Sounds great | Sennheiser FOCUSMIC Digital Mini-Richtrohrmikrofon für Smartphones

Sounds great | Sennheiser FOCUSMIC Digital Mini-Richtrohrmikrofon

Auf der IBC in Amsterdam zeigt Audiospezialist Sennheiser in einer Preview das FOCUSMIC Digital, ein robustes Mini-Richtrohrmikrofon für hochwertige Videoaufnahmen mit dem iPhone. Das Mikrofon mit Lightning-Stecker kombiniert die vielfach ausgezeichnete A/D-Wandler- und Vorverstärkertechnik von Apogee mit einer hochwertigen Sennheiser-Kapsel, die den Ton fokussiert aus der Filmrichtung aufnimmt.

Das Mikrofon sitzt auf einer stabilen Klammer, die das iPhone rutschsicher umfasst und für diverse Modelle (von SE über X bis 8 plus) und auch Hüllentypen geeignet ist. Das FOCUSMIC Digital kann um bis zu 270° geschwenkt werden, und ermöglicht so nicht nur Kommentare des Filmenden selbst, sondern auch einen sicheren Transport. Das FOCUSMIC Digital wird im zweiten Quartal 2018 erhältlich sein.

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Insta360 ONE im Test: 360-Grad-Kamera mit 4K für iPhone

Die Insta360 One ist eine 360-Grad-Kamera mit 4K-Auflösung zum Aufstecken für iPhone und iPad – Android kommt später dran. Sie ist technisch gut ausgestattet und einfach zu bedienen. Darüber hinaus hat sie einige interessante Features, wie beispielsweise die Verfolgungsfunktion. Seit einigen Tagen tragen wir nun die Insta360 One in unserer Tasche und haben sie ausgiebig getestet. Was uns gefällt und was nicht, lest Ihr im ausführlichen Testbericht auf TechStage.

Die Insta360 One ist bereits die zweite Generation. Den Vorgänger, die
Insta360 Nano (Test), hat TechStage bereits im April dieses Jahres getestet. Die Auflösung ist mit 3K nicht so hoch, trotzdem haben die App, der erschwingliche Preis sowie die Gesamtqualität einen guten Eindruck hinterlassen.

Mit der neuen One will das High-Tech-Startup aus Shenzhen in China all die Defizite ausbessern, die wir beim ersten Modell kritisiert haben. Ganz vorne mit dabei: die höhere Auflösung mit 4K-Ultra-High-Definition. Nun gibt es ein eingebautes Stativgewinde im 1/4-Zoll-Format, außerdem kann die Kamera nun auf ebenem Untergrund auch selbstständig stehen.

Die gegen Ende August 2017 und im Rahmen der diesjährigen IFA vorgestellte Insta360 One ist bereits im Markt erhältlich. Die unverbindliche Preisempfehlung beträgt 359 Euro.

Was bekommt der Käufer alles, wenn er sich für die neue Kamera entscheidet? Leider nicht sonderlich viel: In der Verpackung gibt es nur das Standardzeug, cooles Zubehör muss extra gekauft werden. In der Kamera-Einheit steckt eine 8 GByte große Speicherkarte. In jedem Fall empfehlen wir das Aufrüsten auf eine microSDHC mit mindestens 32 GByte, oder, noch besser: 64 GByte. Eine Auswahl an geeigneten microSD-Karten findet Ihr in unserem
Speicherkarten-Vergleichstest.

Die Kamera wird in einer Art Schutzhülle geliefert. Sie hat eine 2-in-1-Funktion: Neben dem sicheren Transport dient sie auch als kleines Stativ zum Aufstellen der Kamera. Außerdem dabei: ein Strippe mit Gewinde, Reinigungstuch sowie ein microUSB-Kabel. Letzteres ist für das Aufladen gedacht. Im Test brauchte die Kamera 2 Stunden und 7 Minuten Ladezeit, um den 820 mAh großen Akku auf 100 Prozent zu bringen. Ein Netzteil wird nicht mitgeliefert. Deshalb haben wir ein Standard-USB-Netzteil mit einer Stromstärke von 1 Ampere verwendet.

