Günstige Bluetooth-Kopfhörer im Test: ifrogz Plugz Wireless

Die Plugz von ifrogz sind sowohl im Elektro-Fachhandel als auch online günstig zu bekommen. Wir testen die 20-Euro-Kopfhörer und verraten, ob sich der Kauf lohnt.

Bluetooth-Kopfhörer sind nicht mehr unbezahlbar teuer, das freut alle, deren Klinkenbuchse zugunsten von USB-C wegrationalisiert wurde. Wir testen in den nächsten Tagen Kopfhörer in unterschiedlichen Bauformen in der Preiskategorie bis 30 Euro. Das Testfeld besteht aus Modellen von Taotronics, Adorer und verschiedenen unbekannteren Herstellern. Den Anfang aber macht ein Modell von ifrogz.

Bei den Plugz Wireless von ifrogz handelt es sich um einfache In-Ear-Kopfhörer mit Mikrofon, Kabelfernbedienung und Bluetooth. Die beiden blauen Ohrstöpsel sind mit einem jeweils 35 cm langen Kabel mit der Bedieneinheit verbunden. Der kleine Kasten mit Mikrofon, Akku, Bedientasten, Status LEDs, Bluetooth-4.1-Modul und Micro-USB-Anschluss besteht aus gummiertem Kunststoff. Das Gewicht des Headsets liegt bei 12g, was etwa vier Zuckerwürfeln entspricht.

Auf der Rückseite des Bedienteils sitzt eine magnetische Gummilippe. Diese hat zwei Aufgaben. Bei Nichtbenutzung halten sie die Kabel der Ohrstöpsel in Position und verhindern, dass sie sich verheddern. Während der Benutzung dient der Magnetverschluss als Klammer, um die Kopfhörer an Hemd oder Jacke zu fixieren.

Die Verarbeitung ist Ordnung und gibt keinerlei Grund zu Beanstandungen. Die dünnen Kabel sind erfahrungsgemäß allerdings nicht besonders langlebig. Zum einen halten sie nur geringe Belastungen aus, zum anderen neiden sie dazu, sich schnell zu verheddern, wenn sie nicht zusammengewickelt in die Tasche kommen.

Die Micro-USB-Ladebuchse ist frei zugänglich und nicht hinter einer Gummikappe versteckt. Die Plugz Wireless sind nur nach IPX2 zertifiziert. Somit sind sie zwar gegen Schweiß und vereinzelte Regentropfen geschützt, für den Betrieb bei strömenden Regen sind sie allerdings ungeeignet.

Neben dem Kopfhörer gehören eine Kurzanleitung, ein kurzes Micro-USB-Ladekabel und insgesamt drei Größen an Silikon-Ohrstöpseln zum Lieferumfang. Diese haben, laut Hersteller, eine lebenslange Garantie. Das bedeutet, ifrogz ersetzt abgenutzte oder beschädigte Silikon-Passstücke kostenlos. Ein zum Aufladen des Akkus notwendige USB-Netzteil gehört nicht zum Lieferumfang.

Während andere Hersteller bei Ihren In-Ear-Kopfhörern auf zusätzliche Ear-Fin-Halterungen setzen, werden die Plugz Wireless lediglich in den Gehörgang geschoben. Dank der verschieden großen Silikon-Ringe sitzen die Ohrstöpsel trotzdem ausreichend sicher – zumindest im Alltagsbetrieb. Bei sportlichen Aktivitäten lockert sich der Sitz nach einiger Zeit, was sich negativ auf den Klang auswirkt.

Die Bedienung funktioniert wie bei den meisten Modellen der Einsteigerklasse. Nach dem Einschalten mit der mittleren Taste startet das Headset den Pairing-Modus. Nach dem Verbinden, beispielsweise mit dem Smartphone, ist die Taste für die Play-Pause-Funktion zuständig. Ein langer Druck (etwa drei Sekunden) auf den mittleren Bedientaster schaltet die Kopfhörer aus. Die Leiser- und Lauter-Tasten dienen gleichzeitig zum Überspringen und Zurückspulen eines Musiktitels. Jeder Tastendruck wird mit einem leisen Pieps-Ton quittiert.

Im Test müssen wir die Plugz Wireless jedes Mal neu verbinden, sobald das Headset zwischenzeitlich mit einem anderen Endgerät benutzt wurden. Das Smartphone erkennt die Kopfhörer zwar, verbindet sich allerdings nicht automatisch. Das manuelle Verbinden geht zwar schnell, ist allerdings trotzdem ärgerlich. Wenn die Bluetooth-Verbindung einmal steht, funktioniert sie zuverlässig. Die Reichweite liegt in der Praxis bei fünf bis zehn Metern. Im Test können wir problemlos den Raum wechseln. Das gleichzeitige Verbinden mit mehreren Endgeräten klappt im Test nicht.

Der magnetische Clip ist grundsätzlich eine gute Idee, in der Praxis funktioniert das Befestigen an der Kleidung allerdings nur mäßig gut. Sind die Kopfhörer nicht in Benutzung, ist deren Gewicht schlicht zu hoch, um sicher gehalten zu werden. Im zusammengepackten Zustand ist der magnetische Clip durchaus praktisch, da er zuverlässig vor verknoteten Kabeln schützt.

Korrekt im Ohr eingesetzt, klingen die Plugz Wireless erfreulich gut. Sowohl Hoch-, Mittel- als auch Tieftonbereich sind ausreichend kräftig und überzeichnen nicht. Der Klang ist insgesamt etwas harmonischer als bei den ähnlich günstigen TT-BH26 von Taotronics (Testbericht) – insbesondere bei hoher Lautstärke. Sind die In-Ears nicht weit genug in den Gehörgang eingeschoben, gehen allerdings die Bässe verloren. Das passiert in der Praxis deutlich schneller, als bei Modellen mit Ohrenbügel oder Ear-Flaps, die die Ohrstöpsel in der korrekten Position halten. Mit den warmen Bässen und kristallklaren Klängen von teuren Markenmodellen ist der Sound natürlich nicht vergleichbar.

