Actioncam Yi 4K Plus im Test: Topmodell zum Budgetpreis

4K-Auflösung bei 60 fps, Bildstabilisierung, Sprachsteuerung, RAW-Format und Livestreaming – die Yi 4K Plus lockt mit ihrer satten Ausstattung. Wir haben sie getestet und verraten, ob sie an die Gopro herankommt.

Das Design der Yi Actioncam ist unauffällig, die Verarbeitung des Kunststoff-Gehäuses ist hochwertig. Den Großteil der Rückseite nimmt das berührungsempfindliche 2,2-Zoll-Display ein. Auf der karierten Vorderseite sitzen eine Status-LED und das Weitwinkelobjektiv. Hinter einer Gummiabdeckung ist seitlich der USB-C-Anschluss verbaut. Auf der Oberseite befinden sich der Auslösetaster sowie Öffnungen für Lautsprecher und Mikrofon. Die Klappe vor Speicherkarteneinschub und Akku ist auf der Unterseite verbaut. Daneben sitzt ein Standard-Stativgewinde.

Die 4K Plus ist 65 mm breit, 42 mm hoch und 21 mm breit. Das Gewicht beträgt 96 g.

Für ausreichend Rechenleistung für die 4K Aufnahmen sorgt ein Ambarella-H2-Chipsatz mit Cortex-A53 Prozessor. Das Objektiv hat einen Blickwinkel von 155 Grad und eine Blende von f/2,8. Als Bildsensor kommt ein Sony IMX377 mit 1/2,3-Zoll zum Einsatz. Das Display hat eine Auflösung von 640 × 360 Bildpunkten und eine Pixeldichte von 330 ppi; die Darstellung ist somit gestochen scharf. Für die Bildstabilisierung kommen ein 3-Achsen-Gyroskop und ein 3-Achsen-Bewegungssensor zum Einsatz. Zur Kommunikation mit dem Smartphone dienen WLAN nach 802.11a, b, g, n und ac sowie Bluetooth 4.0.

Zum Laden und zur Datenübertragung setzt der Hersteller auf USB Type-C. Wer möchte, kann mit einem beigepackten Adapter auch ein externes Mikrofon oder einen AV-Ausgang anschließen. Der wechselbare Akku hat eine Kapazität von 1400 mAh und hält nach Herstellerangabe bis zu zwei Stunden. Die tatsächliche Dauer ist von der eingestellten Auflösung abhängig. Im Test muss die 4K Plus nach etwa eineinhalb Stunden ans Ladegerät.

Die Kamera verfügt außerdem über eine gut funktionierende Sprachsteuerung, mit deren Hilfe sich beispielsweise Aufnahmen starten und stoppen lassen. Damit das zuverlässig funktioniert, muss der Nutzer die fünf Befehle (Foto aufnehmen, Serienbild aufnehmen Aufnahme starten, Aufnahme stoppen, Ausschalten) einmal einsprechen. Die Sprachsteuerung ist vor allem praktisch, wenn man sich selbst filmen oder fotografieren will.

Ohne zusätzliches Gehäuse ist die Yi im Gegensatz zur Konkurrenz von Gopro nicht wasserdicht. Ein GPS-Modul ist ebenfalls nicht verbaut.

Die Yi 4K+ wird entweder mit dem Touchscreen oder mit der App bedient. Die Menüführung ist logisch und intuitiv. Die Steuerung per Bildschirm klappt im Test sehr gut, per Smartphone ist es aber noch ein Ideechen komfortabler. Das gilt vor allem beim Einsatz draußen. Bei hellem Sonnenschein kommt man kaum drum herum, denn das Display der Yi ist zwar hochauflösend, aber nicht besonders hell.

Das Hauptaugenmerk im Test liegt auf den Videoaufnahmen der Actioncam. Neben 4K-Videos mit 60 Einzelbildern pro Sekunde stehen zahlreiche andere Auflösungen zur Auswahl. Bei Full-HD schafft die Actioncam bis zu 120 fps, bei HD bis zu 240 fps. Damit eignet sich die Yi auch für Zeitlupen-Videos.

Insgesamt ist die Videoqualität sehr gut. Bei guter Ausleuchtung sind die Aufnahmen gestochen scharf und absolut ruckelfrei – eine schnelle Speicherkarte (Vergleichstest) vorausgesetzt. Dank des hohen Dynamikumfangs und der hohen Bitrate von maximal 135 MBit/s sind die Videos qualitativ sogar besser als die einer Gopro Hero 5 Black (Testbericht) oder Hero 6 Black (Testbericht).