Die ONE hat die Form eines Zeppelins. Die Kamera hat eine Masse von 87,6 Gramm und kommt nur in der Farbe Schwarz daher. Sie ist breiter als das iPhone 7 Plus, weshalb sie links und rechts etwas hinausragt – was aber nicht störend ist. Das Gehäuse ist zwar aus hartem Kunststoff und besitzt Glas-ähnliche Elemente, trotzdem ist eine gewisse Wertigkeit vorhanden. Die Verarbeitung ist sauber und stimmig.

Sowohl der Platz für die Speicherkarte, als auch der Strom- und Datenanschluss liegen offen. Vielleicht ist die Kamera gerade deshalb nicht staub- und wasserdicht. Wer also einen besonderen Moment im Wasser festhalten möchte, zum Beispiel beim Tauchen oder ähnliches, der braucht ein zusätzliches Wassergehäuse.

Die Insta360 ONE lässt sich auf verschiedene Arten bedienen: aufgesteckt am iPhone über den integrierten Lightning-Anschluss, drahtlos über Bluetooth 4.0 oder komplett eigenständig. Jede Methode hat ihre Vor- und Nachteile. Im Test hat die kabelgebundene Verbindung am besten funktioniert, die Latenz ist gering. Über Bluetooth bekommt der Nutzer am Smartphone eine Möglichkeit zur Fernbedienung – die Übertragung des Livebildes oder gar von Dateien ist aber nicht möglich. Hier wäre ein Übertragungsstandard wie WLAN Direct hilfreich, doch auf WLAN hat der Hersteller komplett verzichtet. Gute Erfahrung haben wir auch mit der Stand-Alone-Funktion der Insta360 ONE gemacht. Weil ein Autofokus fehlt und man immer 360 Grad Sichtbereich abdeckt, ist ein genaueres Hinsehen beim Aufstellen und ein Vorschaubild eigentlich nicht notwendig.

Ein 360-Grad-Foto wird über die am Gehäuse angelegte Taste ausgelöst. Sie lässt sich problemlos ertasten und ist konkav geformt, da muss man nicht genau hinschauen. Durch das einmalige und kurze Drücken wird ein Foto in den Speicher geschrieben. Ein längerer Druck startet eine Videoaufnahme. Der Nutzer kann in der App festlegen, was bei dreimaligem Drücken passieren soll: Zeitlupen- oder Zeitrafferaufnahmen.

Die Insta360 ONE hat zwei Kameras mit je 180 Grad Blickwinkel. Welche Bildsensoren verwendet werden, will das Startup auf Anfrage nicht verraten. Die Optik beider Linsen hat einen Blendenwert von f/2.2. Das ist lichtschwächer als bei der ebenfalls brandneuen Theta V von Ricoh Imaging mit f2.0.

Die Systemauflösung der One-Kamera beträgt 23,89 Megapixel. Die Dateien werden im 360-Format .insp oder als gewöhnliches .jpeg abgespeichert. Wer möchte, kann optional das Rohdatenformat Adobe DNG aktivieren. Das Bearbeiten auf der iPhone-App ist dann allerdings nicht mehr möglich, weil eine Export-Funktion fehlt. Gäbe es die, könnten Apps wie Google Snapseed und Co. damit umgehen und die Ergebnisse entwickeln. Die Fotoqualität in der Automatik ist gut, im manuellen Modus lässt sich mehr herausholen. Gut gefallen hat uns die maximale Belichtungszeit von 60 Sekunden. Damit lassen sich fabelhafte City-Aufnahmen bei Nacht aufnehmen.

