Im Vergleichstest ist das HTC U12+ das leistungsstärkste Smartphone, dicht gefolgt vom Oneplus 6. Der Leistungsvorsprung zwischen dem langsamsten und schnellsten Smartphone liegt bei rund 29 Prozent. Macht sich dieses Drittel im Alltag bemerkbar? Nein, nicht wirklich. Die Zahl sagt lediglich etwas über die Güte der Hardwarekonfiguration ab, nicht wie flüssig die Oberfläche oder geschmeidig die Animationen laufen. Es ist ein quantitativer Vergleichswert und verrät wenig über Qualität.

Beim U12+ und LG G7 Thinq lässt sich eine Speicherkarte einsetzen und den Speicher um theoretisch bis 2 TByte erweitern. Technisch möglich sind heutzutage Speicherkarten mit bis zu 512 GByte. Welche Speicherkarte die beste für Android ist, haben wir ausführlich getestet: Kaufberatung & Test: Welche Micro-SD-Karte für Android?

Huawei, LG und Oneplus setzen auf ein Display mit einer Einkerbung in der Mitte. HTC bleibt sich treu und greift auf eine herkömmliche Anzeige ohne einen Einschnitt zurück. Warum tun es die anderen dann? Sie erreichen damit ein besonders kompaktes Design mit dünnen Rändern. Apropos Bildschirm: Das hellste Display hat LG mit seinem G7 Thinq, ziemlich düster sieht es bei HTC aus:

Bei der Akkulaufzeit der vier Smartphones gibt es signifikante Unterschiede. Die geringste Kapazität hat der Akku des LG G7 Thinq mit 3000 mAh. Danach folgen Oneplus mit 3300 sowie HTC U12+ mit 3500 mAh. Gold geht an Huawei für die 4000 mAh.

Die Gerätetiefe korreliert weder positiv noch negativ mit Nennladung der Akkus. Das ist ein Indiz dafür, dass die Hersteller Akkus mit unterschiedlicher Dichte verwenden. Das LG G7 Thinq ist das einzige Smartphone im Test, das drahtloses Laden unterstützt. Schnelles Laden beherrscht jedes der vier Geräte – entsprechende Netzteile sind in den Lieferumfängen der respektiven Telefone dabei. Linear betrachtet lädt das System von Huawei am schnellsten.

Smartphones der oberen Preisklasse kommen mit mindestens zwei Kameralinsen auf der Rückseite. In allen Fällen ermöglicht die zweite Kamera einen Bokeh-Effekt mit unscharfem Hintergrund. Das klappt bei allen vier Herstellern gut, bei HTC und Huawei ist zudem die Fehlerrate besonders gering. Auffällig ist das bei feineren Elementen wie Grashalme oder bei menschlichen Haaren. Aber auch das Oneplus 6 schießt schöne Bilder mit weichem Hintergrund.

Wegen der unterschiedlichen Auflösungen und Brennweiten ist zudem das verlustfreie Vergrößern von Motiven um den zweifachen Faktor möglich. Das P20 Pro von Huawei kann das sogar mit einem dreifachen Faktor toppen. HTC versucht hier etwas gegenzuhalten, indem man einen 10-fachen digitalen Zoom mit Algorithmen verfeinert und schärft. Die Qualität ist dann zwar nicht mehr einwandfrei, jedoch sind Konturen und Formen – zum Beispiel Schriften auf einer Tafel – gut lesbar.

Das G7 Thinq ist das einzige Smartphone, dessen zweite Kamera sich auch eigenständig nutzen lässt. Je nach Motiv und Szenario entscheidet der Nutzer selbst, ob er entweder ein normales Foto mit lichtstarker Blende machen möchte oder doch ein weitwinkliges für Landschaften und Co. Zugriff auf zwei unterschiedliche Kameras zu haben ist für Fotografen ein deutlicher Mehrwert. Wäre da nur nicht die mittelmäßige Qualität. Die produzierten Bilder sind nicht vergleichbar mit den Ergebnissen eines HTC U12+, P20 Pro oder Oneplus 6. Gerade bei einem kontraststarken Motiv versagt die LG-Kamera. In Situationen mit schwachem Licht kommt sie schnell an die Grenzen, schuld daran ist der kleine Bildsensor.

Die Selfie-Kamera der vier Smartphones ist zufriedenstellend. Im U12+ verbaut HTC sogar zwei Kameras, die zu dem Benutzer schauen. Damit ist der Bokeh-Effekt nicht nur mit der Haupt- sondern auch mit der Sekundärkamera möglich.

Beim P20 Pro und Oneplus 6 kommt Android in der Version 8.1 Oreo zum Einsatz. HTC und LG sind nicht so aktuell und verwenden noch die 8.0er. Die aktuellere Ausgabe von Android korrigiert Laufzeitfehler und bringt zahlreiche Veränderungen mit. Ein Beispiel ist die optionale Reduktion von inaktiven Applikation, oder ein neues Menü in den Einstellungen. Die Neuerungen und Änderungen greifen umfangreich in Android ein, entsprechend spricht viel für das aktuelle Android 8.1 Oreo.

Alle vier Hersteller bemühen sich sicherheitsrelevante Updates in einem monatlichen Intervall herauszubringen. Das klappt nicht immer und jeden, wie versprochen. Das Oneplus läuft zum Testzeitpunkt (Juni 2018) hochaktuell mit dem Sicherheits-Patch vom 1. Mai 2018, während HTC noch beim 1. März ist. Ähnlich langsam lassen sich LG und Huawei kategorisieren. Das Juni-Update von Google befindet sich derzeit in der Vorbereitung.

Von allen vier Smartphones sagt uns am meisten die Software des Oneplus 6 zu. Sie ist übersichtlich, sauber und strukturiert. Auf dem Telefon ist keinerlei Werbung in Form von Bloatware installiert. Ganz anders sieht es da beim P20 Pro und U12+ aus, die Hersteller finanzieren ihre Geräte quer mit Apps und Spielen.

Alle vier Smartphones verfügen eine gute Verarbeitungsqualität und schauen ansprechend aus. Besonders ansehnlich ist das blautransparente HTC U12+ sowie das P20 Pro in Twilight. Technisch sind die Telefone einer Höhe, wenn man die Benchmark-Zahlen ausblendet. Eine ganz konkrete Sprache sprechen jedoch die Laufzeiten der Akkus: HTC ist mit seinem U12+ auf den vierten Platz. Ganz weit vorne sitzen Oneplus und Huawei.

In Sachen Kamera überzeugt jedoch wieder HTC mit der derzeit besten Dual-Kamera. Huawei und Oneplus sind gar nicht so weit entfernt und machen mindestens genau so gute Bilder. Eher mittelmäßig ist die Kamera des LG G7.

Unser Kauftipp: Wer nicht gerade unbedingt auf Wireless Charging und Wasserfestigkeit angewiesen ist, der fährt am besten mit dem Oneplus 6. Die zweite Wahl ist das P20 Pro von Huawei. Bei HTC stört das zu dunkle Display sowie die kurze Akkulaufzeit. LG kann weder mit Kamera noch der Software gegen die anderen Flaggschiffe punkten.

  • HTC U12+ im Test: starke Dual-Kamera, schwacher Akku
  • Top-Smartphone LG G7 Thinq im Test: klug, hell und laut
  • Oneplus 6 im Test: schön und leistungsstark
  • Huawei P20 Pro im Test: exzellente Kamera, starker Akku

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Danke: bestboyzde

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