Selbst bei mittelmäßiger Beleuchtung liefert die Yi 4K Plus ordentliche Ergebnisse. Um bei lichtschwachen Verhältnissen das Bildrauschen zu reduzieren, nutzen wir die Möglichkeit, den ISO-Wert auf ein Maximum von 400 zu begrenzen. Nur bei Zeitlupenaufnahmen und schlechter Ausleuchtung kommt es zu deutlichen Einbußen hinsichtlich Schärfe und Kontrast.

Die Sound der Aufnahmen ist, typisch für Actioncams, enttäuschend. Wer Wert auf hohe Audio-Qualität legt, muss sich einen Adapter besorgen und ein externes Mikrofon anschließen. Das klappt allerdings nur ohne wasserfestes Gehäuse.

Die Bildstabilisierung der 4K Plus funktioniert auch bei 4K-Aufnahmen, allerdings nur bei einer maximalen Bildfrequenz von 30 fps. Bei niedrigerer Auflösung sind auch höhere Bildwiederholungsraten möglich. Da es sich um eine rein elektronische Stabilisierung handelt, geht bei der Nutzung ein Teil des Weitwinkels verloren. In der Praxis stört das aber weit weniger als ein verwackeltes Video. Die Stabilisierung klappt erfreulich gut, kann allerdings nicht mit der Qualität von Gimbals (Kaufberatung) konkurrieren. Auch mit der aktuellen Hero 7 Black (Testbericht) kann die 4K Plus in diesem Punkt nicht mithalten. Dafür überhitzt die 4K Plus nicht. Den älteren Modellen Hero 5 Black und Hero 6 Black ist die Yi in Sachen Bildstabilisierung ebenbürtig.

Neben normaler Fotos schießt die Yi auch Serienbilder mit bis zu zehn Einzelaufnahmen pro Sekunde. Auch eine Selbstauslöse-Funktion ist verfügbar.

Die Kamera kommt zusammen mit Akku, Mikrofon-Adapter und Ladekabel zum Kunden. Wer etwa 50 Euro mehr bezahlt, bekommt das passende Original-Unterwassergehäuse mit dazu. Im Preisvergleich gibt es alternativ Gehäuse für 20 bis 25 Euro.

Sonstiges Zubehör ist nicht beigepackt. Wer möchte, bekommt passende Sets mit Halterungen und Selfie-Stick ab etwa 20 Euro. Lesen Sie hierzu auch die Kaufberatung zu Actioncam-Zubehör.

Wer eine Actioncam mit sehr guter Bildqualität und einem fairen Preis-Leistungsverhältnis sucht, ist mit der 4K Plus sehr gut beraten. Bis auf GPS und die fehlende Wasserdichtigkeit ist das Top-Modell von Yi mit den deutlich teureren Gopro-Varianten Hero 5 Black (Testbericht) und Hero 6 Black (Testbericht) vergleichbar. Von der der Bildqualität her ist die Yi sogar leicht überlegen.

Wer eine gute Soundqualität und eine noch bessere Stabilisierung möchte, muss zur hochpreisigen Gopro Hero 7 Black (Testbericht) greifen. Wer unbedingt eine wasserdichte Actioncam braucht und auch mit weniger Ausstattung auskommt, sollte sich die günstige Gopro Hero 2018 (Testbericht) ansehen.

  • Gopro Hero 2018 (Testbericht)
  • Gopro Hero 5 Black (Testbericht)
  • Gopro Hero 6 (Testbericht)
  • Gopro Hero 7 (Testbericht)
  • Nikon Keymission 170 (Testbericht)
  • Yi Discovery (Testbericht)
  • Runcam 3S (Testbericht)

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BQ Aquaris X2 im Test: gute Leistung, lange Akkulaufzeit

Das weniger als 300 Euro teure BQ Aquaris X2 kommt mit Android One, Dualkamera und großem Akku. Wir haben getestet, wie sich das Telefon im Alltag schlägt.