Zu den Neuheiten der Insta360 ONE zählt die Videoauflösung: 4K UHD, das sind 3840 × 1920 bei einer unregelmäßigen Bildwiederholfrequenz von 29 Bildern pro Sekunde. Bildraten von 60 und sogar 120 fps sind auch möglich, dann aber mit einer geringeren Auflösung von 1280p respektive 512p. Videos werden im 360-Grad-Format .insv und .mp4 abgelegt. Wer Kontrast, Schärfe und Farbe selbst bestimmen möchte, der kann optional auch das flache Bildprofil
LOGnutzen. Das Bearbeiten in der Postproduction mit einem neuen LUT-Profil ist, was den Workflow betrifft, doch sehr aufwendig. Weshalb diese Option nur fortgeschrittene Nutzer mit Erfahrung in Farbkorrektur nutzen sollten.

Die Qualität der Videos ist – wie man’s von 360-Grad-Kameras kennt – nicht superscharf. Trotzdem gefällt uns das Bild und ist im Vergleich zu anderen Kameras, die wir bisher getestet haben, doch sehr gut. Etwas noch Besseres liefern nur professionelle VR-Systeme, die sich für die private Anwendung nicht rentieren. Uns ist aufgefallen, dass die Datenkompression in der Applikation zu viel von der Qualität wegnimmt. Auf dem Telefon ist ein helles und klares 360-Grad-Video zu sehen, selbst in einem bewölkten Szenario. Nach dem Export ist das Video dunkel und zeigt wenig Detail.

Das Stiching, so wird das Zusammensetzen von beiden 180-Grad-Perspektiven genannt, passiert völlig automatisch und auf der Kamera selbst. Hier muss der Nutzer nichts tun; stattdessen bekommt er das fertige Ergebnis. Wie gut ist die Umsetzung? Ziemlich gut, obwohl man bei der Betrachtung von nahliegenden Motiven eine leichte Überlappung feststellen kann. Der Belichtungsunterschied zwischen hell und dunkel ist minimal. Ergänzend zum automatischen Zusammensetzen steht ein erweitertes und zeitaufwendiges Stichting zur Verfügung, das der Nutzer manuell initialisieren kann, falls das Ergebnis nicht gut ausfallen sollte.

Die Insta360 One besitzt eine 6-fache Stabilisierung mit einem Kreiselinstrument, so etwas ist ein absoluter Segen für die dreidimensionale Videoaufzeichnung. Die Aufnahmen sind nicht nur stabiler, sondern immer präzise und akkurat ausgerichtet.

Die Applikation für die Insta360 One ist für iPhone und iPad verfügbar. Die Unterstützung beginnt ab den 6er-Modellen; das iPhone SE ist dabei. Wer ein Android-Smartphone besitzt, muss sich noch gedulden; Insta360 arbeitet bereits an einer Version. Ob es dann eine Kamera mit USB Type C als Anschluss geben wird?

Die App ist zwar komplett eingedeutscht, aber an manchen Stellen existieren Fehler im Dialog. Zum Beispiel „JetztZeitraffer“ statt „Zeitraffer starten“. Man warnte uns jedoch vor und gab den Hinweis, dass Unsauberkeiten wie diese auftauchen könnten. Dies sei temporärer, versprach uns ein deutscher Manager auf der IFA 2017 in Berlin.

Weil die ONE-Kamera am Fuße des iPhones angesteckt wird und das iPhone deshalb umgedreht werden muss, steht die App nach dem Anklicken auf dem Kopf. Umständlich ist dies aber nicht. Die App ist in drei Bereichen gegliedert: ein eigenes soziales Netzwerk mit Inhalten von anderen Nutzern, das eigene Album sowie das Livebild bei angeschlossener Kamera.

Wirklich beeindruckt waren wir von der Funktion „FreeCapture“. Mit ihr lässt sich aus einem bereits aufgenommenen 360-Grad-Video ein zweidimensionales Video für gewöhnliche Bildschirme extrahieren. Aber wie läuft das mit der Perspektive? Genau das ist die eigentliche Innovation der Kamera: Live während des Abspielens des Videos entscheidet der Nutzer, welcher Ausschnitt in das 2D-Video soll. Entweder bewegt und dreht er sich selbst um seine eigene Achse oder er nutzt die intelligente Verfolgungsfunktion. Beim Letzteren wird ein markiertes Objekt oder das menschliche Gesicht verfolgt und ständig in der Mitte des Bildausschnittes gehalten. Im Test hat das nicht immer zuverlässig funktioniert, vor allem bei schlechten Lichtverhältnissen. Hier gibt es noch Verbesserungsbedarf in der Software.