Eine aktive Geräuschunterdrückung ist nicht verbaut. Der Klang des verbauten Mikrofons ist gut. Die Gesprächspartner hören uns laut und deutlich.

Eine störende Verzögerung zwischen Wiedergabegerät und Kopfhörern stellen wir nicht fest. Bei der Wiedergabe von Videos ist der Ton synchron. Das ist bei günstigen Bluetooth-Kopfhörern nicht immer der Fall.

Der interne Akku der Plugz Wireless soll laut Hersteller rund fünf Stunden lang durchhalten. Diesen Wert erreichen wir in der Praxis allerdings nur, wenn die Lautstärke nicht voll aufgedreht ist. Bei häufiger Nutzung der Kopfhörer, ist die Akkulaufzeit somit sehr knappgehalten. Eine Laufzeit von sechs und mehr Stunden wäre wünschenswert. Das vollständige Aufladen mit einem Standard-Smartphone-Netzteil dauert etwa 90 bis 100 Minuten und somit deutlich länger als die Herstellerangabe von einer Stunde.

Die Plugz Wireless sind in blau und silbern erhältlich.

Der günstige Kopfhörer Plugz Wireless von ifrogz hat ein gutes Preis-Leistungsverhältnis. Die Klangqualität ist gut, zumindest wenn die Ohrstöpsel ordentlich sitzen. In der Praxis zeigt sich allerdings, dass dies bei viel Bewegung nicht immer zuverlässig funktioniert. Hier sind Modelle mit Ohrenbügel oder Ear-Flaps, wie der Taotronics TT-BH26 (Testbericht) deutlich im Vorteil. Mit teuren Marken-Kopfhörern hält die Klangqualität natürlich nicht mit, allerdings ist dies Kritik auf hohem Niveau. Wer günstige In-Ear-Kopfhörer mit Bluetooth sucht, bekommt beim Plugz Wireless ein alltagstaugliches Modell mit ausreichend guter Soundqualität.

Ein Transportbeutel gehört nicht zum Lieferumfang. Dank der magnetischen Halterung ist dies allerdings auch unnötig. Bei Nichtbenutzung lässt sich der Kopfhörer sehr kompakt zusammenwickeln. Die Akkulaufzeit ist mit vier bis fünf Stunden ausreichend, kommt allerdings nicht an die von Konkurrenzprodukten heran.

Wer sehr hohe Ansprüche an die Soundqualität seiner In-Ears hat, muss deutlich mehr Geld investieren. Hier lohnt sich ein Blick in die Bestenliste der besten fünf Sportkopfhörer mit Bluetooth.

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Vorwerk Kobold VR300 im Test: starke Saugleistung, hoher Preis

Der Vorwerk Kobold VR300 verspricht eine starke Saugleistung, doch mit einem Preis von 949 Euro ist er fast dreimal so teuer wie vergleichbare Produkte. Lohnt sich der Kauf?

Der Kobold VR300 ist ein Staubsauger-Roboter in D-Form. So will er bis zum Anschlag in jede Ecke des Raums fahren. In der Praxis klappt das auch gut und zuverlässig. Die Borsten der links angebrachten Seitenbürste sind qualitativ hochwertig und kehren den Schmutz vor den Sauger. Wegen der Länge und der Feinheit kommen einzelne Borsten sogar unter die Sockelleiste des Fußbodens und holen den Schmutz aus schwer erreichbaren Orten heraus. Nichtsdestotrotz gibt es Verbesserungspotenzial: So hat Vorwerk die Bürste nur auf einer Seite angebracht. Gäbe es links und rechts jeweils eine Seitenbürste, müsste der Roboter in einigen Situationen nicht um Hindernisse herum manövrieren und wäre effizienter unterwegs. Das lösen andere Staubsauger-Roboter besser, wie etwa der Deebot Ozmo Slim 10 (Testbericht) oder der Eufy Robovac 30C (Testbericht).

Vorwerks Staubsauger-Roboter der dritten Generation hat ein Gewicht von 4,2 kg. In der bisherigen Testreihe ist er am schwersten. Sein baugleicher Bruder, der Botvac D7 Connected (Testbericht), der US-amerikanischen Vorwerk-Tochter Neato Robotics ist mit 3,4 kg am zweitschwersten. Der technisch besser ausgestattete und preislich attraktivere S5 Robot Vacuum Cleaner (Testbericht) von Roborock wiegt 3,2 kg – es geht also! Dafür, dass der Nutzer den Kobold VR300 hin- und hertragen und für eine Zonenreinigung freiplatzieren darf, ist das hohe Gewicht nicht vom Vorteil. Der integrierte Tragegriff ist dabei eine Hilfe. Wer viele Möbel zuhause hat und möchte, dass der Roboter auch unter diese fahren und saugen soll, der sollte im Vorfeld prüfen, ob die Möbel nicht zu tief für den 9 cm hohen Kobold VR300 sind. Der Deebot Ozmo Slim 10 mit seinen 5,7 cm meistert diese Disziplin gut – dafür fehlt ihm das Lasermessgerät zur präzisen Navigation.

Die Verarbeitung des Kobold VR300 ist qualitativ hochwertig. Die einzelnen Elemente des Kunststoffgehäuses sind aufeinander abgestimmt und schließen bündig ab. Während der Fahrt klappert nichts am Gehäuse, wie etwa beim Botvac D7 Connected. Um es klar zu sagen: Die gewissen Erwartungen, die die Marke Vorwerk im Vorfeld gesetzt hat, erfüllt unser Testgerät.

Der Kobold VR300 hat eine starke Saugleistung. Je nach Betriebsmodus saugt er mit einer Kraft von bis zu 2000 Pa, damit zählt er zu den leistungsstärksten Staubsauger-Robotern in der Testreihe. Deebot und Eufy kommen auf 1000 respektive 1500 Pa. Rein aus der Leistungsperspektive betrachtet, eignet sich der Vorwerk für nahezu alle Arten von Böden: Teppich, Hartholz, PVC, Fliesen und mehr. In der Praxis sieht das aber oft anders aus.