Mit dem Aquaris X2 sowie dem Aquaris X2 Pro (Testbericht) bringt der spanische Hersteller BQ gleich zwei bezahlbare und attraktive Smartphones mit Android One auf den Markt, ähnlich wie Lenovo mit dem Motorola One (Testbericht) oder HMD Global mit dem Nokia 6.1 (2018). Eines der wesentlichen Unterschiede zwischen beiden BQ-Geräten ist die Verarbeitung: Das Pro-Modell ist hauptsächlich aus Glas gefertigt, wohingegen beim kleinen Bruder Kunststoff zum Einsatz kommt. Die optischen Unterschiede sind mit dem bloßen Auge kaum wahrnehmbar. Erst beim In-die-Hand-nehmen fühlt man, dass der Rücken rau ist und sich plastisch anfühlt. Beim Aquaris X2 Pro fühlt sich das Gehäuse glatter und kälter an.

Die vordere Seite des Aquaris X2 ist aus widerstandsfähigem Glas, das an den Rändern leicht abgerundet ist. Der Rahmen des Telefons ist aus Metall gefertigt. Er verbindet nicht nur die Front und den Rücken miteinander, sondern dient auch als Antenne für Mobilfunk, GPS, Bluetooth und WLAN. Im Metallrahmen sitzen fünf Kunststoffelemente, die als Unterbrecher fungieren. Leider ragen sie leicht aus dem Gehäuse heraus, sodass sie nicht nahtlos abschließen. Beim Drüberfahren mit der Fingerkuppe ist der leichte Höhenunterschied spürbar – kein großes Problem, aber ein kleines Manko.

Das Kunststoff-Glas-Metall-Gehäuse des BQ Aquaris X2 ist geschützt gegen Spritzwasser. Auf der rechten Seite hat es seine Knöpfe, darunter die obligatorische An- und Austaste sowie die Wippe zum Steuern der Lautstärke. Die Tasten sind gut zugänglich und haben einen angenehmen Druckpunkt. Der Fingerabdrucksensor auf der Rückseite arbeitet schnell und entsperrt zuverlässig, wobei das natürlich nichts über die tatsächliche Sicherheit aussagt.

Im Aquaris X2 verbaut BQ einen Qualcomm Snapdragon 636. Der Achtkern-Prozessor ist deutlich moderner, als der Snapdragon 625 im vergleichbaren Motorola One. Das BQ-Smartphone hat mit 3 GByte RAM aber weniger als das Motorola (4 GByte). Das System läuft dennoch schnell, flüssig und ohne Verzögerungen. Auch bei synthetischen Benchmarks zeigt es sich von seiner guten Seite und schneidet teilweise besser ab, als andere Smartphones mit Android One. Mit einem Punktwert von 110.000 ist es fast 37 Prozent schneller als das Motorola One. Gegenüber dem BQ Aquaris X2 Pro ist es um die 26 Prozent langsamer, das liegt allerdings am leistungsstärkeren Prozessor (Snapdragon 660) und ebenfalls 4 GByte RAM.

Der interne Speicher des BQ Aquaris X2 ist 32 GByte groß, das ist nicht mehr zeitgemäß, wo doch fast alle Hersteller auf 64 GByte setzen. Nach Abzug der Software und dem Betriebssystem bleiben dem Nutzer etwa 18,5 GByte für seine Daten übrig, das sind gerade einmal 57 Prozent Speicheranteil. Andere Telefone sind hier besser aufgestellt, etwa das Galaxy A8 (Testbericht) mit 68 Prozent (22 von 32 GByte). Bei Bedarf setzt der Nutzer eine Micro-SD-Karte ein und erweitert den Speicher. Alternativ speist das BQ Aquaris X2 eine zweite Nano-SIM-Karte und telefoniert so über Dual-SIM. Schöner wäre ein dreifacher Steckplatz gewesen, der kompromisslos und zeitgleich alle drei Karten aufnimmt. Welche Speicherkarte die beste für Android ist, haben wir ausführlich getestet: Kaufberatung & Test: Welche MicroSD-Karte für Android?

Beim Display sind beide Smartphones der Aquaris-X2-Reihe identisch: 5,65 Zoll (ca. 14 cm) in der Diagonale. Die Ecken des Bildschirms sind abgerundet, das schaut etwas moderner aus; hat aber unterm Strich keinen Nutzen. Anders als beim Motorola One kommen die BQ-Smartphones ohne eine Einkerbung im Display („Notch“). Die auf den Anwender gerichtete Kamera mit Foto-LED, die Hörmuschel und die Sensoren für Helligkeit und Distanz sitzen oberhalb des Displays. Die Auflösung mit 2160 × 1080 Pixeln bei einem schlanken Seitenverhältnis von 2:1 ist hoch. Die Bildschärfe beträgt 427 Pixel pro Zoll, das sind fast 50 Prozent mehr als beim Motorola One. Auch bei der Helligkeit steht das Aquaris X2 besser da, als viele andere Geräte in der Klasse: Genau wie beim Aquaris X2 Pro beträgt auch die Leuchtkraft starke 621 Candela pro Quadratmeter.