Die Insta360 One kostet derzeit etwa 360 Euro. Für das Geld bekommt der Käufer eine solide 360-Grad-Kamera mit guter Foto- und Videoqualität. Ihre einfache Handhabung spricht für den Kauf: anstecken und machen. Das Material kann unterschiedlich verwertet werden: als Video auf YouTube oder für eine bessere Wirkung mit einer VR-Brille. Auch das Livestreamen auf Facebook, Periscope oder YouTube war im Test problemlos möglich.

Zu den Stärken der One zählen die Funktionen in der App: RAW- und
LOG-Aufnahme, unterschiedliche Perspektiven (Planet-, Fischaugen- oder 2D-Ansicht). Mit zusätzlichem Zubehör, zum Beispiel dem herstellereigenen Selfiestick, sind weitere lustige Dinge wie ein „Bullet-Time-Effekt“ möglich.

Wer seine Momente dreidimensional einfangen und Freunde und Familie realistisch zum Greifen nah präsentieren möchte, der trifft mit der ONE von Insta360 eine gute Wahl!

  • Test: Insta360 Nano
  • Test: Nikon KeyMission 360
  • Test: Kodak PixPro SP360 4K
  • Test: LG 360 Cam
  • Test: Magicsee P3 360
  • Test: Xiaomi Mijia 360
  • Test: Samsung Gear 360 (2017)

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Argus: kabellose Full-HD-IP-Cam mit SD & IP65 im Test

Die IP-Kamera Argus kommt ohne kabelgebundene Stromversorgung aus, hat einen PIR-Sensor und Full-HD-Auflösung und kann sowohl drinnen als auch draußen genutzt werden. Zusätzliche Kosten für Speicherplatz in der Cloud kommen auf den Besitzer nicht zu: Argus speichert Videos lokal auf einer microSD-Karte ab. Trotz einiger Kritikpunkte hat uns die Reolink Argus im Test gut gefallen.

Die Security-Cam Argus des Unternehmens Reolink steckt in einem stabil und robust wirkenden Kunststoffgehäuse mit den Abmessungen 113 × 65 × 54 Millimeter und ist 260 Gramm schwer. Sie sitzt magnetisch haftend auf ihrem Sockel, auf dem sie sich komfortabel ausrichten lässt. Zur Befestigung an der Wand hat die Halterung entsprechende Schraubenlöcher. Zum Lieferumfang gehört weiterhin eine für den Außeneinsatz etwas diebstahlsicherere Befestigungsmöglichkeit: Dort wird sie mit einem Gewinde verschraubt und ist so nicht einfach abzunehmen. Prinzipiell empfiehlt es sich im Außenbereich allerdings sowieso eine IP-Kamera so anzubringen, dass sie sich außer Reichweite von unbefugtem Zugriff befindet.

Zum Einsetzen der Batterien gibt es ein spezielles Tool, das dabei hilft, die abnehmbare Rückseite zu entfernen. Hinter einer Kunststoffabdeckung an der Seite verbirgt sich der microSD-Kartenslot. Das Einsetzen einer Speicherkarte ist extrem fummelig, allerdings erschwert dies auch einen Diebstahl des Speichers: Ohne einen dünnen Metallstift oder Ähnliches bekommt man die Karte nicht eingesetzt, geschweige denn aus dem Schacht heraus. Dass dies es einem Einbrecher in der Hektik seiner illegalen Tätigkeit gelingt, ist schwer vorstellbar.