Auf hohen Teppichen mit langen Fasern, etwa ein Berber- oder ein Hochflorteppich, bleibt der Kobold VR300 des Öfteren stehen, weil die Seitenbürste nicht rotieren kann. Auf einem Shaggyteppich stoppt er sofort und meldet Fehler. Andere Staubsauger-Roboter haben damit seltener Probleme, wie der Roborock S5 mit einer intelligenten Teppicherkennung.

Im Vergleich zum Botvac D7 Connected ist das Reinigungs-Ergebnis des Kobold VR300 besser und auf dem gleichen Niveau wie beim Roborock S5. Alle drei Staubsauger-Roboter verfügen über eine Seiten- und eine Spiralbürste. Beim Vorwerk- und Roborock-Sauger verfangen sich lange Menschen- und Tierhaare seltener, als bei Botvac D7 Connected von Neato.

Die zwei Räder des Vorwerk Kobold VR300 sind groß und stark profiliert. Dadurch kommt der Roboter nahezu überall im Haushalt hin und bleibt selten wegen des Antriebs stehen. Mit hohen Kanten kommt der Kobold VR300 ohne Probleme klar: Genau wie der Roborock S5 klettert er um bis zu 2 cm. Das ist besser als der Durchschnitt von 1,5 cm.

Im Kobold VR300 verbaut Vorwerk einen Akku mit 5833 mAh. Offiziell soll er bis zu 90 Minuten am Stück fahren, bevor er sich selbst auflädt und gegebenenfalls die Arbeit vom gemerkten Punkt fortsetzt. Im Test kommt der Roboter im Schnitt auf eine Laufzeit von 83 Minuten. Damit bietet der Vorwerk-Roboter die geringste Laufzeit in der bisherigen Testreihe an. Selbst die 300-Euro-Staubsauger ohne Navigation von Eufy und Deebot kommen über 90 Minuten. Die längste Betriebsdauer mit 147 Minuten hat der S5 von Robock. Eine Wohnfläche von 75 m2 arbeitet der Vorwerk systematisch in 54 Minuten ab. Die Ladezeit beträgt 3,5 h. Der Behälter des Staubsauger-Roboters ist mit 0,53 l verhältnismäßig nicht sehr groß. Der Neato bietet vergleichsweise 0,7 l. Wie bei allen anderen Staubsauger-Robotern verzichtet auch Vorwerk auf einen hochwertigen HEPA-Filter und setzt stattdessen auf einen Feinstaubfilter, der ähnlich gut für Allergiker und Asthma-Patienten sein soll.

Im Test zeigt sich der Kobold VR300 etwas laute als seine Konkurrenten: Er kommt auf einen Geräuschpegel von 70 dB bei einem Messabstand von einem Meter. Unmittelbar am Gehäuse sind 71 dB messbar. Der leiseste Roboter ist der Eufy Robovac 30C mit 57 dB im gleichen Testszenario.

Der Vorwerk Kobold VR300 hat mitunter die meisten Sensoren an Bord: Ultraschallsensoren für die Erkennung von Hindernissen, Infrarot für Treppen und Fall, Stoßleiste zum vorsichtigen Abtasten von Objekten und rotierendes Lasermessgerät zum Abbilden der Umgebung. Letzteres ermöglicht dem Roboter viele intelligente Funktionen, wie etwa eine Kartendarstellung, eine präzise Positionsbestimmung oder ein Fortsetzungsmodus, falls der Akku zur Neige geht. Der Vorwerk Kobold reinigt nach System und nutzt seine Energie besser, als Roboter ohne Kamera oder Lasermessgerät. In der Automatik arbeitet der Vorwerk nach dem SLAM-Prinzip und fährt seine Bahnen ab, bis die gesamte Wohnfläche mindestens einmal befahren wurde. Zonen und Räume, die er nicht reinigen soll, lassen sich in der App als solche definieren. Die Überschreitet er in der Praxis auch nicht.

Bei der Bedienung setzt Vorwerk hauptsächlich auf die App, die es kostenlos für iPhone und Android-Smartphones gibt. Schade, dass eine Fernbedienung fehlt. In manchen Situationen geht das einfach schneller und intuitiver, als erst das Smartphone herausholen zu müssen. Beim Kobold VR200 gab’s vor vier Jahren noch eine Fernbedienung dazu. Die Smart-Home-Integration mit Google Home oder Amazon Alexa ist vorhanden. So lässt sich die Reinigung mit einem einfachen Sprachbefehl initiieren.

Die App verbindet den Roboter mit dem WLAN und bringt ihn so ins Internet. Wer schon einmal die Produkte von Neato ausprobiert hat, dem wird die App verdächtig ähnlich vorkommen. Kein Wunder auch: Die Silicon-Valley-Tochter nutzt die gleiche Technik. Die App ist übersichtlich und selbstverständlich gestaltet. Mit ihr lassen sich mehrere Vorwerk-Geräte verwalten und steuern. Auf der Startseite stehen unterschiedliche Reinigungs-Modi zur Verfügung: Gesamtreinigung, Zonenreinigung, Intensivreinigung und manuelle Reinigung. In der Applikation lassen sich auch Tage und Uhrzeiten für eine Routinen-Reinigung einplanen. Nach einer abgeschlossenen Reinigung der gesamten Wohnfläche gibt die App eine Übersicht, wo der Roboter gesaugt hat. Die Kartendarstellung ist ziemlich präzise, außerdem zeigt sie die gereinigte Fläche sowie die dafür benötigte Zeit an.

Die Walzbürste des Kobold VR300 lässt sich mit wenigen Handgriffen aus dem Gehäuse entnehmen. Auch die anderen Teile sind nicht fest installiert und vom Anwender selbst gegen Ersatzteile auszutauschen. Je nach Nutzung und Reinigungsintensität sollte der Staubehälter die Mülltonne aufsuchen, um sich dort entleeren zu lassen.