Das Aquaris X2 kommt mit einer Dualkamera auf der Rückseite. Sie schießt Bilder mit 12 und 5 Megapixeln. Wie beim Pro-Modell schaut die Kameraeinheit auch hier wenige Millimeter aus dem Gehäuse heraus. Anders dagegen ist der Autofokus, der reagiert weicher und schneller auf Bewegungen, als der des Aquaris X2 Pro. Die Kamera liefert gute Bilder mit einer ausreichenden Schärfe. Details sind zwar vorhanden, doch insgesamt wirken die Farben etwas blass. Sowohl die vordere als auch die hintere Kamera machen schöne Bilder mit wahlweise weichgezeichnetem Hintergrund.

Die Kommunikation mit dem Netz baut das BQ Aquaris X2 über schnelles WLAN nach dem n-Standard über 2,4 und 5 GHz sowie über LTE auf. Es hat Bluetooth 4.2, NFC und ein UKW-Radio an Bord. Das Musikhören funktioniert über den Klinkenanschluss mit 3,5 mm. Der Empfang und die Gesprächsqualität bei Telefonaten waren ausgezeichnet.

Das BQ Aquaris X2 kommt mit Android One – das ist aus unserer Sicht das wichtigste Merkmal des Smartphones. Dadurch versichert der Hersteller sicherheitsrelevante Updates für drei Jahre und funktionale Upgrades für zwei Jahre. Das ist beim herkömmlichen Android, das auf vielen Top-Smartphones zum Einsatz kommt, nicht immer der Fall. Somit ist das Aquaris X2 nachhaltig aufgestellt. Das zugrundeliegende Betriebssystemversion des BQ Aquaris X2 ist Android 8.1 Oreo. Der Sicherheits-Patch ist vom 1. September 2018. Dass ein Upgrade auf Android 9 Pie folgt, ist klar, nur wann dies geschieht, steht noch nicht fest.

Im Lieferumfang des BQ Aquaris X2 befinden sich Smartphone, USB-C-Kabel und Schnellladegerät. Eine Schutzhülle wie beim Motorola One ist nicht dabei; Kopfhörer fehlen ebenfalls. Das kabelgebundene Laden des 3100 mAh Akkus dauerte im Test eine Stunde und 31 Minuten, das ist überdurchschnittlich flott. Nach einer halben Stunde kommt der leere Akku auf 47 Prozent. Der Akku hält bei gewöhnlicher Nutzung einen Tag durch. Im Test mit einem kontinuierlich laufenden Video bei maximaler Display-Helligkeit hat das BQ Aquaris X2 gute 13 Stunden mit einer Akkuladung erreicht, bei der Pro-Variante sind es 11 Stunden.

Das BQ Aquaris X2 ist ein gutes Mittelklasse-Smartphone mit Android One. Hervorzuheben sind das hochauflösende, helle Display, der leistungsstarke Prozessor, die lange Akkulaufzeit sowie die Kamera, die vernünftige Ergebnisse liefert. Bei der Verarbeitung hätte sich der Hersteller etwas mehr Mühe geben können, die Makel sind aber kaum von großer Bedeutung. Die unverbindliche Preisempfehlung des Aquaris X2 lautet 319 Euro, erhältlich ist es aktuell schon ab 290 Euro. Für die gebotene Leistung ist der Preis fair und angemessen.

Wem eine stets aktuelle Software durch Android One wichtig ist, der wird mit dem Kauf des BQ-Smartphones kaum etwas falsch machen. Alternativ gibt es das Pocophone F1 von Xiaomi (Testbericht), es läuft zwar mit gewöhnlichem Android, dafür bietet es eine High-End-Ausstattung.

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Sinkende Nutzerahlen: Social-Media-Fans verabschieden sich von Facebook

Sinkende Zahlen: Nutzer verabschieden sich von Facebook

Dislike! Der Unmut gegen den Social-Media-Krösus Facebook steigt: Mehr und mehr Facebook-User melden sich vom sozialen Netzwerk ab – oder bleiben der Plattform für längere Zeit fern.

