Wir berichteten bereits zur Formnext 2025 vom INDX-System für den CORE One und später auch den CORE One L von Prusa, womit die Geräte nicht nur Multicolor-, sondern auch Multimaterial-fähig werde. Anders als bei der MMU 3 dann aber eben auch mit möglichst wenig bis gar keinem Druckabfall abseits eines Purge-Towers. Das Ganze ist ab sofort vorbestellbar und wird dann laut Prusa ab Juni dieses Jahres ausgeliefert.
Das INDX-System stammt von Bondtech aus Schweden und ist ein automatisches Toolchanger-System, das den Prusa Core One (für den CORE One L folgt das Upgrade später) in einen Multimaterial-Drucker mit bis zu 8 verschiedenen Filamenten verwandelt. Der Name steht für INduction Dynamic eXtruder.

Das System basiert auf einer smarten Aufteilung:
- Ein einziger „Smart Head“ fährt auf der Achse und enthält die gesamte Elektronik, den Extruder-Motor und die Induktionsheizung.
- Mehrere passive Tools (4 oder 8) sind an der Druckerfront geparkt. Sie enthalten keine Kabel, keine Heizer, keine Thermistoren – nur einen Filamentpfad, einen Kühlkörper und eine spezielle Düse.
- Die Düse wird per Induktionsheizung drahtlos aufgeheizt (in 4–12 Sekunden von kalt auf Drucktemperatur) und die Temperatur wird kontaktlos per Infrarot gemessen.
- Ein kompletter Werkzeugwechsel dauert ca. 12 bis 14 Sekunden inkl. Aufheizen.
- Der Dynamic Dual Drive (DDD)-Extruder passt den Andruck auf das Filament automatisch an – von TPU bis zu Carbon-Nylon, ohne manuelles Tuning.
Unterteilt wird in eine Version mit 4 und eine mit 8 Werkzeugköpfen, der Preis liegt bei 669 Euro (4 Toolheads), bzw. 899 Euro (8 Toolheads). Ja, wir reden hier von Upgrades für bestehende Drucker, nicht den Preis für eine Gesamteinheit Drucker Upgrade. Damit fallen die Geräte definitiv teurer aus als zum Beispiel der Mitbewerber von Snapmaker mit dem U1, der selbst mit Top-Cover – um mit einem geschlossenen Gerät verglichen werden zu können – aktuell für knapp 1060 Euro zu bekommen ist.
Der Kauf wird vermutlich auch mehr für Prusa-Enthusiasten interessant sein, die sowohl die Sicherheit als auch die Tatsache, ein rein europäisches und eben vor allem zuverlässiges Produkt für sich drucken lassen zu können – mit dem entsprechenden Kaufpreis quittieren. Zerlegt sich ein aktueller Bambu, Snapmaker, Creality oder Anycubic, dann ist’s schnell mal vorbei mit „repariere ich selbst“.
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