Beim Lieferumfang zeigt sich Vorwerk geizig: Weder Ersatzteile noch irgendwelche Reinigungstools sind dabei. Das lösen nahezu alle anderen Hersteller besser. In der Regel liefern sie mehrere Seitenbürsten, weitere Filter und Bürsten zur Wartung mit. Darüber hinaus gibt zwei Magnetbänder und eine Fernbedienung mit Batterien dazu. All das ist beim fast 1000 Euro teuren Vorwerk nicht dabei. In der Verpackung befinden sich Staubsauger-Roboter, Ladestation mit Kabel, Filter, Seitenbürste und Handbuch.

Der Vorwerk VR300 hat keinerlei Extras, wie eine Wischfunktion oder Teppicherkennung. In einigen Disziplinen schneidet er mittelmäßig bis gut ab, selten mal hinausragend. Positiv hervorzuheben sind seine starke Saugleistung, seine viele Sensoren und seine Qualität. Doch die Laufzeit mit 83 Minuten ist deutlich zu schwach. Am schwierigsten zu begreifen ist der hohe Preis von 949 Euro. Was genau rechtfertigt den Preis? Eine nicht einfach zu beantwortende Frage. Mittlerweile kostet der fast baugleiche Botvac D7 Connected rund 500 Euro. Es geht noch besser: Der S5 Robot Vacuum Cleaner des chinesischen Herstellers Roborock bietet einen größeren Funktionsumfang, längere Laufzeit, mindestens eine genauso gute Verarbeitung und kostet in etwa ein Drittel. Warum sollte man dann einen Vorwerk Kobold VR300 kaufen?

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Samsung Galaxy S10 vs S9: Welches Modell jetzt kaufen?

Die neuen Oberklasse-Smartphones Samsung Galaxy S10, S10+ und S10e kosten zum Start bis zu 1599 Euro. Dafür ist das S9 und S9+ stark im Preis gefallen. Lohnt sich jetzt der Vorgänger?

Samsung hat zum MWC seine neuen Flaggschiff-Modelle S10 und S10+ (Hands-On) vorgestellt, die ab sofort vorbestellbar sind. Erstmals gibt es dieses Jahr mit dem S10e auch eine Art Budget-Variante der S-Klasse. Wobei man bei einem Startpreis von 749 Euro eigentlich kaum von Budget sprechen kann. Das S10 kostet in der günstigsten Variante mit 128 GByte 899 Euro, in der Version mit 256 GByte will Samsung mit 1149 Euro ganze 250 Euro mehr. Das S10+ mit 128 GByte Speicher kostet 999 Euro. Für mehr Speicher wird es richtig teuer. Das S10+ mit 512 GByte Speicher kostet 1249 Euro, das S10+ mit 1 TByte Speicher und 12 GByte RAM 1599 Euro. Diese heftigen Aufpreise für mehr Speicher sind verwunderlich, halten sich die Mehrkosten für Samsung doch in Grenzen. Auch für den Käufer lohnen sich die teureren Modelle mit mehr Speicher nur im Einzelfall. Schließlich bieten die Geräte einen Slot für Micro-SD-Karten. Diese erweitern den Speicher für derzeit etwa 140 Euro für eine entsprechende Speicherkarte um bis zu 512 GByte.

Im Vergleich zu diesen Preisen sind die Vorgänger geradezu günstig. Aktuell kostet das S9 (Testbericht) in der Variante mit 64 GByte Speicher 465 Euro, mit 256 GByte Speicher 611 Euro. Das S9 Plus (Testbericht) kostet mit 64 GByte Speicher 559 Euro, mit 256 GByte Speicher 699 Euro. Wir vergleichen die Spezifikationen der Generationen, verraten, ob sich die S9/S9+ jetzt noch lohnen und geben einen Ausblick auf den Preisverfall der aktuellen Geräte-Generation.

Egal ob S9/S9+ oder S10/S10+ – die Displays der Samsung-Geräte sind erstklassig. Außer beim S10e bieten sie alle 1440 Pixel in der Breite, die Pixelanzahl in der Länge variiert zwischen den Generationen, da das Display bei der S10-Reihe etwas gewachsen ist. Lediglich das S10e bietet mit 2230 × 1080 Pixel eine geringere Auflösung. Im Hands-On gefiel es uns dennoch sehr gut, die Auflösung ist für die alltägliche Verwendung absolut ausreichend.

Die S9-Reihe verzichtet genauso auf eine Notch wie die S10-Reihe. Während allerdings bei den S9 am oberen Rand ein Balken das Bildschirm-zu-Gehäuse-Verhältnis (Screen-to-body-ratio) verschlechtert, schließt bei den S10 das Display an der oberen Kante ab. Für die Frontkamera hat Samsung ein Loch in das Display gefräst. Wir finden das ist eine gute Lösung.

Lediglich beim S10+ geht Samsung einen Schritt zu weit. Dort ist das Loch deutlich breiter, damit eine zweite Kamera darin Platz findet. Diese ist jedoch keine Weitwinkellinse, sondern soll für den Unschärfeeffekt in im Hintergrund sorgen. Dass eine zweite Kamera dafür gar nicht unbedingt nötig ist, beweist Google bei seinen Pixel-Geräten. Sie kommen mit je nur einer Kamera auf Front- sowie Rückseite und erzeugen dennoch fantastische Bokeh-Effekte.

Das S9 bietet eine einzige Kamera auf der Rückseite, das S9+ und das S10e eine zweite Kamera mit 2-fach optischem Zoom. Beim S10 und S10+ verbaut Samsung eine zusätzliche Weitwinkellinse. Unsere Erfahrung hat gezeigt, dass eine Weitwinkellinse im täglichen Einsatz fast mehr Sinn macht als die Tele-Kamera. Häufig möchte man, dass mehr auf das Bild passt als mit der Standardbrennweite. Wer also ein Samsung-Smartphone mit Weitwinkelkamera möchte, für den führt fast kein Weg am S10 oder S10+ vorbei.

Samsung setzt beim S10+ erstmals auf eine Keramikrückseite. Uns gefiel sie im ausführlichen Hands-On des Samsung Galaxy S10+ nicht besonders, fühlt sie sich doch stark nach Kunststoff an und zeigt Fingerabdrücke. Allerdings sind wir mit unserer Meinung in der Minderheit, den meisten Testern gefällt das Material. Egal ob Glas oder Kunststoff, bezüglich der Verarbeitung sind die Geräte alle topp. Als Premium-Feature sind sie allesamt staub- und wasserdicht nach IP68.