Mit über zwei Milliarden Usern ist Facebook das grösste soziale Netzwerk der Welt. Zunehmend aber verabschieden sich Nutzer von der Plattform des Social-Media-Pioniers oder legen längere Pausen ein, wie eine Untersuchung des Pew Research Centers festgestellt hat.

Demnach haben sich in den USA 42 Prozent der Facebook-Nutzer über 18 Jahren im vergangenen Jahr «mehrere Wochen oder länger» vom weltgrössten sozialen Netzwerk ferngehalten. Ein Viertel der Befragten, hat angegeben, die Facebook-App von ihren Smartphones sogar komplett gelöscht zu haben.

Facebook hat Vertrauen verspielt

Insbesonders bei den zwischen 18- und 29-Jährigen hat sich der Studie zufolge die Einstellung gegenüber Facebook verändert: In dieser Altersgruppe hielten sich mit 44 Prozent am meisten User von den Seiten des Konzerns zurück.

Facebook steht nicht nur wegen der Weitergabe von Nutzerdaten und zuletzt des Skandals um Cambridge Analytica massiv in der Kritik. Auch die Beeinflussung von Wählern durch Facebook-Aktivitäten von Russland und der Missbrauch der Plattform zur Verbreitung von Fake News stösst vielen bitter auf.

Social Network: Nutzerschwund nicht überraschend

Mehr als die Hälfte der befragten Facebook-Nutzer hat angegeben, in den letzten zwölf Monaten die Privatsphäre-Einstellungen ihrer Konten angepasst zu haben. Den Zugriff auf die Kontrollmöglichkeiten hat der Konzern aus dem Silicon Valley in der Folge des Datenskandals vereinfacht.

Der Rückzug erwachsener Nutzer ist nicht ganz überraschend. Schon Anfang des Jahres ist das US-Marktforschungsunternehmen eMarketer in einer Untersuchung zu dem Schluss gekomen, dass Facebook im Mutterland USA immer mehr Jugendliche verliert – und das sogar schneller als erwartet.

Teenager nutzen statt Facebook lieber jüngere Netzwerke wie inbesondere Snapchat und Instagram oder Chat-Dienste wie das zum Facebook-Konzern gehörende Whatsapp.

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Test Amazon Echo Plus 2 (2018): Gib mir Bass!

Der Amazon Echo Plus 2 (2018) zeigt im Test den bisher besten Klang aller Echo-Geräte. Wie der Vorgänger bringt er eine integrierte Zigbee-Bridge mit, neu ist der Temperatursensor.

Amazon verspricht mit der neuen Generation der Echo-Smart-Speaker aus dem Jahr 2018 vor allem einen besseren Klang. Der kleine Amazon Echo Dot (Testbericht) löst dieses Versprechen ein und beeindruckte uns mit verhältnismäßig klarem Sound und einem Hauch von Bass. Allzu viel sollte man freilich nicht erwarten, schließlich ist der Echo Dot nicht viel größer als ein Handteller. Doch die klangliche Verbesserung gegenüber seinem direkten Vorgänger ist enorm. Der große Bruder Echo Plus ist zumindest größer. Wie wirkt sich das auf den Klang aus?

Unsere Erwartungen waren also hoch. Auspacken, Anschließen, Einrichten, „Alexa, spiele Iron Maiden“. Und tatsächlich wurden wir nicht enttäuscht. Der neue Echo Plus ist lauter als der alte, mit glasklaren Höhen und einem Bass, der diese Bezeichnung verdient. Im ersten Moment fühlte er sich gar etwas zu basslastig an. Das liegt aber in erster Linie daran, dass die bisherigen Echo-Lautsprecher davon viel zu wenig hatten.

Nach kurzer Zeit haben wir uns an das Klangbild des neuen Echo Plus gewöhnt. Es wirkt ausgewogen und voll – so macht es Spaß, Musik zu hören. Klanglich hängt er dank 76-mm-Woofer und 20-mm-Hochtonlautsprecher auch den Ende 2017 veröffentlichten Amazon Echo der 2. Generation mit seinem 63-mm-Woofer und 16-mm-Hochtöner ab.

Amazon ermöglicht seit September 2018 bei allen seinen Echo-Geräten den Zugriff auf den Equalizer. Dort können Nutzer beim Bass, den Mitten und den Höhen das Frequenzband zwischen minus und plus 6 dB variieren. Das funktioniert über Sprache, zum Beispiel mit dem Befehl Dreh den Bass auf! oder über die App in den Geräteeinstellungen.