Die Reolink Argus nimmt mit ihrem CMOS-Sensor Bilder und Videos mit maximal 1920 × 1080 Pixel auf. Das Sichtfeld beträgt diagonal 130, horizontal 110 Grad. Für gute Nachtsicht gibt es Infrarot-LEDs mit einer Wellenlänge von 850 nm für eine Reichweite von bis zu 10 Metern. Bei der Bewegungserkennung setzt der Hersteller auf einen Passive-Infrarot-Sensor (PIR). Neben einem Lautsprecher, der auch für die Ausgabe eines Alarmsignals zuständig ist, hat die Kamera noch ein Mikrofon integriert. Für die Aufnahmen von Videos gibt es einen microSD-Steckplatz.

Argus arbeitet kabellos, für den Betrieb sind vier Batterien des Typs CR123A nötig. Die Security-Cam ist auch für den Außeneinsatz geeignet – sie hat die Schutzklasse IP65 und hält Temperaturen von minus 10 bis plus 55 Grad aus. Mit dem WLAN verbindet sie sich nach 802.11 b, g und n und unterstützt die Verschlüsselungsmethoden WEP, WPA-PSK und WPA2-PSK.

Argus ist eine klassische IP-Security-Kamera, die den Besitzer bei Bewegung vor der Linse per Pushnachricht oder E-Mail informiert. Letzteres hat im Test jedoch nicht funktioniert, dazu später mehr. Außerdem nimmt sie die entsprechenden Sequenzen auf und speichert sie auf einer microSD-Karte ab. Der Nutzer kann diese Aufnahmen übers Internet auch innerhalb der zugehörigen App ansehen. Auch das Herunterladen aufs Handy ist möglich, allerdings nicht besonders komfortabel und genaugenommen ist es auch kein wirkliches Herunterladen. Um Videos auf das Smartphone zu bekommen, startet der Nutzer nämlich – während auf dem Telefon das entsprechende Video läuft – eine Aufnahmefunktion, zeichnet so die gerade laufende Stelle auf und speichert sie dann auf dem Handy ab. Während des angezeigten Livebildes ist die Aufnahme von Bildern und Videos jederzeit möglich. Diese werden dann direkt auf dem Smartphone abgespeichert und landen nicht auf der im Inneren der Kamera sitzenden microSD-Karte.

Argus hat einen Lautsprecher und ein Mikrofon. So hört der Besitzer auch, was vor der Linse akustisch vor sich geht, der Lautsprecher hingegen lässt auf Wunsch ein Alarmsignal ertönen. Diese „Sirene“ eignet sich allerdings aufgrund geringer Lautstärke und nur kurzer Abspieldauer nicht dazu, Einbrecher zu verscheuchen. Die durch Mikro und Lautsprecher ermöglichte Gegensprechfunktion ist hingegen eine nützliche Sache.

Zur Inbetriebnahme und zur Bedienung der Argus gibt es eine Smartphone-App für Android und iOS. Das Setup funktionierte reibungslos und war dank entsprechendem Wizard innerhalb weniger Minuten abgeschlossen. Im Großen und Ganzen ist die App übersichtlich und selbsterklärend. Komfortabel schaltet der Nutzer Bewegungssensor und Pushnachrichten auf dem Hauptbildschirm ein oder aus und hat Überblick über den Stand der Akkus und Zugriff auf das Livebild. Ein- und Ausschalten des Bewegungssensors geschieht auf Wunsch übrigens auch zeitgesteuert.

Für das Livebild gibt es zwei Qualitätseinstellungen, die sich im Detail vom Nutzer festlegen lassen. Selbst übers mobile Internet war das Betrachten des Livebildes auch in hoher Qualitätsstufe allerdings meist kein Problem. Wer mehrere Kameras des Herstellers nutzt, hat die Möglichkeit auf eine übersichtliche Mehrfensterdarstellung innerhalb der App zurückgreifen.