In der S9-Reihe taktet für den deutschen Markt der Exynos 9810, in der S10-Reihe sein Nachfolger der Exynos 9820. Der RAM reicht je nach Modell von 4 bis 12 GByte, sollte aber auch in seiner kleinsten Ausführung keinen Flaschenhals darstellen. Das Topmodell mit S10+ mit 12 GByte RAM kommt auf einen Antutu-Score von 326.000 Punkten und würde sich damit aktuell auf den ersten Platz schieben. Allerdings wohl nicht lange. Denn der Antutu-Score des Xiaomi Mi 9 (Ratgeber) soll 388.000 Punkte betragen. Das S9+ mit 6 GByte RAM landet mit etwa 250.000 Punkten auf Platz 22, das S9 mit 4 GByte RAM belegt mit 247.000 Punkten Platz 23.

Die Akkukapazitäten reichen von 3000 mAh beim S9 bis zu 4100 mAh beim S10+. Auch wenn das S10+ das größte Display besitzt, sollte sein Akku den Nutzer problemlos über den Tag bringen. Außerdem gehen wir davon aus, dass der neue Exynos 9820 energieeffizienter ist als sein Vorgänger. Denn sowohl beim S9 (Testbericht), als auch beim S9 Plus (Testbericht) waren wir von den Akkulaufzeiten enttäuscht.

In der S10-Reihe verbaut Samsung erstmals einen Ultraschall-Fingerabdrucksensor hinter dem Display, die S9-Reihe setzt auf den bewährten Sensor auf der Rückseite. Beim Ausprobieren funktionierte der Sensor hinter dem Glas gut, allerdings dauerte ein Entsperrvorgang bis zu zwei Sekunden. Das geht beim konventionellen Sensor schneller.

Anhand der Preisentwicklung der Modelle S9 und S9+ geben wir eine Prognose zur Preisentwicklung der aktuellen Reihe ab. Unsere Erfahrung hat gezeigt, dass sich so relativ genau der Preisverfall voraussagen lässt. So kostete das S9 mit 64 GByte zur Markteinführung 849 Euro. Nur einen Monat später kostete es schon nur noch 750 Euro. Drei Monate nach Markteinführung fiel der Preis auf 580 Euro.

Wir gehen also davon aus, dass das S10 mit 128 GByte, welches für Vorbesteller 899 Euro kostet, nach einem Monat für unter 800 Euro den Besitzer wechselt. Nach drei Monaten könnte sein Preis auf gut 600 Euro fallen.

Samsung dreht bei den S10-Modellen gehörig an der Preisschraube, gerade wenn es etwas mehr Speicher sein soll. Doch Samsung ist bekannt dafür, dass ihre Geräte in den ersten Wochen und Monaten massiv an Wert verlieren. Deswegen sollten nur absolute Hardcore-Fans vorbestellen, selbst wenn Samsung derzeit die Galaxy Buds (UVP 149 Euro) mit drauflegt. Wer drei Monate wartet, kann sich richtig viel Geld sparen. Wer jetzt auf die Auslaufmodelle der S9-Reihe setzt, macht im Grunde nichts falsch. Sie bieten alles, was man von einem modernen Smartphone erwartet und zusätzlich einen fairen Preis.

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Hama Digitalradio im Test: Schickes Multifunktionsgerät

Das Hama DIR3505MSCBT ist mehr als nur ein Digitalradio. Rasch entpuppt es sich als Multitalent mit zahlreichen digitalen Anschluss- und Abspielmöglichkeiten sowie CD-Player.

Die Audioqualität ist für ein Radio sehr gut, sie erreicht jedoch nicht die eines Stereo-Turms mit externem Receiver und Standlautsprechern. Aus den beiden 3-Zoll-großen Lautsprechern tönen je 20 Watt RMS. Es verzerrt nichts, auch die Bässe bekommt das Gerät selbst bei höchster Lautstärke gut in den Griff.

Bei maximaler Power lässt sich ein 30-Quadratmeter-Wohnzimmer ganz gut beschallen. Für eine Party reicht es gerade so aus, auch Nachbarn lassen sich damit sicherlich noch ärgern. Der Equalizer erlaubt, Höhen und Tiefen zu verstellen. Das Gerät bietet zudem sieben Soundeinstellungen.

Das Hama Digitalradio DIR3505MSCBT versteht DAB, DAB+ und FM. Eine Teleskopantenne gehört dafür zum Lieferumfang. Der 75-Ohm-Antennenanschluss bietet aber auch die Möglichkeit, das Gerät mit der Satellitenantenne oder dem Kabelanschluss zu verbinden.

Parallel gelangen Audiodaten über WLAN in den Frequenzbändern 2,4 und 5 GHz, per LAN und Bluetooth zu dem Gerät. Im Netzwerk frei gegebene Titel lassen sich über die Bedienfelder am Gerät, der Fernbedienung und der App Unlok abspielen. Amazon Music und Spotify versteht das Hama-Radio ebenfalls.

Auch das Streamen vom PC ist möglich. Die Anleitung erklärt lediglich das Streaming mit Betriebssystem Windows 8. Der Support ist jedoch rasch telefonisch erreicht und hilfsbereit. Wir erhielten einen Link zu einer Anleitung. Nach etwas Probieren funktionierte schließlich das Streaming unter Win10.

Praktisch: Wer mehrere der Geräte betreibt, kann auf eine Multiroom-Funktion zugreifen.

Per USB-Anschluss auf der Rückseite lassen sich Audiodateien einspeisen, aber auch einmal ein Smart Phone laden. Mittels Digital Audio Output Optical lassen sich ältere Surround Receiver ins digitale Zeitalter heben. CD-Player, Aux In und Line Out rundet schließlich das Digitalradio ab.