Trotz der deutlichen Verbesserung des Klangs kann der Echo Plus nicht mit Vollblutlautsprechern mithalten. Im Vergleich zu einem etwa 200 Euro teuren Sonos 1 zog der Echo Dot der 2. Generation wenig überraschend in allen Bereichen den Kürzeren.

Im Gegensatz zum Amazon Echo Dot 2018 (Testbericht), bei dem Amazon die Anzahl der Mikrofone von sieben auf vier reduziert hat, sind beim Echo Plus 2018 noch immer sieben Mikrofone verbaut. Im Vergleich mit dem Vier-Mikrofon-Echo-Dot und konnten wir keine nennenswerten Unterschiede feststellen. In ruhigen Räumen reagieren beide Varianten unabhängig von der verbauten Mikrofonanzahl auch bei 10 m Entfernung sehr gut auf das Erkennungswort. Wenn der Echo Plus Musik abspielt oder Geräusche aus anderen Quellen hinzu kommen, muss man deutlich lauter sprechen, um die Störquellen zu überschallen. In der Praxis klappt das gut.

Apropos Erkennungswort: Amazon erlaubt bei seinen eigenen Echo-Geräten im Gegensatz zu Geräten mit Alexa-Funktionalität anderer Hersteller die Änderung von Alexa auf Amazon, Echo oder Computer – eine Referenz an die gerade unter Fans beliebte Sci-Fi-Serie Star Trek: The Next Generation.

Der Echo Plus 2 beantwortet Fragen nach Wetter und Verkehr, übersetzt Wörter in verschiedene Sprachen, steuert kompatible Smart-Home-Geräte, spielt Musik über verknüpfte Streaming-Dienste ab, setzt Timer und Erinnerungen und greift auf unzählige Apps zu, die bei Alexa Skills heißen. Der Sprachassistent hat auch Humor, wie diese lustigen Alexa-Befehle zeigen.

Das Plus im Echo Plus steht für seine Smart-Home-Funktionalität. Der integrierte Zigbee-Hub steuert ohne Umweg über eine sonst nötige Bridge Smart-Home-Geräte, die auf den weit verbreiteten Zigbee-Standard setzen. Dazu gehören unter anderem LED-Lichter von Philips Hue und Osram Lightify (Marktübersicht: Licht steuern mit Alexa), Logitech Harmony, Samsung SmartThings und viele mehr. Im Test funktionierte das problemlos.

Neu ist das im Echo Plus verbaute Thermometer. Auch damit sollen sich zukünftig Smart-Home-Geräte steuern lassen. Fällt die Temperatur unter einen definierten Punkt, dreht der Echo Plus zum Beispiel die Heizung auf. Steigt sie hingegen, senken sich die smarten Rollladen. Auf Wunsch sagt der Smart-Speaker mit dem Sprachbefehl Wie ist die Temperatur im Echo? auch die Raumtemperatur an.

Während der 2017er Echo Plus Audio über den 3,5-mm-Klinkenstecker lediglich nach außen gab, funktioniert der Klinkenstecker nun in beide Richtungen. Zusätzlich unterstützt er Advanced Audio Distribution Profile (A2DP) für Audiostreaming vom Mobilgerät auf Echo Plus oder vom Echo Plus auf einen Bluetooth-Lautsprecher (Vergleichstest).

Größere Lautsprecher bedeuten besseren Klang. Das stimmt zwar nicht immer, ist aber eine solide Faustformel, an die sich auch Amazon gehalten hat. Deswegen geht der neue Echo Plus deutlich in die Breite. Im Gegensatz zum Vorgänger mit seinen 84 mm misst der Zylinder nun 99 mm im Durchmesser. Beim normalen Echo der 2. Generation sind es 88 mm. Amazon hat es jedoch geschafft, die Höhe deutlich zu verringern. Der neue Echo Plus ist mit 148 mm genauso hoch wie der normale Echo der 2. Generation und 87 mm kürzer als der Echo Plus aus dem Vorjahr.