Die Bildqualität und die Performance beim Livebild sind sehr gut. Während es bei einigen IP-Kameras schon mal 10 Sekunden oder gar länger dauert, bis eine Verbindung steht – gerade beim Zugriff über das mobile Internet –, geschieht dies bei der Argus in einem Augenblick. In der Regel steht die Verbindung nach maximal 2 Sekunden. Auch die Latenz beim Livebild ist – eine stabile und schnelle Internetverbindung vorausgesetzt – gut, bzw. sehr gering. Teilweise spielt sich diese im Millisekundenbereich ab. Davon abgesehen gab es im Test keine Streamingprobleme oder Verbindungsabbrüche und auch die App lief stabil und fehlerfrei.

Die Bewegungserkennung funktioniert zuverlässig, zur Feineinstellung gibt es drei Sensibilitätsstufen. Pushnachrichten treffen schnell auf dem Smartphone ein, was die E-Mail-Benachrichtigungen angeht, stießen wir im Test jedoch auf Probleme. Um diese zu nutzen, benötigt es einen in den Einstellungen der App hinterlegten Postausgangsserver nebst E-Mail-Adresse und Passwort. Beim Versuch dies mit einer Google-Mail-Adresse einzurichten bekamen wir von Google eine Sicherheitswarnung mit dem Hinweis, dass ein Anmeldeversuch blockiert wurde. Um den Zugriff zu gewähren, hätten wir innerhalb des Google-Accounts „Zugriff auf weniger sicherer Apps zu zulassen“ aktivieren müssen, laut Google würde dies aber unser Konto angreifbar machen. Beim Versuch die E-Mail-Benachrichtigungen mit einem Microsoft-Konto zu aktivieren bekamen wir zwar keine Sicherheitswarnung, aber es funktionierte ebenfalls nicht.

Was die Akkulaufzeit angeht, lässt sich die vom Hersteller angegebene Standby-Zeit von 180 Tagen verständlicherweise nur schwer nachprüfen. Im Testzeitraum von drei Tagen mit viel ausprobieren und Aufnahmen von einigen um die 10 Minuten langen Videos nahm die Ladung der Batterien nur unwesentlich ab. In der App ist der exakte Verbrauch einsehbar, der Nutzer weiß somit rechtzeitig, wann es Zeit ist, die Batterien zu wechseln.

Dass Reolink Argus bei uns im Test nur mit befriedigend abschneidet liegt nicht daran, dass die Security-Cam einen schlechten Job macht, im Gegenteil. Die Bewegungserkennung arbeitet zuverlässig, die Bildqualität ist gut und die Performance das Livebild betreffend wohl die beste, die uns bislang bei einer IP-Kamera unterkam. Konkurrenzprodukte haben in der Regel jedoch mehr Features und Einstellungsmöglichkeiten als Reolinks Argus. Vor allem haben wir die Möglichkeit vermisst Zonen innerhalb des Sichtbereichs festlegen zu können, in denen die Bewegungserkennung nicht zum Einsatz kommt. Beispielsweise, um vor der Haustür zu vermeiden, dass der Alarm bei jedem vorbeifahrenden Auto ausgelöst wird. Für eine Außenkamera ist dieses Feature in unseren Augen fast so etwas wie ein „Must have“.

Und dann sind da noch die in unserem Test nicht funktionierenden E-Mail-Benachrichtigungen, wenn dies auch kein Riesenkritikpunkt ist und auch die Pushmitteilungen auf dem Smartphone gut funktionieren. Wen diese Kritikpunkte nicht tangieren, der bekommt
für knapp 120 Euroeine gut funktionierende IP-Cam für In- und Outdoor mit lokalem Speicher für Aufnahmen und somit ohne zusätzliche Kosten.

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Gigaset GS270 Plus im Test: starker Akku

Mit dem GS270 und dem GS270 Plus hat Gigaset zwei neue Mittelklasse-Smartphones auf den Markt gebracht. Das GS270 Plus hat etwas mehr RAM und Speicher, ansonsten haben die 200 respektive 230 Euro teuren Handys die gleiche, gute Ausstattung. Wir haben das GS270 Plus ausführlich getestet.