Trotz der umfangreichen Ausstattung des Hama-Geräts, gestaltet sich die Bedienung relativ intuitiv. Das muss es auch, denn die Bedienungsanleitung sieht nur auf den ersten Blick umfassend aus. Schnell entpuppt sie sich als Sprachtalent und hält auf knapp 80 Seiten 19 Sprachen bereit. Auf vier Seiten pro Sprache sind unter anderem Sicherheits- und Entsorgungshinweise untergebracht. Und damit reicht der übrige Platz lediglich, um wenig technikaffinen Personen den Start zu ermöglichen. Das Gerät bietet sehr viel mehr als intuitiv heraus zu bekommen ist. Deswegen ist es schade, dass Hama die 46 Seiten seiner umfassenden Anleitung nur online vorhält.

Ein 2,8-Zoll-TFT-Display leitet durch das Menü, unterstützt von einem gut verarbeiteten Drehregler und diversen Knöpfen oben und unten auf dem Frontdisplay. Nutzer müssen dafür recht viel Druck ausüben, um deren Widerstände zu überwinden. Trotz Gummifüße kann es – abhängig vom Untergrund – rasch verrutschen.

Sind erst einmal Netzwerk, Quellen und Sender eingestellt, lässt sich das Gerät nahezu ausschließlich über die Fernbedienung steuern. Das funktioniert besser als am Gerät selbst. Eine Schnellwahltaste leitet direkt zu den Musikquellen, zum Equalizer und Stummschalten. Bis zu 30 Sender können Anwender pro Quelle speichern und über die Fernbedienung rasch auswählen.

Zur Bedienung per Smartphone steht die App Undok für Android und iOS zur Verfügung. Jegliche Quellen – vom Internetradio, Amazon Music und Spotify über DAB+ und FM bis zu USB, den optischen Eingang, Bluetooth und CD – zeigt die Applikation an. Die Speicherbelegung lässt sich abrufen und einfach per Smartphone ändern.

Die App findet das Gerät zügig, sofern es angeschaltet ist und sich Digitalradio sowie Smartphone im gleichen Netzwerk befinden. Dies erfolgt ohne Sicherheitsabfrage, auch auf die Werkseinstellung lässt sich das Gerät mittels App rasch zurücksetzen.

Die Bedienung ist einfach und äußerst praktisch. Käufer sollten sich jedoch mit Partner und Kindern, die stets ungefragt über die App Zugriff erhalten, gut stellen: Rasch lässt sich die Lieblingsmusik umstellen, und mit einem Klick sind jegliche Einstellungen und Speicher der zahlreichen Sender gelöscht.

Das Hochfahren des Geräts und das Lesen von CDs dauert erstaunlich lange: Im Test mit drei Original-CDs dauerte es stets zwischen zwölf und 14 Sekunden, bis der erste Titel zu hören war. Zudem ist der CD-Player zwischen den Stücken und während leiser Sequenzen zu hören. Sind Radiosender über DAB, Internet und FM erst einmal eingerichtet, erfolgt das Umschalten über die Schnellwahltasten und der Zugriff auf den Programmspeicher ohne Verzögerung.

In unserem Test hat sich das Gerät zweimal festgefahren. Da half nur Geduld oder den Stecker ziehen. Der Netzschalter auf der Rückseite erlaubt einen solchen Neustart.

Das farbige TFT-Display hat uns im Test nur teilweise überzeugt. Dessen Auflösung erscheint zunächst gering. Besonders die Symbole für Wecker und Senderspeicherplatz sind so undeutlich, dass sie sich mehr erahnen als erkennen lassen. Im unteren Bereich zeigt das Gerät an, ob es Verbindung zum Netzwerk oder Bluetooth hat. Auch hier erscheinen die Symbole sehr pixelig. Zudem kennt Hama – bis auf das blau-grüne DAB+-Zeichen – lediglich die Farben weiß, rot und gelb: Die Schrift ist langweilig hellgrau und Stufen sind zu erkennen. Die an das Gerät geleiteten Bilder der DAB+-Sender zeigt der 2,8-Zoll-Bildschirm hingegen vielfarbig und in ordentlicher Qualität an.

Das nach hinten schmaler werdende Gehäuse des Digitalradios steht vorne auf einem Metallbügel, hinten auf dem Gehäuse, stets von Gummi gedämpft. Edel wirkt der matte, nach hinten abfallende Korpus und das glänzende Bedienfeld. Fingerabdrücke zeigt das schwarze Gerät an beiden Materialien nicht, Staub lässt sich jedoch nach wenigen Tagen erkennen. Die Lautsprecher bedeckt ein schwarzer Stoff, der um die Seiten weiterläuft und bündig mit dem Gehäuse abschließt.

Insgesamt scheint das Digitalradio von Hama als Wecker konzipiert: Das Einstellen der Weckfunktion gestaltet sich einfach. Und auch die automatische Dimm-Funktion für ein dunkles Display in der Nacht lässt sich über einen Schalter hinten am Gerät einfach ein- und ausschalten. Kompakt ist es für einen Wecker nicht und wird auf den meisten Nachttischen eher klobig wirken.

Eine Fernbedienung gehört zum Lieferumfang, die notwendigen beiden AAA-Batterien legt der Hersteller bei. Die Gummiknöpfe wirken robust. Die Oberseite des Gehäuses ist schraffiert. So bliebt kein Fingerabdruck sichtbar und verleiht auch der Fernsteuerung einen hochwertigen Schliff.
Das CD-Fach versteckt sich hinter einer Goldkante. Es gleitet lautlos auf, doch an den Kanten des Einschubs entdecken pingelige Käufer scharfe Kanten. Hier ist alles etwas unregelmäßig.

3,5 kg bringt das Gerät auf die Waage ohne Netzgerät, welches den Hausstrom in 18 Volt und 2,6 Ampere umwandelt. Dieses befindet sich nicht im Gerät, sondern hängt mit am Kabel. Bei Maßen von rund 37 × 18 × 25 mm nimmt es etwas weniger Platz ein als vier Pakete an 500 Blatt Druckerpapier. Als Wecker auf einem Nachtisch ist es viel zu groß und auch viel zu schade. Als Stereoanlage bietet das Gerät umfangreiche Abspielmöglichkeiten auf kompaktem Raum.