Optisch wirkt er nun runder, verglichen mit dem schmalen, hohen 2017er Echo Plus fast schon dicklich. Ihn bedeckt eine Stoffummantelung, die in schwarz, grau und weiß zu haben ist. Der Stoff verleiht dem Smart-Speaker etwas sehr wohnliches, wodurch er sich dezent ins bestehende Interieur einpasst. Für die nächste Generation wünschen wir uns mehr Farbe. Ein knalliges Rot und Gelb. Oder von Künstlern designte Sondereditionen. Aber auch derart dezent gestaltet gefallen uns die neuen Echo Plus gut und besser als der Vorgänger.

Auf der Oberseite verbaut Amazon vier Taster. Zwei regeln die Lautstärke, während die anderen beiden die Mikrofone aus-, beziehungsweise Alexa einschalten. Beim Vorgänger war der gesamte obere Bereich ein Drehregler für die Lautstärke, was intuitiver funktioniert. Mehr als den Lautstärkering vermissen wir aber eine Musiksteuerung. Klar kann man jederzeit Alexa, Stopp! oder Alexa, nächster Song! rufen. Wenn wir aber ohnehin direkt neben dem Gerät stehen, wäre ein Tastendruck bequemer.

Auf der Rückseite sorgt ein Hohlstecker für die Stromversorgung über das mitgelieferte 30-Watt-Netzteil. USB-C wäre uns aufgrund der höheren Kompatibilität – natürlich – lieber gewesen. Aber Amazon wollte wohl kein Risiko eingehen. Denn die Gefahr bestünde, dass Nutzer ein USB-Netzteil mit zu wenig Watt wählt und dadurch der Echo Plus nicht so funktioniert und klingt, wie er sollte.

Wie bei allen Echo-Geräten zeigt ein gut sichtbarer LED-Ring am äußeren Rand der oberen Seite den Status des Echo Plus an. Leuchtet er nach der Nennung des Erkennungsworts blau, ist er bereit Sprachbefehle entgegen zu nehmen. Leuchtet er rot, ist die Spracherkennung deaktiviert. Ein anwachsender weißer Ring signalisiert die eingestellte Lautstärke.

Amazon hat die Einrichtung des Echo Plus vereinfacht. Früher haben die Echos bei der Ersteinrichtung ein eigenes WLAN bereitgestellt, in das man sich mit dem Smartphone eingewählt hat, um danach über die Alexa-App die Verbindung zum Heim-WLAN herzustellen. Nun muss man nur noch die Alexa-App öffnen. Sie erkennt nach der Erlaubnis, den Gerätestandort abzurufen, den smarten Lautsprecher über Bluetooth. Danach tippt man sein WLAN-Passwort ein – es sei denn, es ist bereits im Amazon-Konto hinterlegt. Bezüglich des Gerätestandorts haben wir bei Amazon für ein Statement angefragt.

Der Amazon Echo Plus kostet zu seiner Einführung 149 Euro. Als Startangebot legt Amazon eine dimmbare Philips Hue White im Wert von 17 Euro bei, die sich dank Zigbee-Unterstützung direkt mit dem Echo Plus steuern lässt. Wir empfehlen jedoch, mit dem Kauf zu warten. Amazon ist bekannt dafür, gerade Prime-Mitgliedern zu Aktionen hohe Rabatte auf die eigenen Produkte zu gewähren. Wir tippen darauf, dass es spätestens zur Cyber Week am 19. November 2018 soweit ist.

Amazon verspricht besseren Sound – und der neue Echo Plus löst dieses Versprechen ein. Er kommt zwar nicht an die Klangqualität eines Sonos 1 heran, überflügelt aber alle bisherigen Echo-Geräte mühelos.

Interessant ist die Plus-Variante vor allem für Smart-Home-Einsteiger, die noch keinen Zigbee-Hub besitzen. Denn dieser ist für viele Smart-Home-Geräte essentiell und bereits im Echo Plus integriert. Der nun im Echo Plus integrierte Temperaturfühler erweitert die Smart-Home-Funktionalität noch.

Optisch wirkt er nun etwas rundlicher und gemütlicher. Die Stoffummantelung verstärkt diesen Eindruck. Der praktische Lautstärke-Ring musste zwei Tasten weichen. Auf Taster für die Musiksteuerung verzichtet Amazon. Trotzdem schnürt Amazon hier ein sehr gutes Steuerpaket für Smart-Home-Geräte, über das man auch noch sehr gut Musik hören kann. Wer bereits eine Zigbee-Bridge besitzt und den Echo überwiegend für Sprachansagen nutzt, ist mit dem deutlich günstigeren Amazon Echo Dot 2018 (Testbericht) gut beraten.

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