Auch wenn beim Gehäuse des GS270 Plus kein Metall zum Einsatz kommt – der Hersteller spricht von einem „hochwertigen Metallic-Effekt-Finish“ – gefällt uns das Gigaset. Die Verarbeitung ist gut und das Smartphone liegt aufgrund der kompakten Größe und der abgerundeten Rückseite gut in der Hand. Ein Gefühl von Wertigkeit will sich allerdings nicht einstellen. Das GS270 Plus misst 149,5 × 74 × 8,95 Millimeter und ist knapp 160 Gramm schwer.

Auf der rechten Seite finden sich Power-Button und Lautstärkewippe, links ein Slot für zwei SIM- oder alternativ eine SIM- und eine microSD-Karte. Auf der Rückseite sitzen mittig im oberen Bereich ein Fingerabdrucksensor, links oben die Hauptkamera und ein LED-Blitz. Am unteren Rand der Rückseite hat der Lautsprecher seinen Platz. Oben gibt es einen 3,5-Millimeter-Audioausgang, unten einen microUSB-Anschluss zum Aufladen und für den Datenaustausch. Die Android-Tasten unterhalb des Displays geben bei Berührung haptisches Feedback, beleuchtet sind sie nicht.

Das GS270 Plus hat ein 5,2 Zoll großes IPS-Display, das Full-HD auflöst, also 1920 × 1080 Pixel. Damit kommt es auf eine Pixeldichte von knapp 424 Pixel pro Zoll (ppi) – die Darstellung ist also erfreulich scharf.

Das 2.5D-Glas ist an den Seiten leicht gekrümmt und hat laut Hersteller eine „kratzfeste und schmutzabweisende Oberfläche“. Ausprobiert haben wir das nicht. Als Antrieb gibt es einen Octa-Core-Prozessor von Mediatek mit einem Maximaltakt von 1,5 GHz (MTK 6750T), der Arbeitsspeicher ist 3 GByte groß (2 GByte beim GS270). Der 32 GByte große interne Speicher (16 GByte beim GS270) ist mit microSD-Karten um bis zu 128 GByte erweiterbar.

Gigaset spendiert dem Smartphone einen fetten Akku. Er ist fest verbaut und hat eine Kapazität von 5000 mAh. Mit dem beiliegenden Schnellladegerät ist die Batterie dem Datenblatt zufolge in 4 Stunden komplett aufgeladen, das ist durchaus realistisch: Mit nicht vollständig leerem Akku war das Gerät bei uns nach 3,5 Stunden wieder voll. Das GS270 Plus nimmt zwei SIM-Karten auf und unterstützt dabei LTE der Kategorie 6 mit maximal 300 Mbit/s im Downstream. Im WLAN funkt das Telefon nach 802.11 a, b, g und n im 2,4- und 5-GHz-Frequenzbereich, den aktuellen ac-Standard unterstützt es aber nicht.

Neben einem Fingerabdruckscanner, einer Benachrichtigungs-LED und Bluetooth in Version 4.0 gehört noch GPS zu den Spezifikationen des Smartphones.

Der Bildschirm mit seiner Diagonalen von 5,2 Zoll und seiner Auflösung von 1920 × 1080 Pixel bietet – in Anbetracht der Pixeldichte wenig verwunderlich – eine scharfe Darstellung; die Blickwinkelstabilität ist zufriedenstellend. Auf maximaler Helligkeit leuchtet das Panel ordentlich, laut Hersteller mit 450 cd/m2. Bei direkter Sonneneinstrahlung ist das zwar schon zu wenig, doch in den meisten Situationen reicht es aus. Die Farbwiedergabe ist gut und auf Fingereingaben reagiert der Touchscreen präzise und zuverlässig.

Die rückseitige Kamera mit f/2.2-Blende, Autofokus und LED-Blitz löst 13 Megapixel auf und soll dank einer 5-fach beschichteten Linse besonders scharfe Fotos machen. Die Frontcam löst 5 Megapixel auf und hat einen Fixfokus.