Für knapp 300 Euro erhalten Käufer mit dem Hama DIR3505MSCBT ein vollausgestattetes Multimediagerät, das auf dem neusten Stand ist und sich von zahlreichen Quellen speisen lässt. Die Bedienung ist intuitiv, das Streamen in Windows 10 etwas knifflig. Da alle Musikquellen dennoch rasch zum Laufen gebracht werden konnten, überwiegt bei uns das Erfolgsgefühl. Schade finden wir, dass die umfangreiche Anleitung lediglich online zur Verfügung steht. Beim CD-Player scheint es, als hätte Hama diesen noch als zusätzlichen Bonus mit drauflegen wollen, jedoch viel zu günstige Komponenten für ein ansonsten hochwertiges Gerät verwendet.

Der Klang ist für eine solch kompakte Stereoanlage ordentlich. Auch das Design gefällt uns gut: Die von außen zu erkennenden Komponenten sind gut verbaut und wirken sehr hochwertig. Das Display von Hama hat uns hingegen nicht besonders gefallen. Lediglich wenige Farben und eine unscharfe Schrift sowie Symbole in geringer Auflösung hält der Hersteller bereit. Dass es besser geht, zeigen die Bilder, welche die Radiosender an das Digitalradio leiten. Deren Darstellung fanden wir recht ordentlich.

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Espresso per App: Vollautomat Nivona NICR 789 im Test

Nivona liefert seine Cafe Romatica 789 samt App zur Programmierung. Wir testen den Vollautomaten und zeigen, für wen sich das lohnt.

Braucht man wirklich einen smarten Vollautomaten, um Espresso, Cappuccino und Co zu ziehen? Im Fall des Nivona Cafe Romatica 789 (NICR 789) sagen wir ganz klar ja – wenn man den Kaffee nicht allein trinkt, sondern unterschiedliche Geschmäcker und Ansprüche aufeinandertreffen.

Denn die Nivona NICR 789 ist zwar smart, aber nicht im „Smart Home”-Sinn: Der Vollautomat braucht kein WLAN, keine Hersteller-Cloud und keine Zugangsdaten. Die Begleit-App funktioniert per Bluetooth, entsprechend ist es passender, wenn man von einem „programmierbaren Vollautomaten” spricht. Doch dazu mehr später.

Im Karton steckt mit Ausnahme von Kaffeebohnen alles, was man zum Betrieb braucht. Der Aufbau ist simpel, es braucht lediglich eine Steckdose. Der Vollautomat nimmt in etwa den Raum eines 5-Liter-Bierfasses ein. Wir empfehlen aber den Aufbau in der Nähe einer Mülltonne und eines Waschbeckens. Denn die Maschine spült regelmäßig und das etwas kleine Tropfbecken ist schnell voll. Eingeschalten wird die Maschine über einen seitlichen Taster, der das Gerät komplett vom Netz trennen kann.

Die Verarbeitung der NICR 789 ist gut. Der Plastikkern ist von einer silbernen Folie umzogen. Das sieht wertig aus, zudem gibt es keine Überstände oder andere unsauber verarbeitete Bereiche. Einzig die Abdeckung des Auslaufs könnte stabiler sein. Sie hält mit kleinen Plastiknasen. Oben befindet sich eine Heizplatte für Espresso- und Kaffeetassen.

Im Karton liegt neben den Reinigungstabletten auch ein Wasserfilter. Dieser wird direkt in den Tank eingesetzt, wenn man das denn möchte. Die Maschine fragt beim ersten Start nach, ob der Nutzer den Filter verwenden will und hilft beim der Installation. Wer den Filter zunächst nicht nutzen will, kann ihn jederzeit nachträglich einbauen.

Für die Milchzufuhr liegt ein separater Milchbehälter bei, der mit einem Schlauch an der Maschine angeschlossen wird. Der Behälter fasst einen Liter Milch und lässt sich separat im Kühlschrank aufbewahren. Vorsicht: Der Deckel ist nur aufgesetzt, an diesem sollte man den Behälter nicht hochheben. Hier hätte uns ein Schnappverschluss oder ähnliches besser gefallen.

Anschließend spült die Maschine durch und ist einsatzbereit.

Die Bedienung der Nivona ist einfach. Über zwei Drehknöpfe kann man die verschiedenen Kaffeeprodukte (u.a. Espresso, Americano, Cafe Lungo, Cappuccino, Latte Macchiato) auswählen. Mit dem linken Knopf kann man die Menge (drehen) oder die Intensität (drücken) auswählen. Das klappt im Alltag gut, im Test in der Redaktion kamen alle Probanden damit gut klar.

Gut gefällt der vergleichsweise leise Betrieb. Das Mahlwerk springt an, ist aber leiser als bei vergleichbaren, älteren Vollautomaten. Auch das Pumpwerk ist vergleichsweise leise, zumindest so lange der optionale Filter nicht im Wassertank sitzt. Ist dieser verbaut, zieht die Maschine deutlich lauter das Wasser.

Die Qualität des Kaffees hat uns durch die Bank überzeugt. Wir haben mehrere unterschiedliche Espressobohnen (100 Prozent Arabica) in unterschiedlichen Preiskategorien verwendet. Die Drehregler machen es leicht, die Stärke des Kaffees anzupassen. Die Crema war jederzeit sehr gut, gerade beim einfachen Espresso oder dem Cafe Lungo war das gut zu sehen. Bei Cappuccino und Co war das Ergebnis ebenfalls sehr gut. Praktisch ist, dass man den Schlauch nicht nur mit dem mitgelieferten Behälter verwenden kann. Das Ergebnis ist ebenfalls gut, wenn man ihn einfach nur in einen Karton oder anderen Behälter hängt. Das macht den Wechsel für Leute einfach, die andere Milchtypen oder -alternativen bevorzugen. Neben normaler Milch kam die NICR 789 im Test auch mit Hafermilch klar.

Der Kaffeeauslauf lässt sich bis zu 14 cm in der Höhe verstellen, so dass selbst große Tassen problemlos darunter passen. Im Test konnten wir einen 0,5-l-Krug ohne Probleme unterstellen.