Für ein Smartphone in der Preislage um die 200 Euro ist die Kamera des GS270 Plus sehr gut. Ob die vom Hersteller versprochene „5-fach beschichtete Linse“ ihren Teil dazu beiträgt, ist schwer zu sagen. Rein von den technischen Daten könnte es sich um dieselbe Kamera handeln, die auch schon im
Gigaset GS170 (Testbericht)verbaut wurde. Bei diesem Handy hat uns die Knipse ebenfalls schon gut gefallen, die Aufnahmen des GS270 Plus scheinen jedoch von noch besserer Qualität zu sein.

Auch bei der Frontkamera geht die Bildqualität in Ordnung: Ansehnliche Selfies hinzubekommen ist mit dem GS270 Plus kein Problem. Wie üblich bei günstigeren Smartphones muss der Nutzer bei schlechteren Lichtverhältnissen allerdings mit entsprechend steigendem Bildrauschen leben.

Der Antutu-Benchmark bescheinigt dem GS 270 Plus eine gemessene Systemperformance von knapp 44.000 Punkten. Aus unserer Erfahrung steht ein Wert oberhalb 40.000 Punkten in diesem Benchmark üblicherweise für ein flüssig laufendes System ohne nervige Hänger und regelmäßig auftretende Denkpausen. Auch beim GS270 Plus ist dies der Fall. Multitasking mit mehreren Anwendungen klappt gut, auch aktuelle und optisch anspruchsvollere Games laufen flüssig. Im Vergleich zu deutlich teureren Android-Smartphones ist freilich ein Unterschied zu spüren, doch nervig langsam hat sich das Gigaset bei uns nie verhalten.

Der Fingerabdruckscanner funktioniert zuverlässig, die Reaktionszeit beträgt allerdings schon auch mal um die zwei Sekunden. Die Akkulaufzeit des Handys ist herausragend – kein Wunder bei einer 5000-mAh-Batterie. Diesbezüglich muss sich der Nutzer wirklich keine Gedanken machen, dass er nicht über den Tag kommt. Und selbst wer sein Handy recht häufig in den Fingern hat, kommt auch mal mit einer Akkuladung über zwei Tage. Zum Vergleich: Selbst teurere Smartphones wie das nagelneue
Nokia 8 (Testbericht)oder das ebenfalls frische
Sony Xperia XZ1 (Testbericht)haben bei vergleichbarer Display-Größe deutlich kleinere Akkus – mit Kapazitäten von 3100 respektive 2700 mAh.

Abgesehen von der üblichen Bloatware bei Gigaset-Smartphones – unter anderem eine Tanken-, eine Wetter- und einer T-Online-App, die immerhin allesamt deinstallierbar sind – läuft auf dem GS270 Plus ein pures Android in Version 7.0. Der Sicherheitspatch ist vom 5 Juli 2017. So ganz offiziell ist es zwar noch nicht, auf der Pressekonferenz zur Vorstellung des Handys hat Gigaset jedoch schon ein Update auf Android 8 durchblicken lassen.

Beim GS270 Plus hat Gigaset genau die Kritikpunkte ausgemerzt, die wir seinerzeit dem
Gigaset GS170 (Testbericht)vorgeworfen haben: Akkulaufzeit und Performance. Mit der 5000-mAh-Batterie läuft das GS270 Plus länger als die meisten Handys auf dem Markt und die Performance ist mehr als zufriedenstellend. Davon abgesehen gefallen uns die Kamera und das Display gut.

Für 230 Euro bekommt man ein schönes Mittelklasse-Smartphone, das kaum Wünsche offen lässt. Wem 16 GByte Speicher genügen, der kann auch getrost zum 30 Euro günstigeren GS270 greifen – der mit 2 GByte etwas kleiner bemessenere Arbeitsspeicher sollte für eine ähnlich gute Performance wie beim GS270 Plus gut sein. Wer viele Apps installieren möchte, sollte aber das Plus-Modell wählen.

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