Das technische Highlight ist die Bluetooth-Verbindung samt passender Smartphone-App. Die Idee ist einfach: Man installiert die App und kann anschließend vom Smartphone aus nicht nur die hinterlegten Kaffees beziehen, sondern diese sowohl anpassen wie auch eigene Rezepte erstellen und ablegen. Und keine Angst: Vor dem Bezug erkundigt sich die App, ob wirklich eine Tasse untergestellt wurde.

Die App ist einfach zu benutzen, das Anpassen der Kaffeegetränke, etwa Temperatur, Kaffee-, Milch- oder Wassermenge sowie die Stärke des Getränks erfolgt über simple Schieberegler.

Besonders praktisch fanden wir aber die Programmierung eigener Getränke. Man startet entweder mit einer Vorlage oder einem neuen Getränk und kann die Parameter wie Stärke, Aroma, Wasser, Gesamtmenge oder Temperatur einstellen. Im Test kam jeder Nutzer mit der App relativ schnell zurecht. Das größte Problem war die Bluetooth-Verbindung, offenbar erlaubt die NICR 789 immer nur einen Nutzer auf einmal.

Da hilft es, dass sich die erstellten Mischungen mit Namen und Logo auf dem Vollautomaten speichern lassen und von dort aus auch ohne App abrufen. Über den Drehregler wählt man sie aus, drückt drauf und bekommt sein Getränk direkt zubereitet. Für uns war dies tatsächlich eins der Highlights im Vergleich zum „normalen” Vollautomaten in der Redaktion. Es gab kein Gestreite mehr darum, „wer jetzt schon wieder den Kaffee so stark/schwach eingestellt habe” und das Anpassen von Menge und Temperatur wurde ebenfalls gut aufgenommen.

Neben den Rezepten liefert die App Informationen rund um den Kaffee und hilft bei der Reinigung. Sie zeigt nicht nur den „Abnutzungsstatus“ der verschiedenen Komponenten an, sondern erlaubt auch die Einstellung des Kalkwertes. Dazu gibt es hilfreiche Erklärungen, wenn eine Reinigung vorgenommen wird.

Die Nivona möchte regelmäßig umsorgt werden. Wird der Milchschäumer zwei-, dreimal genutzt, würde die Maschine gerne den Aufschäumer spülen. Das System meldet regelmäßig einen Spülwunsch, dazu kommen die Entkalkungs- und Reinigungsdurchläufe. Letztere hängen von der Wasserhärte und der Nutzung ab, im Test war es grob geschätzt eine Reinigung nach rund vier bis sechs Wochen.

Die eigentlichen Spülvorgänge sind angenehm kurz. Das gilt gerade für den Milchaufschäumer. Der Schlauch wird dabei von der Milchkanne ab- und am Bodenblech der Maschine angesteckt. Anschließend lässt die Nivona heißes Wasser und Dampf durch den Aufschäumer und den Schlauch laufen. Das entfernt Milchrückstände und verhindert, dass der Milchschaum sauer schmeckt. Vorsicht, diese Reinigung ist ziemlich heiß, das wirkt sich auch auf das Abtropfblech aus. Mehrfach hatten im Test neugierige Redakteure ans Blech gefasst, um die Finger erschrocken zurückzuziehen.

Ein Nachteil hat diese häufige Reinigung allerdings. Der Auffangbehälter ist relativ schnell voll. Leider ist er für das häufige Saubermachen zu klein ausgelegt – entsprechend muss man oft zwischen Maschine und Spülbecken hantieren.

Sowohl der Reinigungsbehälter wie auch die Brühgruppe ist einfach zugänglich. Letztere erreicht man über ein abnehmbares Seitenteil. Für die Reinigung legt Nivona zwei Tabletten bei, diese werden auf Anweisung in den Schacht für Pulverkaffee gelegt.

Im Test hatten wir nach etwa drei Wochen ein Problem mit dem enorm harten Wasser der Region. Das zeigte sich darin, dass die Maschine einfach kein Wasser mehr ziehen konnte, es klang wie eine defekte Pumpe. Nach Rücksprache mit Nivona führten wir eine Entkalkung durch, obwohl dies laut der App noch nicht notwendig gewesen wäre. Mit einer kurzen Einwirkzeit hat sich die NICR 789 dann tatsächlich wieder erholt. Wer also besonders hartes Wasser hat, der sollte mehrere Entkalker auf Vorrat haben. Auch der Einbau des Wasserfilters kann sich lohnen. Im Test hielt dieser zwischen 4 bis 6 Wochen. Eine Alternative können normale Wasserfilter sein – wichtig ist nur, dass sie explizit auch Kalk herausfiltern.

Die Nivona Coffe Romatica 789 ist nicht smart. Viel besser, sie ist einfach programmierbar, ohne dass es einen Cloud-Zugang oder ähnliches braucht. Diesen Vorteil merkt man vor allem dann, wenn verschiedene Kaffeegeschmäcker aufeinandertreffen. Der eine Kollege mag es eher schwach, beim anderen muss man die Tasse gefühlt umdrehen können, ohne dass der Espresso heraustropft. Andere wiederum möchten gerne eine höhere Temperatur und wie viel Milch im Cappuccino sein muss, das ist sowieso eine Glaubensfrage.

Hier spielt die NICR 789 ihre Stärken voll aus. Jeder konnte sich sein Lieblingsgetränk hinterlegen, zumindest bis die fünf Speicherplätze voll waren. Wer viel mehr Nutzer hat, der sollte sich sowieso den Griff zu einer Profi-Maschine überlegen, die kleinen Vollautomaten sind eher auf den Bereich Familie/kleines Büro ausgelegt.

Etwas nervig war der Sauberkeitsfimmel der Maschine. Ja, das ist gerade im Büro wichtig (vor allem der gut gespülte Milchschlauch), aber dann wäre es gut, wenn der Auffangbehälter etwas größer wäre.

Insgesamt hinterlässt die Nivona NICR 789 einen guten Testeindruck.

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